Die Schifffahrt als Standortfaktor. Mit Christoph Ploß.
Dauer: 24:01

Die Schifffahrt als Standortfaktor. Mit Christoph Ploß.

Die maritime Wirtschaft könnte in den kommenden Jahren 100.000 neue Jobs schaffen. Davon ist der

maritime Koordinator der Bundesregierung, Christoph Ploß, überzeugt.

Von der Branche hänge auch „die Souveränität und Resilienz Deutschlands ab. Wir können im Krisen- oder gar Kriegsfall auf die deutsche Handelsflotte zurückgreifen, das ist ein enormes Pfund, wenn wir in Schwierigkeiten stecken“, sagt Ploß.

Die Zahl der Handelschiffe, die in der Krise zur Verfügung stehen könnten, soll auf 2.000 erhöht werden. [13:17]

Kurz vor der Kabinettsentscheidung will die SPD bei der Gesundheitsreform nachverhandeln.

Auf Ebene der Staatssekretäre hat es bisher noch keine Einigung gegeben. [01:46]

Am 23. Mai wird das Grundgesetz 77 Jahre alt. Bundespräsident Steinmeier hat zu Mitmachaktionen aufgerufen.

Dörte Dinger, Chefin des Bundespräsidialamts: „Wir sind überzeugt davon, dass es in dieser krisenhaften Zeit nötig und beinahe heilsam ist, wenn wir Momente schaffen, in denen Menschen erfahren können, dass sie eben nicht ohnmächtig sind." [07:36]


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Transkript

Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.

Sprecher 2: Und täglich grüßen die Zauderer der Bundesregierung. Die Koalition hadert wieder einmal am Mittwoch. Sollte eigentlich die Gesundheitsverforderung ins Kabinett kommen, doch die Staatssekretäre und damit die verschiedenen Ressorts sind sich wieder einmal noch nicht einig. Wir bringen sie auf den aktuellen Stand der schwarz-roten Querelle.

Sprecher 3: Wo es nicht zu zaudern gibt, das ist beim Grundgesetz und das wird in knapp vier Wochen, genauer gesagt am 23. Mai, 77 Jahre alt. Und die Vorbereitungen auf diesen Geburtstag, die laufen auf Hochtouren, denn in diesem Jahr soll der Geburtstag ganz besonders gefeiert werden. Was da geplant ist, das besprechen wir mit Dörte Dinger, der Chefin des Bundespräsidialamts.

Sprecher 2: Die Schifffahrt ist die Lebensader der Exportnation Deutschland. Der Iran-Krieg hat gezeigt, wie abhängig wir vom Warenverkehr mit dem Schiff sind. Aber nicht nur ökonomisch, auch sicherheitspolitisch ist die maritime Wirtschaft längst ein Faktor geworden in diesem Land. Heute treffen sich in Emden Vertreter der Branche zur Nationalen Maritimen Konferenz. Es ist bereits die 14. Der Bundeskanzler ist dabei und Christoph Ploss, der Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft. Wir haben mit ihm gesprochen.

Sprecher 3: Sind Sie es auch ein bisschen leid, dieser Frühling, der sich doch ziemlich anstrengend gestaltet, jedenfalls im politischen Berlin und es ist noch so wahnsinnig kalt? Dann nehmen Sie doch an einer Langzeitstudie teil, zwei Monate im Bett bleiben und dafür 18.000 Euro bekommen. Darüber sprechen wir am Schluss noch kurz an diesem Dienstag, den 28. April. Wir freuen uns sehr, dass Sie dabei sind.

Sprecher 4: Bringe deinen Tag auf Touren und arbeite intelligenter. Mit Acrobat Studio. Kombiniert Acrobat Pro Tools, KI-gestützte Arbeitsbereiche, Assistenten und Inhaltserstellung. Alles an einem Ort. Deine Daten sind damit sicher und sie werden niemals für Trainingszwecke eingesetzt. Arbeite schneller, intelligenter, erledige mehr mit Acrobat Studio. Mach es einfach mit Acrobat. Probiere es jetzt auf adobe.com slash acrobat aus.

