Wie soll die neue FDP aussehen? Mit Wolfgang Kubicki.
Dauer: 25:59

Wie soll die neue FDP aussehen? Mit Wolfgang Kubicki.

Trumps Ultimatum an den Iran läuft morgen früh um 2 Uhr deutscher Zeit ab. Sicherheitsexperte Nico Lange sieht für alle Seiten nur schlechte Optionen. Ein Bodenkrieg sei zu risikoreich, ein Rückzug lasse das Mullah-Regime an der Macht, auf eine Einigung deute nichts hin. Erschwerend komme hinzu, dass Trumps widersprüchliche Botschaften Teheran in die Karten spielten – „der Iran ist erfolgreicher in strategischer Kommunikation als die Amerikaner." [01:29]


Die FDP sucht eine neue Führung – und der 74-jährige Wolfgang Kubicki meldet sich. Kubicki sagt im Gespräch mit Michael Bröcker: „Ich bin nicht die Zukunft der FDP, aber ich will alles dafür tun, dass die Partei noch eine Zukunft hat." Kubicki ist davon überzeugt, dass er der FDP mit seiner kantigen Art wieder Gehör verschaffen kann: „Die Frage ist, und das müssen die Delegierten auf dem Parteitag entscheiden, Erfolg oder Bedeutungslosigkeit, Kubicki oder der Rest der Welt." [09:39]


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Transkript

Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.

Sprecher 2: Macht Donald Trump diesmal wirklich ernst? Heute Nacht läuft das Ultimatum für den Iran aus. Angeblich wird über einen Zwei-Stufen-Plan für einen Waffenstillstand gesprochen. Und Donald Trump droht mit massiven Schlägen gegen die kritische Infrastruktur, sollte der Iran nicht die Straße von Hormuz endlich öffnen. Wie wahrscheinlich ist eine Einigung oder ist doch die Eskalation das Mittel der Wahl? Wir sprechen mit dem Sicherheitsexperten Nico Lang.

Sprecher 3: Wer kann eigentlich die FDP wieder aus der Versenkung holen? Noch sucht ja die Partei nach den Wahlschlappen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg eine Antwort auf diese Frage. Und jetzt hat ein absolutes Urgestein seinen Hut in den Ring geworfen. Wolfgang Kubicki, der Parteivize, will jetzt als Chef die Wiederauferstehung der FDP möglich machen. Warum ausgerechnet er glaubt, frischen Wind in den Laden zu bringen, das fragen wir ihn gleich persönlich.

Sprecher 2: Wer sich mit bestimmten Menschen umgibt, der altert schneller als andere. Das haben US-Forscher herausgefunden. Und wir sagen Ihnen das gleich am Schluss dieses Podcasts, den ich ausnahmsweise ohne Helene Bubrowski gestalten muss. Sie ist im wohlverdienten Urlaub. Ich freue mich, wenn sie bald wiederkehrt und freue mich umso mehr, dass Florian Fischer heute da ist. An diesem Dienstag, den 7. April. Schön, dass Sie auch wieder eingeschaltet haben.

Sprecher 4: Bringe deinen Tag auf Touren und arbeite intelligenter mit Acrobat Studio. Kombiniert Acrobat Pro Tools, KI-gestützte Arbeitsbereiche, Assistenten und Inhaltserstellung. Alles an einem Ort. Deine Daten sind damit sicher und sie werden niemals für Trainingszwecke eingesetzt. Arbeite schneller, intelligenter, erledige mehr mit Acrobat Studio. Mach es einfach mit Acrobat. Probiere es jetzt auf adobe.com slash acrobat aus.

Sprecher 5: The entire country can be taken out in one night, and that night might be tomorrow night. Now we'll see what happens. I can tell you they're negotiating, we think, in good faith. We're giving them till tomorrow, 8 o'clock Eastern Time, and after that, they're going to have no bridges, they're going to have no power plants, Stone Ages, yeah. Stone Ages.

