Hält diese Koalition?
Dauer: 25:36

Hält diese Koalition?

Die Stimmung in der schwarz-roten „Arbeitskoalition" kippt: Erste Abgeordnete zweifeln, ob das Bündnis bis zum Ende der Legislatur hält. Durchgreifende Reformen scheinen nicht möglich, stattdessen finden SPD und Union nur den kleinsten gemeinsamen Nenner.

Das Kabinett hat etwa das Beitragssatzstabilisierungsgesetz von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) nur abgespeckt auf den Weg gebracht — auf einen großen Wurf konnten sich Union und SPD nicht einigen. [01:17]

Finanzminister Lars Klingbeil legt die Eckwerte der Haushaltsplanung bis 2030 vor. Viele Maßnahmen bleiben Ankündigungen — wo auf der Ausgabenseite konkret gekürzt werden soll, bleibt oft vage. Die Ökonomin Veronika Grimm fast ihr Urteil auf X zusammen: „Das ist alles überhaupt nicht gut… sehr besorgniserregend.“ [09:55]

Nach den Phishing-Attacken auf Signal — auch Bundestagspräsidentin Julia Klöckner war unter den Opfern — empfiehlt das Bundestagspräsidium den Umstieg auf den Messenger Wire. CEO Benjamin Schilz erklärt im Gespräch mit Berlin-Table-Redakteur Leo Schulz, warum Wire in Unternehmen und Behörden sicherer ist als die Konkurrenz. [17:03]


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Transkript

Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.

Sprecher 2: Ein zerknirschter Friedrich Merz im Spiegel-Interview und eine Koalition, die immerhin noch eine abgespeckte Gesundheitsreform und eine grobe Finanzplanung bis 2030 durchs Kabinett bekommt. Das sind die Elemente des Podcasts heute Morgen und das müssen wir dringend analysieren.

Sprecher 3: Der Messenger-Dienst Signal galt eigentlich als besonders sicher, aber seit Februar gibt es gezielte Phishing-Attacken auf hochrangige Politiker, Militärs, Journalisten und Diplomaten. Und so sind hochsensible Daten wahrscheinlich in die falschen Hände geraten. Die App Wire will eine europäische und sichere Variante zu dem US-Dienst sein. Und Leo Schulz, unser Kollege von Berlin Table, hat mit Benjamin Schiltz, den CEO von Wire, gesprochen.

Sprecher 2: Auch Zäune kann man innovativ neu machen, glauben Sie es uns. In den Niederlanden wird gerade eine neue Art von Zaun getestet, der bei stark Regen und großer Trockenheit helfen soll. Wie genau das, sagen wir Ihnen am Schluss an diesem Donnerstag, den 30. April. Schön, dass Sie dabei sind.

Sprecher 4: Bringe deinen Tag auf Touren und arbeite intelligenter. Mit Acrobat Studio. Kombiniert Acrobat Pro Tools, KI-gestützte Arbeitsbereiche, Assistenten und Inhaltserstellung. Alles an einem Ort. Deine Daten sind damit sicher und sie werden niemals für Trainingszwecke eingesetzt. Arbeite schneller, intelligenter, erledige mehr mit Acrobat Studio. Mach es einfach mit Acrobat. Probiere es jetzt auf adobe.com slash acrobat aus.

Sprecher 5: Wir bilden eine Arbeitskoalition. Wir wissen, dass wir in der Pflicht stehen, Erfolg zu haben. Erfolg für Wirtschaft und Gemeinschaft im eigenen Land. Und, liebe Freundinnen und Freunde, Erfolg bei der Selbstbehauptung der demokratischen Mitte unseres Landes.

Sprecher 3: Diese Koalition wollte stabil sein, wollte eine Arbeitskoalition sein. Und jetzt sind auf den Fluren des Bundestags regelmäßig Spekulationen zu hören, wie lange diese Koalition denn noch hält. Ja, bitter muss man sagen.

Sprecher 2: Christian von Stetten hat es ausgesprochen, was viele wirklich in den letzten Wochen, Monaten immer wieder hinter den Kulissen sagen, nämlich diese Koalition hält nicht mehr. Bis zum regulären nächsten Wahltag. Ich meine, ist das ja der Chef des Parlamentskreises Mittelstand und hat durchaus einige Abgeordnete hinter sich. Und er ist sich sicher, das reicht einfach nicht. Diese Parteien kommen nicht wirklich auf eine Basis, Helene. Warum eigentlich nicht?

