Muss die EU mit Putin verhandeln?
Dauer: 24:22

Muss die EU mit Putin verhandeln?

Europa sucht einen Vermittler für Gespräche mit Wladimir Putin. Britische Medien bringen zwei Namen ins Spiel: Angela Merkel und Mario Draghi. Die österreichische Außenministerin Beate Meinl-Reisinger hat bei Table Today bereits öffentlich für einen EU-Sondergesandten plädiert – und Außenminister Johann Wadephul denkt intern in dieselbe Richtung. [03:40]

Nils Aldag ist CEO von Sunfire – einem der führenden Wasserstoffunternehmen weltweit. Sein Urteil über den schleppenden Wasserstoffhochlauf ist eindeutig: politisches Versagen. Die nötigen Nachfrageanreize wurden nie geschaffen.

Aldag rechnet vor: Zwischen 2021 und 2024 hat Europa allein wegen des Ukraine-Kriegs 930 Milliarden Euro zusätzlich für fossile Energieimporte ausgegeben. Seine Schlussfolgerung: „Wir leisten uns eine unglaublich hohe Rechnung, um weiterhin fossile Energie von außen zu beziehen – und argumentieren, dass nicht genug Geld da ist, um im Inland erneuerbare Energie zu produzieren."

Bei der chinesischen Konkurrenz gibt sich Aldag gelassen: Bei der Elektrolyse liege Europa noch vorne. [06:50]

Die EU und die USA haben sich auf die Details des Zoll-Deals geeinigt, den Ursula von der Leyen und Donald Trump in Turnberry ausgehandelt hatten. US-Industriezölle sollen fallen, amerikanische Agrarprodukte leichteren Marktzugang bekommen – und Europa verpflichtet sich zu Energieeinkäufen in dreistelliger Milliardenhöhe. [01:39]

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Transkript

Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.

Sprecher 2: Der Führerschein wird billiger. Die Koalition einigt sich auf ein Zivilschutzkonzept und findet dafür 10 Milliarden Euro und zeigt damit, dass sie doch noch arbeitet. Aber Donald Trump eben auch und er bekommt, was er will. Der Zolldeal kommt mit einem Sicherheitsmechanismus. Wie das geht, das hören Sie gleich bei uns.

Sprecher 3: Im Osten wenig Neues, jedenfalls nichts Gutes in der Ukraine. Da tobt weiter ein blutiger Stellungskrieg. Und Chinas Staatschef Xi Jinping hat nichts Besseres zu tun, als seinem Freund Wladimir Putin bei dessen Besuch in Peking zu sagen, dass alles wunderbar ist und man selbstverständlich gemeinsam Frieden auf der Welt sucht. Kein Wörtchen der Kritik. Nun denn, die EU muss trotzdem sich überlegen, wie sie mit Putin irgendwann mal selbst verhandelt. Und wer das machen könnte, da bewegt sich einiges hinter den Kulissen. Wir klären sie auf.

Sprecher 2: Und dann geht es nochmal um China. Das Land im fernen Osten drückt beim Thema Wasserstoff nämlich ordentlich aufs Gaspedal. Ein schiefes Bild, aber sei es drum, Sie verstehen, was ich meine. Also China will auch hier in absehbarer Zeit Weltmarktführer werden. Was genau geplant ist und ob man in Deutschland ähnliche Pläne hat, darüber sprechen wir gleich mit Nils Aldag, dem CEO von Sunfire, einem der global führenden Unternehmen im Bereich Wasserstofftechnologien.

Sprecher 3: Einfach mal rausgehen in die Natur. Wer das regelmäßig macht, ist zufriedener als andere. Jetzt ist es auf. auch wissenschaftlich bestätigt worden. Darum geht es bei uns auch noch an diesem Donnerstag, den 21. Mai.

Sprecher 4: We have good news. We've reached a deal. It's a good deal for everybody, I believe.

Sprecher 5: We have a trade deal between the two largest economies in the world. It's a huge deal.

Sprecher 4: Yeah.

