Der Kampf gegen Amazon. Mit Ingo Kretzschmar.
Dauer: 35:46

Der Kampf gegen Amazon. Mit Ingo Kretzschmar.

Steigende Arbeitslosenzahlen, und trotzdem klagen Recruiter über Fachkräftemangel – beides stimmt. Der Mismatch trifft vor allem Handwerk, Bau und Soziales; in Marketing und Projektmanagement dagegen brechen Stellen weg. [01:40]

2,2 Milliarden Euro Umsatz, Online plus 20 Prozent, über 570 Filialen – Thalia wächst, während der Rest der Branche schrumpft. „Nur mit dem Buch alleine kannst du am Ende nicht mehr erfolgreich sein", sagt Chef Ingo Kretzschmar offen: Spiele machen bereits zwölf Prozent des Umsatzes, Trend- und Geschenkartikel holen neue Zielgruppen in die Läden. Gleichzeitig kämpft Thalia mit dem Projekt „Zukunft Lesen" gegen den gesellschaftlichen Rückgang – 25 Prozent der Erstklässler halten beim Lesestarter-Set zum ersten Mal überhaupt ein Buch in der Hand.[04:39]

Auterion-CEO Lorenz Meier hat gerade den größten deutschen Produktionsauftrag für schwere Kampfdrohnen unterschrieben. Auterion liefert nicht die Drohne, sondern ihr Gehirn: Betriebssystem, KI-Navigation, Schwarmsteuerung. „Deutschland hat in den letzten zwölf Monaten eine ganz rasante Aufholjagd gestartet", sagt Meier – und bescheinigt der Bundeswehr, bei der Drohnenbeschaffung erstmals so agil zu agieren wie ein Technologieunternehmen. [22:01]


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Transkript

Sprecher 1: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe der CEO Edition von Table Today. Ich bin Alex Hofmann und bei mir ist meine Kollegin Nina Klotz.

Sprecher 2: Hallo.

Sprecher 1: Wenn Sie ab und an Zeit auf LinkedIn verbringen, hatten Sie in der letzten Zeit vielleicht auch schon mal das Gefühl, Ganz schön viele Menschen suchen derzeit nach einem neuen Job. Auffallen viele mit Akademikerlaufbahn. Das ist auch gar nicht nur ihr Bauchgefühl. Der Arbeitsmarkt kühlt wieder merklich ab. Was ja eigentlich auch bedeuten müsste, dass der in der Vergangenheit ständig und laut und überall beklagte Fachkräftemangel nun ein Ende hat. Das hat er aber nicht. Der Arbeitsmarkt steckt voller Widersprüche und wir haben diesen Mismatch, also die Frage, warum Bewerber und offene Stellen oft nicht zusammenfinden, einmal genauer angeschaut.

Sprecher 2: Und dann der Buchhandel. Das klingt nach Auslaufmodell, stimmt aber nicht. Thalia-Chef Ingo Kretschmer hat aus einer angestaubten Buchhandelskette eine echte Wachstumsgeschichte gemacht. 2,2 Milliarden Euro Umsatz, mehr als 570 Filialen in der Dachregion und jetzt auch noch der Einstieg in den Spielwarenhandel. Wie er das macht, das hat er uns erzählt.

Sprecher 1: Dann Nina, hast du noch mit Lorenz Mayer gesprochen, der gilt als einer der Architekten moderner Drohnensteuerungssoftware.

Sprecher 2: Ja genau, er hat als Spin-off der ETH Zürich ein Unternehmen gegründet, Auterion, das Software für Drohnen baut und zwar für unterschiedliche Hersteller und ganz verschiedene Auftraggeber. Angefangen hat er mit einem Projekt für Walmart, jetzt kooperiert er mit Rheinmetall und gerade hat er gemeinsam mit einem ukrainischen Drohnenbauer einen riesigen Auftrag unterschrieben.

Sprecher 3: Bringe dein Geschäft auf Touren und arbeite intelligenter mit Acrobat Studio. Kombiniert Acrobat Pro Tools, KI-gestützte Arbeitsbereiche, Assistenten und Inhaltserstellung, alles an einem Ort. Nutze den KI-Assistenten als Analysten oder Dozenten und passe ihn an dein Unternehmen an. Arbeite schneller, intelligenter, erledige mehr mit Acrobat Studio. Mach es einfach mit Acrobat. Probiere es jetzt auf adobe.com slash acrobat aus.

Sprecher 1: Wenn man auf die Lager auf dem Arbeitsmarkt schaut, sieht das erstmal verwirrend aus. Nina, du hast mit Experten gesprochen. Wie erklären die das denn?

Sprecher 2: Ja, also erstmal muss man einfach akzeptieren, es gibt hier zwei Wahrheiten. Es gibt eine steigende Zahl von Arbeitslosen in Deutschland und es gibt Unternehmen, die sagen, wir suchen nach wie vor qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber. Stepstone hat da eine Umfrage bei Recruitern gemacht, da sagten 43 Prozent, ja, wir leiden unter diesem Fachkräftemangel und 88 Prozent sagten, wir finden es eine zunehmend große Herausforderung, die passenden Kandidaten und Kandidatinnen zu finden. Man muss dann aber halt einfach ein bisschen näher hinschauen, in welchen Branchen denn gerade so sehr gesucht wird. Das sind einige wenige und in denen wird extrem gesucht und es gibt relativ viele, in denen die Stellenausschreibungen deutlich zurückgehen. Wenn man hinschaut, sieht man, das sind vor allem Berufe in den Bereichen Bauwesen, Soziales, Berufe, wo Hand angelegt wird und nicht so sehr gesucht wird in Bereichen wie Marketing, Projektmanagement. Und da fangen die Leute dann sehr schnell an, falsche Schlüsse zu ziehen.