Sprecher 3: Ja, man würde sagen, dass sie die Ernsthaftigkeit der Lage, die sie zwar ständig in Worten beschwören, aber eben dann doch noch nicht im Tiefen erkannt haben. Denn sonst würden sie nicht ständig immer die Versuche unternehmen, ihre eigene Profilschärfung voranzutreiben. Die SPD, indem sie sagt, das machen wir auf gar keinen Fall und jenes auch nicht. Und hier blockieren wir auch, wenn es an Arbeitnehmerrechte geht. Und die CDU, die dann auch immer CDU pur versucht zu sagen, das ist natürlich nicht der richtige Weg. Aber ich erinnere, Markus Söder sagte letzte Partei. Tode der Demokratie. Also man hat dann doch den Eindruck, es ist ziemlich leichtfertig. In der ganzen Geschichte der Bundesrepublik ist bisher zweimal eine Regierung geplatzt und die zweite war die Ampel. Also das sollte auf gar keinen Fall die Regel werden. So jedenfalls sieht es der Bundespräsident.

Sprecher 2: Ja, also falls jemand Neuwahlszenarien in dieser Koalition ernsthaft vorantreiben wollen würde, so wie wir erfahren haben, ist das Bundespräsidialamt und auch der Bundespräsident da sehr skeptisch. Es gibt ja immer informelle Gespräche, auch mit dem Staatsoberhaupt. Und dass Steinmeier relativ zügig oder schnell oder ohne große Debatten zu Neuwahlen aufrufen würde, wenn diese Regierung scheitert, das sehen die Menschen in seinem Umfeld sehr skeptisch. Denn dann gäbe es eine sehr starke AfD nach aktueller Umfragelage. Und es gibt politische Parteien, damit die sich dann lieber nochmal selber zusammenraufen sollten, notfalls mit anderem Personal. So ist es im Schloss Bellevue zu hören. Einfach mal Neuwahlen, weil man irgendwie nicht mehr miteinander will. So schnell geht es nicht.

Sprecher 3: Aber wie angeschlagen der Kanzler ist, das konnte man an einem Interview im Spiegel nun sehen, dass er zwar sagt, ich will mich nicht beschweren, sich aber dann doch beschwert und sagt, keiner sei so schlecht behandelt worden wie er, keiner von mir habe so viel mehr ertragen müssen, so ist das Zitat wörtlich, und meint damit insbesondere die Kritik in den sozialen Medien. Tja, Michael, stimmt das überhaupt?

Sprecher 2: Natürlich bekommt Friedrich Merz viel ab, übrigens schon immer. Er ist immer noch das Feind. Bild für die politisch Linken in diesem Land. Und natürlich ist es auch gerade bei anonymen Absendern im Netz härter geworden als vielleicht vor vielen Jahren, als man das noch nicht sehen konnte, was manche Menschen über einen denken. Aber Olaf Scholz wurde auch hart angegangen. Das gehört dazu. Der Mann muss seine Koalition in den Griff kriegen, dieses Land reformieren und klar und nachvollziehbar und transparent und wahrhaftig kommunizieren. Dann rutscht auch ein Friedrich Merz wieder nach oben in den Beliebtheitsrankings.

Sprecher 3: Ja, es ist immer schwer, das zu vergleichen. Hatte Olaf Scholz es schwerer, hatte Friedrich Merz es schwerer. Also jedenfalls hat Friedrich Merz auch ordentlich ausgeholt gegen Olaf Scholz, als der Kanzler war. So ändern sich die Perspektiven, so kann man es auch sehen. Aber wir sollten uns eigentlich nicht zu sehr damit beschäftigen, welcher Kanzler es jetzt am schwersten hat, was die öffentliche Kritik angeht, sondern... Was beide eint, ist, dass sie es einfach in einer sehr schweren Zeit Bundeskanzler sind, nämlich einer von diversen innenpolitischen, aber natürlich auch insbesondere außenpolitischen Herausforderungen. Also niemand würde behaupten, es ist leicht und dennoch ist so ein Satz wahrscheinlich auch nicht unbedingt hilfreich, wenn es darum geht, Tatkraft und Entschlossenheit nach vorne zu stellen.