Sprecher 5: It was tough negotiations. I knew it at the beginning, and it was indeed very tough. But we came to good conclusions from both sides. So again, congratulations and many thanks.

Sprecher 2: Im vergangenen Juli sollte doch eigentlich alles vorbei sein. Turnberry-Deal zwischen Ursula von der Leyen und Donald Trump. Der Zollstreit abgeräumt, aber er schwelte doch noch eine ziemlich lange Zeit.

Sprecher 3: Bis zum 4. Juli hatte die EU Zeit, die Forderung von Trump, die er nachträglich noch erhoben hatte, zu erfüllen. Jetzt erst die Einigung. Die wichtigsten Punkte, Helene, müssen wir nochmal nennen. Zölle auf US-Industriegüter sollen komplett abgeschafft werden. US-Meeresfrüchte und Agrarprodukte sollen einen einfachen Marktzugang in die Europäische Union bekommen.

Sprecher 2: Außerdem geht es um Energie, nämlich Europa verpflichtet sich zu Investitionen in die Wirtschaft und eben vor allem zum Kauf von amerikanischem Öl und Gas für hunderte Milliarden Euro.

Sprecher 3: Der gesamte Zolldeal soll bis zum 31. Dezember 2029 laufen, aber dann auch auslaufen, also ein Jahr nach der Einigung. Nächsten Präsidentschaftswahlen. In Wahrheit kann ein neuer US-Präsident all das nochmal wieder aufknüpfen. Bis dahin herrscht jetzt immerhin Planungssicherheit, auch wenn es schmerzhaft ist. Auch das will die Wirtschaft ja unbedingt wissen, woran sie sind.

Sprecher 2: Ja, Planungssicherheit ist allerdings ein großes Wort in diesem Zusammenhang, denn das alles gilt nur, wenn sich auch die Amerikaner vollständig an die Abmachung halten. Auch da wissen wir alle, hat es bisher Probleme gegeben und ob Donald Trump wirklich jemand ist, mit dem man planen kann, das steht noch einmal auf einem ganz anderen Blatt.

Sprecher 3: Ausgerechnet der Kriegstreiber Wladimir Putin lässt sich in Peking von seinem Kumpel Xi Jinping feiern als möglicher Stabilisator auf der Weltpolitik und Friedensbringer in der Ukraine. Kein Sterbenswörtchen zu seinen Angriffen. Aber sein jüngster Vorschlag, einen Vermittler zu finden zwischen Europa und Russland und auch wieder direkt mit Europa zu verhandeln, der findet Anklang. Zumindest in einigen europäischen Staatskanzleien und Regierungszentralen hinter den Kulissen beim Außenministerrat war das Hauptthema. Helene, wer macht es? Wer könnte es machen? Und die Bundesregierung muss sich langsam auch mal überlegen, wer es machen könnte.

Sprecher 2: Ja, zwei Namen werden in britischen Medien jetzt diskutiert. Die eine ist Angela Merkel. Die hat einerseits Zeit, könnte man sagen. Sie kennt Wladimir Putin gut, sie spricht Russisch. Aber ist sie dazu wirklich bereit? Ist sie die Richtige? Da kann man drüber streiten. Der andere Name, auch ganz interessant, ist Mario Draghi, ehemaliger italienischer Ministerpräsident und vor allem EZB-Präsident gewesen, also Präsident der Europäischen Zentralbank. Das sind also die beiden Namen, über die derzeit spekuliert wird. Man könnte jetzt sagen, das sind naheliegende Namen, aber oft ist es ja so, dass gerade das, was naheliegend ist, am Ende dann doch anders kommt.

Sprecher 3: Ja, und auch Johann Wadephul hat ja hinter den Kulissen schon gesagt, man muss sich überlegen, wer und wie es ist. machen könnte und spricht auch von einem Sondergesandten aus seiner Sicht, der schon mal vorfühlen könnte im Kreml, wie es am Ende aussehen könnte, dieses Verhandlungsteam. Und die österreichische Außenministerin hat es sogar bei uns im Podcast kürzlich, Beate Meinl-Reisinger, heißt die Dame, öffentlich gemacht und klar gesagt, wir brauchen jetzt dieses Team oder den Sondergesandten. Hören wir nochmal kurz rein, was sie gesagt hat.