Sprecher 2: Eline, deine Prognose. Haben Union und SPD die Kraft, um diese Reform doch noch umzusetzen, wenn sie sich schon bei jedem kleinen bisschen in die Haare kriegen, jetzt sogar die eigentlich schon geeinte Gesundheitsreform irgendwie noch nicht ins Kabinett gehen könnte?

Sprecher 3: Das eigentlich Schlimme an der Sache ist ja, dass wir diese Frage jetzt im Grunde seit einem Jahr stellen. Hat die Koalition die Kraft? Findet sie zusammen? Kann sie ihre internen Konflikte beiseite schieben und dann endlich das tun, was sie öffentlich so oft versichert, nämlich große, mutige Reformen, sich zusammenraufen und so weiter? Also wir sehen eine starke Diskrepanz zwischen öffentlichen Verlautbarungen und dem, was dann tatsächlich passiert. Beziehungsweise was jedenfalls mal im Vorfeld passiert, dass nämlich Union und SPD sich über Details in die Haare kriegen. Und man hat manchmal das Gefühl, haben sie wirklich die Ernsthaftigkeit der Lage verstanden?

Sprecher 2: Ja, und man hat das Gefühl vor allem, dass immer wieder neue Themen mit eigentlich schon geeinten verknüpft werden, um noch mehr für die vermeintlich eigene Klientel herauszuverhandeln. Die SPD bringt die Schuldenbremsenreform nochmal wieder in die öffentliche Debatte und hat jetzt auch angekündigt, dass sie eigentlich die Gesundheitsreform als zu wenig ausgewogen empfindet. Die Versicherten würden über Gebühr belastet, die Pharmakonzerne kämen zu gut weg. Jetzt einen Tag also vor der schon längst vereinbarten Kabinettsbefassung Ende April macht die SPD in der internen Runde nochmal Alarm und will das Paket wieder ein bisschen aufschnüren.

Sprecher 3: Und das ist ja genau das Problem für die A. eigene Klientel, die vermeintlich eigene Klientel etwas rausholen und dem Koalitionspartner etwas abbringen. Das ist genau das Mindset, das wir nicht brauchen. Wir machen Überzeugungsarbeit für die nötigen Reformen und da kann man natürlich darüber diskutieren, was ist der richtige Weg. Aber dass man sich immer öffentlich zerlegt und dem anderen damit auch unterstellt, dass da irgendwie eine bestimmte Bevölkerungsgruppe nicht genug beachtet und so weiter. Das ist halt für die... Glaubwürdigkeit der ganzen Sache ein Problem und auch für den Glauben an die Handlungsfähigkeit dieser Regierung.

Sprecher 2: Ja, und das Bürgergeld ist auf der anderen Seite bei der Union wieder einmal ein Thema. Wir zahlen ja ohnehin schon 40 bis 50 Milliarden Euro für das Bürgergeld jedes Jahr. Kann man ja darüber nachdenken, ob diese Alimentierung im unteren Bereich eigentlich so effizient ist. Aber das waren ja die Debatten und Reformen der letzten Jahre. Jetzt allerdings ist den Koalitionären auch aufgefallen, dass ganz schön viel der Versicherte, der Gesundheitsversicherte bezahlt, damit die Bürgergeldempfänger auch den Arzttermin bekommen und die gesundheitliche Versorgung. Und all das wird von den Versicherten abgezogen und nicht etwa aus dem Steuersäckel, die berühmten versicherungsfremden Leistungen. Da will die Union ran und eigentlich auch die SPD, denn sie hat doch gesagt, sie wolle für die arbeitende Mitte mehr Partei ergreifen. Dann müsste sie diese Ungerechtigkeit eigentlich wirklich zwingend auflösen.