Sprecher 2: Ja, und genau das ist ja das, was die Unionsfraktionsabgeordneten vor dem Erwarten ist. Sei teilweise hilflos gewesen, sein Auftritt in der Fraktionsklausur haben uns Teilnehmer mitgeteilt. Man wünscht sich natürlich einen souveränen Chef, der selbstbewusst nach vorne geht und sagt, egal wer mich kritisiert, hier ist mein Plan für Deutschland. Und ein solches Lamento dann auch noch auf. autorisiert in einem Interview, also mit Rücksprache wirklich so bewusst auch gesetzt, das verwirrte und irritierte doch einige gestern im Parlament.

Sprecher 3: Aber man muss ja auch sagen, sie haben gestern was hingekriegt, was noch ein bisschen wackelig war. Wir sprachen darüber. Einerseits eine Gesundheitsreform beschlossen, wenn auch in abgespeckter Form. Und die Finanzplanung ist auch durchs Kabinett. Wir schauen jetzt nochmal auf die wichtigsten Details. Erstmal den Plan von Nina Wagen, der Gesundheitsministerin. Ursprünglich wollte sie 19 Milliarden Euro einsparen. Das fällt nun etwas geringer aus. Um die 16 Milliarden sind wohl die Einsparungen. Das Loch, das geschlossen werden soll, sind 15 Milliarden. Also das kann man damit wohl schließen. Allerdings so richtig Handlungsspielraum verschafft man sich damit nun auch nicht. Und die Kritik des GKV-Spitzenverbandes. Der entzündet sich vor allem daran, dass der Bundeszuschuss nun um 2 Milliarden Euro gekürzt wird und deshalb Versicherte und Arbeitgeber im nächsten Jahr 1,8 Milliarden Euro mehr zahlen müssen.

Sprecher 2: Ja, damit werden die Patienten und die Versicherten natürlich über Gebühr belastet. Auch die Arbeitgeber sind unzufrieden, denn die Beitragsbemessungsgrenze steigt auch um 300 Euro, sodass insbesondere Besserverdiener stärker zur Kasse gebeten werden. Natürlich gibt es auch nachvollziehbare Kürzungen, vielleicht beim Zahnersatz oder auch die Zuckerabgabe kann man alles machen, die Zuzahlung auf Medikamente. Aber dass ausgerechnet jetzt die Arbeitgeber, die Unternehmen die Reform teilweise mitbezahlen müssen, ist klar, dass da... dass nicht auf Wohlwollen trifft. Der BDA-Präsident Rainer Dulger hat gesagt, die Chance sei nicht genutzt worden. Gerade die Annehmung der Beitragsbemessung trifft Betriebe und Facharbeiter hart und wirkt am Ende eigentlich wie eine Beitragssatzanhebung, die ja doch gerade stabilisiert werden sollte. Also linke Tasche, rechte Tasche.

Sprecher 3: So hat es auch die AOK-Vorsitzende Carola Reimann gesagt. Sie sprach von einem Taschenspieler-Trick auf Kosten der Beitragszahlenden. Ja, in der Tat, das hatte Dina Wagen versprochen, eine Stabilisierung der Beiträge, die ja immer weiter angestiegen sind in den vergangenen Jahren. Wie das nun funktionieren soll, ist nicht ganz klar. Ähnliche Fragen auch beim Haushalt von Lars Klingbeil. Einige offene Punkte gibt es da doch noch.

Sprecher 2: Ja, 140 Milliarden Euro fehlen, wenn man kumuliert mal bis 2030 die Finanzplanung des Bundes durchrechnet. Und die Einnahmesituation, naja, Tabakalkoholsteuer wird erhöht, eine neue Plastikabgabe, wo keiner genau weiß, wie die funktionieren soll, wird sicherlich diese Lücke nicht schließen können. Da muss es im Konkreten noch zu Sparmaßnahmen, zu Einsparungen kommen. Und da ist diese Koalition eben, Stichwort Subvention, Stichwort Pension, Stichwort übrigens Privilegien der eigenen Beamten oder der Abgeordneten, wenig konkret geworden in den letzten Tagen.

