Berlin.Table – Ausgabe 788

AfD-Streit über Außenpolitik + Offenbar Steuerreform in der Planung + EU-Gipfel

Teilen
Kopiert!

ANZEIGE

Schneckentempo bremst die Wirtschaft aus. JETZT den Turbo zünden für wirksame Entlastungen und Reformen! VCI Verband der chemischen Industrie e.V.

Talk of the Town

Trump, Putin, Straße von Hormus: Die Außenpolitik wird für die AfD zu einem großen Problem

Die AfD streitet über nichts so sehr wie über Geopolitik. Kein Vetternwirtschaftsskandal, kein Umsturzplan ihrer Mitglieder, kein NS-verherrlichendes Zitat erregt die Gemüter in der Partei auch nur annähernd so sehr wie die Fragen: Russland oder USA? Militärische Partnerschaft oder Frieden um jeden Preis? Radikale Islamgegnerschaft und konsequente Netanjahu-Nähe oder Kritik am Vorgehen Israels? Oder auch: Einsatz an der Straße von Hormus – oder doch nicht?

In diesen Tagen trägt die Partei ihre Spaltung besonders offen aus. Am Mittwoch forderte Hannes Gnauck, prominenter AfD-Außenpolitiker und Mitglied im Bundesvorstand, via X, dass Deutschland die Straße von Hormus mit eigenem Militär schützen soll. Nach Informationen von Table.Briefings entspricht seine Meinung weitgehend der des Arbeitskreises Außen und fast einhellig der des Arbeitskreises Verteidigung in der Bundestagsfraktion. Es heißt sogar, dass seine Äußerung mit anderen abgestimmt gewesen sei. Einziges Problem: Sie widerspricht der Stimmung in weiten Teilen der Partei – und den Ansichten des Spitzenduos Alice Weidel und Tino Chrupalla.

Kaum eine Stunde nach Veröffentlichung löschte Gnauck seinen Tweet. Nach Informationen von Table.Briefings gab es eine klare Anweisung von ganz oben, ihn zu löschen. Und das, obwohl eigentlich sogar eine Pressemitteilung daraus gemacht werden sollte. Doch tags zuvor hatte sich Weidel zu Donald Trumps Forderung nach Unterstützung noch ganz anders geäußert. Die AfD-Chefin bezeichnete sein Vorgehen als „konzeptlos“ und die Vorstellung, dass Deutschland militärische Unterstützung leisten könnte, als „ziemlich abenteuerlich“. Co-Chef Chrupalla hatte Trumps Iran-Angriff schon in der Vorwoche bei Markus Lanz heftig kritisiert.

Dem steht entgegen, dass Beatrix von Storch und viele weitere Außenpolitiker daran arbeiten, die Beziehungen zur Trump-Administration zu vertiefen. AK-Außen-Chef Markus Frohnmaier ließ gar den Wahlkampfhöhepunkt in Baden-Württemberg sausen, um sich in Washington mit MAGA-Leuten zu treffen; obwohl er der Spitzenkandidat für die Landtagswahl war. An der Basis der AfD dagegen sieht man es kritisch, dass Trump neue Kriege anfängt, statt seinem Wahlversprechen nachzukommen und alte zu beenden. Weidel sieht es ähnlich. Und Chrupalla fühlt sich dem Vernehmen nach in seiner Russland-Sympathie und USA-Skepsis bestätigt.

Der öffentlich gewordene Konflikt um den Iran-Krieg ist keine Ausnahme, sondern nur das neueste Beispiel für die Uneinigkeit in außenpolitischen Fragen. Nicht zu Grönland, nicht zu Venezuela, nicht nach dem 7. Oktober 2023 und dem Angriff der Hamas auf Israel fand die Partei eine gemeinsame Linie. Und das, obwohl sie als Oppositionspartei nicht einmal dazu gezwungen gewesen wäre, sich außenpolitisch besonders konkret festzulegen. Trotzdem brechen immer wieder Gräben auf. Was zeigt, wie brüchig die behauptete Geschlossenheit tatsächlich ist.

Die Konflikte um die Außenpolitik haben das Potenzial, den Graben in der Partei noch weiter zu vertiefen. In Bundesvorstandskreisen wundert es manchen, dass es auf höchster Ebene bisher nur geknirscht und nicht offen gekracht hat. Mit dem Auswechseln des früheren AK-Außen-Chefs Matthias Moosdorf hatte man sich eine Vereinheitlichung der Außenpolitik erhofft. Dessen Russland-Nähe war all jenen ein Dorn im Auge, die eine transatlantische Ausrichtung der AfD fordern. Die wiederum hätten die Rolle der AfD in den USA kolossal überschätzt, heißt es von ihren Kritikern. Die Trump-Administration verfolge interessiert und sehr gut informiert die Vorgänge in Deutschland. Doch die AfD bleibe Oppositionspartei und Friedrich Merz als Partner für Trump relevanter, als es von Storch und andere gehofft haben. Eine neuerliche Wende hin zu Wladimir Putin ist zwar – noch – nicht abzusehen. Ein Ende der parteiinternen Streitigkeiten ist es freilich auch nicht.

