Folgen des Nahostkrieges I: Deutsche Bank dämpft Alarmismus

10. März 2026
Ölpreisschwankungen seit 1962 – inflationsbereinigt

Folgen des Nahostkrieges I: Deutsche Bank dämpft Alarmismus. Das wilde Auf und Ab bei den Rohölpreisen zeigt, wie volatil die Weltlage derzeit ist. Trotz dieser Bewegung ist die aktuelle Krise aber (noch) nicht mit früheren Ölpreisschocks vergleichbar. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Deutschen Bank. Demnach stehen die Märkte zwar vor einem größeren Rückzug aus Risikoanlagen, aber die entscheidenden Prämissen früherer Ölpreisschocks sind bislang nicht erfüllt.

Das zeigen drei Entwicklungen. Erstens ist der Brent-Preis seit Jahresbeginn zwar um fast 50 Prozent gestiegen, aber die Märkte erwarten kein dauerhaft extrem hohes Niveau. Gunther Schnabl, Direktor des Thinktanks Flossbach von Storch Research Institute, sagte Table.Briefings: „Mittel- bis langfristig rechne ich jedoch damit, dass sich der Ölpreis wieder auf einem moderateren Niveau einpendeln wird. Denn strukturelle Faktoren – wie ein hohes Angebot und die schwächere globale Konjunktur – sprechen eher für sinkende Preise.“

Zweitens haben die Zentralbanken bislang keine Wende vollzogen und weder Zinserhöhungen angekündigt noch signalisiert. Drittens gibt es weltweit – Stand jetzt – zwar erste schwächere Wirtschaftsdaten, aber noch keine klaren Verschlechterungen, die direkt auf den Ölpreisschock zurückzuführen wären. Genau diese drei Faktoren – ein lang anhaltend hoher Ölpreis, eine harte geldpolitische Reaktion und deutliche wirtschaftliche Schäden – waren in früheren Krisen wie in den 1970er‑Jahre oder beim Golfkrieg 1990 Auslöser für massive Marktverwerfungen. Warum die aktuellen Preise auch immer noch wenig Anreiz bieten, den Verbrauch zu reduzieren, lesen Sie im ESG.Table. Alexander Wiedmann

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Letzte Aktualisierung: 10. März 2026