Zukunftsgipfel in St. Gallen. Mit Philipp Navratil.
Michael Bröcker berichtet vom St. Gallen Symposium in der Schweiz. Das große Thema 2026: Wie resilient sind unsere Volkswirtschaften? Nestlé-CEO Philipp Navratil hat die Fragen nach der Resilienz und nach der richtigen Strategie auf seine Art und Weise beantwortet. [01:16]
Trumps „Project Freedom" pausiert auf unbestimmte Zeit – der Plan, US-Schiffe durch die Straße von Hormus zu führen, liegt nach weniger als zwei Tagen auf Eis. Solange Friedensverhandlungen mit dem Iran laufen, bleibt die Meerenge gesperrt. Ein Verhandlungsergebnis – eventuell sogar ein längerer Frieden – sind nicht absehbar. Mal kündigt das Weiße Haus große Fortschritte mit dem Iran an, mal folgen neue Drohungen. [09:22]
Helene Bubrowski hat auf der Jahrestagung des en2x – Wirtschaftsverband Fuels und Energie – in Berlin mit Patrick Wendeler gesprochen, Vorstandsvorsitzender der BP Europa SE und Verbandschef von en2x. Wie ist es um die Versorgungssicherheit bestellt? Wie berechtigt ist die Kritik an den Ölkonzernen? [13:08]
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Transkript
Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.
Sprecher 2: Grüße aus St. Gallen, liebe Helene. Ich bin hier auf einer ziemlich besonderen Wirtschaftskonferenz, denn hier organisieren die Studierenden das Programm. CEOs und Politiker aus der ganzen Welt sind gekommen. Dazu gleich mehr.
Sprecher 3: Nach nur etwas mehr als einem Tag ist das Project Freedom von Donald Trump schon wieder abgesagt, beziehungsweise es pausiert auf unbestimmte Zeit. Warum Trump also erstmal keine Schiffe durch die Straße von Hormuz führen will und damit... Die international angespannte Lage bei den Rohstoffen nicht deeskaliert, das sagen wir Ihnen auch gleich.
Sprecher 2: Was der Ölmangel und auch die Energiepreissituation infolge des Iran-Kriegs für die Versorgungssicherheit bedeutet, das bespricht Helene dann auch noch mit dem Vorstandsvorsitzenden der BP Europa, Patrick Wendeler.
Sprecher 3: Und zum Schluss noch eine interessante Nachricht aus dem Bereich der Forschung. Reis wächst schneller, wenn er Regen hört. Ja, Sie haben richtig gehört. Offenbar hat dieser Reis Ohren. Wie das alles sein kann, auch das gibt es heute bei uns am Donnerstag, den 7. Mai. Schön, dass Sie dabei sind.
Sprecher 4: Ich bin Max, Leiter von TikTok Shop Deutschland. TikTok kennt jeder. Seit März vergangenen Jahres gibt es in Deutschland auch TikTok Shop, eine Einkaufsfunktion auf TikTok. Mittlerweile 25.000 Händlerinnen und viele, viele Creatorinnen erfinden mit TikTok Shop E-Commerce in Deutschland neu. Sie bieten Kundinnen Discovery, Spaß beim Shoppen und schaffen neue Jobs von Bayern bis Berlin. Viel Spaß beim Entdecken von Produkten auf TikTok Shop.
Sprecher 3: Michael, du bist in St. Gallen beim St. Gallen Symposium, also ein kleines Örtchen in der Schweiz, aber eine ganz besondere Konferenz. Erzähl mir.
Sprecher 2: Ja, grüß Sie aus der Schweiz, Helene. Ja, deswegen besonders, weil hier die Studierenden an dieser sehr internationalen Universität, Studenten aus mehr als 90 Ländern, lernen hier und sie gestalten dieses Programm selbst. Seit fast 60 Jahren gibt es diese Konferenz mit Politik, Wirtschaft und Wissenschaft und die Themen, mehr denn je, Helene, natürlich die Resilienz der Volkswirtschaften und der Unternehmen und wie man sich eigentlich auf all diese Krisen vorbereiten kann und ob das überhaupt geht.