Sprecher 1: Und was sind das für falsche Schlüsse?

Sprecher 2: Dass man einfach sagt, klar, es wird da nach Leuten gesucht, wo die KI nicht ersetzen kann, wo also noch von Hand etwas geschaffen wird und wo man nicht Chat-GPT einfach befragen kann. Aber so ganz stimmt das nicht. Wenn man sich den zeitlichen Verlauf des Rückgangs der Stellenausschreibungen nämlich anschaut, sieht man, eigentlich hat das schon vor ChatGPT angefangen.

Sprecher 1: Aber was heißt das dann genau?

Sprecher 2: Im Grunde heißt es, dass das Aufkommen von KI eine willkommene Erklärung und tatsächlich auch Ausrede für die Unternehmen ist. Sie sagen können, ja, wegen KI stellen wir um, wir prüfen Stellen kritisch und sind hier erstmal verhalten. Da müssen sie nicht sagen, wir sind auch verhalten, weil wir wirtschaftlich unter Druck sind, sondern sie wirken eher so zukunftsgerichtet. Hier wird schon mit KI gearbeitet und das ist nicht ein Stellenabbau, der aus wirtschaftlichen Gründen geschehen ist.

Sprecher 1: KI und Zukunft, wie sind denn die Prognosen?

Sprecher 2: Also bei den Ökonomen, mit denen ich gesprochen habe, eher verhalten. Grundsätzlich positiv, aber mit vielen Fragezeichen versehen, weil durch den Iran-Krieg und die Energiekrise unterschiedliche Faktoren dazukamen, die sie, als sie ihre Prognosen erstellt haben, noch nicht bedenken konnten. Außerdem habe ich letzte Woche auch mit Fabian Kienbaum gesprochen, dem CEO der Personal- und Managementberatung Kienbaum. Und der hat auch gewarnt, dass man nicht kurzsichtig sein sollte und sich entscheiden, jetzt mal eher keine Neueinsteiger einzustellen, weil dieser Mismatch, der da entsteht, so dann auch zu einer dauerhaften und schmerzhaften Lücke werden könnte, wenn einfach niemand nachrutscht, der das Humankapital, das ganze Wissen der Älteren, die den Arbeitsmarkt verlassen, auffängt und weiter trägt.

Sprecher 1: Wenn Sie noch mehr erfahren wollen zum Thema Arbeitsmarkt, dann lesen Sie gerne unseren CEO-Table. Den finden Sie unter table.media. CEO.

Sprecher 4: Cyberkriminalität beginnt oft viel früher als man denkt, nämlich genau da, wo deine persönlichen Daten im Netz frei zugänglich sind. In Datenbanken von Datenbrokern, in Verzeichnissen, Suchergebnissen oder in KI-Antworten. Und genau diese Daten werden dann gesammelt, verkauft und im schlimmsten Fall für Identitätsdiebstahl oder Betrug genutzt. Das Problem, diese Daten selbst löschen zu lassen, kostet dich schnell hunderte Stunden und sie tauchen einfach immer wieder auf. Und genau hier kommt Incogni ins Spiel. Incogni spürt deine persönlichen Daten im Internet auf und löscht sie automatisiert bei hunderten von Datenbrokern. Also genau den Unternehmen, die deine Daten ohne deine Zustimmung sammeln und weiterverkaufen. Und weil diese Daten immer wieder neu auftauchen können, arbeitet Incogni kontinuierlich im Hintergrund weiter für dich. Das Besondere, mit der Custom Removal Funktion kannst du sogar gezielt einzelne Inhalte entfernen lassen. Einfach einen Link einreichen und echte Privatsphäre-Experten kümmern sich darum. Kurz gesagt, du holst dir die Kontrolle über deine persönlichen Daten zurück und reduzierst aktiv das Risiko von Betrug und Identitätsdiebstahl. Du kannst Incognito jetzt 30 Tage lang ohne Risiko testen. Einfach ausprobieren und wenn du mit dem Service nicht zufrieden bist, bekommst du dein Geld zurück. Mit dem Code TABLETODAY bekommst du 60% Rabatt auf den Jahresplan. Einfach mal reinschauen über den Link in den Shownotes.

Sprecher 1: Im Laden ein Buch verkaufen in Zeiten von Amazon, das klingt nach einem Kampf gegen Windmühlen. Thalia führt diesen Kampf und gerade sieht es auch gar nicht so schlecht aus. Im vergangenen Geschäftsjahr hat Thalia auf seiner Plattform in der Dachregion den Umsatz auf 2,2 Milliarden Euro gesteigert. Das Online-Geschäft ist dabei um 20 Prozent gewachsen, das stationäre Geschäft auf vergleichbarer Fläche um rund 5 Prozent. Zum Thalia-Netzwerk gehören mehr als 570 Buchhandlungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das sind eigene Standorte, Beteiligungen in der Schweiz und mehr als 100 rechtlich eigenständige Partnerbuchhandlungen, die also den Einkauf, die IT und die Logistik nutzen, aber eigenständig bleiben. Wie weckt man jetzt online und stationär gegeneinander ab? Das hat Ingo Kretschmer, Vorsitzender der Thalia-Geschäftsführung, unserem Kollegen Alexander Wiedmann erklärt.

Sprecher 5: Herzlich willkommen im Podcast Table Today, Ingo Kretschmann.

Sprecher 6: Hallo, grüß Sie.

Sprecher 5: Herr Kaschma, welches Buch lesen Sie gerade?

