Wie bekämpft die Polizei Rassismus? Mit Uli Grötsch.
Ein Jahr nach der Diskriminierungsstudie zur Bundespolizei zieht der Polizeibeauftragte des Bundes, Uli Grötsch, eine Zwischenbilanz: Fortbildung hilft, Einstellungsverfahren werden evaluiert, und wer nicht auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung steht, wird „tatsächlich hinausgebeten." Ein weiteres Problem sieht er: „Menschen, die Diskriminierungserfahrungen machen, haben viel weniger Vertrauen in die Arbeit der Polizei" — ein Teufelskreis, den weder eine Studie noch ein Jahresbericht allein aufbricht. [14:44]
Finanzminister Lars Klingbeil hat Eckwerte für den Bundeshaushalt 2027 vorgelegt: 543 Milliarden Euro Gesamtausgaben, neue Schulden von 110,8 Milliarden Euro. Geplant sind neue Abgaben auf Zucker, Plastik und Kryptowährungen. [01:48]
Ingo Gerhartz, ranghöchster deutscher NATO-Offizier, macht klar, dass zivile Reedereien längst keine reinen Wirtschaftsakteure mehr sind — im Ernstfall läuft die Versorgung des Baltikums „ausschließlich über den Seeweg", und ohne private Schiffe ist das nicht darstellbar. Was Putins Kalkül vor dem Ukraine-Krieg betrifft, ist Gerhartz überzeugt: „Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass er nicht davon ausgegangen ist, dass Finnland und Schweden der NATO beitreten werden — und das macht einen Riesenunterschied." [06:50]
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Transkript
Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.
Sprecher 2: Die Große Koalition, sie ist vor allem groß beim Geld ausgeben. Auf 543 Milliarden Euro soll der Bundeshaushalt wachsen im kommenden Jahr. Übrigens waren mal 507 Milliarden Euro geplant. Auch die Schulden steigen um 22 Milliarden Euro dieses Jahr. Es gibt neue Steuern auf Zucker, Plastik oder Kryptowährungen. Nur Einsparungen, die findet man nicht wirklich. Das ist die Große Koalition, das müssen wir gleich mal analysieren.
Sprecher 3: Einer der Gründe für die steigenden Kosten sind die Verteidigungsausgaben. Boris Pistorius plant, die Bundeswehr zur stärksten Armee Europas zu machen. Aber nicht nur die Bundeswehr, auch die Wirtschaft muss ihren Teil zur Sicherheit beitragen. Der Räderverband hat eingeladen am Vorabend der Nationalen Maritimkonferenz. Und Michael Brücker ist deswegen nach Emden gefahren und hat mit Ingo Gerhards gesprochen, dem ranghöchsten deutschen General bei der NATO.
Sprecher 2: Die Polizei ist ein Spiegelbild der Gesellschaft und deshalb natürlich nicht frei von Diskriminierung oder Rassismus. Das ist eine zentrale Erkenntnis der Studie zur Diskriminierung bei der Polizei gewesen aus dem vergangenen Jahr. Was ist seitdem passiert? Das wollte Franziska Clemens, unsere Kollegin aus dem Berlin-Table von Uli Grötsch, wissen, dem Polizeibeauftragten des Bundes.
Sprecher 3: Von der Erde über die Venus zum Mars. Dieser Umweg könnte tatsächlich die schnellste Route zum roten Planeten sein. Warum das schneller gehen soll als ein direkter Flug und wie viel Zeit dadurch für künftige Missionen gespart werden kann. Diesen Blick in den Weltraum nehmen wir heute auch noch vor an diesem Mittwoch, den 29. April.
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Sprecher 3: 543 Milliarden Euro groß ist der Haushalt für 2027. Neue Schulden in Höhe von 110,8 Milliarden Euro. Auch das mehr als 2026. Dazu kommen natürlich die schuldenfinanzierten Ausgaben im Sondervermögen. Also wahnsinnig viel Geld ist plötzlich da und die Sorge ist, wie wird es eigentlich ausgegeben? Aber die Frage ist auch, wie solide ist das eigentlich alles geplant? Was Lars Klingbeil nun vorgelegt hat in den Eckwerten für den Haushalt 2027?
