CEO.Table – Ausgabe 58

Davos-Special: KI und Arbeitsmarkt + EU Inc. + Zoll-Entspannung

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Executive.Summary

WEF: Wie KI den Arbeitsmarkt verändert – exklusive Zahlen zeigen erste Auswirkungen

Während die mediale Aufmerksamkeit auf geopolitische Debatten gerichtet war, wurde beim World Economic Forum noch ein anderes Thema heiß diskutiert: Führende Experten, Topmanager und Analysten warnten eindringlich vor den tiefgreifenden Auswirkungen Künstlicher Intelligenz auf den Arbeitsmarkt. „Wir sehen ein Potenzial für einen Wachstumsschub von bis zu 0,8 Prozent in den nächsten Jahren. Aber es trifft den Arbeitsmarkt wie ein Tsunami, und die meisten Länder und Unternehmen sind darauf nicht vorbereitet“, sagte IWF-Chefin Kristalina Georgieva in Davos. Der Internationale Währungsfonds kalkuliert, dass in fortgeschrittenen Volkswirtschaften bis zu 60 Prozent der Arbeitsplätze von KI betroffen sein werden, also sich stark verändern oder wegfallen.

Es wird ein Veränderungswettbewerb stattfinden, bei dem berufliche Weiterbildung eine Notwendigkeit ist. Für Blackrock-CEO Larry Fink braucht es schnelle Antworten – er zog einen historischen Vergleich zur Verdeutlichung: „Was passiert, wenn KI mit White-Collar-Angestellten das macht, was die Globalisierung mit Blue-Collar-Arbeitern gemacht hat?“ Die Technologie und die Geschwindigkeit der Veränderungen, die mit ihr kommen, würden nicht überbewertet. „Ich glaube nicht, dass wir in einer Blase sind.“ JPMorgan-Chef Jamie Dimon beantwortete die Frage, ob KI in den nächsten fünf Jahren zu weniger Arbeitsplätzen innerhalb seiner Bank führen werde, mit „eindeutig: ja“. Er warnte sogar vor sozialen Unruhen ohne koordinierte Umschulungsprogramme.

Vor den erhofften Effizienzgewinnen durch KI entstehen oft erhebliche Kosten. Mercedes-Benz etwa investiert mit Blick auf Digitalisierung und KI für die Personalentwicklung von 2022 bis 2030 rund 1,3 Milliarden Euro. Es seien nicht einzelne Bereiche betroffen, alle Jobprofile im Konzern veränderten sich: „Manche Jobs wandeln sich, manche werden verschwinden, gleichzeitig entstehen neue“, sagt Vorständin und Arbeitsdirektorin Britta Seeger zu Table.Briefings. Besonders deutlich werde der Wandel zum Beispiel in der Produktion – statt mechanischer Berufsausbildung komme es heute auf Kenntnisse in Datenanalyse und Industrial Internet of Things an, um mittels KI-Anwendungen Maschinenstörungen vorherzusagen.

Die Prognosen aus Davos spiegeln sich im deutschen Arbeitsmarkt wider. Eine exklusive Auswertung für Table.Briefings von rund 1,1 Millionen Stellenanzeigen auf Stepstone.de zeigt: Zwischen dem dritten Quartal 2024 und dem dritten Quartal 2025 brachen Wissens- und Bürotätigkeiten massiv ein – Projektmanagement um 48 Prozent, IT-Consulting um 34 Prozent, Call-Center-Jobs um 67 Prozent, Copywriting um 53 Prozent. Gleichzeitig legten operative Tätigkeiten kräftig zu: Fahrdienste um 107 Prozent, Verpackung um 119 Prozent, Sales um 87 Prozent. Technische Berufe wie Bauwesen und Produktion blieben stabil oder wuchsen moderat. Eine detaillierte Aufstellung sehen Sie in der Grafik:

Auswirkungen von KI? Wo derzeit weniger und mehr Arbeitskräfte gefragt sind. Zur Darstellung von Grafiken und Karten aktivieren Sie bitte den Bilderdownload in den Einstellungen oberhalb dieses Briefings.