Sprecher 3: Naja, aber Lars Klingbeil ist eben nicht nur SPD-Vorsitzender, sondern auch Finanzminister. Und er hat schon mit großen Lücken in seinem Haushalt. Zu kämpfen. Wenn jetzt der Staat, der Steuerzahler für alle Bürgergeldempfänger auch noch die Kosten für die Gesundheitsversorgung übernehmen würde, dann würde das Loch noch um einiges größer. Aber Tatsache ist auch, dass das schon öfter versprochen wurde. Die GKV, also die gesetzlichen Krankenkassen, die dringen auch darauf, weil sie sagen, also ansonsten können wir das eben ohne Beitragserhöhung möglicherweise doch nicht hinbekommen. Da gibt es eine ziemliche Schieflage. Und jetzt ist die Frage, wie geht es weiter? Stand heute Morgen, man weiß es noch nicht. Aber zumindest eine Lösung scheint plausibel. Noch nicht klar, ob es wirklich dazu kommt. Aber es könnte sein, es ist so eine Art Symbol des guten Willens. Es gibt nämlich eine schrittweise Übernahme der Kosten durch den Haushalt im ersten Jahr, aber wohl unter zwei Milliarden Euro zusätzlich, die dann die GKV entlasten würden.

Sprecher 2: Die SPD-Arbeits- und Sozialministerin Bärbel Baas stellt sich jetzt neuerdings quer und schwingt sich so ein bisschen zur Gegenspielerin von CDU-Ministerin Nina Wagen auf. Bullshit-Bars, wie sie intern bei der CDU nur genannt wird, weil sie mal einmal die möglichen Einschnitte im Sozialsystem als Bullshit bezeichnet hat. Jetzt soll sie bei der gemeinsamen Sitzung der Landesgruppen der SPD in NRW und Niedersachsen gesagt haben, zu den möglichen Reformen bei Krankengeld oder Lohnfortzahlung. Ja, ich blockiere das, wenn es darum geht, Rechte für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer abzubauen. Das seien Leistungskürzungen, die nicht hinnehmbar sind. So hat es unsere Kollegin. Die Kollegin Laura Block recherchiert, also da droht eigentlich schon wieder der nächste Konflikt.

Sprecher 3: Und was Bärbel Baas auch nicht möchte, ist die Abschaffung der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern. Das finde ich ein bisschen überraschend, dass die SPD auch diesen Schritt nicht mitgehen will. Natürlich kann man sagen, ja, die Geringverdiener, insbesondere Geringverdienerinnen, die werden dann stärker belastet. Andererseits ist es ja, oder so wird es jedenfalls verkauft, als frauenpolitische Maßnahme, als Appell an die Frauen, lehnt euch nicht zu sehr zurück und flüchtet euch in das Bequeme. Wenig verdienen, weil ihr dann kostenfrei mitversichert seid, sondern man weiß nicht, wie das Leben spielt. Arbeitet mehr, macht euch auch ein bisschen unabhängig von eurem Ehepartner. So könnte man das ja auch in der SPD diskutieren, aber wird es nicht. Die CDU jedenfalls bleibt dabei, die möchte diese kostenlose Mitversicherung stark einschränken bzw. Ganz abschaffen. Und Markus Söder von der CSU, der zunächst auch sehr skeptisch war, hat sich nun eingereiht in die Verlangs der Union und sagt, da gehen wir ran.

Sprecher 2: Immerhin, wenn Sie sich bei der Gesundheitsreform noch nicht einigen, die Eckwerte des Haushalts, die sind weitgehend konsentiert, heißt es, es wird gespart kommendes Jahr mehr denn je und zwar quer durch alle Ressorts. Die berühmte Rasenmäher-Methode hat Lars Klingbeil in kleinem Umfang rausgepackt. Wir berichten an dieser Stelle natürlich über die Schwerpunkte im neuen Haushalt. Mittwoch soll es ins Kabinett gehen.