Sprecher 2: Mittwochmorgen um 2 Uhr deutscher Zeit läuft das Ultimatum des US-Präsidenten für den Iran ab. Der Nahostkonflikt erst noch lange nicht befriedet und Donald Trump hat erneut sein Ultimatum verschoben. Bis wann die Straße von Hormuz, diese so wichtige Achse für die Weltwirtschaft, endlich wieder frei ist. Pakistan wiederum versucht einen 45-tägigen Waffenstillstand auszuhandeln, gibt sich als Moderator aus, inklusive der Öffnung der Straße von Hormuz. Und dann sollte über ein Friedensabkommen verhandelt werden. Trump wiederum einerseits drohen, andererseits immer wieder diplomatische Akzente setzen. Ja, man könne eine Einigung erzielen mit dem Mullah-Regime. Man weiß einfach nie genau, woran man bei diesem Mann ist. Der Iran wiederum weiß gar nicht, wo er ist und dementiert jegliche Bereitschaft zu einem Abkommen. Also macht Trump seine Drohung wahr und was hat er da eigentlich genau vor mit der kritischen Infrastruktur? Was passiert da im Nahen Osten? Wir holen uns Hilfe bei einem der klügsten Politikwissenschaftler und Sicherheitsexperten. In diesem Land, Nico Lange ist heute bei uns zu Gast. Einen schönen guten Tag, lieber Herr Lange.

Sprecher 6: Guten Tag.

Sprecher 2: Der US-Präsident freut sich über seine vermeintlichen Erfolge im Iran, die spektakuläre Befreiungsaktion des amerikanischen Soldaten, die Militärschläge. Aber ein US-Sicherheitsexperte, ein früherer Berater von Barack Obama, wirft die Frage auf, ob das US-Militär eigentlich den Befehlen Trumps überhaupt noch Folge leisten würde. Wie sehen Sie gerade die Lage im Iran?

Sprecher 6: Es hat sich ja nicht viel verändert in den letzten Wochen. Im Grunde zwei Phasen. Also die erste Phase mit dem Enthauptungsschlag und dann mit präzisen militärischen Schlägen durch die USA und Israel. Sehr erfolgreich, aber nicht zum Zusammenbruch des Regimes im Iran führend und seitdem die zweite Phase. Wo Trump, glaube ich, nicht so richtig weiß, wie jetzt weiter. Also er hat darauf gehofft, dass die erste Reihe sozusagen aus dem Weg geräumt wird, dass Ziele getroffen werden und dass die zweite Reihe im Iran mit ihm einen Deal macht. Machen die aber nicht. Und seitdem kann er entweder militärisch tiefer hineingehen, Mit sehr, sehr hohen Risiken. Oder er kann herausgehen, wird dann aber, glaube ich, von weiten Teilen, trotz der Erfolge am Anfang, von weiten Teilen der Öffentlichkeit eher als Verlierer wahrgenommen.

Sprecher 2: Ja, zumal er jetzt das Ultimatum erneut wieder mal in die Öffentlichkeit bringt. Bis Dienstagabend soll es jetzt nun gehen. um die Straße von Hormuz wieder frei zu bekommen. Er nennt die iranischen Milizen Tiere. Er sagt, wenn sie das nicht frei geben, diese Straße von Hormuz, dann würde es unfassbare Anschläge auch auf die zivile Infrastruktur geben. Also gewinnt man damit Autorität oder ist das eigentlich Verzweiflung?

Sprecher 6: Ja, man hat so ein bisschen Bauchschmerzen bei der Situation, zumindest geht es mir so. Also dieses Regime im Iran hat ja trotz dieses Krieges gerade einen 18-jährigen jungen Mann hingerichtet. Das sind furchtbare Menschenfeinde. Es wäre wünschenswert, wenn dieses Regime... Endlich verschwinden würde. Aber die Bauchschmerzen hat man deswegen, weil wenn man auf die militärische Operation guckt, weiß man, durch Luftschläge allein wird der Regimewechsel nicht gelingen und alle Optionen, die Trump jetzt hat, sind extrem risikoreich, Inseln zu besetzen oder vielleicht sogar im Iran am Boden was zu machen, in der Straße von Hormuz. Dinge zu tun. Aus militärischer Perspektive ist es, glaube ich, leider das Sinnvollste zu sagen, wie kommt man jetzt geordnet wieder heraus, weil sobald man Truppen am Boden hat, sind nicht nur die Risiken höher, sondern es wird auch viel schwieriger, aus dem Krieg wieder auszusteigen. Das heißt dann aber leider auch, dieses furchtbare Regime im Iran, bleibt wahrscheinlich an der Macht. Es gibt keine guten Optionen mehr. Aber ich habe das deswegen auch mit dem 18-Jährigen erwähnt. weil es nicht nur um Trump-Watching geht oder um Haltungsnoten für Donald Trump, sondern es geht schon auch um die Frage, kann man danach was tun, damit dieses Regime da wegkommt im Iran? Und wie stabilisiert man dann die Lage in der Straße von Hormuz, wo ja Kirstama eingeladen hatte, dass 35 Staaten sich dazu zu der Frage zumindest mal austauschen. Man kann zusammenfassen, keine guten Optionen, schon wieder ein Ultimatum, bei dem Trump gar nicht weiß, zieht er jetzt durch oder verschiebt das noch weiter. Meine Vermutung wäre, er verweist auf Verhandlungen und schiebt es weiter.

