Berlin.Table – Ausgabe 744

Entsetzen über Trump + Andrang in Davos + EU ahmt China nach

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Talk of the Town

Streit um Grönland: Großes Entsetzen, ein besonders heftiger Klimawandel und ein dankbarer Ex-Grönlandminister

Auch wenn bei Donald Trump nichts jemals wirklich klar sein wird, so hat sich in Berlin nach diesem Wochenende eine Überzeugung doch radikal durchgesetzt: dass man auch die letzte Hoffnung beerdigen muss, die alte Welt könnte noch gerettet werden. Hörte man am Montag in die Regierung, dann zeigte sich, dass Friedrich Merz und sein Kabinett einen zweiten Trump-Schock zu verdauen haben. Der erste war Wolodymyr Selenskyjs miserable Behandlung im Weißen Haus, kurz nach Trumps Amtseinführung. Der zweite sind Trumps Drohungen und Handlungen von diesem Wochenende.

Was geschehe, sei „ohne Beispiel“, heißt es in der Regierung. Das kann als Beleg dafür gelten, dass Berlin eine klare und entschlossene Antwort der EU unterstützt. Öffentlich allerdings erklärte der Kanzler zum Zwecke der De-Eskalation: „Ich will es nicht, aber wenn es nötig ist, dann werden wir natürlich auch unsere europäischen Interessen, auch unsere deutschen nationalen Interessen schützen.“ Kaum noch jemand bezweifelt, dass dieser Fall immer näher rückt. Dabei wird nicht nur auf Trumps Zoll-Drohungen verwiesen, sondern auch auf seine Forderung vom Wochenende, die Welt möge seinem Board of Peace beitreten. Ein entsprechendes Dokument hat auch die Bundesregierung erhalten.

Personen, die das Dokument gelesen haben, sind irritiert über Duktus und Botschaft. An der Spitze soll Donald Trump persönlich stehen (nicht der US-Präsident); alle anderen dürfen drei Jahre mitmachen, wenn sie eine Milliarde Dollar einzahlen. Verwendungszweck: wird nicht genannt. Wer das Geld verwalten soll, bleibt offen. So etwas hätte auch Ludwig XIV nicht besser verfassen können, heißt es. Sofort Ja gerufen haben Argentinien und Ungarn. Aber ein Nein wäre auch heikel, weil Trump eine Teilnahme hier quasi zur Bedingung gemacht hat für eine Beteiligung am Wiederaufbau des Gaza-Streifens. Den möchten im Grundsatz viele Europäer unterstützen.

Durchgesetzt hat sich auch ein anderes Gefühl: dass es Trump nicht um Sicherheit geht, sondern ums Besitzen. Ein Blick aufs Klima und seine Bedeutung zeigt, dass Grönland kein Schlaraffenland für Öl, Gas und seltene Erden ist. Die eskalierende Klimakrise limitiert die ökonomische und militärische Nutzung der Region. Laut Weltklimarat IPCC treten in der Arktis bereits Wetterextreme auf, die in anderen Weltgegenden erst 2050 zu erwarten sind. Die Gegend um den Nordpol erwärmt sich etwa drei- bis viermal so schnell wie der globale Durchschnitt. In und um Grönland gibt es derzeit kaum Perspektiven für eine Öl- und Gasproduktion. Warum selbst China keine Fortschritte beim Abbau von seltenen Erden macht und wie US-Ölfirmen über Bohrungen in der Arktis denken, lesen Sie im Climate.Table.

Die Nato und Dänemark bemühten sich am Montag um eine kluge Reaktion auf Trump. Der dänische Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen und Grönlands Außenministerin Vivian Motzfeldt schlugen bei einem Treffen mit Mark Rutte am Hauptquartier der Allianz eine Nato-Mission auf Grönland vor. Für eine Nato-Mission bräuchte es die Zustimmung von Donald Trump. Lehnt der US-Präsident eine Nato-Mission ab, ist aus Sicht der Dänen klar, dass es Trump nicht um die Sicherheit in der Arktis gehe. Wie Rutte reagierte, lesen Sie im Europe.Table.