Sprecher 6: Um am Tisch zu sitzen, müssen wir selber bereit sein, mit Russland zu reden. Und deshalb bin ich der Meinung schon lange, dass die EU ein Verhandlungsteam oder einen Sondergesandten, das ist mir relativ gleich, nominieren sollte, um in diese Gespräche zu gehen. Ich habe immer dazu gesagt, solange Russland nicht wirklich bereit ist, ernsthaft zu verhandeln, Nützt dir der beste Sondergesandte nichts dabei. Aber wir müssen bereitstellen. Und ich sehe, es kommt ja eine gewisse Dynamik rein. Und das halte ich schon für richtig. Denn Gesprächsverweigerung ist meines Erachtens auch kein Zugang.

Sprecher 2: Ja, man könnte sagen, die Position der Europäer ist gestärkt oder die Last auf die Europäer ist höher, je nachdem, wie man es redet und wendet. Denn Fakt ist, Donald Trump und damit die USA haben sich fast komplett zurückgezogen aus diesem Konflikt. Wir wissen es, Trump ist jetzt mit Iran beschäftigt, hat auch da jede Menge Probleme. So, und natürlich ist der Druck sowohl auf Russland als auch auf die Ukraine unglaublich groß. Aber auch über Russland, darüber reden wir nicht so viel, weil es da auch schlicht wenig Zahlen gibt. Aber natürlich sind die Todeszahlen so hoch, dass die wirtschaftlichen Schäden mittlerweile durch die Sanktionen... und so weiter, dass es auch Analysten gibt, die sagen, Russland hat auch ein Interesse, sich nun zu bewegen.

Sprecher 3: Auch EU-Ratspräsident Antonio Costa hat jetzt offiziell die Staats- und Regierungschefs aufgefordert, sich auf mögliche Gespräche vorzubereiten. Dieses Thema wird uns hier also noch länger beschäftigen.

Sprecher 2: Die Bundesregierung hat eine Wasserstoffstrategie. Das soll eigentlich der Kraftstoff der Zukunft sein. Klimaneutral hergestellt wäre das ein Wundermittel für alles Mögliche. Aber das H2, das wir in Deutschland verfügbar haben, das ist derzeit einfach noch sehr teuer.

Sprecher 3: Ja, und es war die Physikerin Angela Merkel, die im Jahr 2020, also immerhin schon sechs Jahre her, dieses häufigste und leichteste und zugleich einfachste Element im Universum, denn übrigens 93 Prozent aller Atome sind Wasserstoffatome, zu einer Strategie hat entwickeln lassen. Und das Ziel der damaligen Bundesregierung war es, ein 4500 Kilometer langes Wasserstoffnetz durch andere EU-Länder, 1800 Kilometer Länge in Deutschland. Naja, wenn wir jetzt mal sechs Jahre weiter schauen, wie viel haben wir denn eigentlich? Das längste Wasserstoffnetz ist im Ruhrgebiet 240 Kilometer. Viel passiert ist nicht, es ist eben kompliziert.

Sprecher 2: Es ist kompliziert und in Deutschland ist vieles eben noch mal komplizierter. Schauen wir mal kurz, wie die Chinesen das machen. Dort soll bis zum Jahr 2030 eine Flotte von 100.000 Wasserstoff-Nutzfahrzeugen auf den Straßen unterwegs sein. Wird gerade ein Netz von 3000 Wasserstofftankstationen aufgebaut. Naja, Chinas Regierung unterstützt den Markt mit Subventionen und Kaufanreizen, bis man technologisch zum Weltmarktführer geworden ist. Also eine gelenkte Wirtschaft, das ist klar. Aber man muss es auch so sagen, sehr viel Wumms dahinter, dass diese Dinge passieren. Und das geht in der Diktatur leichter. Das soll kein Plädoyer für Diktaturen sein, sondern einfach darstellen, wir sind in einer vollkommen ungleichen Situation.