Neben der rückläufigen Zahl an Stellenausschreibungen bauen Unternehmen auch Arbeitsplätze ab. Die Lufthansa Group etwa plant, bis 2030 weltweit rund 4.000 Stellen zu streichen und verweist dabei unter anderem auf Effizienzgewinne durch den verstärkten Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Mehr als ein Viertel der Unternehmen in Deutschland (27,1 Prozent) erwartet laut ifo Institut, dass der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in den kommenden fünf Jahren zu einem Abbau von Arbeitsplätzen führen wird. Was nicht nur beim WEF in Davos auch als Trend erwartet wird: „AI Washing“, Jobkürzungen also pauschal mit Einsparungen durch Künstliche Intelligenz zu begründen.

Die deutschen Arbeitnehmer bleiben derweil (noch) optimistisch: Eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag von Table.Briefings unter 1.000 Erwerbstätigen hatte ergeben, dass sich nur neun Prozent der Befragten große Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen. (Mitarbeit Alexander Wiedmann)

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CEO.Talk

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Investoren blicken gelassen auf Trumps Zolldrohungen: Deutschlands Aufholbewegung rückt in den Fokus

Die Kapitalmärkte scheinen sich an die Eskapaden von Donald Trump gewöhnt zu haben: Auf seine Zolldrohungen reagierten die Aktienmärkte nur mit leichten Kursverlusten, zum Ende der Handelswoche schlossen DAX, S&P 500 und Nasdaq-100 nahezu unverändert.

Analysten zeigen sich entsprechend gelassen. Kurzfristig bewegten externe Faktoren wie Zolldrohungen zwar die Kurse, aber „über die Schlagzeilen hinaus bleibt das Wachstumsbild positiv“, sagt Matthias Klein von der Bank of America im Gespräch mit Table.Briefings. Die US‑Wirtschaft sei weiterhin robust, Europa dürfte im Jahresverlauf an Dynamik gewinnen – und Deutschland verfüge mit seinen Investitionsplänen über „einen klaren Hebel“.

Aus dem Ausland betrachtet wirkt der Standort Deutschland deutlich attraktiver, als es viele Anleger im Inland wahrnehmen. Internationale Investoren schätzten die jüngsten Investitionspläne und die konjunkturellen Perspektiven merklich optimistischer ein, berichtet Klein. In den vergangenen Wochen habe die Kundenaktivität spürbar angezogen: Eine erste Welle sei bereits im vergangenen Sommer sichtbar gewesen, die Jahresendphase sei zwar ruhiger verlaufen, doch nun sei „die Drehzahl wieder hoch“.

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Erste Daten zeigen die Belebung. Laut IW Köln flossen im Jahr 2025 hochgerechnet 96,4 Milliarden Euro an Direktinvestitionen nach Deutschland, während 86,2 Milliarden Euro an Kapital aus Deutschland abfloss. Damit ergibt sich erstmals seit 2020 ein positives Saldo (siehe Grafik). Außerdem legte der Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe im November ungewöhnlich stark zu, der Einkaufsmangerindex für das Baugewerbe kletterte im Dezember um fünf Punkte nach oben und auch der ZEW‑Index der Konjunkturerwartungen hat sich zuletzt verbessert. Klein fasst das so zusammen: „Der Markt ist vorausschauend; er preist das Drehen der Konjunktur oft früher ein, als die Realwirtschaft es zeigt.“

Gleichzeitig verändert sich der Blick der Investoren auf die großen Zukunftsthemen. Künstliche Intelligenz bleibt das zentrale Leitmotiv, doch laut Klein ist eine deutliche Diversifikation erkennbar. Kapital rotiere aus den US‑Megacaps neben Asien und zunehmend auch nach Europa. Investoren suchten „die nächste Ertragswelle jenseits der offensichtlichen Namen“, also dort, wo Bewertungen tragfähig seien und Investitionen sowie Produktivitätshebel erst allmählich Wirkung in den Geschäftsmodellen entfalten.

