Wie stabil ist das Mullah-Regime? Mit Reza Pahlavi.
Reza Pahlavi hat es als „verpasste Gelegenheit“ bezeichnet, dass Friedrich Merz ihn nicht in Berlin empfangen hat. Der älteste Sohn des früheren iranischen Schahs zeigte sich verwundert, „jemanden nicht zu Wort kommen zu lassen, der für Millionen von Iranern spricht“. Er sei enttäuscht, weil Merz noch kurz nach Beginn der israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran Ende Februar „sehr entschlossen war, als er sagte, dass ein Regime, das diese Art von Gewalt gegen das Volk ausübt, seine Legitimität verloren hat“, sagt Pahlavi im Gespräch mit Markus Bickel vom Security.Table. [24:33]
Die Straße von Hormus bleibt geschlossen. Europa spürt die Folgen direkt über steigende Energiepreise. Und damit wächst der Handlungsdruck für die Bundesregierung. [01:41]
Dennis Radtke, Bundesvorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft, fordert ein klares Gesamtkonzept statt einzelner Reformideen. „Wir müssen ein vernünftiges Gesamtkonzept finden und sollten den Menschen nicht mit Einzelvorschlägen Angst machen“, sagt er mit Blick auf die Rentendebatte. Radtke bringt auch die Abschaffung eines Feiertags ins Spiel und sieht Spielraum bei der Erbschaftsteuer: „Da ist ein zweistelliger Milliardenbetrag drin.“ [09:44]
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Transkript
Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.
Sprecher 2: Die Energiepolitik, sie rückt in den Mittelpunkt der europäischen Politik, denn die Straße von Hormuz ist immer noch zu und Öl, Gas und damit auch Kerosin wird knapp. Was kann man jetzt tun? Die Europäische Union macht Vorschläge. Wir müssen sie mal hier diskutieren.
Sprecher 3: Er könnte der große Verlierer des Iran-Kriegs sein. Dabei sah es anfänglich ganz anders aus. Es geht um den Schahsohn Reza Pahlavi, der die Opposition im Exil anführt und im Iran auch viele Menschen hinter sich versammelt hat, die die Hoffnung haben auf eine demokratische Zeit nach dem Mullah-Regime. Doch jetzt sieht es nicht mehr danach aus. Wir haben Pahlavi gestern in Berlin gesprochen.
Sprecher 2: Nur eine Basisabsicherung oder ist die Rente nicht für viele, gerade in Ostdeutschland, die grundsätzliche Versorgung im Alter? Mit seiner Äußerung jedenfalls hat Kanzler Friedrich Merz für Aufregung gesorgt, auch in der eigenen Partei, vor allem im Sozialflügel der christlich-demokratischen Arbeitnehmerschaft. Die trifft sich ausgerechnet an diesem Wochenende zum großen Kongress in Marburg. Dennis Radtke ist ihr Chef und so etwas wie der Widerpart von Friedrich Merz innerhalb der Partei. Auch deswegen haben wir gedacht, wir müssen mit dem Mann mal reden. Gleich mehr.
Sprecher 3: Endlich Frühling in Berlin und trotzdem reden wir über etwas, das mit dem Winter verbunden ist, nämlich Sauerkraut. Das gibt es zum Frühstück, jedenfalls in Amerika gibt es einen Trend. der in diese Richtung geht. Warum die Amerikaner so darauf abfahren, das sagen wir Ihnen auch an diesem Freitag, den 24. April.
Sprecher 2: Der Ölpreis ist immer noch auf einem für viele, vor allem Industrieunternehmen, überhöhten Niveau. Zwischen 103 und 105 US-Dollar pro Barrel muss derzeit bezahlt werden. Natürlich sind die anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten der Grund dafür. Und allmählich macht sich auch die EU Gedanken, wie man damit umgehen sollte.
Sprecher 3: Die EU hat jetzt ausgerechnet, wie sich die Preise für die gesamten Mitgliedstaaten entwickelt haben seit Ende Februar. Das hat jetzt der Energiekommissar Dan Jörgensen präsentiert. Und es sind sage und schreibe 24 Milliarden Euro mehr, die die Mitgliedstaaten für Kraftstoffe wie Öl, Gas und Kerosin ausgegeben haben seit der Eskalation im Nahen Osten.
Sprecher 2: Ja, und er macht das Szenario auf, dass es so schnell nicht besser wird. Wenn morgen Frieden wäre, so sagt er, dann wird es allein in Katar noch mindestens zwei Jahre oder länger dauern, bis die gesamte Gasförder- und Transportinfrastruktur wieder aufgebaut ist. Das heißt, dieser Krieg wird nachhaltig auch das Energiepreisniveau in Europa oben halten.
Sprecher 3: So und jetzt haben wir es wieder mit der EU zu tun, die spricht und die appelliert an mehr Teamwork zwischen den Mitgliedstaaten, denn das ist auch die Wahrheit, dass in der Krise die Mitgliedstaaten, die noch so sehr betonen, wie europäisch sie sind, dann nationale Reflexe entfalten. Das hatten wir in der Pandemie gesehen, wo jeder sich seinen eigenen Impfstoff besorgte und das sehen wir auch jetzt. guckt auf seine Ölreserven, auf seine Kerosinreserven. Deutschland hat eine Notfallreserve von 1,1 Millionen Tonnen, die da lagern. Und die Frage ist, was ist eigentlich los mit der europäischen Solidarität in Krisenzeiten? Da hat die EU jetzt eine konkrete Idee und will jedenfalls mal fürs Kerosin ein Monitoring. Und zwar die Frage, welche Kapazitäten gibt es eigentlich, wem gehören die, wie viel importieren wir, wie viel exportieren wir? Das sind die Fragen, die der Energiekommissar gestellt hat und die Mitgliedstaaten appelliert hat, arbeitet doch zusammen.
Sprecher 2: Ja, und die Lufthansa hat bereits ja Krisenszenarien veröffentlicht. Da sollen einige Flüge, die natürlich am wenigsten frequentierten, notfalls eingestellt werden, um Kerosin zu sparen. Also es wird jetzt ernst bis Ende Mai. So sagt es Katharina Reiche, haben wir hier bei uns in Deutschland noch keine Knappheit, noch kein Problem, aber danach könnte es eng werden.
Sprecher 3: Die EU hat noch andere Vorschläge und da geht es, und das ist jetzt wenig überraschend, weiterhin um die Stärkung der erneuerbaren Energien, nicht nur um die CO2-Emissionen zu reduzieren, sondern auch unter dem Aspekt der Souveränität, der Sicherheit. So ist es, Energie ist eine Waffe international gesehen und insofern sind natürlich die Förderprogramme zum Beispiel für den Einbau von Wärmepumpen auch ein Beitrag zur Souveränität.