Sprecher 3: Veronika Grimm, die Ökonomin, drückte ihren Ärger dann auch auf X aus. Das ist alles überhaupt nicht gut, schrieb sie. Und auch Daniel Stelter, der ging sogar noch weiter. Was die Regierung macht, sind Einsparungen auf der Einnahmenseite, gleich höhere Ausgaben. Sein Fazit, Totalversager.

Sprecher 2: Ja, ist natürlich ein hartes Urteil. Immerhin die Koalition hat es überhaupt geschafft. So dankbar ist man ja nochmal, sich zusammenzuraufen bis zum Sommer. Kommen aber die wirklich dicken Brocken mit der Rente und nochmal der Pflegereform. 3.500 Euro zahlen Menschen im Schnitt, die ihre Angehörigen an Pflegeheimen unterbringen pro Monat. Das ist eine Summe, die in den letzten Jahren immer stärker gestiegen ist und vor allen Dingen immer mehr Menschen trifft. Also wie da es zu einer Einigung kommt, zumal, und da kommen wir zurück zum Beginn nochmal ganz kurz, Helene, zumal die Parteien eben doch in ihrer Logik, in ihrer Klientel, in ihren Milieus bleiben, anstatt das Gemeinsame zu sehen, 1 plus 1, könnte ja auch mal mehr als 2 sein, wenn man sich was gönnen würde.

Sprecher 3: Na, jetzt haben wir hier sehr viel gemeckert und in der Tat gibt es auch von anderer Seite Kritik an den Haushaltsplänen von Klingbeil. Im Grunde genommen in der Sekunde, in der sie präsentiert hat, ging es los. Und bevor wir jetzt hier weiter meckern, fragen wir einen Mann, der sich mit allen Daten, Fakten und Zahlen bestens auskennt bei uns bei Table. Er heißt Malte Kreuzfeld und ich habe gestern direkt nach der Pressekonferenz von Lars Klingbeil mit ihm gesprochen. Hallo, schön, dass du da bist, lieber Malte.

Sprecher 6: Hallo Helene.

Sprecher 3: Ja, also der Eckpunkteplan für den Haushalt war gerade mal ein paar Minuten bekannt und schon gab es einen Sturm der Empörung. Du hast dir den Plan und die alle Zahlen und Daten genau angeschaut. Ist es wirklich so dramatisch schlimm, wie es nun gesagt wird?

Sprecher 6: Ja, tatsächlich ist die wahre Angelegenheit. Man kann es noch nicht genau sagen. Denn vieles von dem, was Lars Klingbeiler vorgelegt hat, sind im Moment nur Ankündigungen. Und ob das alles tatsächlich so kommt, das weiß man noch nicht. Insofern zu sagen, dass das alles Lüg und Trug, finde ich, ist zu scharf. Aber zu sagen, ja, alle Probleme gelöst, der Haushalt ist ausgeglichen, stimmt auch nicht. Sondern die Wahrheit ist, wir wissen es noch nicht. Die Tatsache ist... Er hat es geschafft, dieses Loch von 35 Milliarden, was es gab, schon im Vorfeld ja auf 20 runterzubringen. Unter anderem, weil wir mehr Kredite aufnehmen dürfen durch die schlechtere Wirtschaftslage. Und diese 20 Milliarden, die da noch offen waren, da ist halt jetzt vorgetragen worden, die werden wir stopfen durch eine ganze Vielzahl von Einsparungen und von neuen Einnahmen und Steuern. Gestern blieb das alles noch so ein bisschen offen. Nach dieser Kritik hat das heute noch mal etwas genauer gemacht der Finanzminister und hat gesagt, wie viel er da wo sparen will. Also 4 Milliarden bei der Rente, 2 Milliarden im Gesundheitssystem und auch die neuen Steuern ein bisschen beziffert. 1,4 Milliarden durch die Plastikabgabe, 2 Milliarden bei Alkohol und Tabaksteuer. 2 Milliarden durch Bekämpfung der Steuerkriminalität und eine neue Kryptosteuer. Das klingt erstmal alles gut. Das Problem ist, geeint ist das eben anscheinend noch nicht alles. Sonst hätte man es ja noch konkreter da schon machen können. Vieles davon sind erstmal Arbeitsaufträge an die Ministerien, die jetzt bis zum 20. Mai Vorschläge machen sollen. Und dann bis Juli soll das ja tatsächlich alles dann der komplette Haushaltsentwurf durchs Kabinett gehen. Da ist also noch einiges. Arbeit zu tun.