Sprecher 5: Cyberkriminalität beginnt oft viel früher als man denkt, nämlich genau da, wo deine persönlichen Daten im Netz frei zugänglich sind. In Datenbanken von Datenbrokern, in Verzeichnissen, Suchergebnissen oder in KI-Antworten. Und genau diese Daten werden dann gesammelt, verkauft und im schlimmsten Fall für Identitätsdiebstahl oder Betrug genutzt. Das Problem, diese Daten selbst löschen zu lassen, kostet dich schnell hunderte Stunden und sie tauchen einfach immer wieder auf. Und genau hier kommt Incogni ins Spiel. Incogni spürt deine persönlichen Daten im Internet auf und löscht sie automatisiert bei hunderten von Datenbrokern. Also genau den Unternehmen, die deine Daten ohne deine Zustimmung sammeln und weiterverkaufen. Und weil diese Daten immer wieder neu auftauchen können, arbeitet Incogni kontinuierlich im Hintergrund weiter für dich. Das Besondere, mit der Custom Removal Funktion kannst du sogar gezielt einzelne Inhalte entfernen lassen. Einfach einen Link einreichen und echte Privatsphäre-Experten kümmern sich darum. Kurz gesagt, du holst dir die Kontrolle über deine persönlichen Daten zurück und reduzierst aktiv das Risiko von Betrug und Identitätsdiebstahl. Du kannst Incognito jetzt 30 Tage lang ohne Risiko testen. Einfach ausprobieren und wenn du mit dem Service nicht zufrieden bist, bekommst du dein Geld zurück. Mit dem Code TABLETODAY bekommst du 60% Rabatt auf den Jahresplan. Einfach mal reinschauen über den Link in den Shownotes.

Sprecher 3: Das Grundgesetz, das sollte eigentlich mal in Verfassung umbenannt werden. Grundgesetz war eigentlich ein vorläufiger Begriff, aber nun gilt es mittlerweile fast 77 Jahre. Am 23. Mai 1949 ist es in Kraft getreten. Das Fundament unseres Staates, hinter dem sich eigentlich alle versammeln sollten, also auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Aber das, was das Grundgesetz uns sagen will, nämlich Demokratie, Palameterismus und all das, das wird nicht mehr von allen in diesem Land für gut befunden, sondern gerät immer stärker in die Kritik, zum Teil bis hin zur Verächtlichmachung vom Staat und seinen Institutionen. Umso wichtiger also, dass dieser Tag, der 23. Mai, gefeiert wird und auch mal begründet wird, wofür brauchen wir eigentlich dieses Grundgesetz noch? Was da geplant ist, das besprechen wir mit Dörte Dinger. Sie ist die Chefin des Bundespräsidialamts und damit die höchste Beamtin dieses Landes. Hallo, schön, dass Sie bei uns sind, liebe Frau Dinger.

Sprecher 6: Herzlichen Dank für die Einladung. Ich freue mich.

Sprecher 3: Was steht da in diesem Jahr an? Was unterscheidet den 23. Mai 2026 von dem der Vorjahre?

Sprecher 6: Wir erinnern jedes Jahr am 23. Mai an den Geburtstag des Grundgesetzes. Wir haben aber bisher noch nicht wirklich eine Form gefunden aus unserer Sicht, die so ganz ins Land herausstrahlt. An den Runden. An Geburtstagen haben wir es inzwischen eingeübt. Sie haben das eben schon erwähnt, dass es offizielle Veranstaltungen in Berlin gibt. Die Politiker halten Reden. Das ist auch wichtig, um sich zu erinnern an diese Errungenschaft. Aber es wäre doch eigentlich schön, gerade in Zeiten wie diesen, wo die Demokratie angegriffen wird, wo viele Menschen beginnen, zu hadern, sich zu fragen, was bedeutet mir die Demokratie eigentlich noch, dass wir da eine Form finden, unser Grundgesetz zu feiern, die eben jeden angeht. Und deswegen hat der Bundespräsident für dieses Jahr dazu aufgerufen, dass sich möglichst jeder und jede in diesem Land beteiligen daran, unser Land ein kleines Stück besser zu machen mit einer ganz konkreten Mitmachaktion vor Ort.