Besonders europäische KI‑Anwender könnten davon profitieren. Chancen sieht Klein vor allem in den Bereichen Finanzen, Industriewerte, Gesundheitswesen und Consumer/Retail. Dort zeigten sich bereits die schnellsten Nutzungseffekte – von Betrugserkennung über effizientere Screening‑Prozesse bis hin zu optimierten Abläufen in Planung, Logistik und Beständen. Genau in diesen Bereichen könne Produktivität früh und messbar steigen.

Matthias Klein ist Leiter Makro Aktien Sales bei Bank of America in Europa.

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Bundesministerin Reem Alabali Radovan stellt die aktuelle Strategie der Bundesregierung in der Entwicklungszusammenarbeit vor.

CEO.Analyse

Was die neue „EU Inc.“ bringen soll – und was noch zu klären ist

Als Ursula von der Leyen vergangene Woche in Davos die „EU Inc.“ vorstellte, gab es viel Zuspruch in der europäischen Start-up-Szene. Eine paneuropäische Firma binnen 48 Stunden gründen, digital, ohne Notartermin, mit einem Euro Stammkapital – was lange als unrealistische Forderung galt, steht nun im Arbeitsprogramm der Kommission. Im März 2026 soll der Gesetzesvorschlag kommen. Das EU-Parlament fordert die Kommission auf, den Vorschlag „bis zum ersten Quartal 2026 vorzulegen“. In Dokumenten des Parlaments wird auf die neue Unternehmensform als Einheitliche Europäische Gesellschaft (S.EU) verwiesen.

„Dass die EU-Kommission ihr Vorhaben nun unter dem Begriff EU Inc. kommuniziert, ist ein starkes und wichtiges Signal“, sagt UnternehmerTUM-COO Stefan Drüssler zu Table.Briefings. Drüssler treibt beim Münchner Innovationszentrum mit der Initiative Rise Europe die Vernetzung der europäischen Start-up-Ökosysteme voran. Er sieht in der neuen Kommunikation einen Wendepunkt: „Es zeigt, dass das Thema endlich aus der Perspektive von Start-ups und Scale-ups gedacht wird – so, wie es für einen wettbewerbsfähigen europäischen Innovationsstandort notwendig ist.“

Für deutsche Gründer könnte das sogenannte 28. Regime strukturelle Nachteile beheben, die seit Jahren beklagt werden. Der Initiativvorschlag enthält eine Reihe von Empfehlungen zu einem neuen harmonisierten Rechtsrahmen, der es Unternehmen in der EU erleichtern soll, schneller zu wachsen und über Ländergrenzen hinweg zu arbeiten. Während ein Start-up in Delaware binnen Stunden gegründet ist, kämpfen deutsche Gründerinnen und Gründer mit papierbasierten Prozessen, Notarterminen und einem steuerlich wie rechtlich komplizierten System bei Mitarbeiterbeteiligungen. Die neue Rechtsform verspricht standardisierte Investmentverträge („EU-FAST“) und einheitliche Mitarbeiterbeteiligungen („EU-ESOP“). Das würde nicht nur internationalen Investoren den Einstieg erleichtern, sondern auch verhindern, dass erfolgreiche Scale-ups wie bisher nach Delaware abwandern.

Doch zwischen Ankündigung und Umsetzung liegen entscheidende Weichenstellungen. Die erste und wichtigste Frage: Verordnung oder Richtlinie? Andreas Klinger von der Initiative „EU Inc.“ übte mit 16.000 gesammelten Unterschriften Druck auf Brüssel aus und sieht den „politischen Willen zu Veränderung deutlich wahrnehmbar“. Aber er warnt: Eine Richtlinie würde von jedem Mitgliedstaat individuell umgesetzt – und führte wieder zu 27 verschiedenen Varianten. „Eine einheitliche Regelung über eine Regulation statt einer Direktive wäre ein zentraler Hebel, um Fragmentierung zu vermeiden und echte Skalierung in Europa zu ermöglichen“, betont Drüssler. Ohne direkt geltende Verordnung droht das Projekt zu scheitern, bevor es richtig beginnt.