Sprecher 2: Ja genau, wenn man es eben klüger macht als damals der grüne Wirtschaftsminister, dann ist es der richtige Weg, denn wie die EU zu Recht sagt, kann es uns unabhängiger von fossilen Energieimporten machen und den Gasverbrauch in den Gebäuden in der gesamten Europäischen Union bis 2020. 20, 30 und 40 Prozent senken. Die Heizkosten langfristig um 20 Prozent. Die Wärmepumpe ist eben effizient. Und das wissen eigentlich die meisten auch, aber nicht alle können sie sich gerade leisten.
Sprecher 3: Ja, also es geht um Förderung der Energieeffizienz. Also die Europäer sollen insgesamt weniger Energie verbrauchen. Dann reduziert es natürlich das Problem. Daneben hat die EU aber auch Verständnis geäußert dafür, dass die Mitgliedstaaten Entlastungsmaßnahmen vornehmen, die sehr kostspielig sind. Insofern gibt es das vorsichtige Signal aus Brüssel. Wir nehmen es mit den Finanzregeln jetzt mal nicht ganz so ernst, wenn ihr eure Bürger im Land unterstützt. Und ja, was hat die EU da konkret vorgeschlagen, was die Mitgliedstaaten tun können?
Sprecher 2: Ja, die Energiegutscheine für einkommensschwache Haushalte, was sicherlich nicht von der Europäischen Union in irgendeiner Weise vorgegeben werden kann. Das ist natürlich nationale Politik. Das erinnert an das Klimageld, was schon die Ampel einrichten wollte. Eins ist klar, wir brauchen natürlich Hilfsmaßnahmen für diejenigen, die überproportional, das sind meistens die einkommensschwachen oder auch die energieintensiven Industrien, die überproportional jetzt von dieser Preisdynamik leiden. Und es wird heute auch Thema sein beim informellen Rat der Europäischen Union auf Zypern. Da geht es natürlich auch um die Beistandsklausel der EU und wie man sie interpretiert. Aber Bundeskanzler Merz zum Beispiel hat ein Mittagessen geplant mit Vertretern aus der Nahostregion. Während dieses Gipfels, da geht es natürlich genau darum, wie können wir bei der Straße von Hormuz noch helfen und wie werden wir hier in Europa umgehen. unabhängiger von den fossilen Energieimporten.
Sprecher 3: Sprechen wir auch nochmal über die Lage innerhalb der deutschen Bundesregierung, Michael. Wir haben ja hier die Entlastungsmaßnahmen, die die EU jetzt ins Spiel gebracht hat, schon beschlossen. Einerseits die Spritpreisbremse, andererseits den Tankrabatt, der jetzt zum 1. Mai in Kraft treten soll. Und dann haben wir parallel dazu eine Konfliktlinie innerhalb der Bundesregierung. Die SPD, aber auch flankiert von CDU-Ministerpräsidenten, die sich stark machen für diese Entlastung und eine Wirtschaftsministerin, die ziemlich klar zu verstehen gibt, dass sie diesen Weg an sich falsch findet.
Sprecher 2: Ja, und sie hat da sehr viel Unterstützung in der Union sowieso, im Wirtschaftsflügel, auch bei den Unternehmenslegern und übrigens auch im Bundeskanzleramt. Dort sitzt ja nicht nur der ehemalige Abteilungsleiter im Wirtschaftsministerium, Philipp Birkenmeier, jetzt als Büroleiter des Kanzlers, sondern auch der Kanzler hat wohl in einer internen CDU-Runde gesagt, ja, liebe Katharina, deine Bedenken sind ja richtig, ich teile das inhaltlich, aber die Art und Weise, das ist suboptimal gelaufen. Es geht um eine Pressekonferenz, die Katharina Reiche kurz vor dem Koalitionsausschuss gehalten hat. Hören wir mal kurz rein, wie sie dort Vorschläge des SPD-Finanzministers Klingbeil in einem Satz quasi rasiert.
Sprecher 4: Der Koalitionspartner ist in den letzten Wochen damit aufgefallen, Vorschläge zu unterbreiten, die teuer, wirkungsschwach und verfassungsrechtlich fragwürdig sind. Das führt zu Verwirrung und hilft den Verbrauchern nicht.
Sprecher 3: Ja, bei Katharina Reiche ist es eben oft die B-Note, also die Frage, wie sie Dinge sagt und nicht was sie sagt, die zu Problemen führt, die auch dazu führt, dass ihre Zustimmungswerte nicht besonders gut sind, die aber auch das Verhältnis zur SPD und auch zu Teilen der Union belasten. Ihre Rollenbeschreibung ist die Hüterin der Marktwirtschaft und das ist ja auch richtig, dass sie das macht. Aber dass sie natürlich in dieser Art und Weise wenig empathisch, wenig vermittelnd, sehr radikal und brüsk vorgeht, ja, nicht optimal für eine Politikerin.
Sprecher 2: Und da hätte ich mir bei ihr auch mehr Souveränität gewünscht. Natürlich darf der Vizekanzler... Einen Wirtschaftsgipfel einberufen. Er ist Finanzminister und damit immer auch eine Art Nebenwirtschaftsminister. Er hat Arbeitgeber und Gewerkschaften eingeladen und sie auch, aber sie fand das wohl nicht optimal, wie er da vorgegangen ist und hat dann parallel diese Pressekonferenz kurzfristig einberufen, um ihm ein Signal öffentlich zu geben, dass sie nicht damit einverstanden ist. Kein Wunder, dass der Kanzler da sagt, in der B-Note muss das nicht sein. Inhaltlich bekommt Katharina Reiche gerade sehr viel Rückhalt, auch bei Ökonomen.
Sprecher 3: Ja, und eben auch diejenigen, die eigentlich auf Friedrich Merz gesetzt hatten, dass er die Marktwirtschaft wieder stark macht, dass er weniger regulatorisch vorgeht. Da ist sie jetzt die Hoffnungsträgerin, aber eben mit einem kleinen Minus, kann man sagen, weil sie es nicht so richtig verkauft. Aber der Kanzler ist da ja auch etwas unter Druck, denn er muss die Koalition am Ende zusammenhalten. Und deswegen ist dieses Vorgehen von Katharina Reiche, selbst wenn er es in der Sache richtig findet, für ihn belastend. Was auch dazu führt, dass jetzt... Viele Kolleginnen und Kollegen Artikel geschrieben haben über das angespannte Verhältnis zwischen Reiche und dem Kanzler. Er ist der personifizierte Stachel im Fleisch der Merz-CDU. Dennis Radt, Chef des Sozialflügels, hat einen Tag vor dem großen CDA-Bundeskongress klargemacht, dass er keine Angst mache und Pauschalierung wolle. Veränderungen ja, aber bitte fair. Das ist seine Botschaft. Und der Kanzler wird beim Treffen in Marburg dabei sein. Man darf also gespannt sein auf diesen Freitag. Michael Bröker hat Dennis Radtke gestern Abend angerufen und ihn gefragt, was er erwartet.