Sprecher 3: Und vielleicht können Sie mal Beispiele nennen. Wie sehen diese Mitmachaktionen aus? Was kann man da machen? Oder kann ich mich vielleicht selber noch beteiligen, wenn ich eine Idee habe, an wen wende ich mich da?

Sprecher 6: Ja, unbedingt. Ich hoffe, dass Sie sich selbst beteiligen und noch ganz viele andere mehr. Es wird eine Website geben, die gibt es schon, www.ernntag.de. Da gibt es einen sogenannten Aktionsfinder, Engagementfinder. Dort sind schon jetzt 2000 Aktionen, über 2000 Aktionen eingetragen. Und ich kann ja mal ein bisschen das Ganze konkret machen. In Stuttgart zum Beispiel. Machen Jugendliche eine Aktion warm durch die Nacht und werden durch die Straßen ziehen und Obdachlosen Tee, Decken vorbeibringen und fragen, was sonst noch gebraucht wird. In Berlin hat ein junger Ukrainer eine Aktion zu Blutspenden initiiert. In Maintal in Hessen wird es eine große Graffiti-Aktion geben. Da wird eine Wand zum Thema Demokratie. Veranstaltet überall im ganzen Land, werden Altenheime besucht mit Chören, mit Kuchenaktionen, mit Spielenachmittagen. Kitas werden gestrichen, die Wänden, Spielplätze geputzt. Also es ist wirklich eine ganze Bandbreite von Aktionen und es können und sollen gerne noch sehr viel mehr werden.

Sprecher 3: Eine Welle, die durch das ganze Land gehen wird. Man denkt unwillkürlich an das berühmte Kennedy-Zitat. Denk nicht darüber nach, was dein Land für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst. Ja, eigentlich eine Denkweise, die in Deutschland nicht sehr ausgeprägt ist. Wir haben es zu tun mit einer unglaublichen Erwartungshaltung, was der Staat alles tun soll. Aber dass wir mal etwas tun sollen. Ist schwierig, ist das der Versuch einer Antwort darauf? Und zwar nicht nur tu etwas, verpflichte dich zu etwas, sondern das kann auch Spaß machen?

Sprecher 6: Ja, das ist aus unserer Sicht ein ganz wichtiger Aspekt. Sie wissen ja, dass der Bundespräsident sich auch für ein soziales Pflichtjahr einsetzt. Ein Jahr, in dem man an mehr denkt als an sich selbst, das man der Gemeinschaft widmet, entweder in sozialen Einrichtungen, bei der Bundeswehr, im Zivilschutz, im Umweltschutz. Da gibt es ja ganz viele Einsatzmöglichkeiten, die man sich vorstellen könnte. Und dahinter liegen eigentlich mehrere Ideen, die sozusagen im Kleinen auch beim Ehrentag schon eingeübt werden können. Wir sind überzeugt davon, dass gerade in dieser krisenhaften Zeit es doch nötig und gut und beinahe heilsam ist, wenn wir Momente schaffen, in denen Menschen erfahren können, dass sie eben nicht ohnmächtig sind, dass sie wirksam sein können, dass sie gebraucht werden, dass sie Teil eines Gemeinwesens sind, dass sie auch mitgestalten und mit verbessern können. Das ist, glaube ich, eine Erfahrung, die man ganz im Kleinen und ganz punktuell auch mit dem Ehrentag weitergeben kann. Und ein zweiter ganz wichtiger Aspekt ist die ganze Frage von, die Soziologen würden sagen, sozusagen milieubegreifende Begegnung. Wir alle wissen, dass Sie haben häufig darüber berichtet, dass in der digitalen Welt Menschen sich immer mehr in Filterblasen bewegen und mit ihresgleichen nur noch den Austausch suchen. Wir brauchen aber immer wieder auch Möglichkeiten, kurz oder lang, wo wir Menschen aus ganz unterschiedlichen Hintergründen begegnen, um zu lernen, dass auch diese Menschen begründete Interessen haben, die vielleicht anderes sind als unsere, um so etwas wie Kompromissfähigkeit immer wieder im Alltag ganz niedrigschwellig zu erfahren und zu erlernen.