Sprecher 6: Gerade lese ich von Linus Geschke. Den zweiten Teil, ich glaube, das ist der Trailer oder das Camp. Jetzt komme ich durcheinander, ich glaube, das Camp. Den ersten habe ich davor gelesen. Kann ich nur jedem empfehlen. Und das ist genau das, was ich total gerne mache, wenn ich abends zu Hause bin zum Abschalten, so ein etwas Krimi, nicht zu schwer. Schön, kann auch schön blutig sein, das ist so meins.

Sprecher 5: Schön blutig, sehr gut. Und das lesen Sie. Als Hardcover oder online? Auf dem E-Reader.

Sprecher 6: Das dritte, Taschenbuch. Also es ist tatsächlich kein Hardcover gekommen, aber auf die Frage digital und haptisch. Ich bin jemand, der sehr, sehr gerne haptisch liest und ich werde da immer so ein bisschen belächelt, wenn ich das erzähle, aber tatsächlich ist es auch bei mir so, ich mag es halt zu blättern, ich mag das Geräusch beim Umblättern, den Geruch der Bücher. Ich lese, ich rieche auch immer jedes Buch erst an. Trotz allem lese ich unterwegs mit dem eReader, mit dem Tolino. Also ich kaufe mir tatsächlich immer beide Bücher parallel, weil im Flieger, in der Bahn ist es schon hilfreich, dann mit digital zu lesen.

Sprecher 5: Und wo haben Sie das Buch gekauft? Online oder im Laden?

Sprecher 6: Auch das ist... Tatsächlich beides. Ich kaufe meine Bücher fast ausschließlich im Laden, natürlich bei Thalia. Und digital kaufe ich es dann, wenn ich es dann brauche, eben über den Online-Shop oder über den E-Reader.

Sprecher 5: Ja, aber wenn man jetzt bei Ihnen sich genau anschaut, machen Sie einen Großteil Ihres Umsatzes inzwischen online und nicht mehr mit dem stationären Handeln. Ist das richtig?

Sprecher 6: Nee, das ist nicht richtig. Wir waren jetzt im letzten Jahr bei 39 Prozent. Wir kommen mal von 40, knapp über 40, das war die Hochzeit Corona. Und es hat sich jetzt so eingependelt. Und dazu muss ich auch sagen, wenn man es, klar, nicht immer 100 Prozent beeinflussen kann, aber die Tendenz, wir wollen es auch genauso behalten. Warum? Unser Geschäft. Das Modell basiert eben auf diesen unterschiedlichen Kanälen. Und uns ist wichtig, dass wir diesen haptischen stationären Umsatz eben beibehalten, weil wenn der Online-Umsatz zu hoch gehen würde, wäre das für uns ein Indikator, dass wir sagen, wir haben zu wenig Verbreitung, wir sind zu wenig präsent und wir haben zu wenig weiße Flecken. Das heißt, uns ist ganz wichtig, dass wir den Anteil des stationären Kaufs Und dann eben auch des haptischen Kaufs möglichst über 50 Prozent beibehalten.

Sprecher 5: Der Zahl der Bucheinzelhändler insgesamt in Deutschland in den letzten fünf Jahren ist um 24 Prozent gesunken. Jeder fünfte Beschäftigte hat seinen Job verloren. Was machen Sie anders als andere Bucheinzelhändler? Ist es Ihre Marktmacht?

Sprecher 6: Sehr komplexe Frage. Ich versuche es mal ein bisschen abzustufen. Das Erste, warum wir eigentlich diese Misere haben, ist, dass die Rahmenbedingungen gerade für die Buchhändler und auch für uns immer schwerer werden. Wir haben in den letzten Jahren eine Kostenexplosion, die den Einzelhandel, andere Branchen auch, aber uns als Einzelhandel belasten. Das ist das Thema Energiepreise, das ist das Thema Inflation, das ist das Thema Mietpreise, das ist aber auch das Thema Lohn. Lohnentwicklung. Jetzt sprechen wir zu einer perfekten Zeit, wenn man sich die Ankündigung der letzten Tage mit der 1000 Euro Sonderprämie. Seien Sie die auch? Wahrscheinlich werden wir es nicht können. Und genau das ist der Punkt. Jetzt könnte ich mich auch darüber auslassen, wie ich wirklich ganz platt sagen kann, was für eine Schwachsinnsidee das ist. Und ich habe mich extrem geärgert, als das kam, weil ohne mit uns als Arbeitgeber mal vorab zu sprechen, einfach so, und wie sagt es, ein schöner Artikel in der FAZ, zu Lasten Dritter so etwas zu verbreiten, das ist eine Katastrophe. Und ja, wir versuchen es, jetzt mal wieder etwas zurück, wir versuchen es natürlich, aber aktuell ist kein Spielraum dafür da. So, und jetzt wieder zurück auf die Frage zu kommen, Wir haben eine Kostenentwicklung mal overall über die letzten Jahre von 60, 70, 80 Prozent. So, das mit der Sonderthematik bei uns, der Buchpreisbindung, die in ganz, ganz vielen Teilen super wichtig ist, wo wir auch für kämpfen, führt aber dazu, dass die Verlage die Preise nicht... Gleich anziehen, wie beispielsweise im LEH. Und diese Lücke, die da klafft, wird immer größer. So, das ist mal die Vorrede.

Sprecher 5: Das ist die Vorrede. Und jetzt, was machen Sie anders als die anderen?

