Iran-Krieg: Wie Rumänien die USA logististisch unterstützt

Rumänien sichert den USA logistische Unterstützung zu: Bis zu 500 US-Soldaten sollen für vorerst 90 Tage auf dem Luftwaffenstützpunkt Mihail Kogălniceanu stationiert werden. Deren Aufgaben seien „rein defensiver Natur“, so Präsident Nicușor Dan.

FS
12. März 2026
Ein deutscher Eurofighter startet im Dezember 2023 auf dem Flugplatz Mihail Kogălniceanu. (picture alliance/dpa | Bernd von Jutrczenka)
Das Briefing für Geostrategie & Verteidigung. Jetzt Security.Table 30 Tage kostenlos testen!

Zum zweiten Mal seit 2023 ist der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Donnerstag zu einem Staatsbesuch in der rumänischen Hauptstadt Bukarest eingetroffen. Der südliche Nachbar der Ukraine hat sich seit Beginn des russischen Angriffskriegs durch die Aufnahme von Geflüchteten, die Ausfuhr ukrainischen Getreides und die Lieferung von Waffen und Munition als einer seiner wichtigsten Unterstützer erwiesen.

Selenskyj und sein rumänischer Amtskollege Nicușor Dan vertiefen die Zusammenarbeit beider Länder. Gemeinsam unterzeichneten sie ein Dokument zur Begründung einer strategischen Partnerschaft, ein Rahmenabkommen zur Zusammenarbeit im Energiesektor – sowie eine Absichtserklärung zur gemeinschaftlichen Produktion von Verteidigungsgütern in Rumänien. Dabei, so Dan bei der Pressekonferenz mit Selenskyj, werde es um den Bau von Drohnen gehen.

Auch Selenskyjs Zusammenkunft mit Ministerpräsident Ilie Bolojan war von militärischen Fragen bestimmt. So stand ein Besuch des Militärflughafens Borcea auf dem Programm, auf dem ukrainische Piloten zur Führung des F-16 Kampfflugzeugs befähigt werden. Diesen Freitag wird der ukrainische Präsident in Paris erwartet.

Bereits am Vorabend von Selenskyjs Besuch traf Rumäniens Staatsführung eine militärisch weitreichende Entscheidung. Diese betrifft mittelbar auch die Ukraine. Mit großer Mehrheit billigte das rumänische Parlament die Entscheidung des von Präsident Dan geleiteten Obersten Nationalen Sicherheitsrats (CSAT), dem Ersuchen der USA nach Entsendung eines zusätzlichen Militärkontingents samt Flugzeugen auf rumänisches Territorium zu entsprechen. Es soll US-amerikanische Operationen im Iran-Krieg logistisch unterstützen.

Erst im Oktober 2025 hatten die USA ihr in Rumänien stationiertes Kontingent an Streitkräften und militärischem Gerät halbiert. Das war die Folge der Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, dass die Europäer ihre Verteidigung und die Unterstützung der Ukraine künftig in eigene Hände nehmen sollten. Nun wollen die USA für einen Zeitraum von 90 Tagen bis zu 500 Soldaten und Soldatinnen sowie Flugzeuge und Überwachungssysteme auf dem Luftwaffenstützpunkt Mihail Kogălniceanu in der Nähe des Schwarzmeerhafens Konstanza stationieren.

Die „vorübergehende Stationierung amerikanischer Militärausrüstung und -kräfte in Rumänien“ hat ein klares Ziel. Es gehe „um die Betankung von Flugzeugen und um Überwachungstechnik sowie Satellitenkommunikationsausrüstung im Zusammenhang mit dem Schutzschild Deveselu“, erklärte Präsident Dan in Anschluss an die Sitzung des Obersten Nationalen Sicherheitsrats. Er nannte dabei die Ausrüstung „rein defensiver Natur und nicht mit echten Waffen bestückt“. Es handle sich technisch gesehen bei ihr um „nichtkinetische Geräte“, deren Stationierung Rumäniens Sicherheit erhöhe.

Mögliche Risiken durch das Engagement schließt Dan aus. Danach gefragt, ob die Stationierung des zusätzlichen US-Militärkontingents Rumänien zu einem potenziellen Angriffsziel des Iran mache, gab Dan auf der Pressekonferenz mit Selenskyj folgende Antwort: „Rumänien war sicher, Rumänien ist sicher, und sobald diese amerikanischen Kapazitäten, Ausrüstung und Militär, in Rumänien sind, wird Rumänien noch sicherer sein.“

Auch der frühere rumänische Nato-Repräsentant in Brüssel hält die Risiken für gering. Gegenüber Europa Liberă România (RLE) sagte General Virgil Bălăceanu, er gehe davon aus, dass „die Anfrage der USA den Einsatz von Flugzeugen zur logistischen Unterstützung des Transports, möglicherweise auch von Flugzeugen und Drohnen für Aufklärungs-, Überwachungs- und Erkundungsmissionen, umfassen“ werde. Bălăceanu erwartet, dass „der Stützpunkt so genutzt wird, wie er 2003 im Irak-Krieg genutzt wurde“. Allerdings gebe es dabei einen Unterschied: „Damals fehlten dem Irak die Kapazitäten zur Reaktion. Heute hat der Iran sie, aber wir betrachten sie derzeit nur theoretisch.“

Letzte Aktualisierung: 27. März 2026