Merz vs. Wüst - viel Lärm um nichts? Mit Alisha Mendgen.
Die Diskussionen um Hendrik Wüst und Friedrich Merz nehmen kein Ende. Nach wie vor wird im politischen Berlin gerätselt, ob und wie der NRW-Ministerpräsident ins Bundeskanzleramt strebt. Begonnen haben die Spekulationen nach Wüsts Polen-Reise. Alisha Mendgen, Hauptstadtkorrespondentin des Focus, hat ihn dabei begleitet – und mit ihrer Berichterstattung den Stein ins Rollen gebracht. Was genau ist besprochen worden? Was sind Fakten, was ist reine Spekulation? Michael Bröcker hat Mendgen eingeladen. [06:02]
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche war in China – mit einer großen Wirtschaftsdelegation und dem Auftrag, über Handels- und Marktbarrieren sowie staatliche Subventionen zu sprechen. Jörn Petring, China-Korrespondent bei Table.Media, berichtet von einem freundlichen, aber nüchternen Empfang: Reiche traf Handelsminister Wang Wentao und Vizeministerpräsident He Lifeng, lobte Chinas wirtschaftliche Dynamik – und legte dann die Probleme auf den Tisch. [13:23]
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Transkript
Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.
Sprecher 2: Friedrich Merz versus Hendrik Wüst. Diese Konkurrenz ist eigentlich ein Dauerbrenner in der CDU und gar nicht so überraschend. Schließlich ist immer der NRW-Ministerpräsident auch ein potenzieller Kanzlerkandidat. Doch die jüngsten Medienberichte haben den Kanzler aufgeschreckt und damit auch wieder in Düsseldorf für Wellen gesorgt. Warum wurde aus so einer harmlosen Auslandsreise des NRW-CDU-Chefs Hendrik Wüst in Polen ein Machtkampf? Das fragen wir Alicia Menken, die Hauptstadtkorrespondentin des Fokus. Sie war mit Hendrik Wüst in Polen und sie war die Erste, die über die Möglichkeit eines Nachfolgers Wüst von Kanzler Merz berichtet hat.
Sprecher 3: China wird zum Treffpunkt der Mächtigen. Trump, Putin, Merz, sie alle waren in den letzten Wochen oder sogar Monaten im Reich der Mitte. Jetzt war auch Wirtschaftsministerin Katharina Reiche zu Besuch, um über Handel, Technologieexport und staatliche Subventionen Chinas zu sprechen. Wie das in China ankam, darüber sprechen wir mit unserem Korrespondenten in China, Jörn Petring. Er hat die Ministerin auf ihrer Reise begleitet.
Sprecher 2: Bio-Wein schmeckt nicht nur gut, er ist auch gut für die Natur. Das macht Sinn, aber jetzt hat man es in Österreich auch wissenschaftlich bestätigt. Wie genau die Umwelt vom Wein profitiert, das sagen wir Ihnen zum Schluss an diesem Freitag, den 29. Mai.
Sprecher 4: Ingrid und Indeed präsentieren Jobs, bei denen man sich keinen Fehler erlauben darf. Heute Steuerberaterin.
Sprecher 5: Wie sieht meine Steuererklärung aus? Super Neuigkeiten, Sie müssen dieses Jahr keine Steuern zahlen. Wie? Ich habe drauf geschrieben, nein danke. Das Finanzamt muss das respektieren.
Sprecher 4: Ingrid! Das ist ein Job für Premium-Stellenanzeigen. Mit richtigen Profis wäre das nicht passiert. Vertraue Ingrid, versuch Indeed und finde qualifizierte Talente mit Premium-Stellenanzeigen. Mach's dir Indeed einfach. Jetzt auf indeed.de slash recruiting.