Teilen
Kopiert!

News

Wahl in Rheinland-Pfalz: Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPD und CDU. Die aktuelle Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen für die Landtagswahl am Sonntag zeigt, dass der Abstand zwischen CDU und SPD gleichgeblieben ist. Die SPD von Ministerpräsident Alexander Schweitzer kommt auf 27 Prozent (26 vor einer Woche). Die CDU von Herausforderer Gordon Schnieder konnte im Vergleich zur Umfrage vor einer Woche ebenfalls einen Punkt auf 29 Prozent zulegen. Sowohl für die CDU als auch für die SPD bleibt es eine Zitterpartie. So oder so: Das Ergebnis der Landtagswahl dürfte Auswirkungen auf die Arbeit der Koalition in Berlin haben. Laura Block

Teilen
Kopiert!

POLITISCHE ANZEIGE

Es ist Zeit, dass sich Innovationen in Europa lohnen. vfa. Die forschenden Pharma-Unternehmen.

Denn: Innovationen sind Europas beste Antwort.
Wir brauchen einen schnellen, einheitlichen und regelbasierten Marktzugang in Europa. Mit einem zukunftsfähigen AMNOG wird Deutschland Vorreiter sein. Machen wir uns bereit – am Pharmastandort EU und Deutschland.
Mehr beim vfa erfahren.

- Sponsor: Verband Forschender Arzneimittelhersteller e. V.
- Im Zusammenhang mit: EU Pharmapaket (COM 2023/193), BIOTECH (COM 2025/1022), Pharma- und Medizintechnik-Dialog; EU / Deutschland, national

Transparenzbekanntmachung

Entlastung unten, keine Belastung oben: Koalition bereitet offenbar Steuerreform vor. Führende Mitglieder der Bundesregierung beraten intensiv über eine Steuerreform, die die breite Mitte der Arbeitnehmer entlasten soll, aber dafür am oberen Ende der Einkommensbezieher der Spitzensteuersatz von bisher 42 Prozent angehoben werden soll. Dazu haben sich der finanzpolitische Berater des Bundeskanzlers, Levin Holle, und die beiden Finanz-Staatssekretäre Björn Böhning und Rolf Bösinger getroffen.

Ein wichtiger Konsens zwischen Kanzleramt und Vizekanzleramt soll dabei besonders helfen. So soll eine Rechtsverschiebung des Einkommensteuertarifes dafür sorgen, dass Facharbeiter nicht so früh in den Spitzensteuersatz rutschen. Zugleich könnte der bisherige Solidaritätsbeitrag in das Einkommensteuerrecht integriert werden und die Spitzenverdiener durch eine Anhebung des Spitzensteuersatzes auf 44 oder 45 Prozent (und 47 oder 48 Prozent bei der Reichensteuer) belastet werden. Die automatische Steuersenkung auch für Spitzenverdiener in einem linear-progressiven Tarif würde dann ganz oben durch den höheren Grenzsteuersatz kompensiert. Die Durchschnittssteuerbelastung werde so auch für Spitzenverdiener gleich bleiben, sagt einer, der an den Verhandlungen beteiligt ist.

Dies sei als möglicher Kompromiss zwischen Union und SPD denkbar, heißt es in der Regierung. Denn die SPD könne auf eine Entlastung der unteren und mittleren Einkommen verweisen, die Union müsse aber trotzdem ihrer Klientel keine Steuererhöhung verkaufen. Die inhabergeführten mittelständischen Unternehmen, für die bisher der Spitzensteuersatz in der Einkommensteuer gilt, sollen vereinfacht wechseln und sich wie Kapitalunternehmen besteuern lassen können. Damit könne auch eine Belastung für den Mittelstand vermieden werden, heißt es. Als Entlastungsvolumen gelten in der Koalition 10 bis 20 Milliarden Euro pro Jahr als realistisch. Wie diese aber finanziert werden sollen, ist offen. Michael Bröcker

Teilen
Kopiert!