Sprecher 2: Ja, vor allem ist es ja ein Dokument dieser Koalition. Und wenn die Union immer gelästert hat, die SPD könne doch nicht mit Geld umgehen, muss man sich schon fragen, ob es vielleicht die Union und der CDU-Kanzler auch nicht kann. Denn dieses Werk ist vor allem eines, das sehr konkret wird, wenn es um neue Abgaben und Steuern für die Bürger wird. Stichwort Zucker, Plastik, Kryptosteuer. Und ganz, ganz, ganz, ganz dünn wird, wenn es mal um Einsparungen des Bundes geht. Von Subventionshilfen ist die Rede, von einer Ein-Prozent-Regelung. Irgendwo wird es konkret, wo es mal schmerzhaft wird. Das ist ein Dokument des Geldausgeben. Man hat es ja.
Sprecher 3: Tja, man hat es ja, weil die Schuldenbremse reformiert worden ist, weil es das Sondervermögen gibt. Die SPD geht jetzt sogar noch weiter und hält an ihrem Plan fest zu sagen, offenbar ist immer noch nicht genug Geld da. Man müsse also noch weitere Lockerungen der Schuldenbremse vorsehen. Wenn man sich anschaut, wie dieser Anstiegspfad ist, also 2028, 2029, 2030, Immer mehr Schulden werden aufgenommen, bis zu 150 Milliarden. Das macht einem schon Sorgen und man fragt sich, wer soll das eigentlich irgendwann mal zurückzahlen?
Sprecher 2: Vor allen Dingen, Herr Lede, kann man auch nicht alles mit der geopolitischen Unsicherheit und den neuen Verteidigungsausgaben begründen, denn die Gesamtausgaben steigen stärker als die Verteidigungsausgaben. Und man muss inzwischen auch mal auf die Balance im Konto gucken, nämlich knapp 80 Milliarden Euro geben wir bereits aus für Zinsen. Und Frau Veronika Grimm, die von vielen Linken ja kritisierte Ökonomen im Sachverständigenrat, hat immer wieder ausgerechnet, in wenigen Jahren gibt es im Bundeshaushalt nur noch drei große Etapposten, nämlich Soziales, Verteidigung und Sicherheit und Zinsen. Und wir nähern uns diesem Szenario in sehr großen Schritten.
Sprecher 3: Darüber wird viel zu wenig gesprochen, dass das Geld ausgeben in diesen Zeiten, wir haben jetzt wieder eine Inflation natürlich seit dem Krieg im Iran, die sich verstärkt, was die Zinsen eigentlich auffressen an Geld, das wir haben.
Sprecher 2: Also nichts ist in Stein gemeißelt, das sind Eckwerte. Das heißt, bis Mitte Juli soll daraus ein Kabinettsentwurf werden. Da kann natürlich noch was passieren. Die Union hat intern schon Unmut signalisiert und will auf jeden Fall, also was die Fraktionsleute mir sagen, nochmal an die Sparbeiträge der einzelnen Ministerien ran, auch an die Subventionen. Im Gespräch ist übrigens, liebe Handwerker, es tut mir sehr leid, dass die steuerliche Absetzbarkeit der Handwerkerleistung genauso gekürzt werden soll, wie die steuerliche Absetzbarkeit der haushaltsnahen Dienstleistungen. Also da wird es noch Zeta und Mordio geben, wenn es die Reaktionen gibt. in Deutschland betrifft.
Sprecher 3: Also da werden wir noch Diskussionen auf allen Seiten erwarten zu diesem Haushalt und gleichzeitig arbeitet die Koalition an einem weiteren Gesetz, das sehr teuer wird. Das dritte Entlastungspaket soll jetzt kommen für die hohen Benzinpreise. Am 1. Juni, so heißt es, soll es in Kraft treten. Und ja, eine Analyse hat ergeben, dass was bisher gemacht wurde, insbesondere diese sogenannte Österreich-Regelung, dass die Tankstellen nur einmal am Tag den Preis erhöhen dürfen, dass das geradezu kontraproduktiv gewirkt hat.