Der frühere dänische Grönlandminister Tom Høyem hält es für ausgeschlossen, dass sich die Grönländer in freier Abstimmung für einen Beitritt zu den USA entscheiden könnten. Høyem sagte im Podcast Table.Today, 95 Prozent aller Einwohner der größten Insel der Welt würden für einen Verbleib bei Dänemark stimmen. „Wir sind eine Familie. In den letzten 300 Jahren haben Dänen und Grönländer geheiratet. Wir haben Onkel und Tanten und Cousinen in allen Familien.” Høyem zeigte sich „sehr dankbar, dass Deutschland und andere europäische Länder, NATO-Länder, Soldaten in Grönland gehabt haben, um zu erkunden, wie wir eine gemeinsame NATO-Verteidigung dort aufrüsten können”, sagte Høyem. Das gesamte Gespräch hören Sie ab 5 Uhr hier.

Table.Today mit Michael Bröcker und Helene Bubrowski. "Was denken die Grönländer, Herr Høyem?"

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Weltwirtschaftsgipfel 2026: Alle schauen nach Davos und keiner weiß, was passieren wird. Noch nie dürfte die Neugier und die Unsicherheit vor einem Weltwirtschaftsgipfel so groß gewesen sein wie dieses Mal. Sehr viele reisen an, alle werden auf den US-Präsidenten schauen – und niemand kann vorhersagen, wer wie mit wem tatsächlich zusammentreffen wird. Und den Rahmen dafür bildet ein WEF, das in diesem Jahr mit mehr als 60 Staats- und & Regierungschefs mehr Staatsoberhäupter empfangen wird als in vielen Jahren zuvor. Donald Trump reist mit einer gut 300-köpfigen Delegation am Mittwoch an und wird am selben Tag eine Keynote halten. Geplant sind Gespräche mit Mark Rutte, Wolodymyr Selenskyj sowie Ursula von der Leyen, Friedrich Merz, Emmanuel Macron und Keir Starmer. In welchem Format: völlig offen.

Aus Deutschland nehmen neben dem Kanzler auch Lars Klingbeil, Katherina Reiche, Nina Warken, Karsten Wildberger, Dorothee Bär und Carsten Schneider teil. Wie Schneiders Ministerium Table.Briefings bestätigt, wird erstmals in der Geschichte des WEF ein deutscher Umweltminister vertreten sein. „Ich fahre ganz bewusst zum Weltwirtschaftsforum, um dort neue Verbündete zu suchen für eine engagierte Umweltpolitik, die unser Land ökonomisch voranbringt und zugleich sicherer macht“, sagte Schneider Table.Briefings. Der SPD-Politiker wird an mehreren Gesprächsrunden teilnehmen, darunter am Mittwoch an einem Panel zum Klimaschutz in Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung, moderiert von Al Gore. Laura Block, Stefan Braun, Leonard Schulz

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News

Umfrage zu Trump 2.0: Die Europäer sind pessimistisch. Ein Jahr nach der Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus nimmt nur noch ein kleiner Teil der Europäer die Vereinigten Staaten als verlässlichen Partner wahr. Das geht aus einer Umfrage hervor, die der European Council on Foreigns Relations (ECFR) weltweit unter fast 25.000 Menschen gemacht hat. Nur noch 16 Prozent der Befragten in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Polen, Dänemark, Estland, Portugal, Ungarn und Bulgarien betrachten die USA als Verbündeten. Dagegen sehen 20 Prozent die USA als Rivalen oder Gegner an. Kaum jemand erwartet, dass die USA in den kommenden Jahren ihren globalen Einfluss verlieren werden. Allerdings glauben weniger Menschen als noch vor einem Jahr, dass die Wiederwahl Trumps gut für ihre eigenen Länder und den Weltfrieden war.

Viele Europäer sähen in der Zukunft eher ein Risiko als eine Chance. Die Daten bestätigten, dass die Europäer heute zu den größten Pessimisten der Welt gehörten, heißt es in der ECFR-Studie. 46 Prozent der Europäer glaubten nicht, dass die EU auf Augenhöhe mit den USA oder mit China verhandeln könne. Vor gut einem Jahr lag dieser Wert bei 42 Prozent. Die Autoren der Studie – der britische Historiker Timothy Garton Ash, der bulgarische Politologe Ivan Krastev und ECFR-Direktor Mark Leonard – sprechen von einer Welt, „in der das Handeln der USA – einst Europas treuester Verbündeter – dazu beiträgt, China wieder zu stärken und eine multipolare Weltordnung herbeizuführen“.