Sprecher 2: Einen schönen guten Tag, Herr Radtke.
Sprecher 5: Ja, ein herzliches Glück auf.
Sprecher 2: Glück auf, Herr Radtke. Sagen Sie mal, ist eigentlich die gesetzliche Rentenversicherung nur eine Basisvorsorge?
Sprecher 5: Aktuell nicht. Und nach meinem Kenntnisstand ist ja eigentlich auch die Planung, dass sie das nicht werden soll. Also ich war auch ein bisschen überrascht. Also für mich ist klar und für viele andere ja auch, wenn wir über Rentenreform reden, Dann werden wir in Zukunft die drei Säulen der Rentenversicherung, also auch die betriebliche und die private, das werden wir alles vernetzter denken müssen und vernetzter organisieren müssen. Einverstanden, aber ein bisschen mehr als die Basis sollte schon sein.
Sprecher 2: Was passiert nach so einer Aussage in der christlich-demokratischen Arbeitnehmerschaft? Kriegen Sie dann wütende Anrufe, SMS und müssen dann den Kanzler anrufen? Oder ist das etwas, das man in Ruhe... Ruhe dann im Rahmen des Bundeskongresses klärt, wenn der Vorsitzende kommt.
Sprecher 5: Ja, ich meine, man muss ja nicht wegen jeder Aussage, muss man ja auch nicht direkt Alarm schlagen, aber dass es natürlich irritierte Rückmeldungen gibt, das ist doch logisch, aber alle sind an der Lösung in der Sache interessiert. Ich war jetzt einfach nur über die Debatte ein bisschen überrascht, weil ja eigentlich auch die klare Marschroute war, wir warten jetzt erstmal die Vorschläge der Rentenkommission ab, die Ende Juni kommen und dann steigen wir in die Debatte ein. Aber ja, wie sagt man im Ruhrgebiet so schön, man muss auch nicht aus jedem Furz einen Knall machen.
Sprecher 2: Nee, das ist richtig. Noch knallt ja gar nichts. Das kommt ja alles erst noch. Aber ist es nicht auch richtig, die Bevölkerung auf das vorzubereiten, was da kommt? Und manchmal auch ungeschminkte Waren zu sagen, ich rede ja hier gerade mit einem, der das auch ganz gut kann. Also es weiß doch jeder, dass die gesetzliche Rente alleine bei diesen demografischen Lasten künftig... Welches Wort man auch immer wählt, jedenfalls nicht mehr lebensstandarderhaltende Finanzierung sein kann.
Sprecher 5: Ja, natürlich muss man Menschen darauf vorbereiten, dass Veränderungen notwendig sind. Und man muss auch begründen, warum Veränderungen notwendig sind, wenn wir ein hohes Versorgungsniveau erhalten wollen. Da müssen wir zu Veränderungen kommen, da können wir nicht einfach so weitermachen. Nur was mir einfach ganz wichtig ist, und das will ich jetzt auch gar nicht auf die Äußerungen von Friedrich Merz begrenzen, sondern das gilt für mich für die gesamte Debatte, Wir dürfen den Menschen keine Angst machen. Also es ist auch ein schmaler Grad zwischen den Leuten reinen Wein anschenken und die Leute verrückt machen. Deswegen bleibe ich bei meiner Grundüberzeugung, genauso wichtig wie die Sozialreform selbst, ist die Art und Weise, wie darüber kommuniziert wird.
Sprecher 2: Einverstanden, Herr Radke. Aber wenn jemand wie Sie sagt, wir wollen einen leistungsfähigen Sozialstaat erhalten, dann denke ich mir, ja, natürlich, wer will das nicht? Wo wird es denn mal konkret? Sind Sie zum Beispiel der Meinung, wie übrigens die Mehrheit in der Rentenkommission, wir müssen das Renteneintrittsalter... In einer Formel wie auch immer an die steigende Lebenserwartung koppeln.
Sprecher 5: Naja, ich meine, das ist ja eine Position, die auch im CDU-Grundsatzprogramm steht. Diesem Grundsatzprogramm habe ich auch zugestimmt. Aber am Ende muss man ja... Auch zu vernünftigen Paketlösungen kommen. Also es ist jetzt einfach nicht damit getan, zu sagen, wir gleisen da jetzt so einen Automatismus auf. Für mich ist zum Beispiel auch klar, wenn wir über das Lebensalter in der Rente reden, dann müssen wir auch über das Thema Erwerbsminderungsrente sprechen, weil wir ja jetzt schon Menschen haben, wo wir genau wissen, die haben gar keine realistische Chance, überhaupt bis 67 nur im Erwerbsleben zu bleiben. Und deswegen kann man diese Debatten nicht losgelöst voneinander sehen. Aber mir ist wichtig, wir als Arbeitnehmerflügel der Union, natürlich sind wir auch bereit, über Reformen zu sprechen, auch über Reformen, die nicht überall populär sind. und für die man nicht überall Beifall bekommt. Es muss am Ende zu einer fairen Lastenverteilung kommen. Es kann am Ende nicht sein, dass es Reformen sind, die in erster Linie bei Menschen mit kleineren und mittleren Einkommen abgeladen werden. Dieser Eindruck darf auf gar keinen Fall entstehen. Vor allen Dingen bitte nicht nur immer Einzelmaßnahmen rausbrechen und wild rauf und runter diskutieren, sondern wir brauchen Gesamtpakete.
Sprecher 2: Ja, aber wir sind ja bei einer grundsätzlichen Maßnahme, nämlich zum Beispiel der 2 zu 1 Regel der Wirtschaftswesen, die in der Union scheinbar Konsens zu sein scheint. Man teilt im Grunde die steigende Lebenserwartung in einem Verhältnis von 2 zu 1 auf in Arbeitszeit, also die man hinten dran hängt noch. Rentenzeit, also zusätzliche Lebensjahre, die man halt hat, gehen zum Beispiel zu zwei Teilen in die Lebensarbeitszeit, höheres Renteneintrittsalter und zu einem Teil in die Rentenbezugszeit. Das klingt doch nach einem maßvollen Kompromiss, wenn man zugleich zum Beispiel die Erwerbsminderungsrente stärkt.