Sprecher 2: Aber Herr Lange, nun sind Sie der Sicherheitsexperte und ich frage mich, die Grundthese, wenn man reingeht irgendwo militärisch, muss man eine Idee haben, wieder rauszukommen? Ist die in der internationalen militärischen Politik noch nicht angekommen? Ist das ein Trump-Phänomen? Oder hat er doch einen Plan und wir kennen ihn nur nicht?

Sprecher 6: Ja, Trump war optimistisch, dass mit so einem gewaltigen Schlag, den es ja gegeben hat durch die USA und Israel, dass dadurch die Strukturen so erschüttert werden im Iran, dass entweder das Regime zusammenbricht oder dass dann diejenigen, die übrig sind, schnell ein Abkommen machen, um aus dem Krieg wieder rauszukommen. Er versteht, glaube ich, die ideologische Motivation und die religiöse Motivation der anderen Seite nicht. Er denkt, jeder will Deals machen und jeder ist auf den eigenen Vorteil aus. Da hat er, glaube ich, große Verständnis. Probleme. Und jetzt gibt es eine Improvisation, die ja vor allen Dingen von der News-Lage und von Trumps Wahrnehmung getrieben ist, nicht so sehr von militärischen Aspekten. Aus militärischen Aspekten kann man eigentlich zu Operationen auf Inseln oder zu Bodenoperationen dort schon gar nicht mit der Truppenstärke, die die USA jetzt da vor Ort haben. Also man kann dazu nicht raten.

Sprecher 2: Hat Amerika, hat der Westen, haben Israel und die USA auch die Fähigkeit des Iran unterschätzt?

Sprecher 6: Ja, der Iran, man muss das leider so nüchtern sagen, ist erfolgreicher in strategischer Kommunikation als die Amerikaner. Also die strategische Kommunikation der amerikanischen Kriegsführung besteht ja im Wesentlichen aus ständig neuen Äußerungen von Trump. Die überdecken alles. Und das ist heute so, morgen so, Ultimatum, doch wieder Verhandlungen, großer Erfolg, Regime-Change, doch kein Regime-Change. Also das geht immer hin und her. Und dadurch, dass Trump sich andauernd äußert, hat man fast schon das Gefühl, er gibt immer wieder Chancen für die strategische Kommunikation des Iran. Die sind schon hart getroffen, die haben schon auch große Probleme. Es sind viele militärische Assets ausgeschaltet, es sind viele militärische Führer im Iran getötet. Und es gibt ja schon einen Teil der Weltöffentlichkeit, also ich gehe da ganz eindeutig nicht dazu, ich habe das gesagt, aber... Sozusagen die der Versuchung erliegen, jetzt im Grunde sich zu freuen, wenn die Iraner Trumps eins auswischen. Aber das kann doch nicht unsere Perspektive sein. Diese Fehler bei der strategischen Kommunikation, wenn man das... Trump und Hexet überlässt, die führen dazu, dass es so eine Wahrnehmung gibt, der Iran wäre jetzt ganz stark und könnte da sonst was machen. Die wenigen Möglichkeiten, die sie noch haben militärisch, die nutzen sie geschickt, vor allen Dingen durch eine Geringe Anzahl von Drohnen und Raketen, die sie ja jetzt schon seit Wochen mit einer großen Beständigkeit jeden Tag auf Ziele in Israel oder in der gesamten Region abfeuern und damit zeigen, wir können noch handeln, wir sind in der Lage, weiter Ziele zu treffen. Das ist ja vor allen Dingen, glaube ich, das, was... Große Probleme macht, neben der Blockade der Straße von Nomoos.