Trump habe offenbar entschieden, dass eine Großmacht eher gefürchtet als geliebt werden sollte. Darauf deute die US- Intervention in Venezuela hin. Und die Europäer müssten sich damit abfinden, „dass selbst ein einst enger Verbündeter der USA wie Dänemark mit der Annexion Grönlands bedroht wird, fast so, als wäre ein Nato-Mitglied ein Feind“. Die Autoren raten europäischen Politikern, realistisch und mutig zugleich zu sein: „In einer Ära von Veränderungen, wie sie seit einem Jahrhundert nicht mehr vorgekommen sind, müssen sie neue Wege finden, um nicht nur in einer multipolaren Welt zurechtzukommen, sondern um selbst zu einem Pol in dieser Welt zu werden – oder unter den anderen zu verschwinden.“ Damir Fras

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Agrifood.Table: Zollstreit um Agrarprodukte. Dass Trumps erstes Jahr im Amt vor allem von Zollstreits geprägt war, bekommen Landmaschinenhersteller wie Fendt bei ihrem US-Geschäft zu spüren. Warum die EU mit Blick auf Agrarprodukte aber in einer guten Verhandlungsposition ist, lesen Sie hier.

Africa.Table: USA richten Afrika-Beziehungen grundlegend neu aus. Nach dem jähen Ende von USAID im letzten Jahr macht US-Präsident Trump den afrikanischen Ländern neue bilaterale Angebote. Was das für die US-Afrika-Beziehungen bedeutet, lesen Sie hier.

Research.Table: Dauerdruck auf die Forschung. Trumps Politik setzt die US-Wissenschaft unter massiven politischen Druck. Förderstopps, institutionelle Angriffe und Visabeschränkungen verändern Forschung und Hochschulen. Welche langfristigen Folgen das haben könnte, lesen Sie hier.

ESG.Table: Kalifornien bleibt auf ESG-Kurs. Der Bundessaat führt trotz der Anti-Nachhaltigkeits-Politik von Donald Trump seinen Klimaschutzkurs mit ambitionierten Gesetzen weiter fort. Warum das für Unternehmen wichtiger sein könnte als die Rhetorik aus Washington, lesen Sie am Mittwoch im ESG.Table.

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Hätten Sie’s gedacht? In gut 10 Jahren werden in Deutschland vier Millionen mehr Seniorinnen und Senioren leben als heute. Dieser demografische Wandel hat auch auf unser Gesundheitssystem und die Pflegeversicherung gewaltige Auswirkungen. Die Private Krankenversicherung hilft dabei, diese Entwicklung abzufedern. Denn sie sorgt nachhaltig und generationengerecht für die im Alter steigenden Ausgaben vor. (mehr auf pkv.de)

Wettbewerbsfähigkeit: Brüssel ahmt Chinas Industriepolitik nach. Als wichtigster Industriestandort weltweit hat China der Europäischen Union längst den Rang abgelaufen. Die EU-Kommission will diesen Trend umkehren – und bedient sich dabei dezidiert industriepolitischer Rezepte Pekings. Besonders deutlich wird das im Industrial Accelerator Act, den Table.Briefings exklusiv im Entwurf veröffentlicht hatte. So will die Kommission den Zugang zum europäischen Markt in bestimmten Bereichen beschränken. Laut Entwurf will die Behörde hohe Direktinvestitionen nicht-europäischer Unternehmen von mehr als 100 Millionen Euro nur noch zulassen, wenn diese eine Reihe von Anforderungen erfüllen. Der Genehmigungsvorbehalt soll für Investoren in „emerging key strategic sectors“ gelten. Welche Sektoren die Kommission im Einzelnen dazu zählt, ist noch unklar. Warum Experten alarmiert reagieren, lesen Sie im Europe.Table. Manuel Berkel, Markus Grabitz, Till Hoppe

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Beitritt der Ukraine: Warum das die EU zu einem Agrar-Schwergewicht machen könnte. Ein EU-Beitritt der Ukraine würde die Kräfteverhältnisse im internationalen Agrarhandel verschieben. Für viele europäische Landwirte, die zusätzliche Konkurrenz fürchten, ist das ein Schreckensszenario. Doch Handelsdaten zeigen: In wichtigen Bereichen könnte die EU profitieren und ihre Autonomie stärken. Mit der Ukraine als Mitglied wäre die EU weltweit Spitzenreiter bei der Produktion etwa von Getreide und Raps. Wie sich der Beitritt bei Tierprodukten wie Eiern und Hühnerfleisch auswirken würde, lesen Sie im Agrifood.Table. Cornelia Meyer