Sprecher 3: Michael, es ist, wenn man das jetzt mal ganz nüchtern von außen betrachtet, das Paradebeispiel von wie man aus einer Mücke einen Elefanten macht. Hendrik Wüst und Friedrich Merz, eigentlich nichts Großes passiert und trotzdem reden alle auf einmal drüber, dass es möglicherweise einen Putschversuch gab. Was ist da los?
Sprecher 2: Ein Putschversuch gibt es nicht, ein konkretes Szenario auch nicht, aber man muss immer wieder klar machen, wenn Hendrik Wüst Auslandsreisen macht mit prominenten Gästen und dann auch noch gezielt im Vorfeld Hauptstadtkorrespondenten zu dieser Reise einlädt, nach dem Motto, das ist bedeutend, dann darf man sich auch nicht wundern, wenn diese Hauptstadtkorrespondenten dann nicht darüber schreiben, wie Hendrik Wüst Lukas Podolski getroffen hat in Polen, sondern ob Hendrik Wüst der mögliche Nachfolger von Friedrich Merz ist, der nun mal in Umfragen gerade in Deutschland... sehr, sehr kritisch beäugt wird.
Sprecher 3: Aber es ist ja eigentlich eine Binse, dass Hendrik Wöhrs beliebter ist als Friedrich Merz. Das ist seit mindestens zwei, drei, vier, fünf Jahren so. Und es ist auch eigentlich eine Binse, dass natürlich der CDU-Ministerpräsident aus dem einwohnerstärksten Bundesland immer ein Kandidat ist, um möglicherweise der nächste große Mann der CDU zu werden. Also warum wird aus dieser fast schon natürlichen Konkurrenz auf einmal... Eine Durchstoßlegende schon fast.
Sprecher 2: Zwei Dinge sind relevant. Erstens, Henrik Wüst ist der Antipode von Friedrich Merz. In der politischen Kommunikation, in der Empathie, in der... Auswahl der Themen in der Bündnisbildung, der schwarz-grüne, sanfte Moderator der Macht in Düsseldorf gegenüber dem durchaus auch mal rhetorisch übertreibenden Kanzler in Berlin. Das hat schon immer zu Friktionen geführt. Man erinnert sich an Sommer 2023 als ein gewisser Hendrik Wüst mit seinen Gastbeiträgen in der FAZ und dem Weckruf zu einer Politik der Mitte, der sanften Mitte. Friedrich Merz mit seiner scharfen Rhetorik angegriffen hat. Und damals war ein Friedrich Merz sehr erbost über diese Querschläge aus Düsseldorf. Also da sind zwei unterschiedliche Generationen, aber auch Politikmodelle zusammengekommen. Und nun ist halt Friedrich Merz gerade in der Fraktion, in der Partei, auch in der Bevölkerung natürlich sehr unter Druck. Ist doch klar, dass man auf Alternativen schaut. Das hat Hendrik Wüst mit seiner Auslandsreise und vor allem mit der Mitnahme von bundespolitischen Korrespondenten in Kauf genommen. Man hat es nicht... Aktiv betrieben, aber es ist doch klar, dass diese Berichte dann kommen.
Sprecher 3: Gut, man hätte das als Kanzler natürlich alles irgendwie ein bisschen diplomatischer, gelassener, souveräner abhandeln können, einfach sagen können, ja selbstverständlich gibt es jemanden, der 30 Jahre jünger ist als ich, der gerne Kanzler werden möchte. Klammer auf, irgendwann muss auch ein Friedrich Merz mal in Rente gehen, auch wenn er das selber nicht so gerne hören möchte. Also da hätte man viel, viel früher einfach sofort die Kohlen aus dem Feuer nehmen können und sagen können, ja selbstverständlich gibt es nach mir eine Zukunft. Wäre ja blöd, wenn man das nicht macht. Und das ist vielleicht nicht mein Lieblingskandidat, aber es ist der beliebteste Kandidat. Doch trotzdem bleibt ja die Frage, warum reagiert der Kanzler gerade jetzt in einer Zeit, in der er eh schon, wie du ja sagst, unter Druck steht, so empfindlich und gibt dann so... Ja fast schon übertrieben aggressive Zitate aus dem Kanzleramt frei, um sich selber irgendwie stark zu machen oder zu verteidigen.