Sprecher 2: Nico Lange, vielen Dank.

Sprecher 6: Danke für die Einladung.

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Sprecher 2: Florian, die FDP scheint gerettet. Kubicki will es machen.

Sprecher 3: Ja, es ist ein bisschen erstaunlich, dass der amtierende Vize-Chef sagt, er will jetzt einen Schritt weiter nach oben aufrücken und die Partei wieder zu alter Stärke zurückführen. Ich meine, kaum einer kennt, glaube ich, die FDP so gut wie Wolfgang Kubicki. Er ist mittlerweile seit fast 56 Jahren in der Partei. Ob das jetzt aber ein Vor- oder Nachteil ist, ich glaube, darüber wird die nächsten Tage noch ordentlich diskutiert.

Sprecher 2: Neustart also mit diesem 74-jährigen Mann aus Schleswig-Holstein seit 1990. Erinnern Sie sich vielleicht, da gab es immer noch die Mauer. Mit Unterbrechungen im Deutschen Bundestag. Rechtsanwalt streitbar wie kaum ein zweiter im Deutschen Bundestag. Er will es jetzt wissen und die FDP retten. Aber da ist auch noch Henning Höhne, 39 Jahre alt, FDP-Chef in Nordrhein-Westfalen und damit der Vorsitzende des einflussreichsten und mitgliederstärksten Landesverbands, Bachelor in Betriebswirtschaftslehre und einer derjenigen, der sagt, Es geht nur mit Maß und Mitte. Die Marktschreier, die hatten wir jetzt oft genug, die brauchen wir nicht nochmal. Also zwei echte Alternativen, das macht die FDP ja fast wieder spannend, oder Florian?

Sprecher 3: Sanning Höhne hat auf jeden Fall noch eine sehr starke Befürworterin mit Marie-Agnes Strack-Zimmermann, der ja jetzt auch keine ganz so unbekannte FDP-Politikerin ist. Also es bleibt auf jeden Fall spannend, ob man jetzt... nach diesen Wahldesastern in Rheinland-Pfalz und in Baden-Württemberg vielleicht doch mal eine neue Generation der FDP ins Rennen schickt oder ob man einfach dasselbe alte Lied nochmal von vorne spielt.

Sprecher 2: Wer ist dieser Wolfgang Kubicki? 2023, als er beim Parteitag fürs Präsidium kandidiert, da hat er einen Punkt gemacht, den ganz viele in der FDP sich immer wieder sehnsüchtig herbei wünschen, nämlich die Tatsache, dass man sich nicht über politische Machtkonstellationen definiert, sondern eigenständig sein möchte als FDP. Nicht die berühmte Pünktchenpartei der 80er und 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, sondern eine Partei, die für sich selbst steht.

Sprecher 8: Was ich in den 52 Jahren meiner Mitgliedschaft bei der FDP gelernt habe, ist, wir dürfen uns niemals darüber definieren, in welcher politischen Konstellation wir uns befinden. Wir sind nicht die FDP der Ampel, sondern wir sind die Freien Demokraten.

Sprecher 3: Herr Kubicki ist bekannt dafür, starke Meinungen zu haben. Eigentlich ist er immer so der Gegenpol zu den Mainstream-Politikrichtungen, zum Beispiel auch die Energiepolitik der Ampel oder auch die Energiepolitik Merkels.

Sprecher 8: Ich bin dafür, dass wir in der Energiepolitik den Weg der Vernunft beschreiten und dagegen, wenn die Energiepolitik so aussieht wie beispielsweise auf grünen Parteitagen. Ich bin dafür, dass wir in der Wohnungspolitik aufs Bauen setzen und dagegen, wenn Ministerin Geiwitz die Ziele des Koalitionsvertrages nicht erfüllt. Nie wurde in Deutschland weniger gebaut als jetzt und das muss uns doch bekümmern, denn nur mehr Wohnungen, die errichtet werden, können die Wohnungsministerin beseitigen.

Sprecher 2: Und dazu gehört natürlich auch die klare Kante bei der Migrationspolitik. Er ist, wenn man ihn wählen würde, sicherlich der personifizierte Gegenpart zu Rot und Grün, gerade auch in der Migrationspolitik. Hier in einer Bundestagsrede sagt er, was er von der grünen Politik in Sachen Migration hält.