Sprecher 6: Was machen wir anders? Wir wirtschaften besser und wir haben uns in den letzten Jahrzehnten einfach besser auf die Situation eingestellt. ausgerichtet. Es fängt an von unserem Omnichannel-Ansatz, der tatsächlich auch da ist. Wir haben einen starken Online-Shop, wir haben ein starkes Waren- Wirtschaftssystem, wir haben eine digitale Plattform dahinter, wir haben eine gute Supply Chain, die wir weiter ausbauen. Also wir haben eine Plattform dahinter, die es uns gut wirtschaften lässt und zum Kunden hin machen wir halt andere Dinge nicht besser als alle, aber besser als viele, indem wir Schneller Trends erkennen, das Thema Englischbuch, das Thema Young Adult, Romantasy, wie die ganzen Themen, die ganzen Entwicklungen der letzten Monate und Jahre zeigen, haben wir als erstes, als schnellstes, am größten aufgebaut. Das Thema Zusatzsortimente. Ja, es ist halt einfach so, der Buchkäufer heute kauft auch gerne ein Spiel mit, kauft auch gerne einen Trendartikel mit. Das bieten wir, glaube ich, als Package sehr gut an. Und last but not least, wir sind diejenigen, die auch im Handel in anderen Branchen, Social Media mäßig, sehr, sehr gut unterwegs sind. Wir waren die Ersten auf dem TikTok-Shop, wir waren die Ersten, die Instagram sehr erfolgreich machen. Und das sind alles Faktoren, warum wir einfach mehr Kundschaft haben, mehr Kundinnen und Kunden haben und eben auch mehr Umsatz generieren.

Sprecher 5: Was heißt Wirtschaften besser konkret? Wie erkennen Sie frühzeitig solche Trends wie Young Adult? Können Sie das in einem Beispiel mal ausführen?

Sprecher 6: Ja, es ist relativ einfach gesagt. Wir hören auf unsere Kundinnen und Kunden. Und wenn wir jetzt ganz konkret einen Trend sehen online, dass... Titel, Themen bei uns nachgefragt werden online. Dann überlegen wir uns sehr schnell, nehmen wir es in Läden auf, nehmen wir es stationär in die Läden auf, wie spielen wir es online und so weiter. Das können wir, weil wir den Webshop haben und weil wir die Läden haben. Jetzt muss man fairerweise auch dazu sagen, die laden Größen, um das zu spielen. Wenn ich einen kleinen Buchhandel habe mit 100 Quadratmetern, fällt es mir halt schwer, zehn Regalmeter Englisch abzubilden, das können wir. Aber wir machen es eben auch. Und auch gegen viele Stimmen dann aus der Branche, die sagen, was bietet ihr jetzt für eine komische Literatur an und das ist ja alles gar keine Literatur und wie könnt ihr jetzt Spiele anbieten? Das kauft ja kein Mensch. Doch, die Kunden wollen es und deswegen ganz konkret kommen mehr Kundinnen und Kunden zu uns und geben eben auch mehr Geld bei uns aus.

Sprecher 5: Sie machen jetzt auch Spiele. 28 Prozent am Gesamtumsatz, habe ich gelesen, ist der Non-Bunk-Umsatz. Kann man mit Büchern alleine nicht mehr genug Geld verdienen?

Sprecher 6: Die Zahlen, die sie haben, sind bestimmt in der Tendenz gut, aber wir machen sogar ein bisschen mehr. Also der Non-Book-Anteil in Summe liegt knapp bei 32, 33 Prozent sogar. Spiele an sich sind ungefähr bei 12 Prozent aktuell. Und jetzt auf die Frage zurückzukommen, nein, wenn man es ganz hart sagen kann, nur mit dem Buch alleine kannst du am Ende nicht mehr erfolgreich sein. Kann uns schmerzen, das finden wir auch alle doof, aber es ist nun mal so. Und jetzt sagen wir, wie kriegen wir das gedreht? Und ganz konkret ist es so, wir erreichen neue Zielgruppen, neue, insbesondere Jugendliche, Kinder, für das Buch und gewinnen es für das Buch, indem wir sie über andere Angebote anlocken. Also ganz konkret, wenn jemand, ein Kind bei uns zweimal ein Spiel kauft oder ein Lego-Artikel, ja, der kauft beim dritten Mal. Spätestens beim vierten Mal auch ein Buchartikel mit.

Sprecher 5: Ist das die neue Strategie? Erst Spiel, dann Buch?

Sprecher 6: So allgemein würde ich es jetzt nicht formulieren oder so pauschal, Entschuldigung. Aber es geht in die Richtung. Es ist eben nicht nur das Spiel, sondern es ist auch ein Geschenke-Trendartikel. Ja, jemand, der zu uns kommt, weil wir immer wieder neue Themenwelten haben, der kauft mal vielleicht ein... Nackenröllchen oder ein Sommeraktionsartikel und dann ist auch mal ein Buch dabei.

Sprecher 5: Was könnten weitere Möglichkeiten sein, um junge Leute, junge Menschen wieder mehr zum Lesen zu bringen?