Sprecher 5: Auch welche Formel man sich da am Ende verständigt, Das ist eine Frage, die muss man ja dann nicht nur innerparteilich diskutieren, sondern das ist ja auch eine Frage, die man dann am Ende mit dem Koalitionspartner diskutieren muss. Und deswegen finde ich auch manchmal, wenn ich so auf Social Media unterwegs bin, die Schärfe der Kritik, die an Friedrich Merz geübt wird, vor allen Dingen von denjenigen, die 20 Jahre lang erklärt haben, oder ihm sozusagen messianische Kräfte zugesprochen haben, die sich jetzt irgendwie ein bisschen entfalten. Zeug zeigen und sagen, das ist uns alles nicht ruppig und nicht radikal genug und er springt nicht weit genug, wo ich einfach sagen muss, aber er hat doch jetzt auch eine andere Rolle. Er ist eben nicht mehr der Antreiber vom Flügel, sondern er ist jetzt in der Mitte. Er muss die Union zusammenhalten. Aber er muss das, was sozusagen die Union will, ja auch noch mit einem Koalitionspartner verabreden und dann umsetzen. Am Ende, wir brauchen eine andere Binnensolidarität, einen anderen Umgang, öffentlich und intern miteinander, weil diese Art und Weise, wir sehen es in den Umfragen für uns, wir sehen es in den Umfragen für die SPD, das wird von niemandem gutiert gerade.
Sprecher 2: Also wenn Dennis Radtke jetzt der sanfte Rhetoriker wird und zur Mahnung... beiträgt, dann mache ich mir ernsthaft Sorgen um diese Koalition.
Sprecher 5: Warum? Ich bin mehr Mitte, als viele immer glauben.
Sprecher 2: Nein, aber das rustikale, rhetorische, das können Sie ja auch.
Sprecher 5: Ja, mache ich auch gerne, aber man muss ja auch wissen, wann es angebracht ist. Und ich glaube... Es hat vielleicht für Journalisten einen gewissen Unterhaltungswert, wenn sich die Koalitionspartner sich jetzt wechselseitig öffentlich auspeitschen. Aber es bringt uns doch in der Sache überhaupt nicht weiter.
Sprecher 2: Deswegen bin ich ja wieder bei der Sache. Was will der Sozialflügel? Will der Sozialflügel eine breite, große Steuerentlastung für die Mitte, die man dann oben beim Spitzensteuersatz oder beim reichen Steuersatz wenigstens teilweise gegenfinanziert? Ja oder nein?
Sprecher 5: Also die Entlastung bei den kleinen und mittleren Einkommen, die wollen wir in jedem Fall, die fordern wir schon sehr lange. Ich sage aber ganz offen, dass ich Zweifel habe, dass die Frage bloßer Erhöhung des Spitzensteuersatzes, dass das der richtige Ansatz ist. Weil wenn man sich ansieht, wer heute den Spitzensteuersatz bezahlt, wir reden ja hier nicht über Fußballprofis, die in erster Linie bei ihrem FC oder bei meiner Werkself, Also schöne Grüße. Ist das eigentlich für Sie ein Derby, ja oder nein, oder nur nachbarschaftsduell? Aber die, die da unter Vertrag stehen, das sind doch gar nicht diejenigen, die das in erster Linie bezahlen, sondern das sind Gutverdiener, teilweise Leute in hohen Endgruppen in der Industrie, außertarifliche Angestellte. Und aus meiner Sicht wäre der richtige Schritt zur Gegenfinanzierung. Die Ausnahmetatbestände, die wir bei der Erbschaftssteuer haben, die endlich anzupacken. Diese sogenannte Verschonungsbedarfsprüfung führt am Ende dazu, dass Milliardenvermögen in jedem Jahr übertragen werden, ohne dass ein einziger Cent Steuern in vielen Fällen dafür bezahlt werden muss. Und das halte ich auf jeden Fall für den sinnvolleren Ansatz. Als zu sagen, wir packen einfach beim Spitzensteuersatz nochmal zwei, drei Prozentpunkte obendrauf.
Sprecher 2: Um das eben kurz zu klären, natürlich ist die Werkself für uns als FC Köln-Fans kein Duell, kein Derby auf Augenhöhe, weil ja ihr gar nicht diese Tradition habt wie wir. Aber es ist natürlich ein Nachbarschaftsduell.
Sprecher 5: Es ist ein Nachbarschaftsduell und wenn der FC gewinnt, dann ist es ein Derby.
Sprecher 2: Herr Radke, nein, aber noch. Haben Sie mal ausrechnen lassen, wie viel das denn überhaupt bringen würde, diese Sonderregelung bei der Erbschaftssteuer auszumerzen?
Sprecher 5: Naja, es gibt ja Berechnungen, dass der Staat in den letzten Jahren durch diese Regelungslücke oder durch diese Ausnahme auf einen zweistelligen Milliardenbetrag in den letzten Jahren verzichtet hat. Es ist aber auch nur ein Beispiel.
Sprecher 2: Ja, aber es ist ein wichtiges Beispiel, Herr Radke. Wie viel darf diese Steuerreform am Ende an den Lastungen bringen und wo kommt die Finanzierung her? Das ist eine sehr relevante Frage an den wichtigsten Mann im CDA.
Sprecher 5: Ich weiß gar nicht, ob das der richtige Ansatz ist, sich jetzt schon wieder hinzustellen und zu sagen, wir entlasten um 30 Milliarden, um 50 Milliarden, um 20 Milliarden. Wir müssen ein vernünftiges Gesamtkonzept mit der SPD aufstellen, sowohl was die Frage Sozialreformen angeht, als auch was die Frage... Steuerliche Entlastung ist. Denn für mich hängt das beides unmittelbar zusammen. Wir sehen ja jetzt gerade auch bei den Sozialstaatsreformen, wir haben die Frage, 12 Milliarden Euro Kosten für die Bürgergeldempfänger in der GKV werden aktuell von Beitragszahlern bezahlt. So, mittlerweile ist meine Partei Gott sei Dank unisono der Meinung, das kann so nicht bleiben, es muss aus Steuermitteln bezahlt werden. Das gilt ja für andere Fragen auch. Deswegen dürfen wir diese Verteilungsfragen nicht rein allein auf die Sozialversicherung beschränken, sondern wir müssen sie in einem Gesamtpaket diskutieren. Ich glaube nicht, dass es zielführend ist, wenn wir es jetzt hier nach der Salami-Taktik diskutieren. und Scheibchen für Scheibchen versuchen, eine Baustelle nach der anderen abzuarbeiten, sondern wir brauchen ein großes, wuchtiges Paket, wo dann auch nicht jedes einzelne Werkstück hinterher medial wieder zerredet wird.
Sprecher 2: Einverstanden. Aber wo würde denn der Arbeitnehmerflügel, der Sozialflügel sagen, auch da haben wir in unserem, vielleicht in unseren Positionierungen in den vergangenen Jahren, nicht vielleicht falsch gelegen, aber doch am Ende Maßnahmen mitgetragen, die wir uns heute so nicht mehr leisten können. Wo würden Sie sagen, machten Sie Abstriche? Bei der Rente mit 64?