Sprecher 8: Ich finde es unmoralisch, dass die Grünen in den vergangenen Jahren bei jeder vernünftigen Initiative zur Begrenzung der Migration versucht haben, diese zu hintertreiben oder zu verschleppen. Ich finde es unmoralisch, dass die Grünen die Ausweitung der sicheren Herkunftsländer immer wieder verhindert haben. Und ich finde es unmoralisch. Ich finde es unmoralisch, dass die Grünen nach dem Anschlag von der Schaffenburg von sich selbst ergriffene Selfie-Fotos machen, während wenige hundert Meter von entfernt dutzende Hammersanhänger brüllend tot den Juden und kein Wort dazu.

Sprecher 2: Dabei ist Wolfgang Kubicki gar nicht der wirtschaftsliberale Hardliner, für den ihn manche machen. Kaum einer kann so gut mit dem Schwarzen. Oder schwarz-grünen Ministerpräsidenten Daniel Günther. Kaum einer konnte so gut mit Robert Habeck wie Wolfgang Kubicki. 2017 war er es, der immer wieder dafür geworben hat, das Bündnis aus CDU, Grünen und FDP fortzusetzen. Die berühmte Jamaika-Koalition. Er war derjenige, der diese Brücken geschlagen hat. Und damals in den 70er Jahren, als Wolfgang Kubicki in die FDP eingetreten war, hat er sogar Wahlkampf für Willy Brandt und Walter Schiel gemacht. Also ein sozialliberaler im Hayekschen wirtschaftsliberalen Gewand heute.

Sprecher 3: Ja, und die Frage ist jetzt, was will er als Parteivorsitzender, wenn er es dann wird, wirklich erreichen? Was hat er vor mit der FDP, der Mann, der 74 Jahre alt ist? Wir haben ihn gestern erreicht in seinem momentanen Urlaubsdomizil Mallorca. Er war auf einer Geburtstagsparty, hat aber trotzdem kurz mit Michael gesprochen.

Sprecher 2: Lieber Herr Kubicki, einen schönen guten Tag.

Sprecher 8: Einen wunderschönen guten Tag, Herr Röcker.

Sprecher 2: Sie wollen die FDP retten. Jetzt habe ich gerade nochmal ganz kurz gegoogelt, wie alt Sie eigentlich sind. 74 Jahre. Ist das jetzt dieser Neustart, den die FDP braucht?

Sprecher 8: Ich kann mit dem Begriff Neustart relativ wenig anfangen, weil ich gar nicht weiß, was neu starten soll. Ich glaube, die Partei muss durchstarten. Und ich finde diese Altersanspielung immer ziemlich lustig. Ich werke ja meinen Mitgliedern auch nicht vor, dass sie jugendlich sind.

Sprecher 2: Ich weiß, ich wollte auch nicht altersdiskriminieren.

Sprecher 8: Vielleicht darf ich mal kurz daran erinnern, dass der Bundeskanzler gerade 70 geworden ist.

Sprecher 2: Das ist richtig, das ist richtig. Aber sie sind schon so lange auf der Bühne, diese FDP. Also wenn es mit ihnen doch schon gut gegangen wäre, dann wäre die FDP doch vielleicht gar nicht in dieser Lage.

Sprecher 8: Ja, also die spannende Frage ist ja nicht, was wäre, wenn, sondern die spannende Frage ist, glaube ich, dass es eine Formation geben kann, die die FDP aus der politischen Bedeutungslosigkeit wieder herausführen kann. Und ich traue mir das zu.

Sprecher 2: Sie trauen sich einiges zu, Herr Kubicki. Ich kenne Sie auch schon ein paar Jahre, das weiß ich. Aber Sie sind ja jetzt auch nicht gerade mal, sagen wir mal, der einfachste aller politischen Kombatanten. Warum gerade Sie?

Sprecher 8: Ja, weil offensichtlich viele Menschen glauben, dass ich so kommunizieren kann, dass sie es verstehen, weil viele Menschen glauben, dass ich Sachen anspreche, Klartext spreche und weil sie sich... Bei mir in sicheren Händen fühlen. Hat vielleicht auch was mit meinem Hintergrund zu tun und mit meiner langen Jahre in Verweil, aber nach der Ankündigung meiner Kandidatur war nicht nur in den Medien, sondern auch sonst in der deutschen Öffentlichkeit die Resonanz so stark, dass ich glaube, ich kann es schaffen, mit einigen weiteren Mitgliedern meiner Partei, die FDP, wieder zu einem bedeutenden politischen Faktor zu machen, was sie gegenwärtig nicht ist.

