Kann Deutschland Hightech? Mit Dorothee Bär.
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär will Deutschland mit der Hightech-Agenda wieder zur Weltspitze führen. Am Mittwoch will Bär ihre Pläne im Detail vorstellen. 18 Milliarden Euro stehen zur Verfügung. Es gebe ganz klare Zielvorgaben. Zum Beispiel sei definiert, dass „wir bis 2030 zehn Prozent der Wirtschaftsleistung in Deutschland KI-basiert erwirtschaften wollen.“ Bär kündigt an, in einigen Bereichen - zum Beispiel der Kernfusion - werde es auch die Möglichkeit geben, Förderungen einzustellen, wenn sich ein Weg als der falsche herausstellen sollte. [12:52]
Altkanzlerin Angela Merkel hat beim WDR-Europaforum auf der re:publica den etablierten Parteien geraten, sich weniger über die AfD zu definieren und stattdessen eine eigene Erzählung für Deutschland zu liefern. Sie hat sich auch zur Ukraine-Diplomatie geäußert: „Ich persönlich wäre jetzt nicht auf die Idee gekommen, einen Vermittler zu fragen, ob er für mich nach Minsk fährt und dort mit Putin spricht. Das muss man selber in die Hand nehmen." [01:26]
Marc Biadacz, Sprecher für Arbeit und Soziales der Unionsfraktion, fordert Arbeitsministerin Bärbel Bas auf, sich an den Koalitionsvertrag zu halten und die vereinbarte Flexibilisierung der Arbeitszeit umzusetzen. „Es hat mich schon ein bisschen gewundert, dass Bärbel Bas dann doch denjenigen so weit entgegenkommt, die völlig dagegen sind, egal ob das in der SPD oder in der Gewerkschaft ist", sagt Biadacz. Bas hatte beim DGB-Bundeskongress gesagt, wenn es nach der SPD und ihr persönlich ginge, würde man das Thema Arbeitszeit gar nicht erst anfassen – es stehe aber im Koalitionsvertrag. [05:59]
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Transkript
Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.
Sprecher 2: Angela Merkel ist wieder da, zumindest ein kleines bisschen. Einen Seitenhieb auf die Politik ihres Nachfolgers konnte sie sich beim WDR Europaforum gestern auf der Republika nicht verkneifen. Worum es ging, erzählen wir Ihnen gleich.
Sprecher 3: Deutschland soll endlich in die Zukunft investieren und bei den Technologien wieder Weltspitze werden. Dafür sind allerdings nur, oder doch ausreichend, 18 Milliarden Euro bis 2028 vorgesehen. Das ist die sogenannte Hightech-Agenda von Forschungsministerin Dorothee Bär. Reicht das Geld und wohin fließt es überhaupt? Wir fragen sie einfach mal.
Sprecher 2: Es wäre das Ende von 9 to 5. Die Bundesregierung wollte den Acht-Stunden-Tag abschaffen und durch eine flexiblere Wochenarbeitszeit ersetzen. So steht es im Koalitionsvertrag. Doch Arbeitsministerin Bärbel Bas will das Projekt am liebsten aussitzen. Warum man in der Union dafür wenig Verständnis hat, das besprechen wir mit Marc Biedatz, dem Sprecher für Arbeit und Soziales in der Unionsfraktion.
Sprecher 3: Und zum Schluss geht es um Mikroplastik und die gesundheitlichen Gefahren dieser Plastiken, denn die könnte man reduzieren, wenn wir doch nur richtig essen würden. Wie das funktioniert, darüber gleich am Ende dieses Podcasts von uns etwas Neues an diesem Dienstag, den 19. Mai.
Sprecher 4: 22.300.146 Milliarden. Was haben diese drei Zahlen miteinander zu tun? Sie stehen für den wirtschaftlichen Abstieg unseres Landes. Alle 22 Minuten geht eine deutsche Firma pleite. 300.000 verlorene Jobs, alleine in der Metall- und Elektroindustrie. Und 146 Milliarden, die wir jedes Jahr nur für sinnlose Bürokratie verschwenden. Zeit zu wenden. Warum jetzt nur noch große Reformen helfen.