ANZEIGE

Hohe Abgabenlast bremst Arbeitsanreize aus. Der Jahresbericht des Bundeswirtschaftsministeriums vermerkt eine im internationalen Vergleich hohe Steuer- und Abgabenlast. Wie stark die Lohnzusatzkosten die Unternehmen hierzulande tatsächlich belasten, zeigen aktuelle Umfragen: So bereiten die steigenden Sozialabgaben rund 87 Prozent der Betriebe „große Sorgen“. (mehr auf pkv.de)

Haushaltslücke: Ministerien tun sich schwer beim Sparen. Finanzminister Lars Klingbeil hat für die Aufstellung des Haushalts 2027 alle Ressorts zu Einsparungen aufgerufen – jedes Ministerium ein Prozent. Nun sträuben sich Kabinettsmitglieder offenbar gegen die Sparvorgaben. So soll in einer Unionsrunde, die am Mittwoch vor der Kabinettssitzung stattfand, geklagt worden sein, dass Einsparmaßnahmen kaum möglich und viele der Ausgaben gebunden seien. Sogar nach Ausnahmemöglichkeiten soll gefragt worden sein. Auch für die SPD-geführten Ministerin könnte es hakelig werden. So dürfte das BMAS zwar durch die Anpassungen bei der Grundsicherung Einsparungen anpeilen, unterliegt ansonsten aber gesetzlichen Verpflichtungen, was das Einsparen schwierig gestaltet. Im April sollen die Eckpunkte für den Haushalt vorgelegt werden. Bis dahin muss jedes Haus beim Finanzministerium angeben, wo konkret gespart werden kann. Öffentlich sind bislang nur die Sparpläne des Bundesinnenministeriums bekannt. Wie Table.Briefings erfuhr, soll auch das Umweltministerium bereits einen Sparplan eingereicht haben. Laura Block, Sara Sievert

Teilen
Kopiert!

EU-Gipfel: ETS-Debatte trotz mäßiger Auswirkung auf Energiepreise. Um die Energiepreise zu senken, diskutieren die Staats- und Regierungschefs der EU in Brüssel auch darüber, wie das europäische CO2-Bepreisungssystem überarbeitet werden kann. Länder wie Polen, Tschechien und Österreich fordern eine Überarbeitung. Friedrich Merz spricht sich zwar auch für kleinere Anpassungen aus, will aber an der wesentlichen Funktionsweise des Preissignals durch einen Zertifikatehandel festhalten. Ohnehin seien die aktuellen Energiepreise nicht primär Folge des Emissionshandels und ließen sich durch Eingriffe in das System auch nicht nachhaltig senken, warnt ETS-Experte Bernd Weber vom Thinktank Epico. „Hohe Energiepreise sind vor allem Ausdruck anhaltend hoher Kosten fossiler Energieträger.“ Wie die Staats- und Regierungschefs die Energiepreise senken und die Wettbewerbsfähigkeit Europas stärken wollen, lesen Sie ab 5 Uhr im Europe.Table. Lukas Knigge

Teilen
Kopiert!

Darlehen für die Ukraine: Nächster Anlauf nach der Wahl in Ungarn. Die Staats- und Regierungschefs der EU wollen erst nach der Wahl in Ungarn am 12. April wieder versuchen, die Zustimmung des Landes für das 90-Milliarden-Euro-Darlehen für die Ukraine zu bekommen. Am Donnerstag konnten sie Viktor Orbán beim Gipfel in Brüssel nicht von seiner Blockadehaltung abbringen. Der ungarische Ministerpräsident, der in Umfragen hinter seinem Herausforderer Péter Magyar zurückliegt, will der Finanzhilfe für die Ukraine erst zustimmen, wenn er wieder russisches Öl aus der Druschba-Pipeline erhält. Diese ist nach Darstellung der Regierung in Kyjiw durch Raketenbeschuss beschädigt. Orbán behauptet dagegen, die Ukraine blockiere die Pipeline.

Möglicherweise benötigt die Ukraine erst später als erwartet Mittel aus dem Darlehen. Ursprünglich war die Rede davon, dass der Regierung in Kyjiw Anfang April das Geld für Haushalt und Verteidigung ausgehen würde. Nun gehen Diplomaten davon aus, dass das Geld bis Ende April oder Mitte Mai reichen könnte. Zur Entspannung beigetragen hat der IWF, der im Februar eine erste Tranche aus einem Kredit von 8,1 Milliarden Dollar für Haushaltshilfen freigegeben hat.

In Brüssel wurde Orbán in einer 90-minütigen Konfrontation laut Diplomaten so hart angegangen wie noch nie zuvor bei einem Gipfel. Orbán stelle mit seiner Blockade Entscheidungsprozesse und Struktur der EU infrage, soll Ratspräsident António Costa erklärt haben. Orbán trete die Pflicht zur loyalen Zusammenarbeit mit den Füßen. Weshalb Orbán seine Blockade nicht aufgibt, lesen Sie im Europe.Table. Stephan Israel

Teilen
Kopiert!