Sprecher 6: Ich glaube, es gibt verschiedene Ansätze. Wir haben vor fünf Jahren, vier Jahren uns die Frage gestellt, was passiert eigentlich in den nächsten acht bis zehn Jahren? Intrinsisch motiviert, weil wir sagen, so kann es nicht weitergehen. Die Lesekompetenz, die Lesebereitschaft, der Spaß am Lesen nimmt immer weiter ab. Da müssen wir gegensteuern, weil das wird auch unsere Gesellschaft, nicht mehr gut tun. Das zweite ist ganz schnöde, wir sind Buchhändler und wenn keiner mehr liest, haben wir ein Problem. Deswegen haben wir gesagt, wir müssen etwas für die Leseförderung tun. Wir sind Europas größter Buchhändler und wir wollen uns am Ende nicht vorwerfen lassen, dass wir nichts getan haben. Deswegen haben wir die Zukunft Lesen für uns. Ins Leben gerufen. Das ist eine Strategie, ein strategisches Projekt für die nächsten fünf, sechs Jahre. Und da ist eine Facette, das Thema Lesen wieder mit mehr Spaß und Lesen in die Freizeit zu bringen. Das ist ein Komplex aus nationalen Kampagnen mit Prominenten, mit Influencern, mit Sportlern, die wir gewinnen wollen für das Thema Lesen. Weil so erreiche ich die Leute über Social Media, über Prominente, über Vorbilder. Die zweite Ebene, die damit reinspielt, sind Festivals. Wir sind mittlerweile in fünf Bundesländern, Hamburg, Berlin, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und wir sind jetzt gut unterwegs auch mit Thüringen, dass wir sagen, wir müssen Lesefestivals unterstützen, wir müssen sie ausbauen, hin zu Jugendlichen, Events machen. Es ist raus aus dieser, wie sagt mein Kollege immer, Wasserglas-Lesungen für ein elitäres Feuilleton-Publikum. Wir müssen es mainstreamig machen, wir müssen es erlebbar machen, wir müssen es in die Mitte der Gesellschaft treiben. Und das ist nur eine Facette dieser Zukunft lesen, aber ich glaube, so werden wir wieder ein anderes Mindset bekommen. Und das gepaart mit einem jungen, inspirierenden, tollen, erlebnisreichen Aufbau, sowohl in den Läden als auch online, kriegen wir wieder eine ganz andere Bewegung.

Sprecher 5: Wie kommen wir in die Mitte der Gesellschaft? Gehen Sie auch an Schulen? Machen Sie Zusammenarbeit? Wo hakt es da vielleicht?

Sprecher 6: Das ist die zweite und dritte Stufe dieser Zukunft lesen. Die zweite Stufe ist da auch in dem Zuge sehr spannend, ist das ganze Thema Vorlesen. Wie kriege ich schon die Jüngeren sofort gecatcht und mit dem Buch zusammen? Ich nehme zwei Zahlen, die uns halt alarmieren. Wir wissen die Zahlen und kennen die Zahlen, weil wir im Jahr ungefähr 160.000 Lesestarter-Sets den Erstklässlern übergeben und überreichen. Das ist schon eine relativ breite Masse an Erstlesern. Und da erfahren wir, dass ungefähr 25 Prozent der Kinder, die in die erste Klasse gehen, Das erste Mal ein Buch in der Hand halten, wenn wir es denen schenken. Das muss man sich mal vorstellen. Und die zweite alarmierende Zahl, 30 Prozent der Kinder, die die Grundschule verlassen, sind nicht in der Lage, grundlegende Lesekompetenzen vorzuweisen. Da frage ich mich, was passiert mit diesem Land? Was soll in der Zukunft passieren, wenn die Leute noch nicht mal lesen? Sinnvoll können. So, deswegen gehen wir an das Vorlesen und da sind unsere 600 Buchhandlungen in der Dachregion mittlerweile als Hubs, wo du dich als Vorlesepate melden kannst. Dann machen wir zusammen mit der Stiftung Lesen eine Plattform, wo du ausgebildet wirst, wo du zertifiziert wirst. Und auf der anderen Seite sind Institutionen, Kindergärten, Schulen, Altenheime, Integrationsvereine, die sich melden können, die wir dann zusammenbringen und so bei uns in den Läden, aber auch in Bibliotheken und so weiter, das Thema Vorlesen, Pushen und Etablieren. Das ist der eine Punkt. Und der zweite sind die Leseklassen, wo wir ganz... Speziell, wir haben uns dieses Jahr vorgenommen, das mit 1500 Schulen in Deutschland zu schaffen. Leseklassen ansprechen, die quasi von Besuchern der Buchhandlung, die können sich regelmäßig Bücher ausleihen. Sie reden über Rezensionen oder rezensieren die Titel, bieten sie an, reden darüber bei uns in den Läden, wenn sie... Über Leseklassen zusammenkommen, machen Wettbewerbe daraus. Und die Schulen, die sich da etablieren, kriegen von uns einen Preis, kriegen einen Leseraum ausgestattet mit Mobiliar, mit Büchern, um einfach das Lesen auch hier in die Mitte und in die Freizeit zu bekommen und eben weg von der schnöden... Unterrichtsliteratur, sondern eben das Lesen mit Freizeit und Spaß zu verbinden.

Sprecher 5: Wo haben Sie den Eindruck, Sie haben also noch ein bisschen Hoffnung für die Zukunft des Lesens. Wie schaffen wir es, dass die Jungen mehr Spaß haben auch mit Büchern? Wo sehen Sie da uns in den nächsten fünf Jahren?

Sprecher 6: Also die Hoffnung werden wir natürlich nie aufgeben. Aber ganz ehrlich, unser nächster Step wird sein, wir wollen den Rückgang der Lesenden in Deutschland wollen. Das ist für uns das nächste Ziel. Der Niedergang und das immer weniger... Lesen und sich mit dem Buch beschäftigen, das müssen wir stoppen und aufhalten. Und da bin ich überzeugt davon. Das schaffen wir, wir schaffen das auch gemeinsam mit der Branche. Das ist auch nochmal wichtig. Wir als Thalia werden das nicht alleine hinkriegen. Wir brauchen da die anderen Buchhändler, wir brauchen die Verlage. Um das gemeinsam zu erreichen. Wir werden unseren Teil dazu beitragen. Wir werden dafür alles tun und wir kämpfen für Mitstreiter. Und dann bin ich davon überzeugt, dass wir das in einem ersten Schritt schaffen werden. Ob wir dann es sogar schaffen werden, das wieder zu steigern, das lasse ich mal dahingestellt in der mittlerweile so volatilen Welt. Möchte ich ja mal die nächsten drei, fünf Jahre und nicht länger. Aber für uns ist jetzt mal das nächste Ziel, diesen Rückgang zu stoppen.