Sprecher 2: Flo, weil Friedrich Merz sich nicht verbiegen will. Wir haben mit dem Umfeld des Kanzlers, mit sehr engen Vertrauten gesprochen und er ist ein impulsiver, ein emotionaler Politiker, der sich bestimmte Dinge nicht bieten lassen will. So wie er 2023 bei den ersten kleinen Ambitionen des Henrik Wüst gesagt hat, ich lasse mir das nicht bieten, macht doch euren Scheiß alleine. Das ist das Zitat, was bis heute kolportiert wird und nicht dementiert wurde. So hat er jetzt wieder gesagt, so geht es nicht in diesen geopolitischen unsicheren Zeiten. Und da hat er ja recht. In diesen Friktionen, die wir gerade weltpolitisch erleben mit Donald Trump, mit China, mit dem Nahen Osten, dann auch noch die Wirtschaftskrise in Deutschland, ist eine innerparteiliche Machtarithmetik nicht das Thema Nummer eins. Da hat er recht, ob man da souveräner darauf reagieren könnte, ja, wahrscheinlich. Aber es ist eben auch der alte Rivale. Das heißt, das Bündnis Wüst-März, das wird es so einfach nicht mehr geben. Der Rest ist am Ende auch mediale Normalität. Natürlich wird dann geschrieben über den relevanten möglichen Nachfolger, wenn der eine... in Schwierigkeiten gerät, aber ein konkretes Szenario gibt es nicht. Und deswegen haben wir uns überlegt, reden wir doch einfach mal mit jemandem, der dabei war, mit Henrik Wüst in Polen bei dieser Reise. Was wurde da wirklich diskutiert am Abend in den Hintergrundgesprächen? Alicia Menken, die Hauptstadtkorrespondentin des Fokus, war mit Henrik Wüst unterwegs. Sie ist diejenige, die als erste überhaupt das Szenario aufgeschrieben hatte. Der Mann nach März. Schön, dass sie heute bei uns im Podcast ist. Hallo Alicia.
Sprecher 6: Hallo.
Sprecher 2: Du hast Henrik Wüst in Polen begleitet. Was war dein Eindruck? Ist das der Mann nach März, der an den Zäunen des Kanzleramts rüttelt? Oder ist das alles etwas aufgebauscht?
Sprecher 6: Also ich finde schon, dass das alles ein wenig aufgebauscht ist. Aber natürlich, Henrik Wüst ist... Jemand, der sich jetzt schon wieder in Stellung bringt, der hat ja viele Monate ganz wenig gesagt und man merkt schon, dass sich das Team natürlich vorbereitet auf alle möglichen Szenarien. Ich glaube nicht, dass er jetzt tatsächlich daran arbeitet, Friedrich Merz aus dem Weg zu räumen, aber es wäre ja auch ein bisschen dumm, wenn er nicht zumindest so versucht, sein Profil ein bisschen zu stärken für eine Zeit nach Friedrich Merz. Und das war auch so mein Eindruck von der Reise, dass er eben an seinem außenpolitischen Profil arbeitet, dass er Erfahrung sammeln will im Ausland für was auch immer dann noch kommt.
Sprecher 2: Ja, und er hat ja auch explizit bundespolitische Journalisten wie dich eingeladen, die über Bundespolitik berichten. Also das Interesse der Wüstadministration, sage ich mal so, an dieser Berichterstattung ist ja... durchaus vorhanden gewesen oder würdest du das anders einschätzen?