Sprecher 2: Ja, das stimmt. Wir reden über die Inhalte sofort, aber Sie haben selbst mal über sich gesagt, ich war der Quartal. Als Irre aus dem Norden. Wie kommen Sie eigentlich zu dieser Einschätzung?

Sprecher 8: Ja, das war so. Bis zum Jahr 2013 haben meine mahnenden Worte innerhalb der Partei immer dazu geführt, dass es Abwehrseaktionen hervorgebracht hat und nicht zu einer Verbesserung. Dann ist die FDP aus dem Bundestag herausgeflogen und urplötzlich... Hieß es, Kubicki ist der Liberale, so will ich uns vorstellen. Klar kannte ich offen und dann haben wir gemeinsam, Christian Lindner und ich, die FDP auch wieder aufgebaut, sodass sie zweistellig geworden ist bei zwei Bundestagswahlen.

Sprecher 2: Bis sie dann im Regierungszeitalter und als Regierungspartei gescheitert ist. Irgendwie erinnere ich mich an diese Geschichte damals, als die FDP als Pünktchenpartei verschrien war. Sie war der relevante Faktor, um eine Regierung ins Amt zu heben. Aber als Regierungspartei, als gestaltende Partei, als Maß- und Mittepartei dieses Landes, voranbringt und die Menschen mitnimmt, ist sie bisher ja nicht in Erscheinung getreten.

Sprecher 8: Naja, das ist ein bisschen historisch falsch, denn Sie können sich daran erinnern, dass wir mit Hans-Dietrich Genscher, mit Walter Scheel, mit Otto Graf Lambsdorff durchaus dringende Persönlichkeiten hatten, die auch die Politik der Bundesregierung maßgeblich beeinflusst hatten. Wir hätten die deutsche Einheit ohne Hans-Dietrich Genscher wahrscheinlich gar nicht bekommen. Aber das ist momentan gar nicht die Frage, Herr Brücker. Die Frage ist, und das müssen die Delegierten auch im Parteitag entscheiden, Erfolg oder Bedeutungslosigkeit, Kubicki oder den Rest der Welt.

Sprecher 2: Sehr interessant. Auf diese kurze Formel ist es oft... den Parteitag zu bringen? Oder geht es sich um was viel Größeres, nämlich in einer zunehmend etatistischen politischen Mitte braucht es vielleicht eine liberale Partei, die tatsächlich gute Argumente bringt, warum dieser Staat nicht in alle Bereiche hinein regieren sollte, aber auch jemand an der Spitze, der das vielleicht neu definiert, neu kommuniziert?

Sprecher 8: Ja, also ich finde ja solche Überlegungen richtig gut. Wie können wir anstellen, wenn die FDP wieder zu einem bedeutenden Faktor geworden ist? Momentan rangieren wir unter der Wahrnehmbarkeitsgrenze. Noch einmal, ich mache ein Angebot. Ich mache keine Karriere mehr. Man kann zu meinem Bekanntheitsgrad nicht mehr beitragen. Man kann vielleicht meinen Bekanntheitsgrad und die Tatsache, dass mich einige Menschen auch noch mögen, nutzen, die FDP wieder politisch relevant zu machen.

Sprecher 2: Ja gut, aber das heißt ja, dass Sie selber sagen, Sie sind ein Übergangsvorsitzender, wenn Sie es mehr.

Sprecher 8: Ja, Herr Bröcker, ich bin nicht die Zukunft der FDP, aber ich will alles dafür tun, dass die Partei noch eine Zukunft hat.

Sprecher 2: Also Selbstkritik ist doch vorhanden bei Ihnen, Herr Kubicki. Ich bin ein bisschen überrascht.

Sprecher 8: Ich bin ja kein Illusionist, also mein Leben wird nicht unendlich dauern, auch wenn ich glaube, dass ich 108 werden kann, wie Johannes Sees das. Aber in allem Ernst. Die Partei leidet momentan nicht an zu großer Aufmerksamkeit und an nicht zu vielen Persönlichkeiten, die sich herausbilden, um auch wahrgenommen zu werden und ihre Argumente auch verbreiten zu können.