Sprecher 3: Und alles ist eben in China übrigens auch weiterhin das fossile Verfeuern von Energie, aber auch eben die Investitionen in die Wasserstofftechnologie. Alles ist gigantischer, größer und schneller. Dieses Wasserstoff muss bei minus 253 Grad Celsius übrigens verflüssigt werden, um es transportierbar zu machen. Es ist alles und dann in einem komplexen europäischen Staatenverbund nicht wirklich einfach. Aber Deutschland will ranbleiben und es braucht vor allem diesen grünen Wasserstoff, den es in der Lkw-Antrieb, in der Schifffahrt unbedingt geben soll, weil er dort den fossilen Antrieb irgendwann ersetzen kann.

Sprecher 2: Ja, all diese Ziele, die sind auch in der nationalen Wasserstoffstrategie so festgelegt. Bis 2030 soll Deutschland Leitanbieter für Wasserstofftechnologien werden, aber es ist noch nicht genug passiert. Da sind sich alle einig. Und einer, der das ändern will, der den Wasserstoff in Deutschland vorantreiben will, ist Nils Aldag, der CEO von Sunfire, einem der weltweit führenden Wasserstofftechnologien. Technologiehersteller. Und Lukas Knege, unser Kollege vom Climate Table, hat mit ihm gesprochen, was es braucht, damit Europa mit China beim Thema Wasserstoff mithalten kann.

Sprecher 7: Nils Eidach, CEO von Sunfire, einem der wichtigsten Elektrolyseurhersteller in Europa. Willkommen bei Table Today.

Sprecher 8: Ich freue mich riesig, hier zu sein. Vielen Dank.

Sprecher 7: Herr Aldag, wir leben in energiepolitisch aufreibenden und aufregenden Zeiten. Die Nachfrage nach erneuerbaren Energieträgern müsste eigentlich höher sein denn je. Dennoch stockt der Wasserstoffhochlauf. Was besonders Ihre Industrie und Ihr Produkt soll eigentlich dabei helfen, genau das zu beschleunigen. Woran liegt das?

Sprecher 8: Erstmal ist es in der Tat verwunderlich, wenn man sich anschaut, wie viel wir in den aktuellen Krisen an zusätzlichen Kosten auf uns nehmen, um die Beschaffung fossiler Energie weiterhin aufrechtzuerhalten. Um das konkret zu machen, die zusätzlichen Kosten der Beschaffung von Erdöl und Erdgas. Zwischen 2021 und 2024 hat uns aufgrund des Ukraine-Kriegs in Europa 930 Milliarden Euro zusätzlich gekostet. Das heißt, wir leisten uns eine unglaublich hohe Rechnung, um weiterhin fossile Energie von außen zu beziehen und argumentieren teilweise, dass nicht genug Geld da ist, um im Inland oder in Europa erneuerbaren Strom, aber auch erneuerbare Moleküle zu produzieren. Das ist erstmal nicht so richtig nachvollziehbar. So, beim Thema Wasserstoff ist es so wie bei jeder neuen Technologie. Technologie, dass bestimmte Dinge passieren müssen, damit diese neuen Technologien gerade im Energiesektor ihren Weg in den Markt finden. Jede neue Technologie ist am Anfang etwas teurer und braucht deswegen gewisse Unterstützung oder gewisse Randbedingungen, um ihren Weg in den Markt zu finden. Und das unterteile ich gerne in So vier unterschiedliche Bereiche. Diese Technologien brauchen initial eine unterstützte Nachfrage. Dann brauchen wir eine Infrastruktur, also Gasnetze oder im Fall von Strom, Stromnetze, um die Energie zu transportieren. Wir brauchen die Hersteller der Anlagen, Unternehmen wie unser Unternehmen. Und dann brauchen wir Rahmenbedingungen, unter denen diese ganzen Anlagen betrieben werden können. Da ist insbesondere bei der Schaffung der Nachfrage in den letzten fünf Jahren nicht ausreichend getan worden. Man hat 2020 eine Ambition formuliert, Deutschland will Vorreiter im Bereich Elektrolyse sein, will Leitmarkt für Elektrolyseure sein und das zu einem Exportprodukt machen. Man hat damals gesagt, und dafür wollen wir Wasserstoff in der Stahlindustrie, in der Chemieindustrie, in Raffinerien einsetzen. Und von den unterschiedlichen Nachfrageanreizen, die dort diskutiert worden sind, ist bislang nur eins in deutsches Recht umgesetzt worden. Das ist die sogenannte Treibhausgasminderungsquote, die basiert auf der Europäischen Erneuerbaren Energienrichtlinie. Das ist noch zu wenig und aus unserer Sicht der Hauptknackpunkt, warum es im Markt stagniert. Aber das ist so der Hauptgrund, warum es da noch stockt.

