Wo ist die Zukunft der SPD, Herr Schweitzer?
Alexander Schweitzer, seit einem Monat rheinland-pfälzischer Ministerpräsident, zeigt sich „frustriert“ über die Außendarstellung der Ampel in Berlin. „Wir kriegen das in Rheinland-Pfalz ganz anders hin“, sagt der SPD-Politiker im Gespräch mit Helene Bubrowski. In seinem Land regiert die Ampel seit 2016. Daran zeige sich, „dass eine Ampel auch sehr gut funktionieren kann und das Land nach vorne bringen kann". Den Grund für die gute Zusammenarbeit sieht Schweitzer darin, „dass wir sagen: ‚Für uns ist relevant, was zu Hause am Küchentisch besprochen wird‘." Politik müsse den Fokus wieder mehr auf die Themen legen, die dem Großteil der Gesellschaft wichtig seien.
In Deutschland suchen bis Ende 2026 rund 560.000 mittelständische Unternehmen eine Nachfolge. Doch laut der DIHK wird es nur einem Drittel gelingen, das Unternehmen innerhalb der Familie weiterzugeben. Etwa 190.000 Unternehmen könnten daher ohne Nachfolger aus dem Markt ausscheiden. Um dieses Problem zu lösen, plant die Bundesregierung eine neue Rechtsform: die „Gesellschaft mit gebundenem Vermögen“.
Olaf Scholz, Robert Habeck und Christian Lindner konnten sich bis zum Stichtag heute nicht auf ein gemeinsames Sparpaket einigen. Die Konflikte um die Schuldenbremse und Einsparungen zeigen deutliche Risse im Koalitionsklima, die die Zusammenarbeit in der verbleibenden Legislaturperiode stark belasten könnten.
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Transkript
Sprecher 1: Table Today mit Michael Bröker und Helene Bubrowski.
Sprecher 2: Der Haushaltsstreit der Ampel wird heute beigelegt. Aber wirklich ganz sicher. So jedenfalls hört man es in Berlin mal wieder. Aber am Donnerstag muss das Paket ja dem Bundestag zugeleitet werden. Und insofern hoffen wir wirklich darauf, dass das heute noch was wird. Aber es wäre ja ein Wunder, wenn es mal bei der Ampel ohne eine Nachtsetzung ginge. Also es ist noch zu vieles offen. Und bevor wir jetzt hier rum spekulieren, wo die letzten Milliarden noch gefunden werden könnten, reden wir über ein anderes Projekt der Ampel, auf das viele schon lange warten. Wenn Firmengründer Nachfolger suchen, dann ist das noch schwieriger, als gute Mitarbeiter zu finden. Und die Ampel will den Inhabern nun mit einer Lösung helfen, mit der der Fortbestand des Unternehmens und vor allem des Vermögens im Unternehmen gesichert ist. Zu Gast bei uns ist der dienstjüngste Ministerpräsident Alexander Schweitzer aus Rheinland-Pfalz. Mit seinen 50 Jahren ist er also noch ganz frisch. Und wir sprechen mit ihm darüber, wie so eine Ampel in Rheinland-Pfalz funktioniert und im Bund nicht. Und außerdem schauen wir noch auf einen weit entfernten Nachbarn von uns, den Mars, der vielleicht deutlich mehr zu bieten hat, als wir dachten. Also es gibt eine Menge zu besprechen an diesem Mittwoch, den 14. August legen wir los.
Sprecher 3: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.
