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Diplomatie: Regierungskonsultationen vielleicht noch in diesem Jahr

Guter Dinge kehrt Bundeskanzler Friedrich Merz aus China zurück. Konkrete Lösungen für konkrete Probleme gibt es zwar keine, dafür die Hoffnung auf engen Austausch zwischen Peking und Berlin.

MG
26. Februar 2026
Bundeskanzler Merz im Gespräch mit China Premierminister Li Qiang am 25. Februar 2026 in Peking

Bundeskanzler Friedrich Merz hat zum Abschluss seiner China-Reise ein positives Fazit gezogen. „Ich fahre mit tiefen Eindrücken aus diesem Land. Wir haben eine gute Kooperation mit China“, sagte Merz. Der Regierungschef verwies jedoch auch auf Probleme, die China im Wettbewerb mit europäischen Unternehmen bereite. Die hohen Kapazitäten chinesischer Mitbewerber stellten ein Problem dar, „weil diese Kapazitäten weit über den Marktbedarf hinausgehen“, sagte Merz.

Konkrete Lösungen gab es trotz hochrangiger Begegnungen also nicht. Dafür die Ankündigung, die Probleme immer wieder von deutscher Seite adressieren zu wollen. Eine gute Möglichkeit bieten deutsch-chinesische Regierungskonsultationen, die noch in diesem Jahr in China stattfinden könnten, spätestens aber Anfang 2027. Auch empfahl Merz einen baldigen China-Besuch von Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche.

Reden löst allerdings nicht jedes Problem. Beispiel: die rasende Geschwindigkeit, mit der sich die Volksrepublik technologisch entwickelt und deutsche Unternehmen damit unter Druck setzt. Beim Besuch des chinesischen Robotik-Herstellers Unitree in Hangzhou überzeugte sich Merz persönlich davon, wie weit die Entwicklung in China schon gediehen ist. Unitree erwirtschaftete 2024 rund 100 Millionen Euro. Seine Roboter sollen irgendwann in der Lage sein, der demografischen Lücke im Land etwas entgegenzusetzen und Millionen menschlicher Arbeitskräfte komplett zu ersetzen.

Merz erkannte viel Potenzial für Zusammenarbeit. Doch die deutsche Industrie ist noch zögerlich. „Wir werden sicherlich einen Beitrag leisten, wenn es um die Herstellung von Robotern geht. Das können wir automatisieren. Wir könnten aber auch an einem Teil des Technologie-Stacks von Robotern teilnehmen“, sagte Siemens-Chef Roland Busch zu Table.Briefings. Man brauche die richtigen Partner und natürlich auch entsprechend viel Kapital, „denn dieser Markt entwickelt sich unglaublich schnell und er kostet unheimlich viel Geld.“ Es gebe jedoch „noch einiges an Hausarbeit zu erledigen. Vor allem müssen wir schneller werden.“ Helene Bubrowski/Marcel Grzanna

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Letzte Aktualisierung: 26. Februar 2026