Sprecher 2: Ja, es wirkt doppelt kontraproduktiv. Natürlich erhöhen sich die staatlichen Einnahmen durch die Mehrwertsteuer, die ungefähr 50, 60 Prozent eines Liter Benzins ausmacht. Die staatlichen Einnahmen alleine im März, so eine Auswertung des BSW, haben bereits 3,3 Milliarden Euro zusätzliche an Einnahmen für den Fiskus ergeben. Und das ZEW Mannheim, die Ökonomen aus Mannheim, haben in einer Studie nachgewiesen, dass die Regelung, die man jetzt gefunden hat, also nur einmal am Tag den Preis anheben zu dürfen, vor allem dazu geführt hat, dass die Ölkonzerne noch mehr verdienen, denn sie haben ihre Preise ordentlich erhöht, bevor es überhaupt zu dieser Regelung kam.
Sprecher 3: Denkbar also, dass diese Änderung dann auch schnell wieder abgeschafft wird, also die einmalige Erhöhungsmöglichkeit pro Tag. Das jedenfalls fordert der ADAC. Ansonsten verhandelt die Koalition noch darüber, was in diesem dritten Entlassungspaket nun enthalten sein soll. Aber danach aus, so hört man, dass es eben diesmal um gezielte Hilfen für Gering- und Mittelverdiener gehen soll. Also Stichwort keine Gießkanne, nicht für alle gleichermaßen, sondern für die, die es wirklich brauchen. Und dann aber auch möglicherweise eine höhere Pendlerpauschale ab Juli. Allerdings hat Sepp Müller, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Union, der auch Mitglied und Vorsitzender dieser Taskforce ist, gesagt, die Preisnormalisierung wird noch Monate dauern und eben auch, so ich so ehrlich gemacht habe, dass der Staat das nicht alles abfedern kann.
Sprecher 2: Es war eine Idee des früheren Bundeskanzlers Gerhard Schröder, der im Jahr 2000 die maritime Konferenz in Emden übrigens ins Leben gerufen hat, weil er der Meinung war, was für die Küste und für die Küstenwirtschaft gut ist, das ist auch für ganz Deutschland gut. Und so brachte er die maritime Branche an einem Ort zusammen. Hier bin ich heute auch wieder zu Gast, denn in Emden findet die 14. Nationale Maritime Konferenz statt. Und sie ist von einer Wirtschaftsplattform längst zu einem Sicherheitskongress geworden. Denn was die Seehäfen, was die Schifffahrt, was die Kanäle auch im Krisen- und Kriegsfall für Deutschland und für die Gesamtverteidigung liefern müssten und können, das war gestern Thema beim Verband der deutschen Räder, die zur Blue Night eingeladen haben. Und Ingo Gerhards war auf der Bühne mit mir. Er ist der ranghöchste deutsche Offizier in der NATO und der Befehlshaber des Allied Joint Force Command in Brunzum. Und hier ist seine Einschätzung, wie die maritime Branche der Gesamtverteidigung nützlich sein kann. In einem Krisen-Kriegsfall-Szenario, Operationsplan Deutschland, welche Rolle spielt dann da die maritime Privatwirtschaft?