Sprecher 3: Also man kann schon festhalten, bei den Ausgaben sind die Eckpunkte sehr konkret. Bei den Einnahmen war es jedenfalls zunächst alles sehr diffus und wie du sagst, ist jetzt nicht geeint. Und was ist denn der Bereich der Kürzung, wo man wirklich sagen kann, da wird auch mal Geld eingespart. Da gibt es mal vielleicht auch eine Aufgabenkritik und man sagt, also das wird künftig eben als Posten wegfallen.

Sprecher 6: Was es konkret an Kürzungen gibt, ist diese Vorgabe, dass jedes Ressort, jedes Ministerium 1% der Mittel einsparen muss. Das sind aber insgesamt dann nur 4 Milliarden, die da drunter fallen. Das ist eine konkrete Einsparung, die umgesetzt wird. Gleichzeitig sind natürlich die Kürzungen der Zuschüsse für Rente und Gesundheits- und Krankenkassen im Prinzip eine Einsparung im Bundeshaushalt, die allerdings dann eben Probleme oder... Leistungskürzungen an anderer Stelle bedeuten werden. Ebenfalls geplant und angekündigt sind Kürzungen von Subventionen und Finanzhilfen. Da gibt es aber eben gerade noch nichts Konkretes. Da stehen bisher jetzt gerade mal 300 Millionen fest. Das sollte eigentlich sehr viel mehr werden. Das heißt, da ist einiges noch offen. Aber was feststeht, ist da bisher dieses eine Prozent, was alle Ressorts sparen sollen.

Sprecher 3: Wobei da ja eben noch nicht klar ist, was das dann konkret bedeutet, oder?

Sprecher 6: Nee, das müssen die sozusagen jetzt noch teilweise festlegen. Und bei den Einnahmen ist es eben auch noch nicht alles so hundertprozentig klar. Die sind im Vergleich zu den Planungen vor einem Jahr leicht gestiegen. Da rechnen wir jetzt mit Steuereinnahmen von 400 Euro. 1 Milliarden Euro, das waren vorher so 398, also ein bisschen mehr geworden. Und das ist eigentlich erstaunlich, wenn man gleichzeitig davon ausgeht, dass die Wirtschaft weniger stark wächst, als man vor einem Jahr noch angenommen hat, durch die Iran-Krise und so weiter. Auch das noch nicht so ganz zusammenpasst. Die tatsächliche neue Steuerschätzung steht erst noch aus, sodass es nicht nur auf der Ausgabeseite noch ein Fragezeichen gibt, sondern auch auf der Einnahmeseite.

Sprecher 3: Klimaschutz, das ist ja eins deiner Spezialthemen, Malte. Du bist ja auch im Climate Table tätig. Wie sieht da die Planung aus, Ausgaben, Einnahmen? Wie seriös ist das? Wie da geplant wird, deiner Einschätzung nach?