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HSC-Chef Steiner: Entwicklungspolitik dank Trump mit neuer Relevanz. Die Entwicklungspolitik steht durch Trumps Rückzug aus internationalen Organisationen weltweit unter Druck. Das aber eröffne insbesondere Deutschland neue Chancen, sagt Achim Steiner, Vorsitzender der Hamburger Nachhaltigkeitskonferenz und ehemaliger UNDP-Direktor, Table.Briefings. „Strategisch betrachtet befindet sich Deutschland im Augenblick in einer hochinteressanten Situation“, so Steiner. Deutschland werde als Zukunftspartner mittlerweile viel stärker wahrgenommen als die USA. Wie er sich auf die diesjährige HSC auch vor dem Hintergrund der Reformen im BMZ vorbereitet, lesen Sie im Africa.Table. David Renke

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Fraktionsklausur: Grüne wollen der Logik der Algorithmen widerstehen. Während die Oppositionsparteien AfD und Linke in Umfragen seit der Bundestagswahl zulegen, stagnieren die Grünen. Es müsse dennoch darum gehen, „kritisch-konstruktiv zu arbeiten und nicht um die Lautstärke zu ringen“, sagte Britta Haßelmann, mit Katharina Dröge Fraktionschefin im Bundestag. Die Position der Grünen im Parlament sei nicht einfach. Durch die Algorithmen der Social Media habe oft „der härteste und vereinfachteste Take“ die größte Reichweite, sagte Dröge. „Wir haben aber keinen Bock immer nur auf die großen Schlagzeilen, immer nur auf dieses Wir-werfen-einander-die-härtesten-Vorwürfe-an-den-Kopf.“

Die Grünen hatten zuletzt bei jungen Leute Zustimmung verloren. Die Fraktionschefinnen berichteten, jüngere Wähler beklagten, sie würden in der Politik nicht gehört. In seiner Klausur habe der Grünen-Fraktionsvorstand deshalb einen Schwerpunkt auf die Frage der Bezahlbarkeit gelegt. Die bewege gerade junge Leute in ihrem Alltag. Sie sagten: „Ich kann eigentlich nicht mehr ausziehen zu Hause, weil ich mir eine Wohnung nicht mehr leisten kann.“´In einem Beschluss fordert die Fraktion eine Verschärfung der Mietpreisbremse, eine Senkung der Sozialabgaben sowie eine Verbilligung des Deutschland-Ticket auf 49 Euro „und perspektivisch dann noch weiter runter“. Der grüne Bundesparteitag Ende November hatte eine Absenkung auf neun Euro gefordert. Sven Siebert

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Automarkt in China: „Klarer Vorteil bei den deutschen Herstellern". Die deutsche Automobilindustrie habe den Kampf gegen heimische Mitbewerber in China noch nicht verloren, sagt Beatrix Keim vom Center Automotive Research im Interview mit Table.Briefings. Volkswagen, BMW oder Mercedes verfügten weiter über „enormes Volumen, Reputation und Vertrauen und allem eine große Präsenz mit Handels- und Servicenetzen". Das spiele gerade in einem Markt, der technologisch im Umbruch ist, eine große Rolle. Zentrales Problem vieler chinesischer Unternehmen sei deren fehlende Profitabilität. Mitte Dezember waren knapp 950 Modelle von 100 Herstellern auf dem Markt. Weshalb die Herausforderungen für die deutschen Marken dennoch nicht zu unterschätzen seien, lesen Sie im China.Table. Julia Fiedler