Sprecher 5: Naja, also die Rente mit 63, die ja eigentlich gar keine, die eigentlich fälschlicherweise Rente mit 63 heißt, weil sie heute gar keine Rente mit 63 mehr ist, sondern es war ja eine Rente für besonders langjährige Versicherte. Also wir reden von Menschen, die 45 Jahre eingezahlt haben. Dieses Thema, das läuft ja jetzt im Grunde genommen von alleine aus. Kann man jetzt darüber diskutieren, war das jetzt richtig, war das ein Geschenk, was man hätte machen müssen? Genauso können wir auch darüber diskutieren, warum hat man sozusagen dieses Thema Mütterrente mit in den Koalitionsvertrag aufgenommen. Ja, das ist eine heilige Kuh von Markus Söder, das ist bekannt, das ist wahr. Aber trotzdem muss man sich ja die Frage stellen, die 19 Euro mehr, die es jetzt für die Mütter gibt, braucht es das jetzt unbedingt an dieser Stelle, wo wir beide jetzt gerade darüber diskutieren, wo können wir eigentlich mal ein bisschen Geld einsparen.
Sprecher 2: Oder wo wird das Land produktiver? Wo wird mehr gearbeitet? Müssen wir einen Feiertag streichen?
Sprecher 5: Also ich meine, diese Debatte, die flammt ja auch immer wieder auf, dass ich mich als Christdemokrat schwer mit dem Vorschlag tue, einen christlichen Feiertag zu streichen. Das werden Sie ganz sicherlich verstehen. Aber wenn Sie mich heute fragen, können Sie das heute ausschließen, dass das passieren wird? Ich würde das nicht kategorisch ausschließen wollen.
Sprecher 2: Weil Sie sagen, im internationalen europäischen Vergleich haben wir durchaus mehr Feiertage und vielleicht muss man auch da irgendwo mal der Wirtschaft im Sinne der Produktivität entgegenkommen.
Sprecher 5: Naja, das Schwierige an der Debatte, Herr Brücker, ist doch, die meisten Feiertage sind ja keine bundeseinheitlichen Feiertage, sondern sind regionale Feiertage. Das meiste ist halt am Ende Landesgesetz. Über was können wir auf Bundesebene, was können wir da vereinbaren ohne die Länder? Da reden wir über den 3. Oktober, da reden wir über den 1. Mai und das können wir ja nicht ernsthaft diskutieren.
Sprecher 2: Naja, lieber Herr Radke, wir haben neun, neun bundesweite Feiertage und man könnte sagen, der Tag der Deutschen Einheit findet einfach immer am ersten Sonntag im Oktober statt. Geht, kann man machen. Man könnte auch sagen, Pfingstmontag ist auch wichtig, aber vielleicht sogar selbst für Christen verschmerzbar, dass es ein Feiertag sein muss.
Sprecher 5: Ich glaube, es gibt nicht mehr viele Tabus in den internen Reformdebatten. Da kann man sicherlich... irgendwann auch mal über einen Feiertag reden, wenn es jetzt zum Spur kommt, wenn es jetzt zu den Entscheidungen kommt. Aber jetzt einfach nur einzelne Dinge rausbrechen und sagen, naja, jetzt machen wir das und jetzt machen wir hier noch ein bisschen weiße Salbe drauf und dann läuft die Karre wieder. Ich glaube, dafür ist der Druck im Kessel auch mittlerweile zu hoch. Das wird nicht mehr ausreichen.
Sprecher 2: Einverstanden. Letzte Frage, Herr Radke. Wir haben Sie anmoderiert als der personifizierte Stachel in der Merz-CDU. Sicherlich leicht zugespitzt, aber man muss schon sagen, Friedrich Merz und Sie, das waren auch zwei Antipoden in dieser Partei. Haben Sie sich inzwischen angenähert? Gibt es mal ein persönliches Treffen? Das hatten Sie bei unserem letzten Podcast noch nicht hinbekommen.
Sprecher 5: Wir tauschen uns aus. Das letzte persönliche Treffen ist auch noch gar nicht so lange her. Natürlich, diese Antagonistenrolle, das wird einem natürlich auch zugeschrieben. Fair enough. Manchmal tut man auch selber was dafür mit der einen oder anderen Wortmeldung. Aber ich meine, es wird auch immer sehr schnell auf die Spitze getrieben. Also wenn ich was zu seiner Rentenäußerung sage, finde das nicht glücklich, dann wird daraus gemacht, die Schlagzeile CDU-Sozialflügel oder Dennis Radtke. Geht auf Friedrich Merz los, greift Friedrich Merz an. Also Leute, wenn man mal unterschiedlicher Meinung ist, in Inhalt oder in Stil oder manchmal auch in beiden, das ist ja nicht sofort ein persönlicher Angriff. Also ich finde, wir sind als CDU das letzte politische Vollsortiment-Kaufhaus in Deutschland. Das ist ja eigentlich auch unsere historische Stärke, dass es eben nicht nur Typen wie Friedrich Merz oder Typen wie Dennis Radtke gibt, sondern dass wir alles zusammen unter einem Dach in einem Kaufhaus den Menschen anbieten können. Und das halte ich nicht für einen Malus, sondern das halte ich für einen absoluten Bonus der Zillung.
Sprecher 2: Und zu diesem Kaufhaus gehört immer auch die christlich-demokratische Arbeitnehmerschaft. Die Frage ist immer nur, habt ihr eine ganze Etage oder seid ihr nur noch eine kleine Abteilung? Das werden wir sehen am Wochenende beim Bundeskongress in Marburg. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg dabei.
Sprecher 5: Dankeschön, alles Gute, Glück auf.
Sprecher 2: Er ist einer der umstrittensten iranischen Oppositionspolitiker und er war gestern in Berlin, unter anderem um den Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses, Armin Laschet, zu treffen. Es geht natürlich um den Schahsohn Reza Pahlavi. Er ist für viele Oppositionelle nicht nur im Ausland, sondern auch im Iran Hoffnungsträger, denn er verspricht ein besseres, demokratisches Iran. Allerdings muss man sagen, durch die Stabilisierung des Mullah-Regimes infolge dieses Krieges wirkt er ein wenig verloren in seinen Positionen. Und zwar haben sich gestern in Berlin hunderte Unterstützer auf den Straßen wiedergefunden, um für den Sturz des Mullah-Regimes erneut zu demonstrieren und auch für Pahlavi zu werben. Aber es gibt eben auch Kritiker, denn Pahlavi hat sich, so sagt es zum Beispiel die iranischstämmige Berliner Justizsenatorin Felaur Badenberg, nie wirklich offiziell distanziert von dem Regime seines Vaters, von den zahlreichen Menschenrechtsverletzungen des damaligen Königreiches. Und da dachten wir uns, wenn er schon in Berlin ist, dann muss er natürlich auch bei Table Today zu hören sein. Markus Bickel, unser Security-Table-Chef, hat ihn gestern in Berlin gesprochen und ihm natürlich auch diese Fragen gestellt.
Sprecher 6: Prince Pahlavi, you visit Berlin. Are you disappointed that Chancellor Merz is not receiving you?