Sprecher 7: Vielen Dank, dass Sie heute bei uns waren, liebe Frau Dörte Dinger.

Sprecher 6: Sehr gerne.

Sprecher 2: Rund 800 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft kommen ab heute in Emden im äußerst Nordwesten dieses wunderbaren Landes Deutschland zur 14. Nationalen Maritimkonferenz zusammen. Eine Initiative übrigens der Bundesregierung und sie soll den Fokus auf eine Branche legen, die unterschätzt wird, die für die Versorgung, für die ökonomische Stabilität, für 100.000 Jobs, aber eben auch für die Sicherheit Deutschlands eine Schlüsselrolle spielen könnte. Auch wenn uns die Sperrung der Straße von Hormuz nicht direkt betrifft, so zeigt die Blockade eben doch, wie wichtig die Seewege sind. Und zwar freie Seewege, gerade für eine Exportnation wie Deutschland. Alleine sechs Schiffe der deutschen Reederei Hapag-Lloyd hängen gerade in der Straße fest. Ist Deutschland im Bereich Sicherheit auch bei den maritimen Strukturen gut genug aufgestellt? Welche Rolle kann diese Wirtschaftsbranche noch spielen? Das wollen wir von dem Mann wissen, der für die Bundesregierung die maritime Wirtschaft koordiniert. Christoph Ploss, der CDU-Politiker aus Hamburg, ist der Regierungskoordinator und heute bei uns am Telefon. Schönen guten Tag, Herr Ploss.

Sprecher 8: Einen schönen guten Tag aus Emden, lieber Herr Bröcker.

Sprecher 2: Die maritime Wirtschaft trifft sich in Emden zur Maritimkonferenz. Warum ist diese Branche plötzlich so relevant?

Sprecher 8: Die maritime Wirtschaft ist nicht nur enorm wichtig für uns als Exportnation Deutschland und weil sie dafür sorgt, dass wir ausreichend Rohstoffe bekommen und unsere Produkte und Güter in die ganze Welt exportiert werden können. Sie sorgt aber auch dafür, dass wir mit ausreichend Energie versorgt werden. Das merken wir gerade in diesen Tagen. All diese Themen werden wir bei der Nationalen Maritimkonferenz in Emden besprechen. Aber besonders wichtig ist sie insbesondere in diesen Zeiten, weil sie auch für die Sicherheit Deutschlands oder auch die Sicherheit Europas steht. Ohne eine starke maritime Wirtschaft könnten wir die Sicherheit Deutschlands nicht garantieren. Das gilt für die Häfen, das gilt für die maritime Industrie und es gilt natürlich auch für die Schifffahrt.

Sprecher 2: Was Wachstum betrifft, was Arbeitsplätze betrifft, welche Relevanz hat die Branche auch an der Küste, aber auch für Deutschland in den nächsten Jahren?

Sprecher 8: Wir reden hier über eine echte Zukunftsbranche. Nehmen wir mal die maritime Industrie. Dort sind allein im letzten Jahr... Um 6,9 Prozent die Zahl der Beschäftigten gestiegen. Das ist etwas, was wir in anderen Branchen so ja leider im Moment nicht sehen. Und wo haben wir so etwas ansonsten in der deutschen Industrie, dass wir einen starken Anstieg zu verzeichnen haben? Und das wird in den nächsten Jahren auch aufgrund von Beschlüssen der Bundesregierung so weitergehen. Wir können damit rechnen, dass alleine nur in den Werften an den norddeutschen Küstenregionen 9000 neue Jobs entstehen werden. Und davon hängen dann wiederum viele weitere Arbeitsplätze ab, in der Zuliefererindustrie, aber auch in den Regionen selbst. Man kann grob sagen, für einen Arbeitsplatz, der in einer Werft an der Küste entsteht, entstehen mindestens fünf oder sechs neue Arbeitsplätze. Und deswegen reden wir hier über eine echte Wachstumsbranche. Wir haben das mit Initiativen als Bundesregierung unterstützt, indem wir zum Beispiel die Werften in das Großbürgschaftsprogramm des Bundes aufgenommen haben. Das heißt, in Zukunft werden milliardenschwere Projekte durch den Bund abgesichert. Und in den vergangenen Jahren sind solche Projekte häufig nach Asien gegangen. Und damit sind aber auch die Arbeitsplätze und die Wertschöpfung nach Asien gegangen. Und deswegen haben wir das geändert und dafür die Grundlage geschaffen, dass es Wachstum in der Maritimindustrie geben wird.