Sprecher 2: Nur noch Wohlfühltermine wollte sie machen, das hat Angela Merkel beim Ausscheiden aus ihrem Amt gesagt. Anfangs hat sie sich sehr wenig zu Wort gemeldet. Seit ihr Buch auf dem Markt ist, hört man sie etwas öfter und ja, die Leute hören ihr immer noch zu, wie zum Beispiel gestern beim WDR-Forum auf der Republika.
Sprecher 3: Das war wirklich ein Wohlfühltermin, Helene, denn nicht nur sind diese Digitalos, die jungen Leute, alle große Fans von Angela Merkel gewesen offensichtlich, sondern auch der Moderator, ARD-Hauptstadtstudie-Chef Markus Preiß hat ja mit ihr über Europa gesprochen und ihre Bilanz sehr offensiv gewürdigt. Da waren jetzt die ganz kritischen Fragen bezüglich dem, was alles so nicht gelungen ist in diesen 16 Jahren, nicht zu erwarten.
Sprecher 2: Und Angela Merkel kann es eben nicht lassen, ihrem Nachfolger Friedrich Merz, mit dem sie eine langjährige Rivalität verbindet, so kann man es vielleicht sagen, den ein oder anderen wohlgemeinten Tipp zu geben. Sie hatte sich ja schon im Januar des vergangenen Jahres wirklich sehr vehement zu Wort gemeldet, nach der gemeinsamen Abstimmung mit der AfD. Und auch gestern ging es um das Thema AfD.
Sprecher 5: Natürlich verfolge ich auch die Umfragen, aber wir müssen jetzt aufpassen, dass wir nicht sozusagen Ergebnisse schon vorwegnehmen, die gar nicht eingetreten sind, sondern jeder, der nicht möchte, und ich gehöre natürlich dazu, dass die AfD stark wird, der muss etwas dagegen tun. Es ist also die Zeit, darüber zu sprechen. Und vor allen Dingen, was ich ganz wichtig finde, sich nicht immer indirekt über die AfD zu definieren, sondern vielleicht lauter und deutlicher und klarer zu sagen, was wollen die anderen Parteien? Was haben sie für Sachsen mit Sachsen-Anhalt vor? Was ist eigentlich unser Plan für dieses Land?
Sprecher 3: Der ausgerechnet Angela Merkel verlangt eigentlich ein Narrativ, eine Erzählung, die große emotionale Rede für Deutschland, anstatt eben sich immer nur an den Themen der AfD abzuarbeiten. Da hat sie natürlich recht mit dem Fokus AfD, aber hat sie diese großen visionären Reden für Deutschland gehalten, die Menschen emotional mitgenommen? I doubt it. Aber trotzdem bleibt der Befund richtig. Friedrich Merz muss und wird besser kommunizieren, wenn er aus diesem Umfrage- und Vertrauensloch wieder rauskommen will.
Sprecher 2: Ja, wobei die Kommunikation eben nicht das einzige Problem dieser Regierung ist. Aber sei es drum. Interessant war, dass Angela Merkel auch über Wladimir Putin gesprochen hat, den sie lange kennt, den sie besser kennt als die allermeisten deutschen Politiker. Wo sie in der Vergangenheit, das ist glaube ich aus heutiger Sicht klar, Fehler gemacht hat, die Gefahr von Russland zu unterschätzen. Was sagt sie jetzt? Sie spricht nicht über die Fehler der Vergangenheit, sondern über den Status Quo.
Sprecher 5: Also ich würde so sagen, Putin zu unterschätzen wäre ein Fehler, auch jetzt. Und uns nicht zuzutrauen, wäre genauso ein Fehler. Und was ist unser Ziel in diesem Konflikt? In diesem Konflikt ist das Ziel, nach meiner Meinung, dass es eine... Souveräne Ukraine gibt am Ende dieses Konflikts, die ihre Entscheidungen selber in Freiheit treffen kann. Was ich bedauere, ist, dass Europa sein diplomatisches Potenzial aus meiner Sicht nicht ausreichend einsetzt. Ich habe in meinem letzten Europäischen Rat 2021 darauf hingewiesen, dass ich wenige Tage davor Präsident Biden mit Präsident Putin in Genf getroffen hatte. Und habe dann vorgeschlagen, auch wir Europäer sollten ein Format finden, um uns mit Präsident Putin zu treffen. Und das ist damals daran gescheitert, dass man gesagt hat, ach nee, bei der Russland-Politik, da haben wir nicht eine gemeinsame Haltung.