Die zweite Hürde sind die Gewerkschaften, die massiv auf die Bremse treten. Der Europäische Gewerkschaftsbund und deutsche Vertreter warnen vor einem „Sozialdumping-Desaster“ und befürchten, dass Unternehmen nationale Mitbestimmungsrechte umgehen könnten. Ihre Sorge ist nicht unbegründet: Bereits heute umgehen fünf von sechs europäischen Aktiengesellschaften mit über 2.000 Mitarbeitern in Deutschland die paritätische Mitbestimmung. Die Gewerkschaften fürchten, dass die EU Inc. dieses Schlupfloch institutionalisiert. Gleichzeitig formiert sich Widerstand bei den Notarkammern, deren Gründungsmonopol auf dem Spiel steht.

Die dritte Herausforderung liegt in der Balance zwischen Geschwindigkeit und Missbrauchsschutz. Eine Gründung binnen 48 Stunden klingt attraktiv – aber was passiert mit Prüfungen zur Geldwäscheprävention? Kritiker warnen vor einer Welle von Briefkastenfirmen, wenn notwendige Kontrollen zu kurz kommen. Und dann ist da noch die Steuerfrage, die wie ein Schatten über dem Projekt liegt. Der aktuelle Vorschlag klammert sie aus, um die Souveränität der Mitgliedstaaten nicht zu verletzen. Doch ohne steuerliche Harmonisierung könnte die EU Inc. zur leeren Hülle werden – attraktiv auf dem Papier, aber praktisch zu uninteressant für Gründer.

Die kommenden Monate werden zeigen, ob aus der EU Inc. ein Game-Changer oder ein verwässerter Kompromiss wird. Bis 2027 oder 2028 könnte die erste EU Inc. gegründet werden, wenn der politische Prozess reibungslos verläuft. Die Verhandlungen zwischen Parlament, Rat und Kommission starten nach der Veröffentlichung des Vorschlags Mitte 2026, bis dahin müssen die Details ausgehandelt werden.

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CEO.News

Start-ups: Bessere Investitionsbedingungen fürs Wachstum

Deutschland, Frankreich und das Europäische Parlament wollen Start-ups in Europa bessere Wachstumsbedingungen bieten. Die deutsch-französische Initiative FIVE – Financing Innovative Ventures in Europe – zeigt, dass Europas Scale-ups in der Spätphase oft abwandern, weil Kapital fehlt. Schuld daran seien unter anderem die Rentenarchitektur, vorsichtige Anleger, regulatorische Hürden und ein fragmentierter Binnenmarkt.

Die Taskforce schlägt fünf konkrete Maßnahmen vor: Reformen der Zusatzrenten, öffentliche Kapitalinitiativen, Unterstützung innovativer Unternehmen, wettbewerbsfähige Börsenmärkte und das EU-weite „28. Regime“. Mehr dazu lesen Sie im Europe.Table. Corinna Visser

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Schneider: Nachhaltigkeit war wichtiges Thema in Davos

Die Themen Klimaschutz, Biodiversität, Resilienz und Kreislaufwirtschaft sind nach Meinung von Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos deutlich präsenter gewesen als angenommen. „Nach dem Thema Künstliche Intelligenz waren Nachhaltigkeitsfragen das Nummer-Zwei-Thema hier beim Weltwirtschaftsforum“, sagte Schneider zu Table.Briefings in Davos. Er habe er „eine Sehnsucht bei den Unternehmen nach Klarheit und Verlässlichkeit in der Politik“ wahrgenommen. „Es gibt die klare Erwartungshaltung an Deutschland, dass wir bei unserer Klima- und Nachhaltigkeitspolitik konsistent bleiben und die EU dabei mitziehen“, so Schneider.

Schneider war der erste deutsche Umweltminister, der das WEF besuchte. Er habe viele Gespräche, vor allem mit CEOs von Unternehmen, aber auch mit Vertretern von NGOs, Wissenschaft und Politik geführt, um deren Perspektiven kennenzulernen und sich zu vernetzen. Im 2026er WEF-Ranking der globalen Probleme waren Wetterextreme von Platz zwei auf Rang vier hinter geopolitische Spannungen, Fake News und gesellschaftliche Polarisierung abgerutscht. Bei den 10-Jahres-Risiken dagegen führten weiterhin die Themen Extremwetter. Verlust der Artenvielfalt und Veränderungen des Erdsystems die Liste der Sorgen an.