Sprecher 6: Sicherlich, weil natürlich das Wüst-Team jetzt auch bestimmt nicht davon ausgegangen ist, dass wir jetzt da schreiben, was er alles genau in Polen gemacht hat, sondern natürlich sehen wir das und so habe ich das auch gesehen und auch so aufgeschrieben, schon diese Reise auch als Beleg dafür, dass er wieder jetzt mehr vorkommen will, dass er wieder mehr auftreten will in der Öffentlichkeit, sich auch mehr einmischen will in der Bundespolitik. Aber was wir jetzt ja gerade sehen, die Berichterstattung über einen angeblichen Kanzlertausch, das muss man sagen, kommt ja echt wie ein Boomerang zurück. Also das schadet Hendrik Wüst, glaube ich, gerade mehr, als dass es ihm nützt.
Sprecher 2: Du hast den Stein ins Rollen gebracht mit deiner Berichterstattung über die Kanzlertauglichkeit des Henrik Wüst und dass er der Mann nach März ist. Aber von konkreten Szenarien in den nächsten Monaten war bei dir nicht die Rede. Das kam allerdings im Nachgang, die nach unseren Recherchen auch eher Quatsch sind. Oder hast du inzwischen andere Erkenntnisse, dass... Dass doch alles früher kommen könnte bei Henrik Wüst und der möglichen Nachfolge von Friedrich Merz.
Sprecher 6: Naja, man weiß ja nicht, was passiert. Also es kann ja alles Mögliche passieren. Also ich kann mir schon auch vorstellen, dass wenn Friedrich Merz in einer super schwierigen Lage ist in den nächsten Monaten, vielleicht sogar eine Vertrauensfrage stellen muss, um die Reformen durchzubringen. Und wer weiß, ob er sie dann gewinnt. Aber ob dann tatsächlich ein Henrik Wüst der Nächste ist, der dann sagt, ich mache hier die Kamikaze-Aktion, ich gehe nach Berlin in diese unglückliche Koalition, um den Laden hier irgendwie wieder zusammenzuhalten, da würde ich mal in Frage ziehen. Zeichen dran machen. Denn für ihn ist es ja eigentlich die beste Situation, sich zurückzulehnen, zu gucken, dass diese Regierung dann irgendwie die nächsten Jahre noch durchhält und dann zu sagen, das klingt vielleicht ein bisschen zynisch jetzt, aber dann auch zu sagen, so, ich bin jetzt der Neue, ich werde jetzt ein neues Kapitel aufschlagen. Das ist ja für ihn viel attraktiver, als sich jetzt einwechseln zu lassen in eine Koalition mit der SPD, die keine Reform will, mit der CDU, die ja auch gespalten ist und einer CSU, die ja auch immer ihr eigenes Süppchen kocht.
Sprecher 2: Ja, und natürlich muss er erst einmal den Landtagswahlkampf im eigenen Land bestreiten und gewinnen. Wenn er das allerdings schaffen sollte, er ist immerhin fünf Jahre schon Ministerpräsident, und wenn er die schwarz-grüne Regierung bestätigt bekäme, dann ist doch eigentlich Henrik Wüst nicht mehr aufzuhalten im Frühjahr 2027, oder?
Sprecher 6: Ich glaube auch, dass wenn wir darüber sprechen, weil wir im März nachfolgen, stand jetzt, Henrik Wüst die besten Chancen hat. Klar, Markus Söder hat auch, glaube ich, diesen Traum vom Kanzleramt nie aufgegeben. Und ein Jens Spahn, dem wird das ja auch immer nachgesagt, aber der ist halt auch wiederum sehr unbeliebt in weiten Teilen der Bevölkerung. Und bei Markus Söder, der muss erstmal um seine eigene Position gerade kämpfen. Das heißt, Henrik Wüst hat die besten Karten. Er wird ja wahrscheinlich auch aller Voraussicht nach ein ganz gutes Ergebnis bekommen in Nordrhein-Westfalen, wenn jetzt noch nicht viel schief geht. Aber wie gesagt, ich habe schon das Gefühl, dass es gerade so ein bisschen sich auch so diese Geschichte von Friedrich Merz bei Wüst wiederholen könnte. Ja, bei Merz war es ja auch so, der war ja wie eine Art Mythos. Der wird hier die CDU retten, der wird hier wieder ein... ein Reformkanzler sein. Man sieht, dass er Schwierigkeiten hat. Und bei Henrik Wüst kann ich mir das auch vorstellen, weil in ihn wird ja jetzt auch gerade so viel hineininterpretiert. Der würde jetzt wirklich die CDU zusammenhalten. Der würde mit seiner empathischen Sprache auch das Land zusammenhalten können. Man weiß ja am Ende nicht, wie erfolgreich das dann tatsächlich wäre. Aber er hat tatsächlich die besten Karten, ihm irgendwann nachzufolgen.