Linke: Berliner Spitzenkandidatin kritisiert Nahost-Beschluss. In der Debatte um die Haltung der Linkspartei zum Nahostkonflikt hat die Berliner Spitzenkandidatin Elif Eralp deutliche Kritik an ihren Parteikollegen geübt. Den in Niedersachsen verabschiedeten Nahost-Antrag bezeichnete sie als „problematisch“ und „falsch“. Zwar seien das Leid in Gaza und die Besetzung im Westjordanland Realität, doch lasse der Antrag das „grausame Massaker der Hamas an 1.200 Menschen völlig aus“, sagte Eralp Table.Briefings. Dies erwecke den Eindruck, als würde die Existenzberechtigung Israels infrage gestellt.

Die Politikerin betonte, dass das Selbstbestimmungsrecht von Jüdinnen und Juden sowie das Existenzrecht Israels gerade vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte „nicht verhandelbar“ seien. Zuvor hatte Parteichefin Ines Schwerdtner bei Markus Lanz zwar den Antrag kritisiert, ihn aber nicht als antisemitisch bewertet. Leonard Schulz

Teilen
Kopiert!

Digitale Gewalt: Hubig kündigt gesetzliche Verschärfungen an. Justizministerin Stefanie Hubig will in Sachen digitaler Gewalt das Strafrecht anpassen. „Ich werde schon bald einen Vorschlag für ein Gesetz vorlegen“, sagte Hubig Table.Briefings. Die Ankündigung fällt zeitlich zusammen mit der Geschichte von Collien Fernandes. Die Schauspielerin beschreibt im Spiegel, wie ihr Ex-Mann, der Schauspieler Christian Ulmen, über Jahre hinweg ohne ihr Wissen und unter ihrem Namen Profile angelegt und pornografische Inhalte geteilt habe, die den Anschein erweckten, es handle sich um Fernandes.

Hubig will es Betroffenen zudem leichter machen, selbst gegen die Verletzung ihrer Rechte im Netz vorzugehen. Im Augenblick hinke das Recht der technologischen Entwicklung hinterher, so Hubig. Allerdings sei der Kampf gegen digitale Gewalt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. „Wenn Frauen im Netz erniedrigt oder beleidigt werden, dann müssen wir alle – und das heißt gerade auch Männer – widersprechen.“ Laura Block

Teilen
Kopiert!

Umweltdelikte: Empfindliche Strafen für Unternehmen geplant. Das Kabinett befasst sich voraussichtlich kommende Woche mit dem Umweltstrafrecht. Es muss eine EU-Richtlinie umsetzen, die eine einheitliche Verfolgung von Delikten ermöglichen soll – und sie plant eine deutliche Verschärfung. Unternehmen und ihren Leitungsverantwortlichen drohen deutlich höhere Geld- und Haftstrafen als bisher. Wie Umweltschützer und Wirtschaftsverbände den Gesetzentwurf beurteilen, lesen Sie im ESG.Table. Marc Winkelmann

Teilen
Kopiert!

Rüstungsgipfel: Dialog wird um die Ukraine erweitert. Beim dritten Treffen der Reihe „Industrie im Dialog für Sicherheit“ im Sommer 2026 soll es um Joint-Ventures und Investitionsmöglichkeiten in der Ukraine gehen. Das sagte Boris Pistorius nach dem Rüstungsgipfel am Donnerstag. Pistorius, Katherina Reiche und BDI-Präsident Peter Leibinger sprachen mit der Industrie zudem über kritische Rohstoffe und die Finanzierung von Start-ups. Welche Kritik es am Rüstungsgipfel gab und vor welchen Hürden zivile Unternehmen stehen, die in die Rüstungsindustrie wollen, lesen Sie im Security.Table. Katharina Horban, Robert Wallenhauer

Teilen
Kopiert!

Globale Energiewende: Was Ammoniak damit zu tun hat. Ammoniak entwickelt sich zunehmend zu einem Schlüsselbaustein der globalen Energiewende. Besonders dynamisch gestaltet sich der Markt in Asien. In China setzt die Führung im aktuellen Fünfjahresplan gezielt auf Wasserstoff und Ammoniak, um die Abhängigkeit von Energieimporten zu reduzieren. In Japan wird der Energieträger bereits in Kohlekraftwerken beigemischt. Südkorea treibt die Nutzung im Verkehrssektor voran. Für deutsche Anbieter wird der Markt zum nächsten strategischen Spielfeld. Warum sich Handelshemmnisse wie der europäische CO₂-Grenzausgleich dabei als Vor- und Nachteil erweisen könnten, lesen Sie im China.Table. Christian Domke Seidel

Teilen
Kopiert!