Sprecher 3: Ja, das ist natürlich die Frage. Geht das überhaupt? Können wir das alles so vorhersehen und antizipieren? Das moderne Stichwort dazu ist heute Resilienz. Ja, was kann man denn von den Schweizern und den internationalen Gästen dort lernen?
Sprecher 2: Vor allen Dingen eine unerschütterliche Gelassenheit. Vor allem hat mich beeindruckt der CEO von Nestle. Das ist nicht nur der größte Nahrungsmittelkonzern der Welt, sondern auch übrigens der Kaffeelieferant Nummer eins auf der ganzen Welt. Mehr als 100 Milliarden Euro Umsatz macht dieser Konzern. Und dieser CEO, der macht klar, dass es einfach... Die geopolitischen Konflikte und Krisen natürlich immer schon gab und die Unternehmen nichts anderes machen können, als sich einen Schritt zurückzulehnen, sich auf das Produkt zu konzentrieren, was sie immer schon groß gemacht hat und sich bloß nicht zu verzetteln und nur bei dieser Linie zu bleiben. Hören wir mal rein, was er auf der Bühne gesagt hat.
Sprecher 5: You have to innovate. Always you need to innovate. If you don't innovate in that industry, you're going to die. You need to work on your product quality. So you need to be best tasting always. You need to promote and you need to support your brand. So you need to gain brand equity. And if we have to price up, the best way to go into a pricing scenario is actually investing right into it. So you increase prices if you need to. But then you also invest in your brand and you innovate within that and you keep the brand vibrant because otherwise people will just walk away because the only thing they see is the price. And pricing for us is also something we take really seriously, and it's something we do pricing in a responsible way, because that's, for me, it's the last resort that we have. I think much before you think about pricing products up, You work internally to drive efficiencies. So you make your homework. And the concept there is a simple one. It's basically you eliminate all of what consumers are not ready to pay for. So it's rather simple. And we're quite ruthless there because that's what needs to be done to make sure we have the fuel for growth, as we call it, to invest in the brands, to make innovation, but also to absorb one or the other price increase. And we work with commodities like coffee, like cocoa. These are cyclical products. And they go up and down. But you cannot always have, you know, as a strategy, or there's actually not a strategy, just increase prices. So pricing is important for us. And we also play a lot with, you know, the different brands we have. So take... Coffee, for example, where we have a great portfolio. So we have Nespresso on the very high side where, I don't know, in the US you would pay $1.30 a cup, which you can say is really expensive. But then if you compare it to an out-of-home coffee that you would buy in any of the coffee shops, that's actually really good value for money. Then you would have a brand like Starbucks that would be in the middle, and then you have a brand like Nescafe where you can cater to lower-income consumers as well. And all of that is a great coffee experience in a different way. And that's how we stretch pricing. And then you have also different pack sizes that you can... Get to different price levels. And that's how we make sure that, you know, there's a product for each and everyone at every time. And that is pricing in a more strategic way then.
Sprecher 2: Es ist auch mal schön, wieder einen Manager zu sehen, Helene, der die Aufgeregtheiten eigentlich an sich abprallen lässt und auch gleichzeitig nicht einer ist, der alles besser weiß. Er sagte, wenn man die jungen Führungskräfte, die da ja auch im Saal sitzen, diesmal werden wollen, wenn man denen nur zwei Dinge mit auf den Weg geben soll, dann ist es diese Hunger, diese Neugier, die sie sich immer wieder behalten sollen. Und die zweite Eigenschaft, und da mussten einige dann doch an manche große amerikanische Präsidenten oder Politiker denken, sei einfach nur Bescheidenheit. Das seien die Leitkriterien für einen Manager, wenn er funktionieren will. Das war ein richtig wohltuender CEO, den wir da erlebt haben.
Sprecher 6: What advice would you give to the audience today, but especially to the leaders of tomorrow who are starting to take on this leadership?
Sprecher 1: Ship role.