Sprecher 5: Haben Sie zum Abschluss noch drei Buchtipps für mich?

Sprecher 6: Also ich kann es dir immer wieder sagen, ich bin und ich werde auch nicht müde. Es ist in jedem Fall die Sportbiografie von Kobe, die Mamba-Mentality. Es ist und bleibt für mich die beste Sportler-Biografie, weil sie es einfach schafft, diese Disziplin, diese Begeisterung für ein Thema rüberzubringen. Und das habe ich mir einfach zu eigen gemacht. Kobe ist für mich der... Ja, was das anbelangt, der beste Sportler, der jemals gelebt hat. Anders auch als Michael Jordan im Basketball. Kobe hat es halt einfach verinnerlicht und hat es wirklich rübergebracht. Diese Selbstdisziplin, diese Begeisterung für diesen Sport. Also das lege ich Ihnen tatsächlich ans Herz. Die Sportbecker. Unternehmerisch. Die Nike-Story, die Entwicklung von Nike, auch das ist für mich wirklich prägend, wie ich von einem wirklichen Hinterhof-Schuhverkauf ein paar Schuhe verkauft, diesen Weltkonzern in einer Generation geschafft habe. Mega. Also es ist wirklich, du liest es weg. Und dann ist tatsächlich Cody McFadden, mein Lieblingsautor, schreibt leider nicht mehr, es ist ja dann auch leider nicht mehr jetzt da. Die sechs Bücher, die er geschrieben hat, die Reihe, die McFadden-Thriller kann ich nur jedem empfehlen. Ich habe sie tatsächlich drei davon echt an einem Stück weggelesen. Kann ich nur wirklich wärmstens ans Herz legen, den Autor.

Sprecher 5: Dann hoffen wir, mit diesen drei Buchtipps den ein oder anderen zum Lesen zu bringen. Vielen Dank für das Gespräch, Ingo Kratzschmar.

Sprecher 6: Danke.

Sprecher 2: Viele Unternehmen wollen im Rüstungsgeschäft mitspielen. Er ist schon ganz lange vorn dabei. Lorenz Mayer ist Co-Gründer und CEO des deutsch-amerikanischen Startups Autirion und heute hier bei uns zu Gast. Lieber Lorenz, schön, dass du heute da bist.

Sprecher 7: Vielen Dank für die Einladung.

Sprecher 2: Du hast gerade im Beisein von Friedrich Merz und Volodymyr Zelensky einen Vertrag über die Belieferung der ukrainischen Armee unterschrieben. Das genaue Volumen haltet ihr geheim, aber es ist ein sehr großer Auftrag, so viel kann man glaube ich sagen. Was passiert denn jetzt als nächstes in diesem Projekt? Ihr müsst ja jetzt irgendwie bestellte Teile produzieren und liefern. Wann und vor allem wo ist das jetzt geplant?

Sprecher 7: Also wir skalieren jetzt die Produktion mit unserem Partner Airlogix oder besser gesagt helfen wir unserem Partner Airlogix die Produktion in Deutschland zu skalieren. In recht hohe Stückzahlen im Tausende-Bereich. Viel genauer können wir nicht werden. Das wird im Raum München erfolgen. Im ersten Standort, das hat ganz konkret den Grund, dass in München sich ein sehr starkes Defense-Tech-Ecosystem gebildet hat, dass da sehr viel Zulieferern, Talent, Personal ist. Und wir denken aber auch bereits darüber nach, wenn sich das gut etabliert hat, dann weitere Standorte. Orte zu öffnen. Aber jetzt beim ersten möchten wir mal ganz nah dranbleiben, auch an unserem eigenen Münchner Büro.

Sprecher 2: Standorte eröffnen und Werke aufbauen, das klingt nach Projekten von Jahren, aber ich meine, der Krieg in der Ukraine, der ist ja jetzt. Also über welchen Zeithorizont sprechen wir hier?

Sprecher 7: Wir sprechen da eher über... Zeiträume so im Drei-Monats-Maßstab. Das ist auch ein Planungshorizont, in dem wir uns als Unternehmen in den letzten Jahren schon bewegt haben. Wir können da extrem schnell sein. Auch die Unternehmen in der Ukraine sind gewohnt, Fabriken wirklich blitzschnell hochzuziehen. Und von daher... Haben wir nicht vor, das zu wiederholen, was vielleicht in der etablierten Industrie der Fall ist, dass es nämlich Jahre Verzögerungen gibt oder zu hohe Kosten, sondern wir werden das sehr kompakt halten.

Sprecher 2: Wir sollten vielleicht an der Stelle einmal kurz klären, was ihr genau macht. Ihr baut ja nämlich keine Drohnen, sondern Drohnensoftware, also ein Betriebssystem, über das Drohnen dann nicht nur gesteuert werden, sondern auch miteinander vernetzt werden können. Das Stichwort ist da Drohnenschwärme. Dazu habe ich gleich nochmal eine Frage. Aber zuerst, das Betriebssystem sitzt in einem kleinen Kästchen, das auf den Drohnen montiert wird. Also ein bisschen Hardware macht ihr auch. Als das, was ihr da ausliefert, richtig?

Sprecher 7: Korrekt. Wir als Unternehmen bauen Abionik, also den Computer, das Gehirn der Drohne plus die ganze Software dafür, das Betriebssystem, die Apps, die Apps. es dafür braucht. Jetzt ist es natürlich so, in der Partnerschaft mit verschiedenen Drohnenherstellern wird dann doch durchaus am Ende ein Endprodukt gefertigt, was zum Kunden geht, zum Soldaten geht. Das heißt, wir liefern am Ende natürlich mit unseren Partnern zusammen ein Komplettsystem. Aber wir als Unternehmen, als Auterion, sind eigentlich spezialisiert auf die Software und die Avionik.