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Arbeitsmarkt: Antidiskriminierungsbeauftragte setzt Fokus auf Wechseljahre. Eine Kommission soll bis Herbst Empfehlungen für Politik und Unternehmen zum Umgang mit Frauen in den Wechseljahren erarbeiten. Viele der mehr als neun Millionen Betroffenen würden wegen der Beschwerden ihre Arbeit reduzieren oder vorzeitig aufgeben, sagte die Antidiskriminierungsbeauftragte Ferda Ataman Table.Briefings: „Das schadet unserer Wirtschaft.“ Einer Erhebung der HWR Berlin zufolge war ein Drittel der befragten Frauen in dem Kontext schon einmal krankgeschrieben oder unbezahlt im Urlaub. Der Schaden wird auf mehr als 9,4 Milliarden Euro im Jahr beziffert. Die am Dienstag startende Kommission wird geleitet von der Journalistin Miriam Stein, die ein Buch zum Thema geschrieben hat, und der Beraterin Franzi von Kempis. Dabei sind etwa auch Vertreterinnen – und ein Vertreter – aus Gynäkologie, Pflege, Arbeitsmedizin und vom Landfrauenverband. Okan Bellikli

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Neu: Space.Table von Deutschlands Briefing-Publisher Nr. 1. Mehr erfahren!

Table.Documents

Beschluss des Bundesvorstandes der CDU („Mainzer Erklärung“)

Verhandlungsgruppen der SPD und der CDU für die Koalitionsverhandlungen in Brandenburg

Open-Source-Strategie des Landes Berlin

Brief von Carsten Schneider zum Förderprogramm klimafreundlichen Mobilität

Antwort auf Kleine Anfrage zu Maßnahmen gegen gestiegene Lebensmittelpreise

Bericht zu Beschwerden wegen Nichteinhalten von OECD-Grundsätzen

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Heads

Verena Hubertz, Bauministerin, ist Mutter geworden. In einer Mitteilung an ihre Mitarbeiter teilte die gebürtige Triererin mit, dass sie und das Kind wohlauf seien. Ab Mitte März will die SPD-Ministerin ihre Arbeit schrittweise wieder aufnehmen.

Sigmar Gabriel ist nicht nur Bundesminister a.D., Multiaufsichtsrat und Vorsitzender der Atlantikbrücke, sondern jetzt auch Ehrensenator. Die private Berliner Management School ESMT würdigt den Ex-SPD-Chef für seine Verdienste um die Hochschule und verleiht ihm die Senatorwürde beim Neujahrsempfang am Dienstag, den 27. Januar. Der Unternehmer und frühere FDP-Schatzmeister Harald Christ hält die Laudatio. Michael Bröcker

Lars Klingbeil ist einer von neun Ministerinnen und Ministern, die zu den deutsch-italienischen Regierungskonsultationen mitreisen und vor Ort ihre Counterparts treffen. Dabei sind auch Alexander Dobrindt, Johann Wadephul, Boris Pistorius, Katherina Reiche, Bärbel Bas, Dorothee Bär, Patrick Schnieder und Alois Rainer. Dazu kommt Kulturstaatsminister Wolfram Weimer. Okan Bellikli

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Best of Table

Climate.Table: E-Auto-Förderung auch für viele Plug-In-Hybride. Bis zu 6.000 Euro gibt es ab sofort beim Kauf eines E-Autos. Abhängig ist diese von Antriebsart, Einkommen und Kinderzahl; Kaufpreis und Herstellungsort spielen dagegen keine Rolle. Warum die Maßnahme bei Klimaschützern auch auf Kritik stößt, lesen Sie hier.

Agrifood.Table: Kultiviertes Fleisch als Beitrag zur weltweiten Proteinversorgung. Langfristig könnte es sogar eine nachhaltige Alternative zur traditionellen Tierhaltung bieten, schreibt Ivo Rzegotta vom Good Food Institute Europe überzeugt. Warum es bis dahin noch ein langer Weg ist, lesen Sie hier.

Africa.Table: Was Genbanken für Pflanzen mit Sicherheit zu tun haben. Die Vielfalt von Tieren und Pflanzen geht weltweit zurück, in Afrika steht sie besonders unter Druck. Dabei ist Biodiversität entscheidend, um den Hunger in Afrika zu bekämpfen. Genbanken sollen helfen. Wie es um die Einrichtungen steht, lesen Sie hier.

China.Table: Chinas Exporte bereiten Deutschland Sorgen. Dank starker Exporte erreicht China sein Wachstumsziel für das Jahr 2025. Das Modell geht jedoch zunehmend auf Kosten Europas und Deutschlands. Wie groß der Schade für die deutsche Industrie sein könnte, lesen Sie hier.