Sprecher 5: For many, many years, I used the same ones, which has brought me far. And I think for all of young and older leaders, I think it's a good advice. So one is stay curious. Being curious means lifelong learning. Just keep on learning. Ask questions. And also that implies to admit when you don't know and just keep on learning. So this curiosity is important because if you stop being curious, then you will not innovate and you will basically not go forward. So that's the first. So be curious. The other one is stay humble. It's important, I think, in my view. Sometimes it goes back to the same thing. You become president, you become CEO or something, and you think you're something very different. When I was always very well advised to sort of, you stay the same person as you always were. And that's important. Because if you don't do that, you will become unnatural. You will be playing theater. And you will be, I believe, unsuccessful. Because you cannot be yourself whenever you are. So be yourself. So that's part with being humble, I think. And the third one, and Amy said it, you need to stay hungry as well. Staying hungry is you need to be competitive and we need to want to win. And that is staying hungry. You need to be one step ahead of competition because otherwise you will not be there. That doesn't mean you need to be arrogant or something, but you need to be competitive. And that means for me... Being hungry. So stay curious. Stay humble and stay hungry. And that is a good advice that was given to me by one of my former bosses. And I live that every day.
Sprecher 3: Ja, Michael, die Schweizer sind ja relativ unerschrocken, was ihre Gäste angeht. In der Vergangenheit, erinnere ich mich, hatte Steve Bannon manche große Auftritte in der Schweiz. Gab es auch Menschen, wo man sich fragt, will man mit denen eigentlich auf einem Foto stehen?
Sprecher 2: Ja, und da sind die Studenten teilweise gegen ihre eigene Professorenschaft, haben sie sich durchgesetzt. Bei Curtis Jarwin, der ist ein umstrittener amerikanischer rechtskonservativer Blogger, einer der Peter Thiel Buddies, ein Maggermann. Und er fing auch an, die Konferenz fast mit eröffnet, kurz nachdem auch Christoph Heusgen, der frühere Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, die Begrüßungsworte an die Gäste gerichtet hatte, kam dieser Blogger und erzählte, dass es doch am sinnvollsten wäre, wenn man die Demokratie aufgrund all ihrer Fehlerhaftigkeit, ihrer Behäglichkeit abschaffte und die besten CEOs des Landes auch tatsächlich den Staat führen lässt. Corporate Monarchy nennen das die Amerikaner in dieser Magger-Bewegung. Nach dem etwas konfusen Vortrag dieses Bloggers gab es eine Umfrage im Saal. Nur drei Prozent der Anwesenden waren der Meinung, dass das ein sinnvolles Konzept sein kann. Aber auch darüber wird hier diskutiert und es gab gar kein Problem damit, solche Leute zu stellen, mit ihnen in die Diskussion, ins Gespräch zu gehen. Da sind die Schweizer ein bisschen gelassener, als wir das manchmal in Deutschland kennen.
Sprecher 3: Liberaler auch? Ja, interessant. Die Reaktion der CEOs war also auch ablehnend, die dann dafür in Frage kämen.
Sprecher 2: Ja, man war fast froh, dass er eben eigentlich keine Argumente hat. Rüdiger Bachmann, der deutsche Professor der Universität Michigan, sagte das noch. Eigentlich gab es keinen echten Plan, den diese Maga, die vermeintlich intellektuellen Maga-Befürworter für die Präsidentschaft Trumps oder den Weg danach haben. Die Demokratie und das Miteinander, der Multilateralismus ist bei aller Komplexität, bei aller Schwierigkeit immer noch das Beste, um auf geopolitische Konflikte und Krisen zu reagieren, die eben für alle gleichermaßen schwierig sind. Das ist sicherlich eine Botschaft hier dieses Sankt-Gallen-Symposiums gewesen.
Sprecher 7: Was in der Wirtschaft zählt, zählt auch für unsere Energie. Örsted steht für Offshore-Windenergie. Und das ist Energie für mehr. Mehr Unabhängigkeit von Importen, mehr Sicherheit in der Energieversorgung, mehr Stabilität für den Standort Deutschland. Energie vom Meer, Energie für mehr. Bastet.
