Warum Afrika bei den Olympischen Winterspielen kaum vertreten ist

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13. Februar 2026
Der kenianische Skirennläufer Issa Laborde bei der Eröffnungszeremonie der Olympischen Winterspiele 2026. (IMAGO / AFLOSPORT)
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Aus afrikanischer Sicht gibt es bei den aktuellen Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo eine gute und eine schlechte Nachricht. Zunächst zur guten: Im Vergleich zur vorigen Ausgabe der Spiele in Peking 2022 konnte man die Anzahl an afrikanischen Teilnehmenden mehr als verdoppeln und auch die Menge an vertretenen Nationen ist auf einen Rekordwert angestiegen. Doch es gibt einen Haken, und damit zur schlechten Nachricht: Noch immer sind lediglich 14 Athletinnen und Athleten aus insgesamt acht verschiedenen Nationen dabei. Bei insgesamt rund 2.900 Teilnehmenden ergibt das eine afrikanische Teilnehmerquote von gerade einmal 0,5 Prozent, wie Le Monde festgestellt hat. Seit der ersten Teilnahme eines afrikanischen Skifahrers bei den Olympischen Winterspielen 1960 in den USA haben insgesamt weniger als 100 afrikanische Sportlerinnen und Sportler aus 17 Ländern am weltweit wichtigsten Wintersportereignis teilgenommen.

Und dafür gibt es neben klimatischen auch strukturelle Gründe. Immer wieder werden die großen Hürden für eine Qualifikation kritisiert. Die Teilnehmerzahl sei in den letzten Jahrzehnten so stark beschränkt worden, dass sich vor allem die zumeist westliche Weltspitze qualifizieren könne – und kleinere Wintersportnationen außen vor bleiben. Das kritisiert unter anderem der Präsident des senegalesischen Skiverbands, Lamine Guèye. Er gehörte Anfang der 1980er-Jahre selbst zu den ersten afrikanischen Olympia-Sportlern. Laut Guèye gibt es einen Teufelskreis: ausbleibende Sponsoren, keine Medienpräsenz und somit auch keine sportlichen Vorbilder, die jüngere Generationen für den Wintersport begeistern können. Ein Weg für mehr afrikanische Sportlerinnen und Sportler bei Olympia könnte über die Diaspora führen. Bereits bei den aktuellen Winterspielen wuchsen die meisten afrikanischen Teilnehmenden in Europa oder den USA auf und konnten so vom Zugang zu Sportförderung profitieren. Elián Libera

Letzte Aktualisierung: 27. März 2026