„Man darf die kurzfristige Aufregung nicht überbewerten“, so Schneider, „sondern cool bleiben und auf die Fakten schauen: Die CEOs folgen der langfristigen Marktlogik“. Jenseits der aktuellen Schlagzeilen sehe er einen klaren Pfad: „Es geht weltweit in die Richtung Erneuerbare, nicht Atom oder Fossile. Und die Unternehmen sehen klar die Auswirkungen von Biodiversität- und Wasserkrisen auf ihre wirtschaftliche Tätigkeit und Lieferketten.“ Europa sei gut präsent gewesen, es gehe jetzt aber darum, die politische und wirtschaftliche Stellung der EU in der Welt zu verteidigen: „Wir müssen eigenständig bleiben und unsere Stärken herausarbeiten“, so Schneider. Bernhard Pötter

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Automarkt: „Klarer Vorteil bei den deutschen Herstellern"

Steckt die deutsche Autoindustrie in China wirklich in der Krise – oder eröffnet sich gerade eine neue Chance? Auto-Expertin Beatrix Keim erklärt, warum Volkswagen, BMW und Mercedes trotz hartem Preiskampf und wachsender chinesischer Konkurrenz weiterhin Millionen Fahrzeuge verkaufen. Die deutschen Hersteller punkten mit Qualität, Erfahrung und starken Vertriebsnetzen, während Chinas Markt ab diesem Jahr neu geordnet wird: Fokus auf Effizienz, Profitabilität und nachhaltige Technologien. Viele kleinere Anbieter werden verschwinden.

Gleichzeitig treiben die Chinesen Innovationen bei Reichweite, Schnellladen, Plug-in-Hybriden und Wasserstoff voran. Auch in Europa bleiben deutsche Marken stark, während die aktuelle Diskussion über Mindestpreise für importierte E-Autos aus China die strategische Planung der Hersteller beeinflusst. Das ganze Interview lesen Sie im China.Table. Julia Fiedler

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CEO.Presseschau

WirtschaftsWoche

Jysk: Warum der dänische Händler in der stockenden Möbelbranche weiter zulegt

Trotz einer Krise in der Möbelbranche verzeichnet der dänische Händler Jysk kontinuierliches Wachstum und Umsatzrekorde. Der Erfolg basiert auf einer günstigen Preispolitik, einem starken Preis-Leistungs-Verhältnis und dem Konzept als Fachmarkt. Mit kleineren, modernisierten Filialen im skandinavischen Stil wird Jysk zunehmend zu einer Konkurrenz für Ikea, muss aber im Online-Handel noch aufholen.
Lebensmittel Zeitung

Deutschlandzentrale: Aldi Süd streicht Stellen in Mülheim

Aldi Süd streicht in seiner Deutschlandzentrale in Mülheim nach LZ-Informationen bis zu 500 Stellen, betroffen sind Buchhaltung, Personal und Einkauf. Der Discounter bestätigt den Vorgang. Der Abbau ist Teil der Zentralisierungsstrategie, bei der Aufgaben nach Salzburg verlagert und Prozesse international vereinheitlicht werden. Externe Dienstleister werden vermehrt eingebunden.
tagesschau.de

Marktbericht: BASF verfehlt die Erwartungen

Der Chemiekonzern BASF hat 2025 mit einem operativen Ergebnis von 6,6 Milliarden Euro die Erwartungen der Analysten und die eigene Prognose verfehlt. Gründe sind gesunkene Nachfrage, niedrigere Verkaufspreise und Währungseffekte. Der Branchenverband VCI rief die "Alarmstufe Rot" für die deutsche Chemieindustrie aus. Die BASF-Aktie gab daraufhin nach.
manager magazin

Volkswagen, Audi: Software-Allianz mit Rivian liefert nicht wie erwartet – Sorge vor Absturz