Sprecher 8: We're doing very well in Iran. We have it very much under control. The blockade is unbelievable. The Navy's been incredible. The job they did, it's like a wall of steel. Nobody goes through. And we'll see whether or not they are agreeing. And if they don't agree, they'll end up agreeing shortly thereafter. So that's the way it is.
Sprecher 3: Ja, Donald Trump ist sichtlich bemüht, den Iran irgendwie dazu zu bringen, doch endlich einem Friedensplan zuzustimmen. Und das macht er, während die ganze Welt zuschaut auf seine eigene sehr chaotische Art, an die man sich auch nach einigen Monaten jetzt wieder immer noch nicht gewöhnt hat. Manchmal ist von großen Fortschritten mit Iran die Rede und dann gibt es wieder Drohungen. Also es geht hin und her, wie wir das auch mit anderen... Ländern kennen oder mit anderen Machthabern wie zum Beispiel Wladimir Putin.
Sprecher 2: Ja, mancher amerikanischer Journalist spekuliert, ob im Geheimen vielleicht doch ein größerer Friedensvertrag oder Abrüstungsvertrag da unterzeichnet wird. Man glaubt es nicht wirklich. Auch hier im Symposium in St. Gallen übrigens, Helene, ist die Lage für Donald Trump kritischer analysiert worden als je zuvor. Die Midterms, die aktuellen Umfragen in den USA sind gerade aufgrund dieses Iran-Kriegs schlechter, denn je, da bröckelt richtig gerade die Machtbasis auch der ganzen Liberalen, derjenigen, die eigentlich der Wirtschaft wegen Trump gewählt. Die geben ihm von der Fahne. Vielleicht erlebt er doch sein Waterloo bei den Midterms Anfang November.
Sprecher 3: Ob das alles so stimmt, dass es da nun einen Friedensplan mit Iran gibt, das wissen wir nicht. Das ist wie alles bei Trump ganz schwer von hier aus zu beurteilen. Das Argument ist jedenfalls, solange dieser Friedensplan auf dem Tisch liegt, solange wird jetzt erstmal in der Straße von Hormuz nichts gemacht. Mit der Folge, dass natürlich die Ölpreise weltweit sich noch nicht entspannen können.
Sprecher 2: Ja, sie verharren auf hohem Niveau und manch ein Ökonom hat hier sogar eine Inflationsrate im zweistelligen Bereich angemahnt für den Sommer. Denn es gibt ja diese nachlaufenden Effekte. Selbst wenn die Straße von Hormuz morgen wieder komplett frei wäre, dann gibt es eben noch die monatelangen späteren Folgen durch die höheren Preise, durch das geringere Angebot an Schiffen, die eben bis heute nicht gefahren sind. Also die Preisthematik, die Inflationsrisiken sind das große Thema, auch für Donald Trump. Und die Ölpreise sind immer noch deutlich höher als vor dem Krieg, über 50 Prozent höher als Ende Februar.
Sprecher 3: Ja, das Thema hohe Energiepreise, das beschäftigt natürlich auch nach wie vor die deutsche Politik und die deutschen Mineralölunternehmen. Gestern gab es dazu eine Konferenz des Branchenverbands N2X, das ist der Wirtschaftsverband Fuels und Energy. Eigentlich ging es um das Thema Resilienz, also die Frage, wie sind wir eigentlich aufgestellt, Um unsere kritische Infrastruktur zu schützen, wozu ja übrigens auch die Raffinerien gehören, sind wir gut genug vorbereitet für ein... Kriegsszenario, in Klammern, woher kommt eigentlich das Benzin für die Panzer? Ein Panzer tankt 1200 Liter, also jedenfalls ein Leopardpanzer. Aber auch die hohen Ölpreise überschatteten natürlich diese Konferenz.
Sprecher 2: Hat sich denn das Verhältnis durch jetzt eine CDU-geführte Bundesregierung zu diesen Mineralölkonzernen, zu der fossilen Wirtschaft irgendwie verbessert?