Sprecher 3: Die europäische Souveränität, auch das europäische Selbstbewusstsein ist für sie der Schlüssel zu all den geopolitischen Konflikten und Krisen. Das ist ja auch richtig so interessant. Auch nochmal Ihre kleine indirekte Ansage an die europäischen Staats- und Regierungschefs, was die möglichen Vermittlungsbemühungen mit dem Kreml betrifft. Auch vielleicht ein direktes Treffen von Kanzler Merz mit Präsident Putin. Merkel hat ihn ja immer wieder getroffen, auch nach den ersten Irritationen 2014 im Donbass und auf der Krim. Und vielleicht, man kann das so lesen, diese Äußerungen, rät sie ihm, das Ding jetzt selbst in die Hand zu nehmen. Hören wir mal zu, was sie zum Thema Vermittler Russland gesagt hat.
Sprecher 5: Ich persönlich wäre jetzt nicht auf die Idee gekommen, einen Vermittler zu fragen, ob er für mich nach Minsk fährt und dort mit Putin spricht. Und in diese Situation bitte ich ihn bereit zu versetzen. Das sind doch heute agierende Politiker. Und da wäre ich nicht drauf gekommen.
Sprecher 3: Kann man nachvollziehen.
Sprecher 2: Das muss man selber in die Hand nehmen.
Sprecher 3: In der Koalition wird gerungen und gearbeitet, beides parallel. Es ist eine Sitzungswoche und nicht nur wird über die Steuerreform wieder verhandelt, sondern es gibt auch eine Einigung. Immerhin, liebe Helene, denn die Diätenerhöhung, die ja automatisiert an die Löhne gekoppelt erfolgen sollte und von der Union eigentlich auch gewünscht war, wird jetzt doch abgesagt. Immerhin ein Zeichen an die Deutschen, wenn ihr... Sparen sollt, dann machen wir es auch.
Sprecher 2: Ja, daran misst sich dann eben auch die Glaubwürdigkeit der Politik. Macht sie es nur bei den Leuten, in Klammern kleinen Leuten, oder fängt sie bei sich selber an? Das ist sicherlich eine kluge Maßnahme. Naja, ansonsten bleibt es bei den Problemen, insbesondere mit Bärbel Bas. Da ist die Union doch ziemlich verärgert nach wie vor über die Auftritte von Bärbel Bas in der vergangenen Woche, über ihren ziemlich harschen Ansagen zum Koalitionspartner und eben auch... Den Hinweis, dass sie sich nicht an den Koalitionsvertrag halten wolle, was die Arbeitszeit angeht.
Sprecher 3: Ja, und das Thema ist ja eigentlich in den Koalitionsverhandlungen schon fast bis zum Abbruch der Verhandlungen diskutiert worden. Man hat sich dann eben darauf geeinigt, dass diese Flexibilität gewünscht wird. Gestern habe ich mit Unternehmern, gerade auch aus der Hotellerie, gesprochen bei einem Wirtschaftstag. Und Helene, die drängen natürlich nicht darauf, dass Menschen zwölf, drei... 13, 14, 15 Stunden am Tag Arbeit, aber sie drängen darauf, dass eben mal zweimal hintereinander es trotzdem neun oder zehn werden können und dafür am nächsten Tag nur noch zwei oder drei. Diese Flexibilität gerade bei digitalen Arbeiten, aber auch in der Gastro, in der Hotellerie, die wird dringend gebraucht, ist eigentlich in der EU-Arbeitszeitrichtlinie auch vorhanden. Also man setzt da etwas um, was in Europa Standard werden soll, aber die SPD will nicht.