Sprecher 7: I think it's a lost opportunity to hear from someone who speaks on behalf of millions of Iranians who are disconnected from the world and have no way. to convey messages to the outside world. I find it very disappointing that even though the chancellor was very firm when he said that, you know, this regime that has exerted this kind of violence on the people has lost legitimacy, is now maybe pressured to step a little bit back from that position. But what's really at stake here, and the reason such meetings are important, It's the fact that the Iranian people are looking towards the Western world for support. They're looking for Western democracies who traditionally have always championed the cause of liberty and human rights. And Germany is one of those countries. And the fact that... The regime has used various methods of blackmailing people by taking hostages or even operating on your soil to force government to step back from that. That's, in a way, giving in to the regime pressure as opposed to be saying that this regime has no business. Imposing on us our liberty to talk to whoever we want. It should not be the regime dictating to any democratic government who you choose to have a dialogue with or not. It seems like the regime is winning that debate. And that's sad because millions of Iranians feel abandoned in all this because their voices are not heard. It's not about me. I'm just conveying a message on behalf of millions of Iranians. That should be something that I hope politicians, including the chancellor, will consider that hearing it from the other. side is important in whatever decisions are to be made. We're just asking for our voices to be heard. And we hope, however, that people will be on our side this time and not bidding on behalf of the regime.
Sprecher 6: In the morning, you criticized European governments for appeasement with the regime in Tehran. Do you include the German government in this critique?
Sprecher 7: Well, I mean, this has been a pattern of behavior that has been collectively what the majority of Western governments have done in the past four decades. The reason being that most of the demeanor or policy was geared towards hoping for a change of behavior by the regime. When they started implementing sanctions on the regime, way before we had the latest uprisings in Iran, way before even the Green Movement, was, okay, the regime is using proxy wars, they are supporting terrorist action. Even the nuclear issue back then was not so much part of the equation. However, already... Pressure was brought by means of economic sanctions for certain action by the regime. Of course, there were political executions. There was this, there was that. But the objective was not for this regime to end, only to change its behavior. And I mentioned years ago, more than two decades ago, perhaps even as close as three decades ago, When I was talking to journalists, I was talking to reporters, and I said, look, this regime cannot change its behavior. It is in its DNA. N.A. And prolonging the issue is going to bring us to an area we don't want to get into, which is precisely what we did get into, which is military confrontation. For years I said, look, diplomacy has failed. War is not the solution. The only alternative left is to support the Iranian people. But whenever it came to actual support for the Iranian people, that had always been absent. And I think this is partly the reason why we are where we are today. So continuing on the same path and the same approach is pretty much expecting a different behavior by the regime all of a sudden. In the aftermath of what recently happened, the people in Iran are not going to settle for anything other than complete break from the regime. They're not going to accept the remnant of this regime. They don't think that Arakji or Ghalibov all of a sudden are now pragmatists going to sit honestly at the table and negotiate. It's a waste of time. And it's only a tactical buying time by the regime, as they've always done before. And in the meantime, the regime continues to operate on European soil. It is not targeting citizens in Germany or other countries. Again, a necessity to understand that the ultimate solution to the problem is not going to be obtained by ceasefires or negotiations. That may be temporary. It just pushes it a little bit further back, but it's not going to resolve the issue. And that's what I think is critical to understand that now that there's a real opportunity, when the regime is at its weakest, in 47 years, is on the verge of collapse. People are already showing signs of defections. They refuse to carry out repressive orders by the regime. This shows that even within the system, There is no consensus as to how to open. These are all opportunities not to be missed. It would be a shame that millions of Iranians who are risking their lives every day are not part of this solution.
Sprecher 6: Your father visited Berlin almost 60 years ago in June 67. He was confronted with demonstrations, as are you today, supportive and critical. Is the way your father ruled Iran a model that you, should you have the chance to rule it or be an interim leader, as you say, would you follow the same path? Path of your father in an authoritarian rule?
Sprecher 7: The transitional period requires that you have a path to free elections. This is exactly the plan that I propose as a leader of transition. I don't take sides on whether the outcome should be a republic or a monarchy. That's for the people to decide. And as an honest broker, I have to remain above that debate. My job is to make sure that the transitional government makes sure that the country's temporary functioning continues to exist. So we have a stable situation. But prepare the grounds for the elections of a constitutional assembly. That's where all the debates will take place as to the future form of the regime, the constitution itself. The Iranian people will have several opportunities by means of referenda. random, to opine and chime in and vote for or against, and eventually the ballot box would determine the outcome. I think that what's very different from what happened back then is that today we're talking about a narrative of people being fully vested into the politics of their country. I don't see any other form, should it be the majority choice that is a parliamentary monarchy, anything different than what you see today in countries like Holland, like Sweden, like Belgium, like Spain, like Japan. Or in the Republican model, obviously it has to be a democratic system. Not all republics are necessarily democratic. Funny that they call themselves the Democratic Republic of Korea, but how democratic it is. We had this in Eastern Germany too. So the objective is to say whatever it is that the people decide, it will have to be obviously a secular democratic system. That's what I've always stood for. That's what I've always... In other words, argued for all these years. I never campaigned for myself. I always said my mission in life is to make sure Iranians get that choice. And that's what I've been doing all these years. And that's what I intend to do as a transitional leader.
Sprecher 6: There was an uprising against the regime of your father. Do you distance yourself from the torture and the repression of him?
Sprecher 7: I think there has been a gross exaggeration as to the reality of what happened and all the numbers, all the statistics, all what they said about political prisoners or execution. have been very, very grossly exaggerated. They were talking about hundreds of thousands of political prisoners. The total number was about 3,500. They were talking about thousands of executions. The total number was around 1,500 in the whole span of that period. Not that I'm favoring execution, nor that I'm favoring political prisoners, but that's the reality compared to what was advertised by the NU.
Sprecher 6: But do you distance yourself from that?
Sprecher 7: What I'm saying is exactly what I just told you, that I think that in a democratic Iran, we have to put an end to many of these aspects. I'm the first one to call for the liberation of all political prisoners, regardless of where they stand. I'm the first one to say that as far as my personal choices, I would be against capital punishment. But that's for the future parliament to decide. These are my personal ideas. It has nothing to do with the past. That's my vision. That's what I look at. But I'd like you as a journalist, as a reporter, to actually sit with the people who at the time were part of the revolutionaries, the very same people who fought my father. There were Marxists, there were communists, there were Fedayana Khar members. I meet with them. I talk to them. As of recently, many of them who said that, look, we had had change of mind ourselves. Whatever we thought then, we have changed our view of the world the way it is. We no longer think in terms of Marxism or Stalinism or Leninism or Maoism. We look more now from a point of view of liberal democratic approach. Some of them may still be in the narrative of social democracy. Some of them are more on the liberal democratic side. But the old viewpoint that gathered momentum against the previous regime, which was the extreme left, And the extreme Islamists that came together, that was the argument of the day. Today, most of these people want to be part of the future solution. My job is to rally them together.