Sprecher 5: Natürlich eine ganz große. Ich glaube, das hat auch nochmal die Karte verdeutlicht, den Blick auf diese Karte. Die Versorgung des Baltikums. Wird ausschließlich über den Seeweg, über die Ostsee möglich sein. Das ist alleine mit maritimen Streitkräftefähigkeiten überhaupt nicht da. Da benutzen wir natürlich auch die entsprechenden zivile Schifffahrt, White Shipping sozusagen. Wir hatten vor wenigen Wochen eine Übung, eine synthetische Übung, wo wir keine Truppen selbst bewegt haben. Und das war Artikel 5 Szenario, einige Tage nach Angriff, unvorstellbare Flüchtlingsbewegung. Auch das müssen wir bedenken, wie viele Bewegungen wir haben würden vom Baltikum zurück. Und das geht dann nur über die Ostsee, jetzt um bei der Ostsee nochmal zu sein, aber es betrifft natürlich die anderen Seewege auch. Dass wir hier ganz eng verzahnen und dass wir das natürlich auch in Friedenszeiten auch mal üben. Dass wir hier natürlich schon den Konnex haben, dass nicht dann in dem Moment, wenn es darauf ankommt, wir sagen, ja, wie machen wir das denn dann eigentlich zusammen? Das kann es natürlich nicht sein. Also ganz, ganz wichtig, dass wir hier auch die zivilen Fähigkeiten mit einbeziehen in unsere Verteidigungsplanung und dass wir es halt einfach im Frieden schon üben.
Sprecher 2: Wie sichern wir gerade diese Ostsee, bevor wir zu Straßburg und Moos natürlich nochmal kommen? Wer, wie viele und wie groß ist eigentlich wirklich die Bedrohung der russischen Schattenflotte?
Sprecher 5: Wir dürfen nicht nur den Blick auf die russische Schattenflotte wenden. Gerade mit Kaliningrad, St. Petersburg, das sind schon auch russische maritime Streitkräfte, aber auch Systeme, wo sie von Land auf See wirken können, wo sie uns das verwehren könnten, dass wir eben diese Ostsee nutzen. Ich würde es fast als Game Changer, wie es so schön neudeutsch heißt, bezeichnen, dass wir jetzt in dieser Allianz... Jansk, Schweden und Finnland mit an Bord haben, wenn wir die Ostsee in den Blick nehmen. Das hat sicherlich entscheidend etwas geändert. Ob Putin im Vorfeld des Angriffs auf die Ukraine sich alles so ausgerechnet hat, wie es am Ende gekommen ist, wer vermag das zu sagen. Aber ich bin mir 100% davon überzeugt, dass er nicht davon ausgegangen ist, dass Finnland und Schweden der NATO beitreten wird. Und das macht einen Riesenunterschied, dass wir jetzt quasi alle Länder, die die Ostium geben, in aller Allianz zusammen haben. Und ich sehe uns dann natürlich auch mit unserer Marine, wenn die eine oder andere Marine auch wachsen sollte, sind wir da ziemlich gut aufgestellt.
Sprecher 2: Herr General, haben wir die Amerikaner auch noch an Bord?
Sprecher 5: Also ich würde mal sagen, wir haben die Amerikaner an Bord, aber natürlich müssen sie ihren Fokus in Richtung Indopazifik. China ist aus amerikanischer Sicht die Bedrohung für sie in der Zukunft und sie müssen ihren Fokus in den Indopazifik legen. Das heißt, völlig unabhängig, welche Administration wir sehen, hätten wir diese Tendenz immer feststellen müssen, dass die Amerikaner sich mehr und mehr aus der konventionellen Nuklear, denke ich, wenn sie uns immer zur Seite stehen, Verteidigung Europas zurücktreten. Das ist so wichtig, dass wir deswegen auch nach vorne treten, dass wir endlich mal europäisch handlungsfähig werden. Und da kommt natürlich Deutschland eine ganz, ganz, ganz wichtige Rolle zu. Wenn nicht Deutschland, wer denn?
Sprecher 2: Herr General, sind Sie der Meinung, dass diese aktuelle... Pläne geeignet sind, um diese militärische Resilienz in diesem Land hinzubekommen in den nächsten Jahren? Oder ist das am Ende schlicht Wunschdenken, was die Bundesregierung da gerade vorgelegt hat?
Sprecher 5: Ich habe natürlich den NATO-Blick darauf.
Sprecher 2: Ja, genau.