Sprecher 2: Aber das wäre nochmal meine Abschlussfrage. Was würde ein Hendrik Wüst anders machen? Wie würde er anders regieren?
Sprecher 6: Er würde schon, denke ich, viel besser kommunizieren. Er ist ja eine Art Konsensministerpräsident. Er hat schon ein Händchen dafür, Debatten auch gut zu lenken und ist jetzt ja auch niemand, der einfach mal so einen raushaut. Und er hat natürlich auch das Personal, um, glaube ich, ein Kanzleramt ganz gut aufzusteigen. Also mit Nathanael Leminski als Staatskanzlerchef, der ja wirklich einen guten Ruf genießt in der CDU. Aber er hätte ja am Ende die gleichen Probleme wie Friedrich Merz. Also ja, ein Koalitionspartner, der nicht so richtig will. Er ist ja auch jemand, dem nachgesagt wird, der würde dann eine Merkel-Politik 2.0 machen. Also dann hätte er wiederum von dem konservativen Flügel der CDU Probleme und würde da Feuer kriegen. Also er würde besser auftreten wahrscheinlich, aber ob tatsächlich am Ende eine viel erfolgreichere Politik dabei rauskommen würde, ist fraglich.
Sprecher 2: Die Reaktion des Kanzleramts, die wir gestern ja bei uns aufgeschrieben haben, die zeigt ja auch, wie nervös Friedrich Merz auf seinen Nebenbruder da in Düsseldorf schaut. Ist dieses jetzt offensichtlicher gestörte Verhältnis zwischen dem wichtigsten Ministerpräsidenten und dem Kanzler, die auch noch beide aus dem gleichen Landesverband kommen, ein dauerhaftes Problem für die Stabilität der Union.
Sprecher 6: Das ist schon ein Problem, weil natürlich die Ministerpräsidenten eine wichtige Stütze sein müssten für den Bundeskanzler. Und ich finde auch, dass bei der Entlastungsprämie, die da dann gescheitert ist, das kann man verstehen, den Unmut. Aber es ist natürlich schon ein harter Tobak, dass die Ministerpräsidenten ihn dann auch so auflaufen lassen, das Kanzleramt so auflaufen lassen. Und das wird sich jetzt wahrscheinlich sofort vollziehen weiter, weil auch bei der Steuerreform kündigt sich das ja schon an, dass die Ministerpräsidenten da sagen, können wir gerne machen, aber nur, wenn ihr alles bezahlt. Und da ist jetzt nicht so ein richtig konstruktiver Modus. Ich finde es aber super spannend, wenn wir uns angucken, wie unterschiedlich Wüst und Merz reagiert haben. Ihr habt das ja aufgeschrieben, wie Merz auch reagiert hat und Wüst wurde ja auch nochmal darauf angesprochen. Und der hat dann nur gesagt, ob die Frage, ob er denn sich einwechseln lassen würde, er sei kein guter Fußballspieler. Also das ist ja schon so interessant unterschiedlich. Der eine so ganz cool, der andere lässt sich so sehr stark aufregen durch die ganze Sache. Da sieht man schon, glaube ich, wie unterschiedlich die auch im Regieren sind.