Sprecher 3: Jedenfalls war Gitter Connemann gestern auf der Konferenz die parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium und hat einen Strategiedialog angeboten dem Mineralölkonzern und hat gesagt, also wir müssen gemeinsam in die Zukunft gehen. Natürlich bedeutet sie dann auch die Erneuerbaren, das sei schon wichtig, aber doch bitte alles mit Augenmaß. Naja, aber am Anfang ging es dann eben doch vor allem um die Frage, was ist mit diesem Tankrabatt? Ist es eigentlich ein sinnvolles Instrument und wird das wirklich weitergegeben an die Verbraucher? Und darüber habe ich gesprochen mit Patrick Wendeler. Er ist nicht nur Vorstandsvorsitzender von N2X, sondern auch Vorstandsvorsitzender der BP Europa SE. Und das ist seine Antwort.
Sprecher 9: Also zunächst einmal sprechend als Verbandsvorsitzender des N2X kann ich Ihnen sagen, dass wir volles Verständnis dafür haben, dass die Situation hoher Verbraucherpreise im Energiebereich eine belastende Situation ist. Auch den daraus resultierenden Unmut, der ist nachzuvollziehen. Was wir nicht nachvollziehen können, ist die Reaktion darauf. Nämlich Eingriffe in den freien Markt. Ich kann so viel sagen, die Ursache für die hohen Preise ist eine, Tatsächlich historische Verknappung der Energien auf dem Weltmarkt, welche dazu führt, dass der Preis ansteigt und die Nachfrage unter Druck gerät an der Stelle. Und wir als Verband bzw. Verbandsfirmen massiv dagegen arbeiten, indem wir die Kapazitäten nach Möglichkeiten hochhalten. Und das auf einem globalen Uhlmarkt, aber eben auch Produktmarkt. Und bis dato sind wir da sehr erfolgreich unterwegs, aber die Lage bleibt angespannt. Umso wichtiger ist es, dass der Markt frei bleibt und wir keine Eingriffe in diese Strukturen haben, damit der Markt funktionieren kann. Zu Ihrer konkreten Frage nach den Rabatten kann ich Ihnen für mein Unternehmen sagen, dass wir unverzüglich und vollumfänglich eingepreist haben und entsprechend die Tankstellenpreise, Verbraucherpreise um eben diese 17 Cent, das sind die ungefähr 14 Cent Senkung der Energiesteuer und darauf die Mehrwertsteuer in Summe 17 Cent weitergegeben haben. Was dazu beiträgt, dass... Mobilität sich ein Stück weit vergünstigt. Das ist das, was wir begrüßen an der Stelle.
Sprecher 3: Hier spricht Patrick Wendeler natürlich nur für sein eigenes Unternehmen, die BP. Aber es gibt eben auch mittlerweile Studien, die durchaus nachzuweisen scheinen, dass eben dieser Tankrabatt nicht vollständig weitergeleitet wird. Da ist jetzt eine Wahrheitssuche sehr schwierig. Mit diesen Fragen soll sich nach den Vorstellungen der Regierung... ja auch das Kartellamt beschäftigen. Solchen Ideen erteilte Herr Wendeler eine klare Absage. Das hielt er nicht für den richtigen Weg. Aber natürlich ging es dann auch noch um das Thema Versorgungssicherheit der Bürgerinnen und Bürger in diesem Land.