Sprecher 5: Ich sehe, wie die verschiedenen Länder das angehen. Ich denke, man muss jetzt schon auch anerkennen, die Militärstrategie ist vor wenigen Tagen rausgekommen in Deutschland. Viele haben gesagt, okay, da ist nichts Neues drin. Naja, ich habe da schon im internationalen Umfeld... Gespiegelt bekommen, wie wichtig das ist, dass Deutschland hier einen klaren Akzent setzt. Dass er sagt, wir wollen aufwachsen auf diese Größe 260.000 aktiv, 200.000 Reservisten. Wir werden 3,5% plus 1,5% und 1,5%. Das geht hier viel zivile Hafeninfrastruktur. Das gehört zu 1,5% Invest in gesamtstaatliche Verteidigung zum Beispiel. Das sind schon Dinge, wo auch andere Nationen sagen, oh wow, Deutschland geht hier voran. Das Thema und das ist ja das, auf was Sie am Ende auch nochmal hinaus wollen. Wir kennen uns ja schon ein paar Tage. Wer vielleicht ja oder nein und kommen wir damit so klar. Ich kann ja nur sagen und ich sage das jetzt ein Stück weit auch als Außenstehender, was ich schade finde, dass dieses Thema jetzt fast nur noch ausschließlich diskutiert wird unter dem Blickwinkel einer Arithmetik. Haben wir ausreichend freiwilliges Personal über das Konstrukt, was wir jetzt geben? Welt haben, ja oder nein. Das kann ich auf der einen Seite verstehen, aber wenn das der einzige Boden ist, auf dem wir diese Wehrpflicht diskutieren, dann laufen wir da in die falsche Richtung. Wollen wir diesen Ausdruck einer Gesellschaft, dass wir zeigen, wir als Gesamtgesellschaft sind willens, uns zu verteidigen in einem Ernstfall. Da ist die Wehrpflicht ein wichtiger Teil davon.
Sprecher 2: Aber lieber Herr General. Das klingt so wunderbar und man sieht sich selbst nickend, wenn man ihm zuhört und dann denkt man an den 18. Das ist doch schön. Ja, das ist schon mal nicht schlecht. Jetzt kommt das Aber. Und dann denkt man an den 18-jährigen jungen Mann, der garantiert lieber Work and Travel in Barcelona machen will, als seekrank auf einer Fregatte im Atlantik zu werden. Und wie kriege ich den jetzt dazu, ihre Sätze in die Tat umzusetzen?
Sprecher 3: Die sollen mal an Bord der Schiffe kommen.
Sprecher 5: Deswegen ist es auch so wichtig, so Abende wie heute, dass wir darüber reden, dass wir das diskutieren, dass wir das in der Verwendung vorher, durfte ich sieben Jahre lang, die deutsche Luftwaffe führen. Ich habe viele Townhall-Formate, wie das so schön heißt im Neudeutsch, gemacht, wo ich mit Bürgern durch alle Gesellschaftsschichten diskutiert habe. Und ich habe gerne meine Eröffnungsfrage begonnen mit der Frage, wissen Sie eigentlich, was näher dran ist, Kiew oder Mallorca?
Sprecher 2: Wahrscheinlich, wenn Sie so fragen, Kiew.
Sprecher 5: Ja, ich weiß. Kiew. Als Ausdruck dessen, wenn man das Thema diskutiert, und ich habe es fast immer erlebt, nicht alle, es gibt immer gewisse Ausnahmen, aber die Mehrheit, wenn man es ihnen erklärt, sehen sie ein, wie wichtig das ist, jetzt in den Zeiten klarzumachen, wir als Gesamtgesellschaft sind willens, uns auch im Ernstfall zu verteidigen.
Sprecher 6: Entlastungen versprechen aber die Tabaksteuer erhöhen. Vorsicht, wer Produkte verteuert, treibt den Konsum in den Schwarzmarkt. Weg von Kontrollen, weg von Steuereinnahmen. Wir haben eine bessere Idee. Nikotinbeutel legalisieren und das Aromaverbot für E-Zigaretten stoppen. Das schwächt den Schwarzmarkt, verbessert Jugendschutz und bringt Steuereinnahmen. 2 Milliarden Euro bis 2029. Mehreinnahmen und Entlastungen für Verbraucher sind möglich. Empfohlen vom Consumer Choice Center.