Sprecher 7: Aber liegt das daran, dass die Ziele von Anfang an zu hoch gesteckt waren oder stimmen die Rahmenbedingungen? in der Umsetzung aktuell nicht.

Sprecher 8: Es sind definitiv die Rahmenbedingungen, die nicht schnell genug umgesetzt werden. Die Hersteller wie Sunfire, unser Unternehmen, aber auch andere deutsche Hersteller wie Siemens Energy und ThyssenKrupp Nucera haben sich im Vertrauen darauf, dass diese Nachfrage geschaffen wird und dass dieser Anspruch... Leitmarkt für Elektrolyseure in der Welt zu sein, dass der auch tatsächlich realisiert wird. Wir haben daraufhin gemeinschaftlich, jeder für uns, aber gemeinschaftlich in Produktionskapazitäten, in Ausführungskapazitäten investiert und wären in der Lage gewesen, das ursprüngliche Ziel von bis zu 10 Gigawatt an installierter Elektrolyseleistung in 2030, sind ein Äquivalent von etwa 10 Atomkraftwerken oder 10 bis 15 große europäische Städte vom Energiebedarf, um das ein bisschen greifbar zu machen, das hätten wir liefern können. Jetzt ist es so, dass diese Treibhausgasminderungsquote für etwa 5 Gigawatt in 2032 sorgen wird, also zwei Jahre später für die Hälfte des Volumens. Und das ist faktisch einfach zu wenig und daran hapert es.

Sprecher 7: Es gibt ja auch noch beispielsweise die Biotreppe, die jetzt im Gebäudemodernisierungsgesetz festgeschrieben wurde. Sind das die richtigen Stellschrauben, um die Industrie zum Hochlauf zu bewegen und auch Investitionen anzureizen?

Sprecher 8: Das, was dort gemacht worden ist, dass man gesagt hat, man öffnet den Spielraum an Technologien, die dort eingesetzt werden können. Aber wenn man in Anführungsstrichen alte Technologien, also Gasheizung einsetzt, dann muss man über die Jahre... immer mehr erneuerbare Energie einsetzen. Das Rational dahinter kann ich verstehen. Das wird wahrscheinlich in großen Teilen durch biogene Gase abgedeckt werden. Das heißt, es ist für grünen Wasserstoff gar nicht so ein zentraler Markt. Wenn da ein bisschen grüner Wasserstoff darüber seinen Weg in den Gebäudesektor findet, habe ich damit offengestanden kein Problem. Da ist das auch, glaube ich, gesellschaftlich kein großes Thema. Aber der Fokus sollte bei grünem Wasserstoff schon auf der Industrie und auf Langstreckenverkehr liegen, also auf Stahl, auf Chemie, auf Luftverkehr und auf Schifffahrt. Wir brauchen Instrumente, die die Dekarbonisierung der Industrie und vor allen Dingen auch die Steigerung der Unabhängigkeit, also der Resilienz Europas und Deutschlands stärken. Also insofern Biotreppe nicht so ganz relevant für uns wahrscheinlich. Im Prinzip erstmal ein richtiger Gedanke. Die Ambition ist niedriger als das, was die Regierung vorher dort vorgeschlagen hatte. Und das ist vielleicht ein bisschen ein Problem.