Table.Today Podcast

Table.Today. "Wie viel Zeit bleibt der Bundeswehr? Mit General Sandrart."

Die Wiedereinführung der Wehrpflicht ist eines der großen Streitthemen innerhalb der Gesellschaft und der Koalition. Am Ende haben sich Union und SPD auf ein Modell geeinigt, das zunächst auf Freiwilligkeit setzt. Mit diesem Kompromiss ist der Generalleutnant a.D. des Heeres, Jürgen-Joachim von Sandrart, überhaupt nicht zufrieden. Er sagt: „Das, was jetzt entschieden worden ist, ist nach meiner Bewertung eine Ohrfeige für unsere Gesellschaft.“ Mit diesem Kompromiss entstehe kein Wir-Gefühl, man habe sich wieder einmal nach einer Minderheit in der SPD gerichtet. Der General a. D. betont, dass Deutschland von den Großmächten USA und China weder als wirtschaftlich stark noch als verteidigungsfähig wahrgenommen werde. „Das müssen wir korrigieren. Dafür haben wir nicht viel Zeit. Wir haben keine fünf Jahre Zeit“, so der ehemalige kommandierende General des Multinationalen Korps Nord-Ost. Das Gespräch hören Sie ab 5 Uhr hier. Florian Fischer

Teilen
Kopiert!

Table.Documents

Erklärung europäischer Staats- und Regierungschefs zur Situation in der Straße von Hormus

Tagesordnung der Verkehrsministerkonferenz am 25. und 26. März

Analyse des Zentrums für Digitalrechte und Demokratie zu Behördenkommunikation auf X

Antworten auf Kleine Anfragen: Asylentscheidungen des Bamf, Gewaltdelikte am Hauptbahnhof Berlin

Analyse und Argumente der KAS zu mehr KI für Verteidigung und Resilienz

Analyse der Rosa-Luxemburg-Stiftung zu Sachsen-Anhalt: Rechte Mehrheiten verhindern – aber wie?

Bericht der Berliner Antikorruptionsbeauftragten zur Fördermittelaffäre

Teilen
Kopiert!

ANZEIGE

Marc Spieker, COO – Commercial bei der E.ON SE, darüber, wie wichtig Energieeffizienz für eine bezahlbare Energiewende ist. Table.Forum

Heads

Gordon Hoffmann ist neuer Bildungsminister in Brandenburg. Dass es der CDU-Politiker dazu bringen würde, hätte er selbst vor 30 Jahren nicht geglaubt. Denn bis er zur Bundeswehr ging, verlief sein Bildungsweg alles andere als geradlinig. Was den heute 47-Jährigen umdenken ließ, was er an der Arbeit seiner Vorgänger von der SPD schätzt und welche Ziele er in seiner Amtszeit verfolgen will, lesen Sie im Bildung.Table. Malte Neumann

Kerstin von der Decken, CDU-Gesundheitsministerin in Schleswig-Holstein, plädiert für eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke. Am Freitag will die schwarz-grüne Landesregierung eine entsprechende Initiative in den Bundesrat einbringen. Ziel seien dabei nicht zusätzliche Einnahmen, schreibt von der Decken in einem Gastbeitrag für Table.Briefings. „Vielmehr sollen Hersteller einen klaren Anreiz erhalten, den Zuckergehalt ihrer Produkte zu senken, um einen höheren Preis zu vermeiden.“ Warum es ihrer Ansicht nach notwendig ist, gesundheitsschädliche Fehlanreize zu korrigieren, statt immer mehr Geld ins Gesundheitssystem zu leiten, lesen Sie im Agrifood.Table. Frederik Bombosch

Bettina Peters ist stellvertretende Leiterin des Forschungsbereichs Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik am ZEW und eines von 13 Mitgliedern der Kommission des Bundestags zur „Überprüfung der sicherheitsrelevanten Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und China“. Das Gremium hat am Donnerstag seine Arbeit aufgenommen. Die Kommission soll jährlich Handlungsempfehlungen vorlegen und halbjährlich den Wirtschaftsausschuss über den Stand ihrer Arbeit informieren. Wer noch in der Kommission ist, lesen Sie im China.Table. Angela Köckritz

Lutz Schäffer wurde am Donnerstag zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden der AOK für die Versichertenseite gewählt. Schäffer ist seit 2020 Mitglied des AOK-Aufsichtsrats und seit 2021 Vorsitzender des Verwaltungsrats der AOK Nordwest, dem er seit 2015 angehört. Er wird sich den Vorsitz im Wechsel mit Susanne Wagenmann von der Arbeitgeberseite teilen. Schäffers Vorgänger, Knut Lambertin, wechselt Anfang Mai zur Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE). Magdalena Latz

Teilen
Kopiert!