Sprecher 2: In den kommenden zweieinhalb Jahren sucht mehr als eine halbe Million mittelständischer Unternehmen einen Nachfolger. Und zwei Drittel davon wissen nicht, wie sie es machen sollen, weil die Weitergabe in der Familie eben oft nicht klappt. Entweder es gibt zu viele Enkel, 34 Enkel waren es in einem Fall, von dem ich gehört habe, oder es gibt gar keinen Nachwuchs oder die Kinder haben einfach keine Lust, das Unternehmen weiterzuführen. Und auch mit dem Verkauf der Firma ist es oft so eine Sache, denn wer hat schon das nötige Kleingeld, um ein ganzes Unternehmen zu kaufen, zumal wenn es gut geht? Oder wer will sich und kann sich so hoch verschulden? Wenn es also so kommt, wie zu befürchten ist, dann wären es rechnerisch rund 200 Firmen pro Tag, die vor dem Aus stünden und damit zum Teil erfolgreiche Geschäftsmodelle und engagierte Mitarbeiter. Deswegen tüfteln Wissenschaftler und Politiker schon seit Jahren an einer Lösung für dieses Problem. Also eine Lösung, die den Unternehmen garantiert, die Werte, die sie geschaffen haben, bleiben bestehen, auch wenn jemand anders übernimmt. Wer das Unternehmen benimmt, soll sich also nicht daran bereichern können. Das geht natürlich bisher auch schon, aber es ist wahnsinnig kompliziert. Man muss auf ein Modell von sogenannter Doppelstiftung zurückgreifen, wie es die Firma Bosch getan hat. Und das ist wirklich nicht empfehlenswert. Die Ampelkoalition hat im Koalitionsvertrag versprochen, Abhilfe zu schaffen. Und das Ganze heißt Gesellschaft mit gebundenem Vermögen. SPD, FDP und Grüne sind angeblich auf der Zielgeraden, so heißt es. Es wird gerade noch ein Eckpunktepapier aus dem BMJ und dem BMF geklärt zwischen Kanzleramt, Vizekanzleramt und diesen beiden FDP-geführten Ministerien. Und es gibt offensichtlich noch Absprachebedarf, denn rechtlich ist es in der Tat kompliziert. Einige Fragen sollten noch nicht ganz bis zum Ende geklärt, zum Beispiel, ob sich das Konzept am Recht der GmbH anlehnt oder ob es eine vollständig neue Gesellschaftsform sein soll. Die Professorenschaft ist unterdessen nicht untätig geblieben. Anne Sanders, Professorin in Bielefeld, ist im Lied einer Truppe, die einen eigenen Gesetzentwurf geschrieben hat, wie es auch gehen könnte. Und wir sprechen jetzt mit Anne Sanders, die ich übrigens, Transparenzhinweis, schon lange kenne. Sie hat Aufsicht geführt bei Klausuren in Köln, die ich als Studentin geschrieben habe. Und jetzt ist sie bei uns. Hallo Frau Sanders.
Sprecher 4: Hallo, das ist mir eine große Ehre und Freude, dass wir uns auf diese Weise wiedersehen.
Sprecher 2: Erzählen Sie mal, Sie haben jetzt die Idee für eine neue Rechtsform für die Gesellschaft mit gebundenem Vermögen. Was ist da das zentrale Element? Worum geht es da eigentlich?
Sprecher 4: Es geht darum, dass man für die Bedürfnisse der Unternehmen, die dieses Modell leben wollen, die passgenauen und besten Regeln schafft. Und dafür haben wir eben eine eigene Rechtsform vorgeschlagen und die enthält verschiedene Elemente. Also die hat Gesellschafter, die sind so ein bisschen wie Mitglieder in einem Verein oder in einer Genossenschaft, die treten rein und raus, aber die haben keine Anteile, die sie übertragen oder verkaufen können. Dann gibt es einen Geschäftsführer, wie in einer GmbH auch, der leitet und vertritt die Gesellschaft. Und dann gibt es einen Aufsichtsverband, in dem müssen alle diese Arten von Gesellschaft Mitglieder sein und der überprüft dann, dass die Vermögensbindung nicht umgangen wird. Mit dieser Konstruktion kann man sicherstellen, dass die Vermögensbindung sicher ist, abgesichert ist und mit der eigenen Rechtsform kann man auch sicherstellen, dass eben die Vermögensbindung sicher bleibt, zum Beispiel auch durch Umwandlungsregelungen.
Sprecher 2: Genau, weil das wäre ja die Gefahr, dass eine Gesellschaft sich umwandelt in eine Gesellschaft, in der das Vermögen nicht gebunden ist. Also zum Beispiel auch in eine ausländische Rechtsform, zum Beispiel jetzt eine niederländische GmbH oder ähnliches. Das wird auf jeden Fall in Ihrem Gesetzentwurf verhindert.
Sprecher 4: Ja, das wird dadurch verhindert, dass wir die grenzüberschreitende Umwandlung nicht völlig ausschließen, aber eben nur zulassen in vergleichbare Rechtsformen, die eben auch eine Vermögensbindung haben.
Sprecher 2: Alles klar, vielen Dank Frau Sanders.
Sprecher 4: Dankeschön.