Research.Table: Rechtspopulismus gefährdet die Wissenschaft. Der Rechtspopulismus könnte nach Ansicht von Hochschulforscher Justus Henke zur Gefahr für die Wissenschaft werden. Denn Teile der Wissenschaftsfinanzierung seien politisch verhandelbar und an zeitlich befristete Programme gebunden. Was der Gesetzgeber konkret tun sollte, lesen Sie hier.

Research.Table: Herausforderungen in der Arktis. Demografie, Arbeitskräftemangel und fragile Wertschöpfungsketten prägten Grönland stärker als Großmachtfragen, sagt der Arktisforscher Andreas Raspotnik. Was der Region droht, wenn sich die geopolitischen Konflikte zuspitzen, lesen Sie hier.

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Agrifood.Table Live Briefing. 22. Januar 2025. "Faire Handelspraktiken entlang der Wertschöpfungskette Lebensmittel". Kostenlos anmelden.

Time.Table

Außenpolitik: Johann Wadephul reist nach Kenia und Äthiopien.

Landwirtschaft: Grüne Woche in der Messe Berlin. Diskussion mit Alois Rainer, 12 Uhr. Rundgang von Friedrich Merz, 16 Uhr. Gemeinsames Statement, 17:20 Uhr

Weltwirtschaftsforum in Davos: Reden von Ursula von der Leyen (10:50 Uhr) und Emmanuel Macron (14 Uhr)

DGB: Jahrespressekonferenz mit Yasmin Fahimi, 10 Uhr

Neujahrsempfang: Friedrich Merz lädt Angehörige von Soldaten und Polizisten im Auslandseinsatz ins Bundeskanzleramt ein. 10 Uhr

Würdigung: Abendessen zu Ehren von Friedrich Merz anlässlich seines 70. Geburtstags. Mit Frank-Walter Steinmeier. 19 Uhr

Gedenken: Michael Kretschmer und Ungarns Staatspräsident Tamás Sulyok gedenken der Vertreibung der Ungarndeutschen vor 80 Jahren. Evangelisches Schulzentrum Pirna, 10:40 Uhr

Forschung: Auftaktveranstaltung des Wissenschaftsjahres 2026 zum Thema „Medizin der Zukunft“ mit Dorothee Bär. Futurium Berlin, 11 Uhr

Justiz: Vortrag und Diskussion mit Stefanie Hubig zum Thema „Rechtsstaat unter Druck?“. Freie Universität Berlin, 18 Uhr

Europa I: Die EU-Kommission stellt ein Gesetz zum verbesserten Schutz der kritischen Infrastruktur vor ausländischen Cyberangriffen vor.

Europa II: Das EU-Parlament befasst sich mit der Lage in Venezuela und im Iran sowie mit dem Schutz der Integrität Grönlands und der Bekämpfung von KI-Deepfakes in sozialen Medien. Straßburg, 9 Uhr

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Must-Reads

SZ: Europäischer Rechnungshof kritisiert massive Verzögerungen bei Mega-Verkehrsprojekten. Von neun transeuropäischen Bauvorhaben, darunter Brenner-Basistunnel und Rail Baltica, werde voraussichtlich nur eines bis zum Zieljahr 2030 fertiggestellt. Die durchschnittliche Verspätung liege inzwischen bei 17 Jahren. Als Hauptgründe nennt der Bericht mangelhafte Planung, nationale Sonderwünsche und bürokratische Hürden, die die Glaubwürdigkeit der europäischen Infrastrukturpolitik gefährden. („Warum Europas Mega-Baustellen einfach nicht fertig werden“)

Correctiv: Vorwürfe nach plötzlichem Aus von Burgard bei Springer. Nach Berichten der New York Times und Correctiv soll der Springer-Verlag den Rückzug von Welt-Chefredakteur Jan Philipp Burgard wegen Vorwürfen „unangemessenen Verhaltens“ auf einer Weihnachtsfeier forciert haben. Während Burgards Anwälte die Vorwürfe per Warnschreiben bestreiten und auf einen medizinischen Notfall verweisen, wurde die Konzernleitung laut Insidern durch Medienanfragen zu einer internen Untersuchung gezwungen. („Eine Firmen-Weihnachtsfeier – und der Abgang eines Chefredakteurs“)