Sprecher 2: Das würde übrigens auch eine gewisse Erleichterung bei der Bürokratie bedeuten und könnte jedenfalls auch im Sinne der Arbeitnehmer sein. Denn vielleicht finden die das ja gar nicht so schlecht, wenn sie am fünften Tag der Woche dann deutlich kürzer arbeiten, weil sie an den anderen Tagen länger gearbeitet haben. Die Gewerkschaften, die sehen es nicht so. Die Lage ist ziemlich verfahren und trotzdem muss eine Lösung her. Denn Bärbel Bas hat nun einen Gesetzentwurf angekündigt, noch vor der Sommerpause. Die Union hatte ihr lange vorgeworfen, dieses Vorhaben zu verschleppen. Wie die Union nun eigentlich tickt, die ja einen Phantomschmerz hat, weil sie auf das Arbeits- und Sozialministerium... Zugunsten der SPD verzichtet hat. Das besprechen wir nun mit dem Sprecher für Arbeits- und Soziales der Unionsfraktion, Marc Biardatz. Er ist der Mann hinter Carsten Linnemann und Carsten Linnemann, der als Generalsekretär noch so viele andere Themen hat. Deswegen ist er auf Arbeitsebene der, der die Dinge weiß. Und jetzt ist er bei uns am runden Tisch von Table und wir freuen uns sehr, dass Sie da sind. Hallo Herr Biardatz.
Sprecher 3: Hallo Frau Bobrowski.
Sprecher 2: Fangen wir erstmal an zu versuchen. die Gegenseite zu verstehen. Warum wehrt sich die SPD so gegen die Reform, die sie gemeinsam verabredet haben?
Sprecher 6: Ich glaube, dass die SPD sich jetzt gerade auf einem Weg befindet, zu überlegen, finde ich es gut, dass wir Gewerkschaften haben. Ja, und das finden wir gut. Das sage ich auch als Unionspolitiker mit voller Überzeugung. Aber nur weil Gewerkschaften eine andere Meinung haben zu etwas, was im Koalitionsvertrag steht. Und wir haben uns eben darauf geeinigt im Koalitionsvertrag, dass wir die Wochenarbeitszeit einführen wollen. Und ich glaube, da muss jetzt die SPD sich auch emanzipieren.
Sprecher 2: Was ist denn überhaupt das Problem? Denn man könnte ja auf den ersten Blick erstmal sagen, ob ich jetzt meine Arbeitszeit pro Woche oder pro Tag berechne. Am Ende ist ja sichergestellt, dass man nicht mehr arbeitet als eine bestimmte Stundenzahl.
Sprecher 6: Genau, die 48 Stunden sind ja auch auf europäischer Linie festgesetzt. Und es geht ja auch nicht um Mehrarbeiten. Ich glaube, Frau Poprowski, das muss man auch nochmal den Hörerinnen und Hörern sagen. Es geht darum, Flexibilität für Arbeitnehmerinnen und Arbeitgeber zu schaffen. Egal mit oder ohne Tarifvertrag. Und genau das haben wir übrigens auch bei den Koalitionsverhandlungen so vereinbart. Und das ist jetzt genau der Weg, den wir einschlagen müssen.
Sprecher 2: Würden Sie denn... Um den Kompromiss zu erzielen, auf die SPD zugehen und wenn ja, mit welchem konkreten Vorschlag?
Sprecher 6: Der Kompromiss wird sich daraus ergeben, was... die Frau Ministerin Bärbel Bas jetzt auch in das Gesetz, in den Referentenentwurf reinschreiben wird. Und ich glaube, es gibt mehrere Möglichkeiten, dass eben klar ist, dass wo Missbrauch auch passiert, wo Arbeitgeber missbräuchlich nachher eine Wochenarbeitszeit auf den Weg bringen oder sie eben so einsetzen, dass eben die Gesundheit von Menschen gefährdet ist. Dass wir da auch klare und deutliche Sanktionen auch machen. Aber die Freiheit zu geben und deswegen Freiheit heißt auch Vertrauen. Wenn wir beide uns gemeinsam in die Augen schauen, SPD, CDU und CSU, dann sind wir gar nicht so voneinander weit entfernt. Nur man muss ein bisschen jetzt auch, glaube ich, in der Rhetorik versuchen auch abzurüsten bei dem Thema.