Sprecher 2: Und was sind das für Drohnen, die derzeit am häufigsten mit eurer Software ausgestattet werden?

Sprecher 7: Wir haben drei Größen. Das ist fast so ähnlich wie bei einem Autohersteller, bei den Optionen dort. Das heißt, es gibt die kleinen FPV-Drohnen, da sind wir bereits bei über 100.000 Stück. Dann gibt es die mittlere Größe. Das kann man sich so vorstellen, das ist ein Flugzeug, das man noch alleine tragen kann. Es ist schon ein Flugzeug, es ist nicht mehr so ein Multirotor, aber man kann es noch alleine tragen. Also es wiegt unter 20 Kilo. Dort sind wir in den tausende Stückzahlen und dieses Jahr. Und dann gibt es noch die ganz großen Drohnen. Und jetzt bei der Partnerschaft mit Air Logix geht es konkret um beides, um mittelgroße Flugzeuge und große Flugzeuge. Und bei diesen großen Flugzeugen, da reden wir dann von Flugzeugen, die eher einen Autoanhänger brauchen, um sie zu transportieren. Die passen durchaus noch auf die Straße, also eine Spannweite von unter zweieinhalb Metern. Aber können auch durchaus mal 100 Kilogramm abfahren. Fluggewicht wiegen, das hebt man dann nicht mehr alleine. Als Unternehmen machen wir aber auch Boote. Also wir haben einen Partner, der autonome Boote fertigt. Wir haben Partner, die Fahrzeuge fertigen mit unserer Software. Also wir sind da sehr breit, Luft, Land und Wasser. Aber jetzt konkret in der angesprochenen Ankündigung geht es jetzt erstmal um Flugzeuge, die mittelgroß bis sehr groß sind.

Sprecher 2: Und die machen was, diese Flugzeuge?

Sprecher 7: Also wir als Unternehmen haben über die letzten acht Jahre alles Mögliche gemacht, von Vermessung bis zur Aufklärung. In den letzten zwei Jahren... Sind wir dazu übergegangen zu sagen, naja, Aufklärung ist wichtig, aber nicht genug angesichts dessen, was in Europa gerade passiert und haben uns deswegen sehr im Bereich Angriffsdrohnen engagiert und das heißt, diese Drohnen sind in der Lage, mit Onboard-Bildverarbeitung ein Ziel, das ein Bediener, das ist mir ganz wichtig, immer ein Bediener, das machen sie nicht selbst, erfasst, also der wählt das an, indem man mit dem Finger drauf tippt, zu verfolgen und dann in dieses Ziel rein zu fliegen und damit natürlich ihren Gefechtskopf ans Ziel zu bringen.

Sprecher 2: Und dann geht die... Drohne kaputt und eure Betriebssoftware auch. Also bei dieser einen Drohne dann.

Sprecher 7: Das ist dann natürlich alles weg, ja.

Sprecher 2: Wie groß ist der Anteil? dieser Einweg drohen an eurem aktuellen Geschäftsmodell, an eurem Umsatz.

Sprecher 7: Von den Stückzahlen her ist der Anteil sehr hoch. Und das kann man auch über die gesamte Drohnenindustrie sagen. Ich bin selber schon 18 Jahre in der Industrie, habe die von Anfang an mitgebaut, habe auch offenes Kommunikationsprotokoll und Open Source Software geschrieben, damals noch als Bachelorstudent. Ja, das ist ein langer Weg, wie auch zu Beginn der Luftfahrt. Das heißt, da waren alle möglichen Spezialanwendungen dabei. Die verfolgen wir als Unternehmen auch weiterhin. Also Auterion bietet weiterhin kommerzielle Software für Vermessungsdrohnen an. Aber wenn man sich das jetzt anschaut über die Jahre, wir waren vielleicht vor fünf Jahren noch bei einem 50-50-Mix an kommerziell und militärisch und mittlerweile ist der militärische Markt so gewachsen weltweit, dass ich würde sagen, von den Stückzahlen her bei Drohnen wahrscheinlich über 95 Prozent aller weltweiten Drohnen mittlerweile militärisch genutzt werden. Und der kommerzielle Markt wird sicher langfristig wachsen, aber kurzfristig ist er recht klein geworden im Vergleich mit dem, was global passiert.

Sprecher 2: Ist das ungefähr so auch das Verhältnis kommerziell-militärisch bei eurem Umsatz dann?

Sprecher 7: Ja, also wir sind da sehr repräsentativ für die gesamte Industrie.

Sprecher 2: Wo steht in Deutschland bei der ganzen Entwicklung in Sachen Drohnenkampfführung im Vergleich zu anderen Ländern? Du hast ja da ein bisschen Überblick, ihr seid zu einem großen Teil auch in den USA tätig und natürlich beobachtest du auch den weltweiten Markt.