Sprecher 6: Ja, das ist leider enttäuschend, was da passiert. Da ist tatsächlich auch Zusagen, die ich ganz anders verstanden habe, jetzt nicht eingehalten worden. Es ist ja dieses neue Klimaschutzprogramm vor einer Weile veröffentlicht worden, wo aufgezeigt wurde, was die Regierung bis 2030 alles zusätzlich tun will, um die Klimaziele zu erreichen. Da hieß es, dafür gibt es insgesamt 8 Milliarden zusätzliches Geld. Nun stellt sich heraus, das Geld ist nicht zusätzlich. Das kommt im KTF, also in diesem Klima- und Transformationsfonds, kommen da über die nächsten vier Jahre neue Ausgaben von 8 Milliarden obendrauf. Aber dafür gibt es keine neuen Einnahmen im KTF. Es gibt kein zusätzliches Geld. Der finanziert sich ja aus den CO2-Preisen und aus den 10 Milliarden, die da aus dem Sondervermögen jedes Jahr reinkommen. Aber da kommt jetzt nichts zusätzlich dazu. Das heißt, sowohl diese 8 Milliarden als auch weiteres Geld für Maßnahmen, die bereits beschlossen waren, wie die Strompreiskompensation und der Industriestrompreis. Und die neue E-Auto-Förderung, all das kommt nicht on top, sondern geht zu Lasten von Dingen, die bisher im KTF eingeplant sind. Zum Teil will man das machen mit Geldern, die sowieso übrig bleiben, weil da nie alles ausgegeben wird. Das ist noch nachvollziehbar, das wird aber nicht lang. Man wird tatsächlich auch an bestehenden Programmen was kürzen müssen. Und das war bisher... Immer anders kommuniziert worden.

Sprecher 3: Die Einkommenssteuerreform, die sich die Regierung vorgenommen hat, also vor allem die Entlastung der kleineren und mittleren Einkommen, ist das denn schon eingepreist? Denn das wird ja auch sehr teuer.

Sprecher 6: Naja, das ist die Frage, ob das teuer wird. Die SPD hat ja immer gesagt, sie will das so finanzieren, dass das aufkommensneutral ist, dass die kleineren und mittleren Einkommen entlastet werden und dafür die hohen Einkommen stärker belastet werden, dass man insgesamt da gar kein zusätzliches Geld für braucht. Die Union hat immer gesagt, nein, wir wollen alle entlasten oder wenn wir oben was machen, dann nur ein bisschen, dass wir insgesamt schon auf eine Entlastung kommen. Da gab es Vorschläge, die 30 Milliarden gekostet hätten. Es gab auch welche, die nur 10 Milliarden gekostet hätten. Hätten aber die Union wollte auf jeden Fall immer auch eine absolute Entlastung. Und im Moment ist in diesem Haushaltsplan kein Geld für eine Steuerreform vorgesehen, also kein Einnahmeausfall dadurch. Das heißt, so wie Klingbeil das jetzt vorgelegt hat, sieht es eher so aus, dass es eben eher diese SPD-Version, das Ganze muss, wenn es kommt, aufkommensneutral sein. In der Pressekonferenz klang es nicht ganz so hart.

Sprecher 7: Also zur Einkommenssteuerreform kann ich nur sagen, mein klares Ziel ist, den Haushalt da möglichst wenig anzufassen, weil ich ja gerade deutlich gemacht habe, wie die Herausforderungen... Für Achtung! 20 fortfolgend sind. Und das wird ja, deswegen müssen wir eine Einkommenssteuerreform machen, bei der wir sie haushaltsschonend hinbekommen.

Sprecher 6: Haushaltsschonend sein war seine neue Formulierung. Was ich so verstanden habe, ein paar Milliarden könnte es vielleicht schon kosten, die man dann noch wieder an anderer Stellung zusammenkratzen müsste, aber auf jeden Fall nicht diese großen Summen, die die Union hat. Aber dass es jetzt am Ende gar keine Nettoentlastung insgesamt gibt, Scheint, dass ich auch darauf einzustellen, so klang das zumindest für mich. Aber auf jeden Fall diese Vorstellung, dass man da mal eben auf 20 bis 30 Milliarden Steuereinnahmen verzichten kann, das ist in dieser Haushaltsplanung nicht vorgesehen und wüsste ich auch ehrlich gesagt nicht, wie das funktionieren soll.

Sprecher 3: Vielen Dank für deine Einschätzung, lieber Malte.

Sprecher 6: Gerne.