Best of Table

Security.Table: Hilfe für Golfstaaten gegen Angriffe aus dem Iran. Während Deutschland und weitere Partnerstaaten in einer Erklärung eine politische Lösung für den Iran-Krieg fordern, berichten deutsche Rüstungsbauer von steigenden Nachfragen nach ihren Luftverteidigungssystemen aus der betroffenen Region. Wer sich in Stellung bringt, um den dringenden Bedarf an Abwehrwaffen zu decken, lesen Sie hier.

Security.Table: FCAS-Entscheidung soll im April fallen. Dann soll politisch geklärt werden, wie es mit dem wichtigsten europäischen Rüstungsprojekt, dem Future Combat Air System, weitergehen soll: Frankreich hält an der Ein-Jet-Version bei FCAS fest, doch es gibt Hinweise, dass es anders kommt. Welche Entwicklung wahrscheinlicher ist, lesen Sie hier.

Agrifood.Table: Wie der Bundestag Krankenhausessen verbessern will. Kliniken sollen verpflichtet werden, sich besser um die Ernährung ihrer Patienten zu kümmern. Der Beschluss des Bundestags könnte weitreichende Folgen für die Einrichtungen sowie für Caterer haben. Welche das sind, lesen Sie hier.

Agrifood.Table: Wege aus der Wein-Krise. Am Sonntag wird in Rheinland-Pfalz gewählt. Doch der für das Land wichtige Weinbau steckt in der Krise. Was die Winzer fordern und warum Weintourismus eine Lösung sein könnte, lesen Sie hier.

Bildung.Table: Wie das Startchancen-Programm läuft. Seit August 2024 läuft das bisher größte Bildungsprogramm in der deutschen Geschichte. Die Aufbauphase ist weitestgehend abgeschlossen. Welche Strukturen geschaffen wurden und wie sie miteinander verzahnt sind, lesen Sie hier.

Bildung.Table. Kritik am Infoportal „Make it in Germany“. Das Portal soll ausländische Fachkräfte informieren und anwerben. Es soll nun für mindestens drei Jahre weiterbetrieben werden. Warum es Kritik an der bisherigen Strategie zur Gewinnung von Reichweite gibt, lesen Sie hier.

Africa.Table: Iran-Krieg bedroht wirtschaftliche Erholung in Nigeria. Die nigerianische Regierung blickt nervös auf den Konflikt im Nahen Osten. Der Krieg könnte die leicht positive wirtschaftliche Entwicklung des Landes zunichte machen. Welche Auswirkungen schon jetzt spürbar sind, lesen Sie hier.

Europe.Table: Italiens umstrittene Justizreform. Die Italiener stimmen in den nächsten Tagen darüber ab, wie künftig Richter und Staatsanwälte ernannt werden. Warum Kritiker darin einen Angriff auf die Gewaltenteilung sehen, lesen Sie hier.

China.Table: Systematische Zensur von Medien. In China werden auch Wirtschaftsnachrichten systematisch zensiert. Das wird zum Problem für chinesische Unternehmen. Wie sie trotzdem an verlässliche Informationen kommen, lesen Sie hier.

ESG.Table: Warum der EU-Innovationsfonds seine Ziele verfehlt. Die EU-Kommission lenkt Einnahmen aus dem Emissionshandel in neue Clean-Tech-Projekte. 40 Milliarden Euro stehen bis 2030 zur Verfügung. Der Rechnungshof kommt nun aber zu einem ernüchternden Zwischenergebnis. Woran die Förderung hakt, lesen Sie hier.

Teilen
Kopiert!

Time.Table

20. März

Landwirtschaft: Vorletzter Tag der Frühjahrs-Agrarministerkonferenz mit Begrüßung durch die Vorsitzende der Agrarministerkonferenz, Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber. Bad Reichenhall, 14 Uhr. Weitere Informationen

Justiz: Stefanie Hubig hält ein Grußwort beim Deutschen Erbrechtstag. Berlin, 9 Uhr. Weitere Informationen

Außenpolitik: Julia Klöckner empfängt den albanischen Parlamentspräsidenten Niko Peleshi. Berlin, 11:30 Uhr

Umwelt: Hybrid-Fachgespräch der Grünen-Bundestagsfraktion zu Klimaschutz im Gebäudesektor. Berlin, 13:30 Uhr. Weitere Informationen