Sprecher 2: Absolutely.
Sprecher 7: Yesterday's M&Es are today's allies. I'm working with them directly. I'm working with the former Marxists. I'm working with the former Svedais. I had a meeting yesterday with some of them who live here in Berlin. Same thing in Rome, same thing in Stockholm. Point being that I hope that media and government are not stuck in what happened half a century ago. That they... Adjust their watch to the current state of affairs in Iran. And this is what really matters at the end of the day. As Iranians, we know where we came from. We know where mistakes were made. We try not to repeat them in the future. It's a learning curve for all of us. But the main discourse that is the ultimate... Element that will satisfy all Iranians is the fact that their human dignity, their liberties, and their freedoms are preserved. And the only way to achieve that is through the rule of law and through a democratic system that guarantees every citizen's day equality, that puts an end to any form of discrimination. That is something that Iranians are fighting for. This is something that I am fighting for. And it really doesn't matter at the end of the day what is our personal ideological persuasion. What we need to all fight for is a future that guarantees all of us as citizens equal rights and the freedom to choose for ourselves. That's what this journey is all about. That is my campaign.
Sprecher 6: This I understand very well, but some, I think, of the victims would be happy about an excuse from your side for what happened.
Sprecher 7: Look, I leave history to historians to define what was strong or not. But I can tell you one thing. Today in Iran, The majority of the people, including today's youth, that never saw that era, admire what my father accomplished. His popularity in Iran today is ten times more than the peak of his popularity back then before the revolution. And why is the question? Because they saw someone... Who had a vision of bettering lives for people, what he did for women, what he did for minorities, where he provided the country. I'm not saying it was perfect, but that was the intent. That was the direction. Our country was becoming the next Japan of the Middle East. Now we have become the North Korea of the Middle East. Why? Because the very same people who wanted his head took over. They did. Most of the people who were, in fact, in prison at the time survived to form The current regime. Khamenei was one of them. And many other are the type. When people see that these are the people who at the time, my father had to confront and they said, okay, now we understand why he had to perhaps be firm. Maybe not in the perfect way of a democratic perfect world. Remember, it was the Cold War going on. Remember how many of these elements were in fact allies of Moscow, who was pushing in for that. This was the reality then. I'm not trying to condone anything or excuse anything. But I think I'm not going to apologize for what my father did in the sense of trying to do the best he could for the nation. And maybe they didn't recognize that 50 years ago. But today they see that. And they say, of course, nobody is free from error. And they recognized that my father said after 37 years, he said, you know what? The very same governors who today are criticizing them at the time were asking for my father, are you going to hold on to power? He said, at what cost? Do you want me to turn arms on my own people? A king doesn't do that. And he left the country voluntarily. That led to Khamenei, who without blinking an eye, ordered the executions of over 40,000 people. That's what the people in Iran today recognize. So I don't know. Who has to apologize for all this? I think it's Khamenei who brought this regime into power under Khomeini. These are the people who should be responsible for the consequences. We try to fight hard for these people. to take over. They did. And look what they did with the country. I think in that respect, people say, okay, that's the big difference. And that's why today, a lot of people in Iran are tattooing my father's autograph on their shoulders. They do. So I think that's a sign that the people have rendered a verdict on my father. And if they admire him today, if they cheer his name today, if they call his name today and they say, may he rest in peace forever, that to me is a verdict of a nation. They have forgiven it. So what is there to apologize?
Sprecher 6: Let's look forward in case this regime topples. You mentioned that Iran would be a stabilization factor in the region, in the Middle East. Would Iran join the Abraham Accords with Israel?
Sprecher 7: Hold on. When I went to Tel Aviv three years ago, I proposed to elevate the Abraham Accords to the Cyrus Accords, making Iran a critical partner to make that happen. In fact, the reason the Abraham Accords came to a standstill is because this regime sabotaged it.
Sprecher 6: On October 7th.
Sprecher 7: October 7th. Why? Because the previous U.S. Administration released over $200 billion that the regime should not have had access to, which it spent on its proxies, with Hezbollah, with Hamas, and that led to that. So if you were to talk to Israelis today, if you were to talk to Saudis today, or people who live in the UAE or Bahrain or all the countries in the region, If you ask them, where do they see the people of Iran stand as opposed to this regime, they already know the difference. And they understand why it is that offered that in terms of a vision of the future of regional cooperation. Because the biggest element that was for the Middle East... Perhaps the most critical aspect ever since the existence of the state of Israel was, of course, all the issues that for decades was dominating, including the Palestinian issue. But my viewpoint has been we as the descendants of Cyrus the Great find ourselves in a biblical relationship. With the Jewish state and with the Jews. When Cyrus liberated them in Jerusalem as slaves and helped them rebuild their temple. This goes back 25 centuries. It's part of our entire civilizational viewpoint of how important it is for us to have a cordial, brotherly relationship. Not to mention our own Jews in Iran, Iranian Jews, who had to flee the country because this regime took over. We look forward to an area of cooperation with our neighbors. We need that in our own national security interests to have the best of relationship with our immediate neighborhood. But most importantly for you here in Europe, instead of having to worry about now, terrorist sleeper cells awaken on European soil to target German citizens or members of the diaspora, or in France, or in Sweden, or elsewhere, when you are now faced with a regime that now has the ability to strike Europe with long-range missiles when you still have the same elements of threat going on, as opposed to a nation that will tell you, you know what, all of the issues that you're now faced with, well beyond our borders, all of that will disappear instantly. No more terrorism, no more funding of radical extremist Islamists, no more nuclear threats, no more... Blackmailing governments by hostage-taking or threatening to close down a strait or waterway, all of these instantly disappear. So I go back to your first question. This is something that German government should consider. What if this regime was to go? What it will mean to us? And why it is so critical to make the best use of the opportunity that is saying us right in the face. The moment is now. Now, Iranians will fight forever until they are finally free. The only question is, can you reduce the cost to us to overcast the regime by helping us this time, as opposed to refocus on... appeasement, hoping that yet again there will be another chance for resolving the problem. That's really what's at stake here.
Sprecher 6: And do you need help in form of arms to arm your people on the ground? Do you think uprising can be peaceful or it needs to be military?