Sprecher 2: In der Tat, die Rhetorik beim Gewerkschaftstag, die war schon so, dass eine Einigung sicherlich jetzt schwerer wird. Haben Sie da auch mal Ihre SPD-Kollegen auf Arbeitsebene gesagt, geben Sie doch der Ministerin mal ein Zeichen, dass sie von ihrem Baum runterkommen soll? Wie muss ich mir das vorstellen?
Sprecher 6: Ich war ja selber beim DGB-Kongress mit dabei als Gast und es hat mich schon ein bisschen auch gewundert, dass Bärbel Baas doch dann so weit praktisch denjenigen entgegenkommt, die jetzt völlig dagegen sind. Egal, ob das in der SPD oder in der Gewerkschaft ist. Und ich kann eigentlich auch nur die Ministerin aufrufen, dazu jetzt auch als Fachpolitiker, der gemeinsam dann mit der SPD das verhandeln wird, eben jetzt nicht auch auf den Koalitionsvertrag zu achten. Und da steht es klar drin und deswegen sollten wir diese Diskussion jetzt auch genau in diesem Tenor auch führen.
Sprecher 2: Es gibt ja viel Kritik dieser Tage an Bärbel Baas. Ist sie noch die richtige Frau für diesen Posten in diesen Zeiten?
Sprecher 6: Das hat die SPD zu entscheiden, weil die SPD hat sie auch auf diesem Posten ja mitgebracht. Und nochmal, ich glaube, auf Arbeitsebene arbeiten wir sehr gut auch mit Bärbel Baas zusammen. Nur Bärbel Baas hat jetzt, glaube ich, die Aufgabe, sich auch zu bewegen. Wir wollen den Standort Deutschland weiterhin attraktiv behalten. Und das ist jetzt die Aufgabe und deswegen fordere ich da schon auch die Ministerin auf, dieses auch zu sehen und nicht nur Möglichkeiten, wo es zu Missbrauch kommen wird. Jedes Gesetz hat auch eine Missbrauchskomponente und deswegen werden wir ein gutes Gesetz machen für die Wochenarbeitszeit, aber wir müssen auch vertrauen in beide Teilen der Tarifpartner.
Sprecher 2: Vielen Dank, schön, dass Sie bei uns waren, Herr Biertetz.
Sprecher 6: Danke, bis zum nächsten Mal. Tschüss, Frau Bobrowski.
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Sprecher 2: Die Hightech-Agenda war das große Ziel von Bundesforschungsministerin Dorothee Bär. Deutschland soll wieder zur Weltspitze gehören und zwar durch gezielte Investitionen. Soll die Innovations- und Wirtschaftskraft dieses Landes angekurbelt werden. Deutschland, das Land der Ingenieure. Deutschland, ja, das Land der Zukunft offenbar. Geld ist da, jedenfalls 18 Milliarden Euro, allerdings bis zum Jahr 2029, also Ende der Legislatur. Nun aber soll das Vorhaben Hightech-Agenda jedenfalls mal konkreter werden. Am Mittwoch will die Bundesforschungsministerin die Roadmaps präsentieren, also in welchen Schlüsseltechnologien sollen welche Ziele erreicht werden und ob wir wirklich damit wieder Weltspitze werden. Das besprechen wir nun mit Frau Bär, die bei uns ist. Hallo, schön, dass Sie da sind, liebe Frau Bär.
Sprecher 9: Einen wunderschönen guten Morgen.
Sprecher 2: Also Hightech-Agenda, das klingt gut. Und die Schlüsseltechnologien, die Sie da definiert haben, die Zukunftsfelder Quantentechnologie, KI und Fusion, klingt auch nach Zukunft. Aber sind das jetzt wirklich mehr als Buzzwords? Woher wissen wir, dass sich auch etwas verändern wird in Deutschland?
Sprecher 9: Das ist die Hightech-Agenda der ganzen Bundesregierung. Wir konnten, nachdem wir es im letzten Jahr im Kabinett relativ zügig vorgelegt hatten, jetzt in den letzten Monaten auch mit unseren sogenannten Roadmap-Prozessen es bundesweit auch mit den richtigen Stakeholdern auch nochmal zusammenschreiben, von der Wissenschaft über die Wirtschaft in die Forschung hinein. Und das ist schon neu, weil wir wirklich einen sehr breiten Partizipationsprozess angelegt haben und haben uns eben auf sechs Schlüsseltechnologien erstmal beschränkt, plus fünf strategische Forschungsfelder. Und das ist schon neu, weil wir in den letzten Jahren ja schon stärker auf die Gießkanne gesetzt haben.