Sprecher 9: Also wir haben es in der Tat mit einer historischen Angebotsverknappung Iran kriegsbedingt zu tun. Das ist im Übrigen nicht nur Rohöl, sondern auch Produkte, die aus der Region kommen. Und das versorgt im Grunde genommen große Teile des Weltmarktes. Und diese Versorgung ist ausgefallen und sucht sich nun andere Quellen. Das heißt, wir haben ein Nachfrage- und Angebotsmissverhältnis. Was unsere Aufgabe ist als Anbieter, ist sicherzustellen, dass wir die vorhandenen Produktionskapazitäten, sei es auf der Upstream-Seite, also der Förderung von Rohölen, aber auch auf der Vermarktungsseite, also der Weiterverarbeitung über Raffinerien, die vorhandenen Kapazitäten maximal ausschöpfen. Das ist bis dato gut gelungen. Insofern ist es bis dato zu keiner Verknappung bekommen. Das inkludiert den Bereich der Flugbenzine oder Kerosin in Europa. Hier ist anzumerken, dass Europa schon auch importabhängig ist beim Kerosin. Ungefähr 40 Prozent des Konsums in Europa wird importiert. Und von diesen 40 Prozent des Bedarfs kommt 20 Prozent aus der Middle East Region und ist insofern aktuell ausgefallen und hat sich neue Quellen suchen müssen auf den Weltmärkten. Das gelingt bis dato gut. Ich bin momentan mit all dem Wissen, was ich habe, zuversichtlich, dass das auch weiter gelingen kann. Was ich natürlich nicht abschätzen kann, ist, in welcher Form sich die Krise in Middle East gegebenenfalls weiter eskaliert oder weiter andauert. Und insofern ist das Glaskugelleserei und das lasse ich an der Stelle und konzentriere mich lieber darauf, maximal zu produzieren.
Sprecher 2: Helene, war noch was?
Sprecher 3: Michael, allein die Geräusche von Regenreichen aus, um Pflanzen schneller wachsen zu lassen, das haben Forscher der MIT jetzt in einem Experiment nachgewiesen. Und es ist wirklich interessant, weil man sich ja eigentlich gar nicht vorstellen kann, dass diese kleinen Pflänzchen Ohren haben. Haben sie auch nicht, aber sie haben offenbar doch ein Gespür.
Sprecher 2: Das Pflanzen hören können. Also die überrascht mich hier immer wieder in diesem Podcast, Helene.
Sprecher 3: Schauen wir nochmal auf dieses Experiment konkret, wie das aussieht mit diesen Ohren. Und zwar hat man dazu Reissamen benutzt, die unter einer kleinen Wasserschicht lagen. Und die Samen, bei denen man das Wasser auf die Wasseroberfläche tropfen ließ, die wuchsen schneller als die anderen. Das liegt an der Druckwelle des Aufpralls, sagen die Forscher. Das würde gewisse Zellen im Samen zum Wachstum animieren.
Sprecher 2: Schön, dass auch Pflanzen über sich selbst hinaus wachsen können und das auch noch durch Regen, den wir ja leider in diesen Tagen etwas intensiver spüren als eigentlich gewünscht.
Sprecher 3: Das stimmt aber für die Natur. Das ist schön und über die haben wir ja eben auch gesprochen. Und über das Gefühl in der Natur. Haben Sie einen guten Donnerstag. Morgen sind wir wieder für Sie da. Tschüss.
Sprecher 2: Tschüss.
Sprecher 10: I'm singing in the rain, just singing in the rain. What a glorious feeling, I'm happy again. I'm laughing at clouds so dark up above. The sun's in my heart and I'm ready for love. Let the stormy clouds chase everyone from the place. Come on with the rain, I've a smile on my face. I'll walk down the lane with a happy refrain. Just singing, singing in the rain.
Sprecher 11: Dancing in the rain. I'm happy again. I'm singing and dancing in the rain.
Sprecher 12: Es ist der berühmteste Fail der Geschichte, würde ich sagen. 9. November, früher Abend, Pressekonferenz in Ost-Berlin, Günther Schabowski. Viel Huddel? Viel Huddel. Ist im Stress? Ja, ist im Stress und er wird gefragt, wann denn die neue DDR-Reiseregelung gilt und er vertut sich und sagt, das gilt unverzüglich, sofort. Und ja, setzt damit eine Kette von Ereignissen in Gang, an deren Ende der Fall der Berliner Mauer steht. Etwas, was die Menschen sich vorher 28 Jahre lang überhaupt nicht vorstellen könnte, dass das zu ihren Lebzeiten noch passiert.
Sprecher 13: Und dann die Geschichte dieser Mauer von ihrer Errichtung bis zu ihrem Ende. Darüber reden wir in unserer neuen zweiteiligen Podcast-Folge von Was bisher geschah. Ich bin Nils Minkmar.
Sprecher 12: Ich bin Joachim Telgenbüscher und wir würden uns freuen, wenn ihr da mal reinhört.