Politik: Start des „dbb bundesfrauenkongress 2026“, mit Grußwort von Karin Prien (14:20 Uhr) sowie Festrede von Stefanie Hubig (14:35). Berlin, 13:50 Uhr. Weitere Informationen

21. März

Demokratie: Frank-Walter Steinmeier besucht im Rahmen des Tages der Demokratiegeschichte den Friedhof der Märzgefallenen. Berlin, 11 Uhr

22. März

Wahlen: Landtagswahl in Rheinland-Pfalz. Mit Statements aus Berlin des SPD-Parteivorstands (18 Uhr), der Grünen-Parteivorsitzende Franziska Brantner (18 Uhr), dem Linken-Parteivorsitzenden Jan van Aken (18:15 Uhr) und der FDP-Generalsekretärin Nicole Büttner (18:45 Uhr).

Teilen
Kopiert!

Must-Reads

Spiegel: Mitarbeiter des NRW-Heimatministeriums klagen über ihre Ministerin. Ina Scharrenbach, Ministerin, CDU-Präsidiumsmitglied und stellvertretende Landesvorsitzende in NRW, soll in Sitzungen ihre Mitarbeiter anschreien und sie bloßstellen, so lautet der Vorwurf. Das Arbeitsklima sei so schlecht, dass Beamte Versetzungsanträge stellten oder vorzeitig in den Ruhestand gingen. Die zweiseitige Beschwerde der Mitarbeiter liege seit zwei Monaten dem Chef der Düsseldorfer Staatskanzlei, Nathanael Liminski, vor – doch bisher sei nichts unternommen worden. („Diese Frau hat mich zerstört“)

SZ: Neue BSW-Fraktionsvorsitzende will zwischen Thüringen und Berlin vermitteln. „Das ist ein Drahtseilakt“, sagte Sigrid Hupach über die Meinungsverschiedenheiten zwischen der Landtagsfraktion und der Bundesspitze um Sahra Wagenknecht, die sich offen gegen eine Regierungsbeteiligung in Thüringen ausspricht. Die 57-Jährige war mit sieben zu sechs Stimmen zur Fraktionsvorsitzenden gewählt worden. Die BSW-Finanzministerin in Thüringen, Katja Wolf, hatte ihre Bewerbung unterstützt.(„Auf dem Drahtseil mit Wagenknecht“)

Zeit: Carsten Schneider fordert Klimaschutz mit sozialem Ausgleich. Der Umweltminister versteht den Wunsch nach einem Tankrabatt, sieht aber die Gefahr, dass dieser oft nicht bei Verbrauchern ankomme. Stattdessen setze er auf die Notwendigkeit, schneller unabhängig von unsicheren fossilen Energien zu werden. Er verteidigt das EEG, betont die Bedeutung erneuerbarer Energien für die Versorgungssicherheit und hält an den Klimazielen fest – Mieter sollen dabei nicht stärker belastet werden. („Mieter sollen nicht auf höheren Heizkosten sitzenbleiben“)

Nicht überlesen!

Spiegel: Last-Minute-Umfragen verbieten? Sie könnten den Wahlausgang beeinflussen und kleine Parteien benachteiligen. In anderen Ländern wie Zypern (sieben Tage vorher) und Italien (15 Tage vorher) ist ihre Veröffentlichung verboten. Hinter vorgehaltener Hand wünsche sich auch mancher deutsche Parteistratege strengere Regeln, schreibt Philipp Wittrock. Die ARD veröffentlicht ihre letzten Umfragen zehn Tage vorher, das ZDF hat eine ähnliche Beschränkung 2013 aufgegeben. („Sollten Umfragen kurz vor Wahlen verboten werden?“)

Nicht übersehen!

The Mirror: Irischer Premier verteidigt Starmer bei Trump. Bei einem Besuch in Washington verteidigte Michaél Martin seinen britischen Kollegen Keir Starmer im Oval Office. US-Präsident Donald Trump hatte Europa und insbesondere Starmer mit Blick auf den Iran zuvor schwer kritisiert und dem britischen Premier einen „großen Fehler“ vorgeworfen. Martin nahm Starmer daraufhin in Schutz. Er sei eine „ernsthafte, verlässliche, Persönlichkeit“. Trump habe sich früher gut mit ihm verstanden, „ich glaube, dass Sie wieder die Fähigkeit dazu haben“, so der irische Premier. („Irish PM defends Keir Starmer from Trump’s latest attacks over Iran during press briefing“)

Teilen
Kopiert!