Sprecher 2: Immerhin ist Henrik Wüst ein guter Handballspieler gewesen. Auch dort kann man sich einwechseln lassen. In diesem Sinne, Alisha, vielen Dank für deine Einschätzung, für deine exzellenten Recherchen, für den Fokus und für das kurze Interview heute. Vielen Dank.
Sprecher 6: Sehr gerne, danke auch.
Sprecher 3: Wer gerne verreist und trotzdem online bleiben möchte, für den gibt es jetzt Saili, den neuen eSIM-Service von den Machern von NordVPN. Saili bietet hunderte von flexiblen Datenpaketen für über 200 Reiseziele. So hast du immer einen sicheren und zuverlässigen Internetzugang, während du unterwegs bist. Und das Beste, du schützt gleichzeitig deine Privatsphäre. Mit dem integrierten Sicherheitsfeature kannst du deinen virtuellen Standort wechseln, bösartige Werbung blockieren und bleibst dank Webschutz auch unterwegs sicher online. Einfach nur die App downloaden, ein Datenpaket für dein Reiseziel auswählen und den Anweisungen in der App folgen, um die eSIM zu installieren. Das war's schon. Dann kannst du nach deiner Ankunft am Ziel sofort lossurfen, denn die Saili eSIM verbindet sich automatisch mit dem lokalen Netz. Erhalte einen exklusiven 15% Rabatt auf dein erstes Saili eSIM Datenpaket. Lade jetzt die Saili App herunter und nutze den Code TABLETODAY beim Checkout vor der nächsten Reise.
Sprecher 2: Friedrich Merz war schon da, Johann Wadephul war schon da, jetzt auch die Wirtschaftsministerin Katharina Reiche. Ein schwieriger Balanceakt, sie musste nach China, das Land, das überhaupt offensichtlich kein Interesse mehr hat, deutsche Maschinenbau- oder Autoprodukte einfach immer weiter wegzukaufen und gleichzeitig mit staatlichen Subventionen und Strategien den Markt in Europa mit günstigen Produkten zu überschwemmen. Also eine schwierige Reise der Ministerin mit einer großen Wirtschaftsdelegation und mit viel Erwartungen.
Sprecher 3: Ja, es ist halt einfach ein Dilemma. China ist und bleibt wahrscheinlich auf lange Zeit einer der wichtigsten Handelspartner für uns. Allein im letzten Jahr, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, gab es ein Handelsvolumen zwischen den beiden Ländern von über 250 Milliarden Euro. Wobei die Gewichtung dann doch relativ eindeutig ist. China hat Waren im Wert von 170 Milliarden Euro nach Deutschland exportiert. Andersrum waren es dann nur Waren im Wert von 80 Milliarden Euro. Also der Wachstumsmarkt China für die deutsche Industrie, die Geschichte ist auserzählt. Trotzdem gibt es eine gewisse Abhängigkeit von beiden Ländern zueinander, denn ohne einander kann man dann auch wieder nicht wirtschaftlich erfolgreich sein.
Sprecher 2: Ja, und es ist immer wieder das Gleiche, was diese Mitglieder der Wirtschaftsdelegation sagen. Level playing field. Sie wollen faire Bedingungen, faire Rahmenbedingungen, wie sie in China investieren und auch unternehmerisch tätig sein können. ist der Wunsch gewesen an Katharina Reiche. Sie hat eine große, relevante Delegation gehabt. Und wir haben unseren Korrespondenten in China, der sie begleitet hat bei ihrer Reise. Der Mann heißt Jörn Petring und schön, dass er heute da ist. Hallo Jörn.
Sprecher 7: Hallo Michael.
Sprecher 2: Jörn, erste Frage. Wie wurde Katharina Reiche denn im Reich der Mitte in China begrüßt? War es ein freundlicher Empfang?