Sprecher 7: Stichwort Resilienz. Chinesische Akteure dringen ebenso auf den Markt wie europäische. Wie sehen Sie die chinesische Konkurrenz derzeit?

Sprecher 8: Für den Elektrolyse-Sektor bin ich wirklich sehr, sehr hoffnungsvoll. Wir haben uns in den letzten Wochen und Monaten ganz intensiv mit China beschäftigt und wir sehen ganz klar, dass chinesische Hersteller keinen technologischen Vorsprung haben, sondern teilweise noch mit Herausforderungen zu kämpfen haben, die ganz woanders sind als die, die wir heute haben. Auch der chinesische Markt ist aktuell noch nicht größer oder weiterentwickelt als der europäische Markt. Hier passiert unglaublich viel, das wissen die meisten Menschen gar nicht. Aber es kommen jetzt langsam große Projekte in Spanien. In Finnland, in Deutschland, auch in den Niederlanden, wo wir gerade sind. Also da passiert schon eine ganze Menge. Bei der Elektrolyse sind wir noch vorne dran. Und ein ganz wichtiger Punkt für mich ist, Wir sehen seit Anfang der 2000er, dass wir Stück für Stück immer mehr Industrien an China abgeben. Wir können schleichend hinnehmen, dass das weiter so passiert und sagen, Welthandelsregeln sollten aufrechterhalten bleiben und wir dürfen die Chinesen nicht zu stark provozieren. Meine Bitte oder mein Wunsch wäre, in bestimmten strategischen Sektoren klarere Kante zeigen, mehr Abschottung zeigen, wenn wir dort... Industrien in Deutschland und Europa behalten wollen.

Sprecher 7: Sprich Subventionen für Made in Europe und nicht mit der Gießkanne an ganze Industriesektoren, die dann auch von außerhalb kommen könnten.

Sprecher 8: Ich würde da in dem Kontext nicht von Subventionen sprechen, sondern ich würde in dem Kontext wirklich sagen, jedes Projekt, das in irgendeiner Form staatlich ausgeschrieben wird oder dann irgendeine Form von Fördermitteln bekommt, kann ausschließlich an europäische oder deutsche Hersteller vergeben werden. Es ist nicht nachvollziehbar, dass deutsches oder europäisches Steuergeld zum Hochlauf der Produktionskapazitäten in China führt. Dediziert auch deutsche und europäische Anlagen für deutsche und europäische Projekte definieren in strategisch wichtigen Märkten, halte ich für den einzig richtigen Schritt.

Sprecher 7: Wie sehen Sie denn die aktuelle Energiepolitik der Bundesregierung? Die sendet ja manchmal so ein paar Mixed Messages. Auf der einen Seite soll Wasserstoff als Energie trinken. der Zukunft fossile ersetzen. Und auf der anderen Seite soll aber auch blauer Wasserstoff mit Hilfe von fossilen Energien zum Übergang oder auch länger zum Einsatz kommen. Ergibt das im Hinblick auf die Klimaziele Sinn?