Sprecher 2: Aber dann lass uns über den Inhalt reden. Sie sind seit ungefähr 55 Jahren in der Partei.

Sprecher 8: Ja, 56 dieses Jahr.

Sprecher 2: Sie haben alles... erlebt. Die Höhen und die Tiefen, die inhaltlichen Akzentuierungen, mal ein bisschen linksliberal, mal ein bisschen rechtskonservativ. Wo ist die inhaltliche Zukunft dieser Partei, die Sie wieder zurück in den Bundestag führen wollen?

Sprecher 8: Wir müssen die FDP nicht neu erfinden. Wir müssen auch keinen neuen Liberalismus erfinden. Freiheit ist unteilbar. Und ich kämpfe seit Jahren, da habe ich eine ganze Reihe von Büchern auch dazu geschrieben, Herr Bröcker, für die Bewahrung des Rechtsstaats, für die Verteidigung der Meinungsfreiheit, für die Durchsetzung des Rechts gegenüber jeder Mann und jeder Frau, Und ich kämpfe, weil ich auch von Haus aus Ökonom bin, dafür, dass den Menschen klar wird, dass wir eine leistungsfähige Wirtschaft brauchen, weil wir sonst den Wohlstand nicht generieren können, den wir brauchen, um alle sozialen Leistungen erbringen zu können, auf die Menschen einen Anspruch haben. Also wer glaubt, dass das Geld von der Europäischen Zentralbank oder der Deutschen Bundesbank kommt, der ist nicht von dieser Welt.

Sprecher 2: Sind Sie wirklich der Meinung, dass in Deutschland jetzt gerade im Vergleich zu international anderen demokratisch westlich orientierten Staaten die Meinungsfreiheit in Deutschland wirklich in Gefahr ist?

Sprecher 8: Ja, mir kommt es gar nicht darauf an, was in anderen demokratischen Staaten vor sich geht, sondern für mich ist entscheidend, dass fast 50 Prozent der Menschen in Deutschland, 70 Prozent in Deutschlands Osten das Gefühl haben, sie könnten ihre Meinung nicht mehr frei sagen. Dann können wir ja sagen, die spinnen alle. Aber dieses Gefühl kommt ja nicht von ungefähr. Wenn wir sehen, womit sich mittlerweile die ganzen Meldestellen, die ganzen Staatsanwaltschaften, Kriminalbehörden beschäftigen bei Meinungsäußerungen, dann frage ich mich wirklich, ob wir noch ganz dicht sind in der Birne. Also man darf gerne sagen, dass Kubicki ein Idiot, ein Schwachkopf, ein altes Schlachtbross ist, was auch immer. Das geht die Justiz einen Scheißdreck an, wenn ich das mal so sagen darf. Entscheidend ist, dass die Meinungsfreiheit eine der tragenden Säulen unseres Gemeinwesens ist. Und wenn viele Menschen sich bei uns nicht mehr wohlfühlen, haben wir ein Freiheits- und Demokratieproblem und dem müssen freie Demokraten entgegenwirken. § 188 StGB muss abgeschafft werden. Es darf kein Sonderrecht für Politiker geben. Und die müssen auch ein bisschen mehr aushalten als normale Menschen.

Sprecher 2: Das ist gut so, da bin ich ausnahmsweise komplett Ihrer Meinung bei diesem Paragrafen. Sie müssen auch mehr aushalten. Unter anderem, der Spiegel schreibt über Ihre Kandidatur, Ausstrahlung wie ein Kühlschrank und trinken, sobald die Uhr zweistellig ist. Haben Sie ein Alkoholproblem, Herr Kubicki?

Sprecher 8: Ich kann mit solchen Etiketten nichts anfangen, aber ich trinke gern ein Gläschen Wein und hoffe, Sie machen das auch, alleine um den deutschen Winzern zu helfen. Und ich sage Ihnen, jemand, der Genuss nicht teilen kann, sollte auch keine politische Verantwortung tragen.

Sprecher 2: Herr Kubicki, ich bin ein großer... Und bleibender Fan des Grauburgunder und werde das niemals dementieren. Ich bedanke mich für dieses Gespräch. Vielen Dank, lieber Herr Kubicki.