Sprecher 2: Und auch hier macht die Ampel sich natürlich das Leben wieder unnötig schwer. Sie könnte einfach diesen ja sehr durchdachten Gesetzentwurf übernehmen. Warten wir mal ab, was die Ampel so liefert. Und wenn Sie es genauer wissen wollen, können Sie gerne im Berlin Table dazu nachlesen. Da kann man das höchste Amt im Staate oder wenigstens in seinem Bundesland haben und die Menschen wissen doch nicht, wer man ist. Oder jedenfalls nicht so richtig. So geht es Alexander Schweitzer. Das war der neue Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz. Und er hat das Schicksal, was gerade eine Umfrage des SWR ergeben hat, dass 55 Prozent der Menschen in Rheinland-Pfalz gesagt haben, ich kenne Alexander Schweitzer nicht. Das liegt vielleicht daran, dass er erst seit einem Monat im Amt ist. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Ampelregierung in Rheinland-Pfalz, man glaubt es kaum, so wahnsinnig geräuschlos arbeitet. Zuvor unter seiner Vorgängerin Malu Dreyer und jetzt unter ihm. Jetzt ist er bei uns am Tisch hier im Podcaststudio und mit seinen 2,06 Meter überragt er mich sogar im Sitzen um ein Vielfaches. Schön, dass Sie bei uns sind. Hallo, Herr Schweitzer.
Sprecher 5: Hallo, danke, dass ich da sein darf.
Sprecher 2: Ja, schön, dass Sie da sind. Vier Wochen sind Sie jetzt im Amt, 50 Jahre alt, vielleicht kennt Sie noch nicht jeder. Und Sie sind 2,06 Meter groß, habe ich gelesen. Das heißt, Sie überragen mich sogar im Sitzen hier um Längen in diesem Podcaststudio. Sie waren, bevor Sie Ministerpräsident wurden, Minister für Arbeit und Soziales im Kabinett Dreier. Und Sie haben Erfahrungen mit der Ampel, die ganz positiv sind. Also reden wir über die Ampel, reden wir über die SPD und fangen wir an beim Kanzler Olaf Scholz. Der steht derzeit wirklich... Schlecht in den Umfragen da, 12 bis 14 Prozent. Haben Sie einen Tipp, wie er es machen soll?
Sprecher 6: Also tatsächlich ist es so, ich bin seit vier Wochen im Amt und ich glaube, das ist nicht wirklich so eine super schlaue Idee jetzt hier mit vierwöchiger Amtserfahrung ist ja immer Tipps ins Kanzleramt zu geben.
Sprecher 2: Aber Sie sind ja nicht erst seit vier Wochen in der SPD.
Sprecher 6: Das nicht. Das ist deutlich länger. Und als Sozialdemokrat habe ich natürlich auch einen Blick auf die Dinge, die wir jetzt gerade so in der Ampel und in der Berliner Ampel erleben. Und ich kann, glaube ich, ganz höflich darauf hinweisen, dass man in Rheinland-Pfalz sehen kann, dass eine Ampel auch sehr, sehr gut funktionieren kann und dass sie auch ein Land nach vorne bringen kann, dass sie eine moderne und eine Regierung ist, die modern ist und auch auf Zusammenhalt setzt und auch nach innen Zusammenhalt lebt. Und deshalb bin ich auch manchmal so frustriert über das, was ich in Berlin erlebe, weil wir das in Rheinland-Pfalz ganz anders hinkriegen.
Sprecher 2: Woran liegt das denn, dass es in Berlin nicht funktioniert?
Sprecher 6: Da könnte ich jetzt, mir ist ganz leicht machen, sondern fragen Sie die, die in Berlin Verantwortung haben, das will ich aber nicht tun. Ich glaube, man muss fairerweise sagen, dass die Themen, die man in der Bundesregierung vor der Brust hat, schon nochmal andere Themen sind als in einem Bundesland. Man hat eine Finanzpolitik, die natürlich nochmal die größte Volkswirtschaft in Europa darüber hinaus prägt. Man hat mit außen sicherheitspolitischen Themen zu tun, die haben wir jetzt im Mainzer Kabinett nicht ganz so oft auf der Tagesordnung. Und dann, glaube ich, hängt es auch ein bisschen damit zusammen, dass man positiv gesprochen, Rheinland-Pfalz sich einfach vorgenommen hat, so zu regieren, dass man gemeinsam zu einer Lage, Landtagswahl vor die Menschen treten kann und sagen, guck mal, wir haben das gut hingekriegt. Ihr könnt uns auch den Vertrag verlängern, indem wir einfach ein gutes Ergebnis bekommen für alle Ampelpartner. Ich glaube, auf dieses gemeinsame Commitment hat man sich in Berlin nicht so geeinigt. Und das erlebt man jetzt, weil man den Eindruck hat, Da ist viel Konflikt nach Ihnen, viel Debatte nach Ihnen und nicht so viel Zusammenarbeit erlebbar und spürbar.