Sprecher 2: Ja, und vor allem stärker auf den Ansatz, wir fördern dies und wir wollen jenes stärken, ohne konkrete Ziele zu definieren. Wann wollen wir wo sein? Wann wollen wir auf dem Mars? Oder wann wollen wir ein Fusionskraftwerk haben? Nehmen Sie uns mal mit, wie sehen diese Roadmaps aus? Haben wir da jetzt klare Zielvorgaben?
Sprecher 9: Genau, wir haben ganz klare Zielvorgaben, was wir beispielsweise auch in der künstlichen Intelligenz wollen. Da haben wir ganz klar definiert, dass wir bis 2030 10 Prozent unserer Wirtschaftsleistung auch KI-basiert erwirtschaften wollen. Dann bei der Fusion wäre der normale deutsche Ansatz noch vor ein paar Jahren gewesen, zu sagen, wir wollen in der Fusion weltweit ein bisschen mitspielen. Da ist der neue Ansatz zu sagen, der erste Fusionsreaktor der Welt soll in Deutschland stehen. Und bei den strategischen Forschungsfeldern, auch bei der Raumfahrt, haben wir ja auch gesagt, der erste Europäer, der zum Mond fliegen soll, muss ein Deutscher sein. Und so kann man das bei allen Schlüsseltechnologien, tatsächlich durchdeklinieren, weil wir gesagt haben, wir brauchen konkrete Schritte, die dann auch messbar sind im Endeffekt.
Sprecher 2: 18 Milliarden Euro stehen insgesamt dafür zur Verfügung bis zum Ende der Legislaturperiode. Das klingt nach viel, ist aber nicht so viel, wenn man mal auf die Vereinigten Staaten schaut, wo allein im vergangenen Jahr 200 Milliarden Euro für Forschung ausgegeben werden. Müssen Sie da nicht noch entschiedener auftreten gegenüber Lars Klingbeil?
Sprecher 9: Also wie gesagt, es ist ja nicht nur eine Hightech-Agenda des BMFTR, es ist eine Hightech-Agenda aller Häuser, es ist auch eine Hightech-Agenda der Länder. Wir besprechen das ja auch regelmäßig in der GWK und auch die Länder leisten ihren Beitrag. Und das Minimum sind jetzt alleine aus meinem Haus die 18 Milliarden. Aber das wird natürlich zum einen noch gepartnert von Haushalten auch der anderen Länder. Es wird aber auch noch gepartnert, auch bei den Hebeln beispielsweise. Also es muss natürlich auch möglich sein, dass die Steuergelder, die ausgegeben werden, dass die auch dann wieder von der Wirtschaft durch einen Hebel dann in wesentlich mehr Milliarden sich dann auch umsetzen lassen. Und dann darf man natürlich auch nicht immer nur... Deutschland vergleichen mit, ja, ich sage mal auch einigen amerikanischen Unternehmen beispielsweise, wie es dann auch immer gerne gemacht wird, sondern für uns ist es viel. Aber Frau Bobrowski, wenn Sie mich unterstützen bei den nächsten Haushaltsverhandlungen, dass in meinem Haushalt da auch mehr reinkommt, nehme ich Sie jederzeit auch ins BMF mit, selbstverständlich.
Sprecher 2: Ja, da muss ich jetzt... Natürlich ganz empört ablehnen und auf meine Rolle verweisen. Eine kritische Beobachterin. Aber kommen wir zurück zur Verwendung dieser Gelder. 18 Milliarden plus, Sie haben es gesagt. Wer entscheidet denn nun darüber, welches Projekt welches Geld bekommt und wer überwacht das eigentlich, was mit dem Geld passiert? Machen Sie das im Ministerium?