Die Softwareallianz von VW-Chef Oliver Blume mit dem US-Hersteller Rivian liefert weniger als erhofft. Die für E-Autos entwickelte Software weist erhebliche Mängel auf und für Verbrenner ist sie nicht vorgesehen. Insbesondere bei Audi wächst die Sorge vor einem Scheitern des Projekts, weshalb eine Taskforce die Lücke zum eigenen Qualitätsniveau analysieren und schließen soll.
The Economist

Eine neue Generation chinesischer Unternehmen expandiert weltweit

Anders als frühere Wellen setzen sie auf eine stärkere physische Präsenz im Ausland mit Läden und Fabriken. Angetrieben von der schwachen heimischen Konjunktur, lernen sie, Geschäftsmodelle anzupassen, lokal einzustellen und mit dem geopolitischen Misstrauen westlicher und chinesischer Regierungen umzugehen.
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CEO.Personnel

Lebensmittel Zeitung

Süßwaren: Storck-Geschäftsführer Sascha Gervers geht

Sascha Gervers, Geschäftsführer des Süßwarenherstellers Storck, verlässt das Unternehmen mit sofortiger Wirkung. Die Trennung vom 54-jährigen Top-Manager, der über 16 Jahre im Unternehmen war und zuletzt als Chief Commercial Officer fungierte, wurde von Inhaber Axel Oberwelland initiiert. Gervers galt als das Gesicht des Unternehmens nach außen.
NZZ

Beim weltgrössten Schokoladehersteller kommt es zu einem abrupten Chefwechsel

Beim Schokoladenhersteller Barry Callebaut übernimmt Hein Schumacher den CEO-Posten von Peter Feld. Schumacher war zuvor CEO von Unilever, einem der grössten Konsumgüterhersteller der Welt und ein wichtiger Kunde von Barry Callebaut.
Schwäbische Zeitung

Wechsel in der Chefetage: CEO und COO verlassen Rentschler

Bei Rentschler Biopharma SE in Laupheim verlassen CEO Benedikt von Braunmühl und COO Christiane Bardroff das Unternehmen. Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Uwe Bücheler übernimmt interimistisch die Geschäftsführung. Die Neuaufstellung erfolgt zum Start einer neuen Strategiephase, die das langfristige Wachstum und die nachhaltige Wertschöpfung weiter stärken soll.
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CEO.Finance

Was bewirkt Donald Trump mit seiner disruptiven Zollpolitik?

Trumps Zollpolitik knüpft an eine lange Tradition an, in der Zölle als Machtinstrument genutzt wurden – von Napoleon bis Bismarck. Er setzt internationale Partner unter Druck, um politische Ziele mit wirtschaftlichen Mitteln durchzusetzen.

Donald Trump wollte unbedingt Grönland haben. Eine militärische Grönland-Expedition von acht europäischen Ländern löste neue Zolldrohungen aus. Wie beim ersten Zollschock am 2. April 2025 erschütterte das die Weltfinanzmärkte – bis Trump nach dem Prinzip „Trump always chickens out“ wieder zurückgerudert ist. Trump hat gesagt, dass „Zölle“ eines seiner Lieblingswörter sei, weil sie die USA steinreich machen würden. Was bewirken Zölle und was bewirkt Trump mit seiner disruptiven Zollpolitik?

Zölle sollten ursprünglich Staatsausgaben finanzieren – schon 3000 vor Christus in Mesopotamien. Im Mittelalter waren Weg-, Brücken- und Marktzölle ein Privileg von Kaisern, Fürsten und Bischöfen, die mit den Einnahmen ihre Macht sicherten.

Im merkantilistischen Frankreich wollte Ludwig XIV. mit Zöllen den Zufluss von Gold und damit seine politische Macht maximieren. Napoleon wollte mit der Kontinentalsperre (1806–1814) das Vereinigte Königreich wirtschaftlich in die Knie zwingen, weil es ihm militärisch nicht gelang.