Schlagzeilen von morgen

Meistgelesenes von heute

Heute Abend in den Talkshows

Maybrit Illner, 22:15 Uhr: Adis Ahmetović, Veronika Grimm, Wolfgang Ischinger, Daniel Gerlach, Peter R. Neumann

Markus Lanz, 23:15 Uhr: Ole von Beust, Boris Palmer, Kerstin Münstermann, Herfried Münkler

phoenix runde, 0 Uhr: Dóra Diseri, Moritz Gathmann, Kai-Olaf Lang, Ralph Sina

Teilen
Kopiert!

Interviews von morgen

Deutschlandfunk

6:50 Uhr: Uwe Jun, Politikwissenschaftler: Landtagswahl Rheinland-Pfalz

7:15 Uhr: Michael Gahler, außenpolitischer Sprecher der EVP-Fraktion (CDU): EU-Gipfel

8:10 Uhr: Michael Bloss, MdEP (Grüne): Was tut Europa gegen hohe Energiepreise?

ZDF

5:40 Uhr: Rebecca Ruppert, Linken-Landesvorsitzende Rheinland-Pfalz: Vor der Wahl

6:05 Uhr: Joachim Streit, ehemaliger Freie Wähler Landesvorsitzender Reinland-Pfalz: Vor der Wahl

6:35 Uhr: Daniela Schmitt, Wirtschaftsministerin Rheinland-Pfalz (FDP): Vor der Wahl

7:05 Uhr: Gordon Schnieder, CDU-Landesvorsitzender Rheinland-Pfalz

7:35 Uhr: Jan Bollinger, AfD-Landesvorsitzender Rheinland-Pfalz: Vor der Wahl

8:05 Uhr: Alexander Schweitzer, Ministerpräsident Rheinland-Pfalz (SPD): Vor der Wahl

8:35 Uhr: Katrin Eder, Umweltministerin Rheinland-Pfalz (Grüne): Vor der Wahl

rbb24–Inforadio

7:05 Uhr: Michael Gahler, außenpolitischer Sprecher der EVP-Fraktion (CDU): EU-Gipfel – Fällt die Ukraine hinten rüber?

9:25 Uhr: Lars Lamowski, Landesvorsitzender des VBE Rheinland-Pfalz: Landtagswahl Rheinland-Pfalz, Thema Bildung

Teilen
Kopiert!

Geburtstage von morgen

20. März

Fabian Fahl, MdB (Linke), 33

Chantal Kopf, MdB (Grüne), 31

Bernd Heinze, Botschafter in Turkmenistan, 67

21. März

Klaus Lederer, ehemaliger Kultursenator von Berlin, 52

22. März

Ralph Edelhäußer, MdB (CSU), 53

Teilen
Kopiert!

Nachttisch

Unser Tipp führt sie heute von Chemnitz aus quer durchs Land. Mit ihrer Albumtour „Sterben in Karl-Mark-Stadt“ füllen Kraftklub gerade Hallen, in denen die Menschen erst im Jubel aufgehen und danach euphorisch entschweben, weil sie zwischen all den schlimmen Nachrichten viel Gemeinschaft, sanfte Rebellion und Unsterblichkeit empfinden durften, wie seit langem nicht; zumindest für zwei Stunden. In ihrer sächsischen Heimat spielt die Band seit mehr als einem Jahrzehnt gegen den Rechtsruck an. Wer auf der Tour so viel Glück hat wie die Gäste in Berlin, wird von Kraftklub sogar noch mit Bühnengästen wie Tokio Hotel überrascht. Franziska Klemenz

Kraftklub: „Sterben in Karl-Mark-Stadt“ | Vertigo Records

Teilen
Kopiert!

Das war’s für heute. Good night and good luck!

Heute haben Okan Bellikli, Laura Block, Frederik Bombosch, Stefan Braun, Michael Bröcker, Christian Domke Seidel, Florian Fischer, Damir Fras, Daniel Friesen, Katharina Horban, Stephan Israel, Franziska Klemenz, Lukas Knigge, Angela Köckritz, Malte Kreutzfeldt, Magdalena Latz, Vincent Mikoteit, Malte Neumann, Leonard Schulz, Sara Sievert, Robert Wallenhauer und Marc Winkelmann mitgewirkt.

Der Berlin.Table ist das Late-Night-Briefing für die Table.Media-Community. Wenn Ihnen der Berlin.Table gefällt, empfehlen Sie uns bitte weiter. Wenn Ihnen diese Mail weitergeleitet wurde: Hier können Sie sich kostenlos anmelden.

Teilen
Kopiert!

Briefings wie Berlin.Table per E-Mail erhalten

Keine Bankdaten. Keine automatische Verlängerung.

Sie haben bereits das Table.Briefing Abonnement?

Anmelden