Sprecher 9: Also der Haushälter ist ja immer der Deutsche Bundestag. Das heißt, es wird natürlich immer auch im Deutschen Bundestag jeder Haushalt neu beschlossen. Also das heißt, wir haben sehr, sehr viele Wächter, die da ihren Funktionen nachgehen. Aber wir haben zum Beispiel auch etwas gemacht, was wir bislang auch so noch nicht gemacht haben, dass wir gesagt haben, die Hightech-Agenda bedeutet auf der einen Seite eine Schwerpunktsetzung. Aber auf der anderen Seite muss es auch mal möglich sein, wenn sich an irgendeiner Stelle der Weg als der nicht richtige erweist, dass man mal einen Stopp auch reinmachen kann. Also ich möchte es mal ganz konkret, auch zum Beispiel, weil es auch am einfachsten jetzt nachzuvollziehen ist, auch bei der Fusion machen. Wir haben einen großen Fusionskongress gehabt. Ich habe drei Förderrichtlinien veröffentlicht für drei Fusionshubs jetzt in Deutschland, weil wir gesagt haben, wir wollen da auch technologieoffen sein. Einen für die Magnetfusion, einen für die Laserfunktion, einen dann für Brennstoffkreislauf und Materialentwicklung. Und wir haben aber gesagt, dadurch, dass wir noch nicht wissen, was ist denn dann mal tatsächlich die Energie der Sonne auf der Erde, Sollte sich ein Weg als der falsche herausstellen, dass man dann... ein gutes Geld mehr schlechten hinterher schmeißt, so wie es früher auch gerne gemacht wurde. Und ansonsten gilt das Gleiche wie bei unseren ganzen Förderrichtlinien, wir haben immer externe Gutachterinnen und Gutachter, Expertinnen und Experten, die sich untereinander auch nicht kennen und es ist immer ein rein wissenschaftliches Verfahren, was angewendet wird.
Sprecher 2: Inwiefern setzen Sie denn auf Nicht staatliche Mithilfe, also Unternehmen, Investoren oder auch Forschungseinrichtungen, die jetzt vielleicht kein Geld, aber ihr Know-how bei der ganzen Sache einbringen. Also welcher Anteil hat der Staat überhaupt daran?
Sprecher 9: Also wir setzen sehr stark auch auf die anderen Stakeholder. Deswegen werden wir ja heute noch, nachdem wir gesprochen haben bei unserer großen Veranstaltung im Bundeskanzleramt, nicht nur die Politik am Tisch haben, sondern die Wissenschaft und die Wirtschaft ganz genauso, weil wir in Deutschland schon etwas haben, worum uns andere Länder beneiden. Wir haben nicht nur eine großartige Grundlagenforschung, eine tolle Universitäts- und Hochschulstandorte in Deutschland, sondern wir haben mit den außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Max Planck, Helmholtz, Fraunhofer, Leibniz, alle zusammen eine großartige Forschungslandschaft. Und die sitzen auch alle mit am Tisch. Das ist für uns ganz wichtig. Und wir haben auch bei den einzelnen Schlüsseltechnologien, wenn ich jetzt nochmal die Biotechnologie hernehme, da haben wir eine Gründungsoffensive für die Biotechnologie, haben die ersten Vorhaben schon gestartet, beispielsweise Entwicklung von Arzneistoffen gegen Tumorquellen oder Antikörper gegen resistente Krankenhauskeime. Und da sagen wir, wir haben ein so großes Marktpotenzial, weil wir über 1000 Biotechnologieunternehmen in Deutschland haben, die in den letzten Jahren einen Umsatz pro Jahr von 11 Milliarden Euro hatten. Und genau die wollen wir natürlich dann auch fit machen, dass sie genau von unseren Schlüsseltechnologien auch profitieren können, um dann die nächsten großen Unternehmen wieder in Deutschland zu sein, dass so großartige Durchbrüche kommen wie die mRNA-Impfstoffe, die jetzt auch gegen Krebs zur Wirkung kommen sollen. Also der Hebel, den Sie ansprechen, der spielt eine ganz große Rolle.