Sprecher 8: Cyberkriminalität beginnt oft viel früher als man denkt, nämlich genau da, wo deine persönlichen Daten im Netz frei zugänglich sind. In Datenbanken von Datenbrokern, in Verzeichnissen, Suchergebnissen oder in KI-Antworten. Und genau diese Daten werden dann gesammelt, verkauft und im schlimmsten Fall für Identitätsdiebstahl oder Betrug genutzt. Das Problem, diese Daten selbst löschen zu lassen, kostet dich schnell hunderte Stunden und sie tauchen einfach immer wieder auf. Und genau hier kommt Incogni ins Spiel. Incogni spürt deine persönlichen Daten im Internet auf und löscht sie automatisiert bei hunderten von Datenbrokern. Also genau den Unternehmen, die deine Daten ohne deine Zustimmung sammeln und weiterverkaufen. Und weil diese Daten immer wieder neu auftauchen können, arbeitet Incogni kontinuierlich im Hintergrund weiter für dich. Das Besondere, mit der Custom Removal Funktion kannst du sogar gezielt einzelne Inhalte entfernen lassen. Einfach einen Link einreichen und echte Privatsphäre-Experten kümmern sich darum. Kurz gesagt, du holst dir die Kontrolle über deine persönlichen Daten zurück und reduzierst aktiv das Risiko von Betrug und Identitätsdiebstahl. Du kannst Incognito jetzt 30 Tage lang ohne Risiko testen. Einfach ausprobieren und wenn du mit dem Service nicht zufrieden bist, bekommst du dein Geld zurück. Mit dem Code TABLETODAY bekommst du 60% Rabatt auf den Jahresplan. Einfach mal reinschauen über den Link in den Shownotes.

Sprecher 2: Wie kommunizieren Politiker, Firmenlenker, Journalisten oder Militärangehörige eigentlich vertraulich und sicher miteinander? Bis jetzt war der Messenger-Dienst Signal das Mittel der Wahl. Doch ein gezielter Phishing-Angriff vor wenigen Tagen hat Unbefugten zum Teil vollen Zugang zu gesendeten Daten gegeben. Jetzt empfiehlt die Bundestagsverwaltung allen Abgeordneten, auf den Dienst Wire umzusteigen. Kennen Sie nicht? Naja, der Dienst wurde immerhin schon vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik als idealer und vertrauenswürdiger Messenger-Dienst empfohlen. Allerdings gibt es ja auch noch andere, zum Beispiel Threema. Also was macht Wire wirklich anders? Was bringt dieser Dienst? Das wollte Leo Schulz, unser Kollege vom Berlin Table, von Benjamin Schiltz, den CEO von Wire, wissen.

Sprecher 9: What do you think is the difference in security? Because as I experienced it, the phishing incident that took place with the head of the German parliament, Julia Kleppler, and other high-ranked politicians, that could have also happened on wire, am I right?

Sprecher 10: That's not possible in a wire, in a corporate environment when it's deployed with security measures and policies. Because, for example, you are linked to the company like SSO plus multi-factor authentication. Plus you can also restrict having new devices added to the account and so on or having alerts. I mean, you have a bunch of security issues. features that are available for organizations to avoid those topics. I mean, nobody's like 100% immune against that. But the way we design wire for organization and all the policies you can put in place helps prevent most of the situations like this, I would say. I'm not saying that you cannot have a scenario where something can happen because no tool is perfect, obviously. There is no 100% security. I mean, if someone is saying that, he's stupid. But we have a lot of policies and things that admins can put in place to avoid situations where a phishing attack or a device attack can happen.

Sprecher 9: What is the biggest obstacle when installing or starting a project like Wire? I, as a digital reporter, always hear people saying, we need more European apps and more digital sovereignty. And then if they want to start to use Wire, they say, yes, but nobody has Wire, so it's really inconvenient. How do we manage to... You know, make people enthusiastic about European solutions?

Sprecher 10: I think things like change quite a lot, actually, like the past two years or so, like with everything happening in the world. I think like the main obstacle is not even a technical one. Like it's like nobody like to change. Like you are used to a tool, you are used to an app. I mean, even like many years ago when people were switching like from Office to Google or Google to Office, Nobody likes changing. You have your habits. Now there is way more willingness to question things and to also fight for digital sovereignty. And we have more and more people having strong interest in European products and way above wire. I mean, you have strong companies with strong products everywhere in Europe. What we can see is that we are also working a lot. Of course, we are building a security product. It's based on security, privacy, and so on. The core idea we have is you need to also work a lot on the usability. Because if the user don't like using the product because the UI is not great or you have too many obstacles to do the things you are used to do, you are going to have them not engage with the product and you have a shadow IT problem. They are going to use other apps in the background that are way less secure or not under the control of the organization.

