14. Mai 2026 Must-Reads

14. Mai 2026

Focus/Spiegel: Merkel, CDA und Seeheimer rufen zu Kompromissen auf. Angela Merkel plädiert im Interview für mehr Gelassenheit im Umgang mit Meinungsverschiedenheiten, auch in Koalitionen. Hinter denen würden Menschen „mit ziemlich viel Leidenschaft“ an Lösungen für Probleme arbeiten. In einem separaten Appell wenden sich CDA und Seeheimer Kreis an die Spitzen von Union und SPD. Esra Limbacher zitiert Helmut Kohl: „Entscheidend ist, was hinten rauskommt.“ Dennis Radtke sagt, die „Identitätskämpfe der politischen Mitte lösen kein Problem“. („‚Bekommt endlich den Hintern hoch, reißt euch zusammen‘“/„Merkels Debatten-Appell: ‚Der Kompromiss wird ‚niedergemacht‘“)

FAZ: Wie ein Schuldenbremsen-Konsens aussehen könnte. In der Einigung werde ein Konzept diskutiert, das an den Vorschlag der Bundesbank erinnert, schreibt Manfred Schäfers. Bund und Länder bekämen demnach einen deutlich größeren Spielraum, mit einer Einschränkung: Solange die Schuldenquote sehr hoch ist, dürfte dieser Rahmen nicht ausgeschöpft werden. („Auf der Suche nach der magischen Schuldenformel“)

Zeit: Karl-Josef Laumann über die Probleme der CDU. Soziale Sicherheit werde von der Partei manchmal dargestellt, als sei sie bloß teurer Ballast, sagt der NRW-Minister. Die Schwierigkeiten von Friedrich Merz stammen ihm zufolge „von manchen Formulierungen, von Fehlern im Wahlkampf, aber auch vom Start der Koalition“. Sie habe sich zu wenig damit beschäftigt, wie man „eine gemeinsame Überschrift“ findet und mit Inhalt füllt. („‚Teile der CDU könnten ein bisschen mehr Empathie üben‘“)

SZ: Was hinter dem Chaos in Großbritannien steckt. Es wäre nach Lage der Dinge ein Wunder, wenn Keir Starmer im Juli noch Premierminister ist, schreibt Michael Neudecker. Nach mehreren Staatssekretären ist nun Gesundheitsminister Wes Streeting zurückgetreten, dem Ambitionen auf das Amt nachgesagt werden. Als potenzielle Nachfolger gelten auch die frühere Vize-Premierministerin Angela Rayner und Andy Burnham, Bürgermeister von Manchester. Stürzt Starmer, gäbe es den oder die fünfte Premier in vier Jahren. („Einer geht noch“)

SZ: Schmidt-Rückzug im Schmerz. Nach fünf Jahren tritt Christian Schmidt, Hoher Repräsentant für Bosnien-Herzegowina, schweren Herzens ab. Die Trump-Regierung, immer an Deals interessiert, hatte eigene Pläne. Auch die EU und die Bosnier selbst waren nicht nur hilfreich. Hätte er sich verkämpft, glaubt Schmidt im Interview, hätte das Dayton-Abkommen insgesamt auf dem Spiel gestanden. („Ich hatte gehofft, dass viele Dinge leichter zu lösen wären“)

Zeit: Oberbürgermeister fordern zusätzliche Mittel für die Kommunen. Boris Palmer (Tübingen, parteilos), Richard Arnold (Schwäbisch Gmünd, CDU) und Matthias Klopfer (Esslingen, SPD) warnen vor der dramatischen Finanzlage der Kommunen. Um den Verfall öffentlicher Infrastruktur zu verhindern, seien jährlich mindestens 30 Milliarden Euro zusätzlich nötig. Diese sollten durch Einsparungen bei Sozialausgaben wie der Rente sowie durch eine Erhöhung der Grundsteuer mobilisiert werden. („Wir müssen radikal denken: Grundsteuer hoch, Mütterrente streichen“)

Nicht überlesen!

FAZ: Jordan Bardella über Gemeinsamkeiten mit Merz. Er sehe Übereinstimmungen in der Migrationspolitik, beim Bürokratierückbau und dem Ziel eines wettbewerbsfähigen Europas, sagt der Vorsitzende des Rassemblement National (RN). Er grenzt sich von der AfD ab, viele Positionen der Partei seien unvereinbar mit den Grundsätzen des RN, so der 30-Jährige. Zugleich fordert er den Rücktritt von Ursula von der Leyen und attackiert den Nachbarn Spanien, weil das Land im Umgang mit „Sans-Papiers“ eine mildere Politik verfolgt, als er es tun würde. („‚Wir werden nationales Recht über Europarecht stellen‘“)

Briefings wie Berlin.Table per E-Mail erhalten

Keine Bankdaten. Keine automatische Verlängerung.

Sie haben bereits das Table.Briefing Abonnement?

Anmelden

Letzte Aktualisierung: 14. Mai 2026