Sprecher 2: Bundeskanzler Friedrich Merz hat Deutschland kürzlich mit einem Tanker verglichen. Das klingt ein bisschen anders als nach Hightech-Agenda. Deswegen, Frau Bär, zum Ende nochmal. Wir haben ein erkennbar großes Problem mit Bürokratie, mit ziemlich schwachem auch... Technologietransfer, also from lab to life, da gibt es immer noch Probleme, sehr gut in der Grundlagenforschung, aber nicht so gut in der Anwendung. Zahlreiche auch Rahmenbedingungen, strukturelle Bedingungen, die sich ändern müssen. Haben Sie das alles mit bedacht? Denn es ist ja wahrscheinlich Grundbedingung für den Erfolg, oder?
Sprecher 9: Absolut. Also deswegen sind wir auch von Anfang an an unserer Transferagenda dran, die wir auch nicht alleine bei uns im Haus machen. Da haben wir auch Unterstützung. Wir arbeiten sehr eng auch mit dem Bundeswirtschaftsministerium zusammen, damit wir wirklich den Transfer von der Forschung in die Anwendung bekommen. Wie gesagt, Grundlagenforschung herausragend, deswegen Neudeutsch, don't touch it, da wollen wir auch gar nicht ran. Aber wir wollen in unsere Initiative Forschung und Anwendung, haben da auch unterschiedliche Säulen, die wir bedienen wollen. Als eine der Säulen unserer Transferinitiative FAST, wo es wirklich darum geht, radikal bürokratiearm zu sein, sehr unternehmerisch ausgerichtet, sehr schnell sein wollen. Also da sind wir tatsächlich dran, haben jetzt auch endlich vor kurzem, vor wenigen Wochen, jetzt auch die Freigabe aus dem Haushaltsausschuss des Bundestages bekommen und die Förderrichtlinie für meine Transfer-Hubs, die möchte ich jetzt auch vor der Sommerpause noch veröschen.
Sprecher 2: Also das Schnellboot aus dem BMFTR, das möglicherweise den Tanker überholt oder als Lotse sich an die Spitze setzt. Wir werden das sehen. Die Kapitänin war heute bei uns. Vielen Dank, liebe Frau Bär.
Sprecher 9: Danke Ihnen.
Sprecher 3: Lene, war noch was?
Sprecher 2: Michael, wir nehmen unbemerkt jede Woche 5 Gramm Plastik zu uns und zwar in Form von Mikroplastik. Und das ist, wie man sich denken kann, überhaupt nicht gesund, steht im Verdacht, Entzündungen im Körper auszulösen. Aber jetzt gibt es gute Nachrichten und zwar ein natürliches Abführmittel, so kann man es sagen, für dieses Mikroplastik. Und das ist ausgerechnet Kimchi, nämlich, Sie kennen es vielleicht, dieser koreanische eingelegte, saurscharfe Kohl, den es beim Koreaner gibt, meistens zum Tischgrill dazu oder zu anderem koreanischen Essen. Der hat nämlich ein Probiotikum und das kann an die kleinen Plastikpartikel im Darm andocken und dafür sorgen, dass sie einfach ausscheiden, also nicht im Körper. bleiben, dass wir also nicht innerlich verplastiken, sondern mit Hilfe von diesem aus Kimchi gewonnener Substanz entschlacken. Wie wunderbar ist das?
Sprecher 3: Weniger Plastik im Körper, wenn das nicht mal ein Leitmotiv für die nächsten Jahre sein sollte. Überhaupt ist Kimchi so lecker und man hat tatsächlich so ein bisschen das Gefühl, es ist irgendwas Bereinigendes, was ja oft bei den scharfen Sachen so der Fall ist. Insofern fühle ich mich jetzt hier ganz sauber und ganz rein und freue mich auf den nächsten Podcast mit dir, Helene, am Mittwoch.
Sprecher 2: In aller Reinheit, wie schön. Bis dahin. Tschüss.
Sprecher 10: Bringe dein Geschäft auf Touren und arbeite intelligenter. Kombiniert Acrobat Pro Tools, KI-gestützte Arbeitsbereiche, Assistenten und Inhaltserstellung alles an einem Ort. Nutze den KI-Assistenten als Analysten oder Dozenten und passe ihn an dein Unternehmen an. Arbeite schneller, intelligenter, erledige mehr mit Acrobat Studio. Mach es einfach mit Acrobat. Probiere es jetzt auf adobe.com slash acrobat aus.