Sprecher 7: Ja, das war ein freundlicher Empfang, muss man sagen. Reiche hatte in Peking gute Termine. Sie sprach mit Handelsminister Wang Wentao und war bei der wichtigen Reform- und Entwicklungskommission. Aber dann gab es eben auch einen langen Termin mit dem Vizeministerpräsidenten He Lifeng. Der ist in China bei Handelsfragen ganz zentral. Das zeigt also, die Chinesen haben den Besuch ernst genommen. Ich hatte das Gefühl, dass die Chemie schon gepasst hat. Und es war auch ein klarer Kontrast zu einigen Ministerbesuchen der vergangenen Jahre. Da war die Atmosphäre ja bekanntlich auch mal eher abgekühlt. Also nach dem Besuch von Friedrich Merz im Februar und jetzt Reiche sieht man ziemlich klar, dass sowohl Berlin als auch Peking Interesse an einer Art Reset der Beziehung haben. Reiche hat dann auch gesagt, dass ihr die Chinesen zugesagt hätten, einige Sorgen deutscher Unternehmen umgehend zu bearbeiten und es sei vereinbart worden, die sogenannte gemischte Wirtschaftskommission wiederzubeleben, also ein Gesprächsformat, in dem Probleme künftig regelmäßiger auf den Tisch kommen sollen.
Sprecher 2: Ein Reset der Beziehung, sagst du das? Das klingt natürlich gut. Welche Punkte hat sie denn machen können als deutsche Wirtschaftsministerin? Wie hat sie sich insgesamt geschlagen?
Sprecher 7: Ich würde sagen, souverän, sie hat die wichtigen Probleme angesprochen, aber in einem Ton, der in China gut funktioniert. Also nicht mit öffentlicher Konfrontation, sondern erst mit Respekt und Lob und erst dann auch mit klaren Forderungen. Sie hat zum Beispiel China für seine wirtschaftliche Dynamik gelobt und gesagt, dass das Land die Fähigkeit habe, Innovation sehr schnell zu skalieren. Dann sagte sie aber auch sofort, dass China auf diese Art Märkte bestimmen könne. In Peking versteht man so eine Wortwahl. Dann hat sie aber auch die Probleme auf den Tisch gelegt. Seltene Erden, Lieferketten, Marktzugang. Sie sagte, deutsche Unternehmen scheuen keinen Wettbewerb, aber es müsse eben fair zu gehen. Das war also ein guter Ton. Freundlich, aber auch nicht naiv. Ob daraus auch Lösungen werden, ist dann natürlich nochmal eine andere Frage.
Sprecher 2: Interessant ist ja immer, welche Reiseorte gewählt werden. Meistens stecken dahinter politische Botschaften. Jetzt war die Ministerin in Guangzhou als zweiten Ort ihrer Reise. Warum?
Sprecher 7: Reiche ist dort in eine der dynamischsten Regionen Chinas gereist, die Greater Bay Area. Dazu gehören Städte wie Hongkong, Shenzhen und eben Guangzhou. Zusammen bilden sie ein riesiges wirtschaftliches Kraftzentrum. Die Delegation war unter anderem bei Ehang. Das ist ein Unternehmen aus Guangzhou, das autonome Flugtaxis entwickelt. Es war also ein Blick in die Zukunft und auch auf das, was China industriepolitisch so vorhat. Also neue Mobilität, autonome Systeme und künstliche Intelligenz. Das passte auch ganz gut zu reiches Interesse. Sie wollte nicht nur über Probleme reden, sondern auch verstehen, was hier technologisch eigentlich los ist. Und zumindest bei der deutschen Delegation, also den deutschen Wirtschaftsbossen, die mitgereist sind, schien das auch auf Zustimmung zu stoßen.
Sprecher 2: Gab es wirklich harte Konfliktfelder, die nicht ausgeräumt werden konnten?