Sprecher 4: Das war eine politische Anzeige. Der Sponsor ist das Consumer Choice Center. Die Anzeige steht im Zusammenhang mit Tabaksteuer, Verordnung zum Aromaverbot bei Vapes, Tabakerzeugnisgesetz, Nikotinbeuteln. Weitere Informationen unter table.media slash Transparenzbekanntmachung slash 2OE74H.
Sprecher 3: Das Bild der Polizei in Deutschland hat sich verändert. Man muss sagen, es hat sich verbessert, jedenfalls wenn man weit zurückschaut in die 60er, 70er Jahre. Und trotzdem steht die Polizei noch im Verdacht, nicht alles richtig zu machen, wie könnte sie auch, denn dort arbeiten ja schließlich auch Menschen. Also wie groß ist das Problem wirklich unter dem Stichwort Racial Profiling? Gibt es Diskriminierung durch die Polizei und in der Polizei? Und wenn ja, sind das Einzelfälle oder haben wir es hier mit einem strukturellen Problem zu tun? Damit muss sich Uli Grötzsch befassen, der Polizeibeauftragte des Bundes und ehemalige SPD-Abgeordnete. Und er spricht mit unserer Kollegin vom Berlin Table, Franziska Clemens, über den Stand der Dinge bei der Polizei.
Sprecher 7: Herr Grötzsch, Sie haben einen großen Schwerpunkt Ihrer Arbeit als Polizeibeauftragter auf Diskriminierung bei und durch die Polizei gesetzt. Wie kommt es bei der Polizei an?
Sprecher 8: Das kommt gut an. Ich merke, dass... Die Polizeibehörden des Bundes, für die ich ja zuständig bin, Bundespolizei, BKA und Bundestagspolizei, ein hohes Interesse daran haben, selbstverständlich diskriminierungsfrei zu arbeiten.
Sprecher 7: Aber man hat sich ja schon eine ganze Weile lang dagegen gewehrt, diese Studie überhaupt stattfinden zu lassen. Wieso ist man dann jetzt auf einmal so offen dafür?
Sprecher 8: So eine Studie fühlt sich immer so nach einem Deep Dive an und man weiß nicht, was sie zu Tage fördert, klar. Aber... Es zeigt sich schon und das merke ich auch in meiner Arbeit, da hat ja niemand was zu verbergen und am Ende können ja auch nicht ganz stolz auf ihre Arbeit sein.
Sprecher 7: Die Studie ist ja vor einem Jahr etwa erschienen, im Mai 2025. Was ist seitdem passiert?
Sprecher 8: Dem gehen wir gerade nach. Das ist Aufgabe des Polizeibeauftragten. Wir sehen ein Ergebnis, nämlich das der Studie und stellen dann an den entsprechenden Stellen die Frage, was schließt ihr daraus und was macht ihr, damit sich die Punkte, die... Eben eher negativ konnotiert sind, verbessern, damit es sich zum Besseren wendet.
Sprecher 7: Und was gibt es bisher für Antworten darauf? In einem Jahr haben Sie wahrscheinlich einige Gespräche schon führen können.
Sprecher 8: Die Antworten sind ganz, ganz vielfältig. Das hat in erster Linie mit Aus- und Fortbildung zu tun. Ich persönlich bin der Meinung, dass Fortbildung eigentlich sogar noch wichtig ist, weil es das ist, was kontinuierlich die ganze Dienstzeit, das ganze Arbeitsleben über stattfindet. Aber natürlich geht es auch in der Ausbildung um eine ganz grundsätzliche Prägung, wenn es um die Frage geht, was vermittelst du Bundespolizei zum Beispiel deinen Auszubildenden, was du dann bist, wenn du Bundespolizistin oder Bundespolizist bist.
Sprecher 7: Aber fängt es nicht schon bei der Auswahl der Leute an? Wenn jemand rassistisch eingestellt ist persönlich und dann zur Polizei geht, kann man denn wirklich durch Aus- und Fortbildung so eine Einstellung eliminieren?