Sprecher 7: You know, all these years I've been a strong advocate of civil disobedience and nonviolence as a method. It does come a point where self-defense is an element that cannot be achieved where the regime is attacking. you with military weapons and shoots you in the face on the streets. At some point, people have to have some level of protection. I don't think that I would like to see a long internal conflict of people spreading arms among ourselves, but at least to be able to protect themselves, there might be at some point the necessity of helping them to some extent, only to be able to protect themselves. Hopefully, and I think part of the reason I've been saying that now that we're engaged in this conflict, now that there is an campaign, now that there is a targeting of regime repressive entities and infrastructure, that is something that we needed to see happen so people have an actual chance to go on the streets. Otherwise, they'll be defenseless. So I think that that's part of the issue. But most importantly, the more you have a decisive policy, the more, A, Iranians will be... Psychologically reinforced that this time is for good, the more the regime will see its final days approaching, the more we will see defectors in college that they have safe haven on the other side. But if you send them conflicting messages, When you tell them one day we're negotiating, one day we'll have a ceasefire, one day it's continuous. So which one is it? That is not a recipe for certainty. And that doesn't help ultimately make the issue resolve either way. So clarity of message is very important. It's not just by guns. It's also by determination that you... determine an outcome. And if you look at all the campaigns in many countries of liberation, It did come at a time that there was tacit external support for those movements to finally achieve. And you supported the opposition by pressuring those governments. South Africa is an example. Solidarity movement in Poland. Baklav Havel, today Zelensky, there are so many examples that we could use. And this is one of those cases, the people of Iran said, we haven't gone to the streets and lost 50,000 people for a nuclear deal. We haven't gone out there and risked our lives. So... The regime can sit there and say, now we're going to discuss our own survival. And they have no seat at the table saying, what about us? And that's why I'm here. That's why I'm talking to German MPs, political party leaders. I hope at some point government will finally say, okay, this is ridiculous. We have to hear from these guys. And that's my exercise, going around country to country and be a voice of my compatriots and explain to them why it will make a difference to us if you help us. We will fight anyway, regardless if at the end we have the support of Germany or any other country. I mean, there's too much blood between us and the regime to stop for anything short than a clean break. The difference is there will be more casualties. There'll be more loss of life. It may take longer, but it's inevitable. It would be a shame for us at the end of the tunnel to say, You know what? Germany was with us all the way, as opposed to they never had our back. And that is something that should be, I think, part of the consideration that we'd like to be able to say, hey, Germany was with us.
Sprecher 6: But Germany will not deliver arms. Have you talked to Mossad and CIA and Zelensky about delivering arms for the opposition on the ground?
Sprecher 7: I think Europe should be focused on areas that they can do the best work at. And I think most of this is putting the political pressure on the regime. For instance, there has to be a demand for the release of all political prisoners. There has to be a demand for the immediate cessation of any executions happening. Just last week, we lost 19 people to executions. This week, there are 20 more people scheduled for executions. What about internet access that has been denied to us? What are the consequences of the regime not carrying out those issues? Further sanctions, not just prescribing the IRGC. That was a good step. But not enough. Much more things can be done. Expelling their diplomats, shutting down their whole networks. And most governments already know how they operate. Shutting down those so-called cultural centers that fund their elements that are now harassing or targeting citizens. There are many more steps that Europe can take to do its part in bringing more pressure. On the regime. We're not talking about getting involved in the military conflict. We're not asking Europe to be, you know, gun suppliers. But this is a stronger weapon that goes on the streets. This is an act. actual weapon that will tell people, this time we're not abandoning you, this time we're standing with you. And guess what? Our chain company will get the message that their days are over. We need that from you. We need that from Europe.
Sprecher 6: Thank you very much, Your Excellency.
Sprecher 7: Thank you.
Sprecher 3: Michi, war doch was.
Sprecher 2: Frühstück soll ja eine der wichtigsten Mahlzeiten für viele Menschen sein. Bei mir ist es im Moment eine, aufgrund des immer noch vorhandenen Fastens, eine schwarzer Kaffee-only-Mahlzeit.
Sprecher 3: Wird das jemals auf Michael dein Fasten?
Sprecher 2: Nein, es ist auch leider brüchig und deswegen muss es weitergehen, als nicht jeden Tag gelingt. Aber der Wille ist weiterhin da, die App läuft. Meine Kalorienzähler-App läuft weiterhin und morgens kann ich gar keine Kalorien eintragen, weil ich morgens keine Kalorien zunehmen soll. Denn ich faste ja und zwar abends von 20 Uhr, Klammer auf, wie gesagt mit Unterbrechungen bis 12 Uhr mittags. Und wenn es gelingen würde, ist es eine sinnvolle Maßnahme, um den Körper zwischendurch ein wenig zu entschlacken. Es geht jedenfalls um das Frühstück und eine Nachricht aus der US-amerikanischen Administration, nämlich die Frau des amerikanischen Gesundheitsministers Robert F. Kennedy Jr. Hat in einem Podcast öffentlich gemacht, was ihr Mann so isst. Und er isst, Achtung,
Sprecher 8: cooking a steak and eating sauerkraut. So, you know, and I'm just trying to have my latte, and that's coming at me. It's like, whoa, okay. He's so... Dedicated to this. Diet that he's eating that he will bring his own sauerkraut to a restaurant.
Sprecher 3: Also Steak ist Protein und Sauerkraut. Ja, das ist fermentiert. Da drin sind Mikrobiota, so heißt es. Die sind bekanntermaßen gut für den Darm. Es gibt in Deutschland zu kaufen den Sauerkrautsaft im Reformhaus. Das ist auch gewöhnungsbedürftig, aber auch sehr gut.
Sprecher 2: Ja, jedenfalls auch lange haltbar, vitaminreich. Selbst Astronauten nehmen das angeblich mit auf ihre Flüge ins All. Für mich ist es nichts. Ich mag Sauerkraut nicht. Macht aber nichts. Was Kennedy isst, ist mir sowieso egal.
Sprecher 3: Vielleicht kann man auch einfach einen Joghurt essen. Das soll übrigens auch sehr gesund sein zum Frühstück.
Sprecher 2: Jedenfalls freuen wir uns, dass Sie heute wieder bei uns waren. Und morgen haben wir ein ganz besonderes Interview für Sie, nämlich Reem Alabali-Eradovan, die Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Sie steht immer ein bisschen im Schatten in diesem Kabinett, muss mit weniger Geld eigentlich mehr globale Konflikte lösen und helfen, sie zu lösen. Wie geht sie damit um? Das wollten unsere Kolleginnen und Kollegen aus dem Africa Table wissen. Morgen ab 5 Uhr bei Table Today. Freuen Sie sich darauf. Und jetzt genießen Sie die Sonne, den Tag, den Einstieg ins Wochenende. Und am Montag sind dann wir wieder für Sie da. Bis dahin. Ciao, ciao.
Sprecher 3: Bis dahin, wir freuen uns. Tschüss.
Sprecher 9: It's a new dawn. It's a new day. It's a new life. And I'm feeling good. I'm feeling good. Fish in the sea, you know how I feel. River running free, you know how I feel. Blossom on a tree, you know how I feel. It's a new dawn, it's a new day, it's a new life for me. And I'm feeling good. Dragonfly out in the sun, you know what I mean, don't you know? Butterflies all having fun, you know what I mean. Sleep in peace when day is done. That's what I mean. And this old world is a new world. And a full world.
Sprecher 10: Above me.