Sprecher 7: Also ich würde sagen, ich bin extrem positiv überrascht und auch stolz als Deutscher, dass Deutschland in den letzten zwölf Monaten eine ganz rasante Aufholjagd gestartet hat. Und zwar sowohl in der Art, wie man mit der Ukraine und ukrainischen Firmen zusammenarbeitet, nämlich viel enger, als auch in der eigenen Beschaffung, die ja dann teilweise in der Presse sehr ausgiebig abgedeckt wurde. Aber was da bei der deutschen Leutering Munitionbeschaffung ein bisschen vergessen ging, angesichts des ganzen Hin und Hers über die verschiedenen Anbieter, Die Bundeswehr hat was gemacht, was sie, ich weiß nicht, ob sie das noch nie gemacht hat, aber üblicherweise zumindest nicht macht, was aber extrem clever ist. Sie hat gesagt, wir laden drei Anbieter ein, wir laden sie sehr früh ein und sie bekommen einen Auftrag, der aber davon abhängig ist, dass sie in der Leistungsschau wenige Monate später beweisen müssen, dass die Produkte funktionieren. Das heißt, es ist wie so ein Auftrag unter Bedingungen. Und den Auftrag kann man auch wieder verlieren, wenn man nämlich diese Leistungsüberprüfung nicht besteht. Das schafft Planbarkeit für die Industrie. Die Industrie kann investieren. Kann Ressourcen darauf setzen, weiß aber, sie bleiben nur im Rennen, wenn sie liefern. Und es gibt dann auch kein Mitleid, kein Zurückstellen. Und dadurch, dass man diese verschiedenen Anbieter im Rennen hält gleichzeitig und nicht zu Anfang einen auswählt und dann davon abhängig ist, was der oder die... An den Zeitplan hinbekommt, schafft man eben eine Dynamik, die viel näher am kommerziellen Markt dran ist, der, wie er leidlich bekannt ist, effizienter ist. Und diese Entwicklungen sind extrem positiv. Es ist vielleicht interessant, dass ich das als Industrievertreter sage, weil das schafft ja mehr Konkurrenz. Aber das ist einfach das Richtige für die Soldaten, weil sie kriegen dadurch schneller bessere Produkte. Und es hält den Markt dynamischer. Es ist auch für die Industrie gut, weil Aufträge schneller vergeben werden. Und deswegen finde ich das extrem gut. Das gab es vor zwölf Monaten noch nicht. Und wenn es in der Geschwindigkeit weitergeht, dann wird Deutschland in einem Jahr wahrscheinlich europäisch auch ziemlich führend aufgestellt sein, weil man einfach schneller und mehr beschafft hat als viele andere.

Sprecher 2: Bei all dem Stolz auf das, was Deutschland in dem Bereich geschafft hat, seid ihr als Firma doch sehr früh in die USA gegangen und werdet ja zum Teil zumindest dort auch als amerikanische Firma wahrgenommen. Bringt dich das manchmal in einen gewissen Zwiespalt?

Sprecher 7: Nicht wirklich. Ich bin immer noch überzeugter Transatlantiker. Es gibt eine westliche Wertegemeinschaft. Es gibt innerhalb dieser westlichen Wertegemeinschaft, mal mehr, mal weniger Spannung. Das ist innerhalb von einer Familie ganz normal. Es ist aber gleichzeitig auch so, dass diese westliche Wertegemeinschaft, und da denke ich auch gerade an Frankreich, Italien, Großbritannien, und wir haben mit Frankreich leider die, sagen wir mal, jahrzehntelange enge Partnerschaft ein bisschen aufgegeben. Wir brauchen das. Und man darf sich da auch streiten, aber man darf nicht vergessen, dass man innerhalb von Europa, aber auch über den Atlantik hinweg zusammenarbeiten muss, weil man sonst nicht die kritische Masse hat, sich ernsthaft selbst verteidigen zu können.

Sprecher 2: Ihr seid damals ja, 2017 habt ihr gegründet und dann wenig später in die USA gegangen, weil ihr einen ganz zivilen Use Case hattet. Ihr habt damals für Walmart an Lieferdrohnen gearbeitet. Das hat dann nicht funktioniert. Fühlt es sich damals an wie ein Rückschlag oder wie ging es dir damit?

Sprecher 7: Also es hat funktioniert, technisch. Wir sind auch tatsächlich mittlerweile mit einem noch viel größeren Programm, über das ich noch nicht sprechen kann, am Markt. Ist insofern also eine gute Entwicklung gewesen. Walmart ist... eigentlich, so ähnlich wie Aldi hier, Ein Laden, in den man geht und mindestens einen Einkaufswagen füllt, wenn nicht zwei. Das ist also nicht unbedingt der Markt oder die Anwendung, wo ich mit einer Lieferdrohne... ohne ein Sixpack-Cola-Bestell oder das Getränk ihrer Wahl, Und von daher hat es uns dann auch nicht wirklich überrascht, dass sich das kommerziell nur so halb gelohnt hat. Wir sind jetzt an einer Partnerschaft dran, die viel näher an dem ist, wo, sagen wir mal, Lieferungen schnell erfolgen müssen, wo vielleicht die Ware auch kalt wird, wo das Volumen noch größer ist, wo die sofortige Lieferung einen echten Mehrwert hat. Und ich bin, was diese Art von Anwendung angeht, viel optimistischer.

Sprecher 2: Was fühlt sich besser an als Unternehmer? Eben hier Geschäfte mit anderen Unternehmern und Unternehmern zu machen oder im Sinne des großen Ganzen militärische Nutzung und mit Regierungen auf Augenhöhe zu verhandeln?

Sprecher 7: Für mich ist die Abwechslung extrem spannend. Also ich finde es super, nah an Endkunden dran zu sein, denen wir dann Waren liefern. Das ist auch ein Teil des Geschäfts, den wir beibehalten wollen. Es ist natürlich auch sehr spannend, mit am Tisch zu sitzen in der großen Politik, ohne da jetzt zu viel Raum einnehmen zu wollen. Wir sehen uns da als... Dienstleister, der am Ende das umsetzt, was das Parlament beschlossen hat. Ich glaube, wir haben uns als Unternehmen da immer eine sehr demütige Haltung, bewahrt. Ja, und dieser Wechsel ist als Unternehmer extrem spannend.

Sprecher 2: Lorenz, vielen herzlichen Dank für deine Zeit und die Einblicke, die du uns gegeben hast.

Sprecher 7: Gerne.

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