Sprecher 8: Naja, also bis zu einem gewissen Punkt, würde ich mal sagen. Aber das ist natürlich zuallererst eine Aufgabe des... Einstellungsberaters und des Auswahlverfahrens. Dort fallen natürlich krass Einstellungen schon mal auf und wenn nicht dort, was aber eigentlich in aller Regel der Fall ist, und wenn trotzdem nicht dort, dann während der Ausbildung. Und dort sehe ich auch sehr viel konsequenteres Agieren, wenn es darum geht, dass jemand, der eben nicht fest mit beiden Beinern auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung steht, dass dem dann auch unmissverständlich gesagt wird, das ist kein Arbeitsplatz für dich.
Sprecher 7: Aber ich kann mir irgendwie noch nicht so richtig vorstellen, dass jemand mit rassistischen Einstellungen oder zumindest einigen Leuten, die derart eingestellt sind, dann sagt, ah danke, dass ihr uns das mal sagt, dann lassen wir das ab jetzt sein. Braucht es da nicht doch mal eine etwas deutlichere Ansage?
Sprecher 8: Das hat nichts mit Dankbarkeit zu tun, sondern es hat damit zu tun, dass die Polizeibehörden des Bundes eine Einstellung voraussetzen, wenn sie jemanden einstellen, nämlich die, dass die Leute mit beiden Beinen am Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung stehen. Die sollen sich ja dann verteidigen, ihr ganzes Arbeitsleben über. Und wenn eben... Auffällig wird, dass das nicht der Fall ist, dann werden die Leute aber tatsächlich hinausgebeten, wenn man es mal vorsichtig ausdrücken möchte.
Sprecher 7: Sie sind ja auch viel in Kontakt mit Betroffenen von Rassismus seither. Sie sind quer durch Deutschland gereist, Communities von People of Color getroffen. Was hören Sie von denjenigen?
Sprecher 8: Wenn Sie explizit People of Color ansprechen, dann höre ich natürlich krass, dass die Diskriminierungs- und Rassismus-Erfahrungen schon ihr ganzes Leben lang. Die Menschen erfahren das seit sie klein sind. eine Kinder sind, das muss man mal sagen. Und Menschen, die Diskriminierungserfahrungen haben oder am Ende sogar noch regelmäßig machen, das zeigen auch Studien, haben natürlich viel weniger Vertrauen in die Arbeit der Polizei. Und das ist dann natürlich ein ausgesprochen negativer Effekt. Und daran gilt es zu arbeiten. Deshalb macht man ja das alles nicht zuletzt.
Sprecher 7: Was können Sie konkret bewirken, um dieses Vertrauen wieder etwas herzustellen?
Sprecher 8: Zum einen ist für uns ein wichtiger Punkt aus, aber eben vor allem Fortbildung. Also die Frage, was vermittelst du denen, die ihre Arbeit oftmals auch an Kriminalitätsschwerpunkten, Stichwort der großen Bahnhöfe, Hauptbahnhöfe, machen. Supervision ist für uns ein sehr, sehr wichtiges Thema. Ständig in einem hocheinsatzbelasteten Umfeld arbeitet, dann macht das was mit ihm. Wenn jemand ständig Beleidigungen oder am Ende körperlichen Übergriffen, und das ist Alltag, es waren im letzten Jahr mehr als 100.000 Polizeibeschäftigte, die körperlicher Gewalt ausgesetzt waren, dann macht das was mit einem. Und wenn es was mit einem macht, dann ist es natürlich schlecht, weil es... Eine diskriminierungsfreie Arbeit, wie soll ich sagen, also konterkariert nicht, aber trotzdem schwieriger werden lässt. Und deshalb ist es eben sehr, sehr wichtig, dahingehend entsprechende Arbeit zu machen seitens des Dienstherrn, dass es erst gar nicht dazu kommt.
Sprecher 7: Großes Misstrauen genießt die Polizei ja auch immer wieder seitens Frauen. Frauen mit Gewalterfahrungen trauen sich oft nicht zur Polizei zu gehen. weil sie Angst haben, dass man ihnen dort nicht glaubt oder noch nach ihrer eigenen Schuld etwa bei Vergewaltigung fragt. Es gibt deswegen seit zwei Jahren etwa ein Pilotprojekt am Ostbahnhof. Dort sind die Beamtinnen und Beamten speziell geschult. Aber warum gibt es erst diese eine Wache? Es sollte doch bald mehr folgen.