Sprecher 8: Herr Böcker, ich empfehle Ihnen...

Sprecher 2: einen deutschen Riesling und ich bedanke mich auch für dieses Gespräch.

Sprecher 3: Tschüss, bis bald.

Sprecher 2: Bis bald, danke, ciao.

Sprecher 3: Mick, war sonst noch was?

Sprecher 2: Ja, Flo, wir müssen dringend mal über ein echtes Ärgernis reden. Bis zu neun Monate, so haben es jetzt US-Forscher herausgefunden, kosten uns anstrengende Menschen in unserem Umfeld, die regelmäßig uns auf die Nerven gehen und... Uns in Gespräche und Diskussionen verzetteln, die wir eigentlich gar nicht haben wollen. Und da geht es nicht nur um Ehemänner oder Ehefrauen, sondern auch um Freunde oder Freundinnen oder Schwestern oder Brüder oder Eltern.

Sprecher 3: Oder natürlich, also weiß ich nicht, ich habe die Studie jetzt nicht gelesen, aber ich kann mir vorstellen, dass ein... Sehr zeitintensives Verhältnis zu manchen Arbeitskollegen auch für den einen oder anderen.

Sprecher 2: Vorsicht, Herr Fischer, Vorsicht. Hier geht es jetzt nicht um berufliche Kolleginnen und Kollegen, hier geht es ausschließlich um private Beziehungen. Aber ich sage dir so oder so, du kannst es dir ja eh nicht aussuchen. Weder in der Familie kannst du dir deinen Gesprächspartner aussuchen, noch auf der Arbeit. Deswegen sind ja Freunde auch so wichtig, mein Lieber.

Sprecher 3: Das ist richtig, wobei auch Freunde natürlich einem mitunter den letzten Nerv rauben können. Aber das ist ja hoffentlich nicht die Regel, sondern eher die Ausnahme.

Sprecher 2: Und deswegen bin ich so dankbar, dass diese Beziehungsforscher jetzt mein neues, eigentlich schon immer existierendes Lebensmotto jetzt auch in Wissenschaft... die ich in Studien gegossen habe. Wenn du Menschen in deinem privaten Umfeld hast, die dir schlicht auf die Nerven gehen, weil sie entweder nur irgendwas von dir wollen oder dich ausnutzen wollen, dann entferne sie aus deinem Freundes- und Bekanntenkreis. Denn diese Beziehungen, die machen uns Stress, schlechte Laune und sind demnach auch schlecht für unsere Gesundheit. Das ist das zentrale Fazit dieser Forscher.

Sprecher 3: Wir hoffen, dass wir Sie nicht stressen, sondern ganz im Gegenteil, jeden Morgen weiterhin gut unterhalten und freuen uns, wenn Sie dann morgen früh auch wieder dabei sind. Table Today ab 5 Uhr. Bis dahin. Ciao, ciao.

Sprecher 2: Bleiben Sie bei uns. Bleiben Sie bei uns. Bis dahin. Ciao, ciao.

Sprecher 9: Should I stay or should I go? If you say that you are mine, I'll be here till the end of time. So you've got to let me know. Should I stay or should I go? It's always taste, taste, taste. You're happy when I'm on my knees. One day is fine and next it's black. So if you want me off your back. Well, come on and let me know. Should I stay or should I go? Should I stay or should I go now? Should I stay or should I go now? If I go there will be trouble And if I stay it will be trouble So you gotta let me know. Should I cool it or should I blow? Should I stay or should I go now? If I go there will be trouble. And if I stay it will be double. So you gotta let me know. Should I stay or should I go?

Sprecher 7: Diese Folge wird dir präsentiert von Adobe Acrobat Studio. Kurzer Real-Life-Moment. Pitch, Präsentation, drei PDFs und Panik? Nö, denn mit Acrobat Studio packe ich alles in meinen intelligenten KI-Workspace. In den PDF-Spaces bündel ich meine Quellen und der KI-Assistent hilft mir, Inhalte sofort zu durchdringen und Infos strukturiert aufzubereiten. Das spart massiv Zeit bei bis... Businesspläne, Reports oder Präsentationen. Wichtig für mich, meine Daten werden nicht fürs Training genutzt. Du bist neugierig? Dann schau auf www.adobe.com vorbei.