Sprecher 2: Die Containerschifffahrt wird dominiert von den Chinesen. Wir haben uns bei unseren Werften ja eher auf die Yachten oder die Kreuzfahrtschiffe konzentriert. Bleibt uns am Ende in diesem weltweiten Geschäft nur die Nische?

Sprecher 8: Die deutsche maritime Industrie ist enorm stark in der Marine. Beim U-Boot-Bau, natürlich auch bei Yachten, bei Kreuzfahrtschiffen, auch bei spezialisierten Forschungsschiffen, die zunehmend weltweit nachgefragt werden, beispielsweise Eisbrecher, sind zunehmend beliebt in der ganzen Welt. Er freut sich der Nachfrage. Also wir reden hier über viele unterschiedliche Produkte. Die ob in Indonesien, in Singapur, in den Vereinigten Staaten von Amerika oder wo auch immer zunehmend nachgefragt werden. Das heißt, hier werden Exportschlager produziert und hier reden wir wirklich über ein starkes Wachstum. Die großen Containerschiffe. Die werden vermutlich in den nächsten Jahren kaum in Deutschland produziert werden. Da findet der Bau zum Großteil in Asien statt. Aber wir haben als Bundesregierung ein sehr großes Interesse, dass der deutsche Reedereistandort weiter gestärkt wird und ausgebaut wird. Wir können in Krisen oder gar Kriegsfall auf die deutsche Handelsflotte zurückgreifen. Das ist ein enormes Fund, wenn wir in Schwierigkeiten stecken. Und deswegen ist es auch mein Ziel als maritimer Koordinator der Bundesregierung, dass wir die deutsche Handelsflotte langfristig von 1700 Schiffen auf über 2000 Schiffe steigern. Davon hängt die Souveränität und die Resilienz Deutschlands ab. Und wenn jetzt vielleicht ein Zuhörer sagt, naja, da übertreibt der Christoph Bloss vielleicht ein bisschen, dann kann ich nur sagen, gucken Sie mal in die USA. Dort ist die maritime Wirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter runtergegangen. Es gibt ganz wenig... Produktion in der Maritimindustrie dort. Und der Donald Trump hat kurz vor Weihnachten deswegen angekündigt, dass er auch in den USA wieder eine maritime Industrie aufbauen möchte. Das macht er ja nicht, weil die USA nicht andere starke Wirtschaftszweige hätten. Wir wissen alle, die sind in vielen Bereichen sehr gut aufgestellt. Das macht der Donald Trump oder die US-Regierung, weil sie wissen, Nur so kann die Sicherheit auch der Vereinigten Staaten garantiert werden und kann man in einem Krisen- oder Kriegsfall im eigenen Land ausreichend produzieren. Und das ist für uns auch ein Hinweis, dass wir die maritime Wirtschaft in Deutschland weiter stärken müssen. Wir haben hier das Glück, wir haben eine sehr gute Grundlage mit einer Maritime Industrie, in der es über Jahrzehnte gewachsene Wertschöpfungsketten gibt. Wir haben hier einen wirklich sehr guten Bereich, der weiter wachsen kann. Und dafür wollen wir auch in Emden die Grundlage schaffen.

Sprecher 2: Die maritime Wirtschaft als Standortfaktor, aber eben auch als systemrelevante Branche im Krisenfall. Das war Christoph Ploss. Vielen Dank. Morgen geht's los in Emden. Viel Erfolg.

Sprecher 8: Dankeschön.