Sprecher 7: Ja, und die wurden besonders an einer Stelle ziemlich deutlich. Der wichtigste Streitpunkt war die Handelspolitik der EU. In Brüssel wird ja gerade über eine härtere Gangart gegenüber China diskutiert. Und Chinas Handelsminister Wang hat sich sehr deutlich beschwert bei Reiche, dass die EU aus Pekings Sicht immer mehr protektionistische Maßnahmen auf den Weg bringe. Er sagte, diese Maßnahmen beeinträchtigten die Zusammenarbeit. Und man sieht es hier auch in China seit einigen Wochen. Wie die Staatspresse die Debatte in Brüssel scharf angeht. Pekings Botschaft ist, macht es auf keinen Fall, sonst drohen Konsequenzen. Und sie wollten jetzt den Besuch von Reiche nutzen, um Einfluss auf die deutsche Position zu nehmen. Wobei unklar scheint, ob Berlin diese Position überhaupt schon gefunden hat. Reiche sprach kurz vor ihrem Rückflug von einer ausbalancierten Position. Man wolle einerseits Schutzinstrumente, aber auch Offenheit für Handel und Export müssten eben erhalten bleiben.
Sprecher 2: Vielen Dank, lieber Jürgen. Flo, war noch was?
Sprecher 3: Mick, du als Weinliebhaber, gute Nachrichten für dich. Der Weinanbau ist tatsächlich umweltschonend, zumindest unter gewissen Bedingungen.
Sprecher 2: Das freut mich sehr. Vor allem offenbar geht es um mein Lieblingsland Österreich und die Weinproduktion dort.
Sprecher 3: Ja, in Österreich hat man tatsächlich jetzt den ökologischen Weinanbau deutlich vorangetrieben. Also Weinberge, die dann wenig bis gar keine Pestizide mehr benutzen. Und das führt natürlich dazu, dass, klar, wenn man keine Pestizide benutzt, mehr Insekten wieder zurück in die Weinberge kommen. Was im ersten Moment nicht mal so positiv klingt. Aber mit den Insekten kommen auch tatsächlich seltene Vögel zurück. Und zwar der Wiederhopf, der dann sagt, klasse, hier gibt es wieder neue Insekten, neues Futter für mich, also siedle ich mich hier an. Und in den letzten Jahrzehnten war der Wiederhopf nur ganz, ganz selten in den Weinbergen zu sehen, also eher als Ausnahme, mittlerweile wieder fester Bestandteil. Und so kann man sagen, hat man durch den Verzicht auf Pestizide die natürlichen Jäger wieder angelockt, die als natürliches Pestizid dienen, wenn man so möchte. Und somit hat man... Biologisch gut angebauten Wein, der lecker schmeckt und gleichzeitig auch noch was fürs Ökosystem getan.
Sprecher 2: Der Wiedehopf, der Wiedehopf, der bringt der brautenden Blumentopf. Das freut mich natürlich, dass wir hier die Vogelhochzeit noch in diesem Podcast bringen können. Generell freut mich insgesamt, wenn wir biologische Weine selbstverständlich in Maßen genossen. Möglichst säurearm und lecker. Hier bewerben in diesem Sinne. Schön, dass Sie heute bei uns waren. Freuen Sie sich auf unseren Podcast-Spezial aus Mallorca von der Wirtschaftskonferenz Neudenken mit wirklich spannenden Persönlichkeiten aus der Politik, aus der deutschen Wirtschaft am Samstag hier bei uns. Bis dahin. Ciao, ciao. Ciao.
Sprecher 8: My summer wine is really made for me. Take off your silver spurs and help me pass the time. And I will give to you some wine. Summer wine.
Sprecher 9: When I woke up, the sun was shining in my eyes. My silver spurs were gone, my head felt twice its size. She took my silver spurs, a dollar and a dime. And left me craving for more summer wine. Oh, summer wine.
Sprecher 8: My summer wine is really made for me. Silver spoon, help me pass the time. Summer wine. Summer wine.