Sprecher 9: There's always a discussion among users when they use WhatsApp, no, let's use Signal, no, let's use Streamer, let's use this. And I feel like when you start Wire, there's another player on the field and it obviously has a lot of advantages. But what should be the incentive for users also outside, let's say, the government? To use wire, for example.

Sprecher 10: We are building cool features and we are working a lot on the product to be also nice to use for just regular consumers. But our main market is really enterprises and governments. What I can... You have many apps that are great. Senior is great, for example. Just please stop using WhatsApp. WhatsApp, I think, is the worst app on the market. And I don't trust Meta by any mean. And I think they are doing nasty things in the background. Signal is a great app and it's also open source on some sides, which allow you to check that the security they are claiming is true, which is true. But stop using like Telegram, WhatsApp and things that are under control of either like nasty organization or like foreign government.

Sprecher 9: What is your message to Julia Knöckler, Andrea Lindholz and the German Bundestag concerning the use of wire?

Sprecher 10: We are here to help. We are happy. They are also choosing European technology and supporting European companies. I mean, the German Bundestag is in Berlin. Our developers are in Berlin. We are a few kilometers from the Bundestag. I mean, we are obviously in close contact with them. We are happy to support and help also defend democracy. And in Germany obviously, but everywhere in Europe and in the world. Really happy to work with them.

Sprecher 3: Lieber Mick, gerade raus aus dem Maischberger Studio, kurzer Schlaf wieder. Gibt es sonst noch was an diesem Tag?

Sprecher 2: Es ist ja überraschend, was man alles mit einem ganz normalen Gartenzaun, ein tolles, zaubern kann. Und deswegen schauen wir in die Niederlande, wo aus so einem einfachen, nutzlosen Gartenzaun inzwischen ein Multifunktionstool geworden ist, mit dem wunderbaren Namen Rainwinner. Sieht ein bisschen aus wie eine aus recyceltem Plastik gebaute Lego-Wand. Besteht so aus hohlen Rechtecken, in denen Regenwasser gespeichert werden kann, das von der Regenrinde in den Zaun geleitet wird. Und bei Starkregen wird so die Kanalisation entlastet. Und bei großer Trockenheit hast du quasi einen Speicher für das Wasser für die Pflanzen. Also wenn das mal keine gute Erfindung unserer freundlichen, liebevollen Nachbarn ist.

Sprecher 3: Ja, Win-Win, so nennt man das. Und der erste Testzaun, der soll 2160 Liter Wasser, das sind ungefähr 15 Badewannen, speichern können. Und je größer, je länger dieser Zaun ist, desto mehr Speicherplatz gibt es. Das verstehe sogar ich, diese Logik. Also, Glückwunsch an unsere Nachbarn und ihren Innovationsgeist.

Sprecher 2: Regentropfen, die in unsere Zäune fallen, wenn das nicht innovativ ist. Bis morgen, also Table Today um 5 Uhr wieder mit schnöder Politik und innovativen Ideen. Bis dahin, ciao, ciao.

Sprecher 11: And just like the guy whose feet are too big for his bed, nothing seems to fit. Those raindrops are falling on my head, they keep falling. So I just did me some talking to the sun. And I said I didn't like the way he got things done. Sleeping on the job. Those raindrops are falling on my head. They keep falling. But there's one. I know the blues they send to meet me won't defeat me. It won't be long till happiness steps up to greet me. Raindrops keep falling on my head. But that doesn't mean my eyes will soon be turning red. Crying's not for me, cause I'm never gonna stop the rain by complaining. Because I'm free.

Sprecher 1: Nothing's worrying.

Sprecher 4: Bringe deinen Tag auf Touren und arbeite intelligenter. Mit Acrobat Studio. Kombiniert Acrobat Pro Tools, KI-gestützte Arbeitsbereiche, Assistenten und Inhaltserstellung. Alles an einem Ort. Deine Daten sind damit sicher und sie werden niemals für Trainingszwecke eingesetzt. Arbeite schneller, intelligenter, erledige mehr mit Acrobat Studio. Mach es einfach mit Acrobat. Probiere es jetzt auf adobe.com slash acrobat aus.