Handelsblatt: Deutschland verfehlt die Ziele beim grünen Wasserstoff. Eigentlich wollte Deutschland den Ausbau von grünem Wasserstoffs fördern – doch stattdessen gehe die Produktion sogar zurück. Geplante Projekte seien von August 2024 bis Dezember 2025 um eine Leistung von drei Gigawatt (GW) zurückgegangen – das belegen Zahlen, die das Energiewirtschaftliche Institut an der Uni Köln (EWI) erhoben hat. Schuld daran sei unter anderem eine EU-Vorgabe. („Ziel für grünen Wasserstoff in Gefahr.“)

MDR: Fragwürdige Beweisbeschaffung der AfD gegen MdB Schmidt. Im Parteiausschlussverfahren gegen Jan-Wenzel Schmidt, MdB und bis Februar 2025 Generalsekretär der AfD Sachsen-Anhalt, setzt der Landesvorstand offenbar auf Unterlagen, deren Beschaffung fragwürdig erscheint: Visitenkarten aus Schmidts Auto, die ein Kfz-Meister übergeben hat, kopierte Gehaltsdokumente, deren Übergabe gegen Datenschutzrichtlinien verstoßen haben könnte, und Mitschnitte aus Parteisitzungen. („Wie die AfD Sachsen-Anhalt heikle Informationen über eigene Mitglieder sammelt“)

Nicht überlesen!

NYT: Die Finanzindustrie hat sich vom Klimaschutz verabschiedet. Vor sechs Jahren begann an der Wall Street der Aufschwung von ESG. Investitionen folgten den Faktoren „environmental, social and governance“. Doch inzwischen spielen Begriffe wie Klima und Nachhaltigkeit in den Gewinnbekanntgaben von Unternehmen eine untergeordnete Rolle. Der Rückzug aus dem Klimaschutz falle mit einer Verdopplung der Investitionen von US-Banken in Kohle-, Öl- und Gasprojekte zusammen. („How Wall Street Turned Its Back on Climate Change“)

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Schlagzeilen von morgen

Meistgelesenes von heute

Heute Abend in den Talkshows

Blome & Pfeffer, 23:30 Uhr: Karin Prien, Jörg Thadeusz

unter den linden, 22:15 Uhr: Laura von Daniels, George Weinberg

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Interviews von morgen

Deutschlandfunk

6:50 Uhr: Markus Frohnmaier, stellvertretender Vorsitzender der AfD-Fraktion: Trumps Zolldrohungen

7:15 Uhr: Roderich Kiesewetter, Mitglied im Auswärtigen Ausschuss (CDU): Trumps Zolldrohungen

8:10 Uhr: Carsten Schneider, Umweltminister (SPD): Davos und das Klima

ZDF

7:05 Uhr: Stefanie Babst, Politologin: Transatlantisches Verhältnis

8:05 Uhr: Adis Ahmetović, außenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion: Trumps Zolldrohungen

phoenix

8:45 Uhr: Terry Reintke, Vorsitzende der Grünen-Fraktion im EU-Parlament, und Riho Terras, estnischer EVP-Abgeordneter: Trumps Zolldrohungen

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Geburtstage von morgen

Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister von Hamburg (SPD), 60

Adrian Grasse, MdB (CDU), 51

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Nachttisch

Unser Tipp führt Sie heute zu einem sogenannten True-Science-Thriller. Auf Basis realer Forschung und internationaler Gerichtsurteile handelt der Roman von einem Schwein, das auf Freilassung aus der Massentierhaltung klagt. Helfen sollen dabei KI-gestützte Auswertungen von Stimmen, die dem Menschen – so der Plan – das Bewusstsein von Tieren vor Augen führen würden. Hintergrund ist die anhaltende Diskussion, ob Tiere juristisch weiter wie Gegenstände behandelt oder als Subjekte anerkannt werden, die für ihre Rechte eintreten können. Okan Bellikli

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Das war’s für heute. Good night and good luck!

Heute haben Okan Bellikli, Laura Block, Stefan Braun, Michael Bröcker, Gabriel Bub, Daniel Friesen, Viktor Funk, Tim Gabel, Stephan Israel, Franziska Klemenz, Katharina Kort, Magdalena Latz, Amelie Richter, Leonard Schulz, Arne Schütte, Wilhelmine Stenglin und Robert Wallenhauer mitgewirkt.

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