Im 19. Jahrhundert sollten Zölle junge Industrien gegen ausländische Konkurrenz voranbringen – so auch Fürst Bismarcks Schutzzölle für Eisen und Stahl. In der Weltwirtschaftskrise wollte US-Präsident Herbert Hoover mit massiven Zöllen Arbeitsplätze schützen. Über 1.000 Ökonomen warnten vergeblich vor dem Gesetz.

Denn nach David Ricardo (1772–1823) bringen nicht Zölle, sondern freier Handel Wachstum und Wohlstand, weil sich jedes Land auf das spezialisiert, was es vergleichsweise am besten kann. Weil der Wettbewerb zwischen den Unternehmen wächst, sinken die Preise. Die Konsumenten freuen sich auch, weil es mehr Wahlmöglichkeiten gibt. Nach dem Zweiten Weltkrieg brachten das Allgemeine Zoll- und Handelsabkommen GATT und der europäische Integrationsprozess der westlichen Welt mit dem Freihandel beeindruckende Wohlstandsgewinne und politische Stabilität.

Donald Trump nutzt Zölle wie Napoleon und Ludwig XIV. als geopolitisches Machtinstrument. Mexiko und Kanada haben eingelenkt, um Migration und Drogenhandel einzudämmen. Indien und China importieren aus Angst vor US-Zöllen weniger russisches Öl. Wie deutsche Fürsten und Bischöfe füllt er mit Zöllen die Staatskasse. Geschätzt 250 bis 300 Milliarden Dollar pro Jahr wirken dem chronischen US-Zwillingsdefizit bei Staatshaushalt und Leistungsbilanz entgegen. Wie Fürst Bismarck will Donald Trump mit Zöllen die US-amerikanische Industrie unterstützen. Das beglückt seine Wähler – auch wenn die US-Industrien nicht jung, sondern alt sind.

Damit fällt das Urteil zur Trumpschen Zollpolitik gemischt aus. Zölle sind aus Freihandelssicht unverzeihlich und beleben die alten US-Industrien nicht. Im Falle der konsumsüchtigen USA tragen sie aber zur Reduzierung des kritischen Haushaltsdefizits bei.

Der Rest der Welt hat besonnen dafür gesorgt, dass eine verheerende Eskalation des Zollstreits wie im Zuge der Weltwirtschaftskrise ausgeblieben ist. Dass sich Europa in der Grönland-Krise den Zolldrohungen nicht gebeugt hat, hat vielleicht sogar bewirkt, dass der hitzköpfige Trump in Zukunft etwas zurückhaltender ist. Dann hätte Europa auch einen wichtigen Beitrag zur Stabilität der internationalen Finanzmärkte geleistet.

Gunther Schnabl ist Professor für Volkswirtschaftslehre und Direktor des Thinktanks Flossbach von Storch Research Institute. In seiner Kolumne beleuchtet er regelmäßig Themen rund um die internationalen Finanzmärkte.

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Grafik der Woche

Die Ideen von US-Präsident Trump zur Übernahme Grönlands sind voller Widersprüche. Öl- und Gasförderung sind schwierig, der Abbau Seltener Erden teuer und Chinas sowie Russlands Einfluss begrenzt. Gleichzeitig verändert sich die Arktis dramatisch: Schmelzendes Eis, tauender Permafrost und extreme Wetterbedingungen bedrohen Umwelt, Infrastruktur und die Lebensweise der indigenen Bevölkerung. Das vermeintlich große wirtschaftliche und strategische Potenzial Grönlands entpuppt sich als begrenzt - und zeigt die Spannungen zwischen Klimakrise, geopolitischem Interesse und ökonomischer Machbarkeit. Die ganze Analyse lesen Sie im Europe.Table.

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CEO.Picks

KI macht Corporate Venture Building deutlich erfolgreicher

Corporate Ventures sind für viele Konzerne fester Bestandteil ihrer Innovations- und Wachstumsstrategie. Eine aktuelle McKinsey-Studie zeigt: Analog zu Seriengründern entwickelt sich eine erfolgreiche globale Spitzengruppe an Serien-„Venture Builders“ unter den Corporates. Deren Erfolgsstrategie wird durch Einsatz von Künstlicher Intelligenz entlang des gesamten „Venture Building“-Prozesses verstärkt.

