Arx Robotics-CEO: Interesse der Bundeswehr an Bodendrohnen steigt

Im Interview mit Table.Briefings sagt Marc Wietfeld, er sehe, dass Bodendrohnen mittelfristig genauso wichtig werden wie unbemannte Systeme in der Luft-Domäne.

20. Mai 2026
Bodendrohnen werden für Bundeswehr und andere europäische Streitkräfte interessanter: Marc Wietfeld setzt mit Arx Robotics auf günstige und schnell anpassbare Systeme.

Für die Ukraine werden Bodendrohnen (UGV) strategisch immer wichtiger. Auch von Seiten der Bundeswehr wächst das Interesse: Es sei stark absehbar, dass der Bereich Bodendrohnen ähnlich wichtig werde wie der Bereich Luftdrohnen, sagt Marc Wietfeld, CEO und Mitgründer von Arx Robotics, im Interview mit Table.Briefings. „Wir als mitteleuropäische Streitkraft haben eine sehr große Landdimension.“ Demnach entfalte „Automatisierung und Digitalisierung den größten Effekt an Land“, sagt Wietfeld weiter.

Die steigende Konkurrenz im Geschäft mit UGV sieht Wietfeld entspannt. Diehl Defence arbeitet an einem unbemannten System namens Ziesel. Quantum Systems stellte im Frühjahr das unbemannte Bodenfahrzeug Mandrill vor. „Wir haben es geschafft, eine Lösung zu entwickeln, die im Faktor fünf bis zehn preiswerter ist als Prototypen von größeren Rüstungsherstellern“, sagt der Arx-Chef. Das Münchner Start-up will sich durch größere Anpassungsmöglichkeiten und schnellere Update-Zyklen gegen die Konkurrenz behaupten.

Dass nun mehrere deutsche Hersteller Bodendrohnen entwickeln, stellt einen Sinneswandel dar. „Oft wurden wir belächelt“, sagt Wietfeld. Sein Unternehmen habe vorzeitig auf die Bodendomäne gesetzt, dieses Marktsegment würde niemals so groß wie der Luftdrohnenbereich, hätten Kritiker gesagt. „Vor allem durch die Ukraine, die 25.000 solcher Systeme auf dem Gefechtsfeld einführen möchte“, sehe Wietfeld seine Strategie mittlerweile bestätigt.

Für die Ukraine und europäische Streitkräfte produziert Arx zwei unterschiedliche Versionen. „Die eine für den Krieg und die andere für die europäischen Streitkräfte“, sagt der Arx-CEO. Die Gereon Bodendrohne, wie sie in der Ukraine im Einsatz ist, „würde keinen TÜV-Stempel erhalten.“ Nach kurzer Zeit im Einsatz habe Arx die erste Version des Gereon „radikal verändert“: Sicherheitsmechanismen, die europäische Beschaffungsrichtlinien vorschreiben, im Einsatz in der Ukraine aber nicht gebraucht wurden, haben die Ingenieure des Münchner Start-ups komplett entfernt. Feststellbremsen oder Zweitfernbedienungen entfielen – die nachfolgende Version wurde deswegen preiswerter und schneller zu produzieren.

Wie Arx-CEO Marc Wietfeld als ehemaliger Soldat den Stand der Digitalisierung der Bundeswehr einschätzt, hören Sie im ausführlichen Interview im Podcast Table.Today.

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Letzte Aktualisierung: 20. Mai 2026