Sprecher 8: Langfristig wird grüner Wasserstoff die günstigste Form von Wasserstoff sein. Das wird genauso ablaufen wie auch bei Wind und Solar, wo man früher gesagt hat, das ist alles zu teuer, fossile Energie wird immer günstiger sein. Warum macht man nicht irgendwie CO2-Abscheidung mit fossiler Energie? Stimmte nicht für Solar- und Windstrom und das wird auch für grünen Wasserstoff nicht stimmen. Deswegen halte ich persönlich nichts davon. In Anführungsstrichen Übergangslösungen zu schaffen, wo man Erdgas vom CO2 befreit. Dazu kommt eben dieses massive Argument der Reduktion der Abhängigkeiten, die man mit dem blauen Wasserstoff nicht löst. Wir müssen uns loseisen von fossilen Importen oder die möglichst reduzieren, um diese Zusatzrechnungen, die wir aktuell ständig bekommen, wenn eine neue Krise kommt, nicht mehr zu haben. Ich finde es aber auch okay, dass in der Bundesregierung dieses Dreieck zwischen Nachhaltigkeit, Bezahlbarkeit und Unabhängigkeit auch diskutiert wird und man darauf achtet, dass das nicht völlig aus der Balance gerät. Das ist ja, glaube ich, das Hauptargument, das die aktuelle Bundesregierung verwendet, um zu sagen, warum man trotzdem eben immer noch auf bestimmte fossile Energieträger setzt. Das ist aber für mich eben kein Widerspruch, weil es geht ja auch nicht darum, nur auf günstige Energie zu setzen und auf Kosten zu achten, sondern es ist ein Dreieck, wo alle Ecken gerichtet sind. berücksichtigt werden müssen. Insofern etwas mehr Bezahlbarkeit für mich in Ordnung, unter der Voraussetzung, dass man trotzdem mutig bei grünem Wasserstoff und anderen wichtigen Technologien der Zukunft weiterschreitet. Herr Aldag, vielen Dank für das Gespräch. Hat mich sehr gefreut. Dankeschön.

Sprecher 2: Lieber Mick war noch was.

Sprecher 3: Rausgehen in die Natur, das Handy mal zur Seite legen, das tut nicht nur uns beiden gut, sondern allen Menschen. Und es führt übrigens dazu, liebe Lene, dass wir dann insgesamt auch zufriedener mit uns selbst sind. Das ist das Ergebnis einer internationalen Studie mit 50.000 Probanden in 58 Ländern.

Sprecher 2: Ich muss sagen, ich habe das ja schon vorgestern selbst am eigenen Leib ausprobiert, als ich in deinem Garten saß und dachte, wie wunderbar, ich habe ja hier nur einen sehr, sehr kleinen Balkon. Aber vielleicht müsste man auch einfach mal wieder in den Urlaub fahren, ans Meer gehen, am Strand in die Ferne blicken. Das macht bestimmt glücklich.

Sprecher 3: Ja, und vor allen Dingen, was das alles ist. Nicht nur, dass man sich erholter fühlt, das ist ja naheliegend. Laut dieser Studie hatten die Menschen auch das Gefühl, dass das eigene Leben sinnstiftend ist. Man ist insgesamt zufriedener mit dem, was man macht. Wenn man öfter in der Natur ist, das Forscherteam aus Cambridge, eine renommierte Universität, empfiehlt jetzt der Politik, die Erkenntnisse zu nutzen und das Wohlbefinden der Menschen einfach und kostengünstig zu verbessern. Mehr Natur ist das politische Leitmotiv dieser Forscher. Den können wir uns doch nur anschließen, oder?

Sprecher 2: Wenn es wirklich so einfach ist, rausgehen und dann geht es einem besser. Das wäre doch was. Heilmittel vielleicht für diese hypernervöse, gereizte Gesellschaft.

Sprecher 3: Wir hören uns hier ganz entspannt wieder am Freitag, den 22. Mai. Bis dahin, Table Today, 5 Uhr. Ciao, ciao.

Sprecher 2: Tschüss.

Sprecher 9: I see trees of green. Red roses too, I see them bloom. For me and you, and I think to myself. I see skies of blue. And clouds of white, the bright blessed day, the dark sacred night. And I think to myself. What a wonderful world. The colors of the rainbow, so pretty in the sky, are also on the faces of people going by. I see friends shaking hands, saying how they feel. They're really saying I love you. I hear beggars cry. I watch them grow. They'll learn much more than I'll ever know. And I think to myself. What a wonderful world. I think to myself. What a wonderful world. I see trees of green. Red roses too. I see them bloom. For me and you. And I think to myself. I see skies of blue. And clouds of white, the bright blessed day, the dark saving night. And I think to myself. What a wonderful world. The colors of the rainbow, so pretty in the sky, are also on the faces of people going by. I see friends shaking hands, saying how they feel. They're really saying I love you. I hear fingers cry. I watch them grow. They'll like much more than I'll ever know. And I think to myself. What a wonderful world. I think to myself.

Sprecher 10: What a wonderful world.