Der durchschnittliche Investitionsbedarf bis zum Break-even-Point eines „New Venture“ ist durch den Einsatz von KI bereits von 125 auf 77 Millionen US-Dollar gesunken. Noch deutlicher wird der Effekt bei den erzielten Umsätzen: Wenn KI in anspruchsvollen Aufgaben des Venture Buildings genutzt wird, etwa bei der Bewertung von Geschäftsmodellen, der Priorisierung von Use Cases, der Planung des Markteintritts oder dem Aufbau von Vertriebspfaden, vervierfachen sich die Umsätze gegenüber Unternehmen, die ohne sie arbeiten. Künstliche Intelligenz sogt nicht nur für Effizienz, sondern sie verbessert auch kritische Entscheidungen im Innovationsprozess. Ein weiterer Vorteil des Einsatzes von KI: Die Skalierbarkeit des „Venture Buildings“ steigt und erlaubt es Venture Teams, mehrere parallele Ventures zu steuern, ohne dass Ressourcen proportional wachsen müssen.

Für CEOs ergibt sich daraus eine klare Schlussfolgerung: KI ist nicht nur ein entscheidender Faktor für innovative Produkte und Services, sondern führt zur signifikanten Steigerung von Effektivität und Effizienz von Innovationsprozessen. Dabei profitieren insbesondere jene Unternehmen von der Potenzierung und Skalierung durch KI, die durch ausgeprägte „Venture Building“-Aktivitäten eine eigene, tiefe Expertise in diesem Bereich aufbauen können.

Der Pick stammt von Thorsten Lambertus, Managing Director des DEEP – Institut für Deep Tech Innovation an der ESMT Berlin. Die CEO.Picks sind eine Kooperation zwischen der ESMT und Table.Briefings.

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CEO.Success

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Orafol: Ostdeutscher Hidden Champion investiert 150 Millionen Euro in Brandenburg

Aus Oranienburg in die weite Welt: Der Folienhersteller Orafol zählt zu den Top-Familienunternehmen Deutschlands. Durch Zukäufe ist die Gruppe inzwischen weltweit aktiv, misst sich international mit Wettbewerbern wie 3M und Avery Dennison und erzielte 2025 einen Umsatz von 868 Millionen Euro. Und die Gruppe will weiter wachsen: Geplant sind bis 2027 Investitionen in Höhe von 150 Millionen Euro allein in den Ausbau des Stammsitzes in Oranienburg.

CEO des Familienunternehmens ist Holger Loclair. Er ist ein echtes Urgestein: Der Mecklenburger arbeitet seit 49 Jahren im Betrieb. 1977 begann er im damaligen VEB Spezialfarben Oranienburg, einem staatlichen DDR‑Betrieb, aus dem später Orafol hervorging, seine Laufbahn. Seit 1987 leitet er das Werk.

Loclair wünscht sich von der Politik keine Subventionen, sondern nur verlässliche Rahmenbedingungen: „Wir benötigen keine Förderung. Wir haben die Mittel und die Ideen, um aus eigener Kraft langfristig zu wachsen. Was wir an der Schnittstelle zur Brandenburger Landespolitik brauchen, ist die Sicherheit, dass wir in die gleiche Richtung blicken“, sagt Loclair.

Technologisch deckt Orafol ein breites Spektrum der Kunststoffherstellung und -veredelung sowie des industriellen Klebens ab. Zu den Kernbereichen gehören Spezialfolien und ‑materialien, grafische Produkte, retroreflektierende Materialien, Hochleistungsfilme, Klebebandsysteme sowie optische Mikrostrukturen und präzise Spezialwerkzeuge.

Die Produkte von Orafol kommen weltweit in sicherheits- und industriekritischen Bereichen zum Einsatz. Dazu zählen Folien für Flugzeuge, Schiffe und Fahrzeuge, Autobahn- und Verkehrsschilder, Baustellenmarkierungen und reflektierende Nummernschilder. Hinzu kommen lichtleitende Elemente für Sensoren und Displays sowie Sicherheitsfolien für Reisepässe.

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