Sprecher 8: Ich habe beide in Köln und am Berliner Ostbahnhof besucht, diese beiden Anlaufstellen und sehe dort, dass dort sehr gut ausgebildete Kräfte, also Polizeibeschäftigte zur Verfügung stehen, aber dass die Stellen kaum bekannt sind. Zum einen braucht es... Viel mehr Werbung dafür. Ich meine damit ganz konkret meiner Meinung nach etwa Plakatkampagnen in den Bahnhöfen, in denen die beiden Anlaufstellen sind. Und um es richtig etabliert werden zu lassen, braucht es das natürlich auch an viel, viel mehreren Bahnhöfen, nicht nur in Köln oder am Berliner Ostbahnhof. Am Ende ist es richtig, das an großen Bahnhöfen zu machen, wo viel Traffic ist, wo sich viele Menschen bewegen. Aber zwei sind natürlich nur ein Symbol, so würde ich mal sagen. Am Ende wäre es sehr, sehr wünschenswert, dass es das an allen großen Bahnhöfen gibt.
Sprecher 7: Herr Krötzsch, ich danke Ihnen herzlich für das Gespräch hier bei Table Today.
Sprecher 8: Sehr gerne.
Sprecher 2: Helene, war noch was?
Sprecher 3: Michi, schauen wir doch heute mal in den Weltraum, nicht nur aufs Meer. Und da stellen wir fest, es gibt jetzt tatsächlich die Möglichkeit offenbar, wirklich auf den Mars zu fliegen und da einen Zwischenstopp bei der Venus einzulegen. Also ich finde das ja immer wirklich großartig, wenn man sich anschaut, wie groß da gedacht wird bei den Leuten, die sich mit diesem Weltraum befassen.
Sprecher 2: Ja, Forscher der Universität von Padua in Italien haben herausgefunden, dass man die Gravitation der Venus als Katapult nutzen könnte. Wenn man es mit modernen Antriebsmethoden kombiniert, könnte man so eine Abkürzung zum Mars finden. Es ist schon verrückt, woran Forscher so weltweit eigentlich arbeiten.
Sprecher 3: Ja, und diese Abkürzung, das finde ich auch Wahnsinn, würde bedeuten, dass eine Mission zum Mars nur fünf Monate dauert, statt wie bisher sechs bis neun Monate. Also da kann man sich ungefähr vorstellen, man weiß, wie schnell eine solche Rakete fliegt und es dauert dann trotzdem noch fünf Monate über die Venus, hat man eine ungefähre Vorstellung, wobei es unvorstellbar ist, aber trotzdem diese Idee von dieser Weite des Weltraums.
Sprecher 2: Ich hätte mir auch gerne eine Rakete gewünscht hier, um von Berlin nach Emden zu kommen. Wirklich ans äußerste Nordwesten dieser Republik, mitten in Ostfriesland, in Paul-Ronsheimer-Town, wie ich gelernt habe. Hier hat er bei der Emder Zeitung begonnen. Ich bin bei der Maritimen Wirtschaft, komme aber bald zurück zu dir nach Hause. Liebe Helene, bis dann, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, dann wieder aus Berlin. Ciao, ciao. Ich freue mich mit dir. Tschüss.
Sprecher 9: Bringe deinen Tag auf Touren und arbeite intelligenter. Mit Acrobat Studio. Kombiniert Acrobat Pro Tools, KI-gestützte Arbeitsbereiche, Assistenten und Inhaltserstellung. Alles an einem Ort. Deine Daten sind damit sicher und sie werden niemals für Trainingszwecke eingesetzt. Arbeite schneller, intelligenter, erledige mehr mit Acrobat Studio. Mach es einfach mit Acrobat. Probiere es jetzt auf adobe.com slash acrobat aus.