Bauen in Hochwassergebieten: Fassungslosigkeit unter den Experten

05. Mai 2026

Bauen in Hochwassergebieten: Fassungslosigkeit unter den Experten. Mit Bestürzung haben Experten beim Insurance Summit des Gesamtverbands der Versicherer (GDV) berichtet, in Deutschland würden jährlich immer noch zwischen 1.500 bis 2.400 Neubauten in Hochrisikogebieten errichtet. Der Vorstandschef der LVM-Versicherung, Mathias Klenker, forderte: „Das Bauen in Hochrisikogebieten muss aufhören.“ Er wies darauf hin, dass bereits 320.000 Gebäude und damit rund 1,5 Prozent des Gesamtbestandes auf solchen Flächen stehen. Der Verbraucherexperte und Vorsitzende des Bundestagsausschusses, Carsten Müller (CDU), betonte, es sei ein Unding, dass im Ahrtal an Ort und Stelle die gleichen Gebäude wieder aufgebaut würden. „Da ist mein Verständnis vollkommen am Ende.“

Grundsätzlich ist das Bauen in Überschwemmungsgebieten verboten. Doch Ausnahmen sind möglich. Und davon machen Kommunen bis heute immer wieder Gebrauch. Müller sieht das mit größter Sorge: „Wir müssen den Zuwachs sofort stoppen.“ Bislang aber bleiben die gesetzgebenden Instanzen geduldig. Und das, obwohl sie es besser wissen könnten. Im Ahrtal hatte es schon 1910 ein verheerendes Hochwasser gegeben. Laut Wasserbauexperte Holger Schüttrumpf hätte man als Reaktion Rückhaltebecken errichten und so die Katastrophe von 2021 verhindern können. Stattdessen wurde damals in den Bau des Nürburgrings investiert. Horand Knaup

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Letzte Aktualisierung: 05. Mai 2026