Sprecher 3: Mein lieber Mick, an diesem müden Morgen war noch was.

Sprecher 2: Ich finde diese Studie, die ich dir jetzt präsentieren werde, wirklich unfassbar interessant. Seit gestern liegen 28 Teilnehmer einer Langzeitstudie jetzt ab sofort für zwei Monate lang im Bett. Dürfen dieses auch wirklich nicht mehr verlassen? Der Kopf liegt die ganze Zeit etwas tiefer als die Füße. Danach beginnt ein intensives Reha-Training. Aber wie gesagt, zwei Monate müssen sie im Bett bleiben. Eine Studie der NASA, die in Köln durchgeführt wird.

Sprecher 3: Ja, also man braucht Liegevermögen offenbar für diese Studie. Mich wundert es deshalb, weil doch eigentlich die Astronauten, wenn sie ins Weltall fliegen dürfen, wahnsinnig fit sein müssen. Also das sind ja Sportler. Gestern sprachen wir über einen Marathon. Vielleicht schaffen die den nicht in zwei Stunden, aber doch unglaublich fit sind. Insofern, wie passt es zusammen, dass jetzt getestet wird, was passiert, wenn man sich gar nicht rührt?

Sprecher 2: Die Tests sollen klären, mit welchen Trainingsmethoden Astronauten im Weltraum am längsten fit bleiben. Im All fehlt ja die Schwerkraft logischerweise. Busmuskeln bauen ab, Körperflüssigkeiten wandern Richtung Kopf und die Sensomotorik leidet, also das Zusammenspiel von Wahrnehmung und Bewegung. Und diese Tests sollen neue Erkenntnisse bringen, wie man vielleicht am Ende dann auch Astronauten besser im All überleben lassen kann. Es ist nicht die erste Studie der NASA dieser Art. Und die Teilnehmer, die haben überraschende Ideen, was sie so im Bett machen wollen, zwei Monate lang. Eine Probandin schreibt ihre Masterarbeit, die andere will für Prüfungen lernen. Der dritte will Bewerbungsgespräche führen und alle bekommen 18.000 Euro.

Sprecher 3: Also man simuliert eine Art All-Situation, dass man eben die Muskeln nicht benutzt. Insofern keine Bewegung im Bett, aber alles andere ist natürlich erlaubt. Ja, sehr interessant. Ich finde immer so die Sehnsucht nach einem ganzen Tag im Bett sein, was ich schon lange nicht mehr gemacht habe, irgendwie sehr schön. Aber ich würde sagen, spätestens Tag drei, also diese Bed-Ins von John Lennon und Yoko Ono, das habe ich nie so ganz die Drum beneidet.

Sprecher 2: Ich überlasse auch die Trainingsideen der NASA lieber den Raketenmännern und Frauen hier in diesem Land und freue mich jetzt schon gleich, mich auf den Weg zu machen ins Studio zu Lene Bobrowski und zur Arbeit. Bis dahin. Schön, dass Sie heute bei uns waren. Bis morgen. Ciao, ciao.

Sprecher 3: Tschüss.

Sprecher 9: Burning out the tears of hell and long. And I think it's gonna be a long, long time. Trust don't bring me round again to find. I'm not so mad that think I am at home. Oh, no, no, no. I'm a rocket man. Rocket man, burning out his fuse out here long. And I think it's gonna be a long, long time.

Sprecher 10: Diese Folge wird dir präsentiert von Adobe Acrobat Studio. Kurzer Real-Life-Moment. Pitch, Präsentation, drei PDFs und Panik? Nö, denn mit Acrobat Studio packe ich alles in meinen intelligenten KI-Workspace. In den PDF-Spaces bündel ich meine Quellen und der KI-Assistent hilft mir, Inhalte sofort zu durchdringen und Infos strukturiert aufzubereiten. Das spart massiv Zeit bei Businessplänen, Reports oder Präsentationen. Wichtig für mich, meine Daten werden nicht fürs Training genutzt. Du bist neugierig? Dann schau auf www.adobe.com vorbei.