Sprecher 2: Also jeder kämpft für sich, aber die Ampel kämpft nicht füreinander, so könnte man es vielleicht sagen. Für die SPD ist natürlich besonders bitter, auch wenn man das letzte Europawahlergebnis anschaut, nicht nur, dass das Ergebnis für die SPD bescheiden war, sondern dass unter den Arbeitern nur noch 9% SPD gewählt haben, die ehemalige Arbeiterpartei nach dem Selbstverständnis. Was muss die SPD tun, um in diesem Klientel, in dem einstigen Kernklientel wieder Boden gut zu machen?
Sprecher 6: Ach, ich glaube, über Themen reden, die die Menschen tatsächlich als relevant empfinden. Nicht so sehr auf Themen, die Teile der Gesellschaft, aber nicht Mehrheitsteile der Gesellschaft ansprechen, dauernd zu reden zu kommen. Wir haben das in Rheinland-Pfalz für uns so aufgelöst, dass wir sagen, für uns ist relevant, was zu Hause am Küchentisch besprochen wird. Das ist Thema Arbeit, Thema Schule, Kita. Das Thema, wie läuft es mit der Inflation? Hat man genug Geld, um den Urlaub zu bezahlen? Hat man genug Geld, um den Kühlschrank voll zu machen? Wie läuft es mit der Pflege? Also all die Themen, die sehr lebensweltlich sind, aber eben auch politische Entscheidungen, gute Rahmensetzungen brauchen. Das lösen wir für uns in Rheinland-Pfalz immer so auf, dass wir sagen, wenn wir da gut sind oder Angebote haben, dann haben auch die Menschen das Empfinden, dass wir was mit ihnen zu tun haben, dass wir Politik für sie machen. Das ist, glaube ich, ein guter Leitfaden, an dem man sich orientieren kann für Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten, egal auf welcher Ebene sie unterwegs sind.
Sprecher 2: Ja, Herr Schweitzer, das Selbstlob sei Ihnen ja gegönnt, aber wenn man auf die Umfragen der SPD in Rheinland-Pfalz schaut, sieht es auch nicht gerade rosig aus. 21 Prozent, da stehen Sie gerade und 2021 hatte Malu Dreyer noch 35,7 Prozent der Stimmen gewonnen. Ist das nur der Bundestrend oder läuft da auch irgendwas im Land nicht ganz rund?
Sprecher 6: Also zunächst mal ist es so, wir sind mit diesem Umfrageergebnis immer noch über dem Bundestrend. Das heißt, wir schaffen es immer noch durch die eigene Arbeit, uns auch nochmal abzuheben. Aber wenn der Bundesrent bei 14, 15 Prozent ist, dann ist das, was wir oben drauf packen können, auch nicht genug, um tatsächlich heute schon ein tolles Ergebnis zu haben. Aber es ist ja eine Umfrage. Und die Landtagswahl haben wir seit 1991 immer wieder gewonnen, obwohl wir regelmäßig unter der Zeit auch schlechte Umfragen hatten, regelmäßig hinter der CDU lagen. Was oft dazu geführt hat, dass die CDU sich schon die Hände gerieben hat, gedacht hat, wir sind jetzt aber ganz nah dran an der Macht und dann hat es doch wieder nicht geklappt. Weil in Rheinland-Pfalz die Menschen schon sagen, okay, wir gucken uns an bei der Landtagswahl, was ist denn für uns wichtig, in unserer Region, in unserer Heimat wichtig, für Rheinland-Pfalz wichtig, wer regiert das Land, wer soll es in Zukunft führen. Und da haben wir es immer geschafft, mit starken Persönlichkeiten an der Spitze, guten Ideen für die Zukunft. einer guten Regierungsperformance und Bilanz einfach zu punkten. Und das ist das Ziel, das ich auch für 2026 wieder habe. Und die Erfahrung, dass wir mit schlechten Umfragen zu tun hatten, die aber als Ansporn empfunden haben und dann Landtagswahlen gewonnen haben, die habe ich sehr tief in mir drin. Und das will ich wieder erreichen für 2026.
Sprecher 2: Wenn heute Landtagswahl wäre und nicht erst 2026, würden Sie Olaf Scholz plakatieren in Rheinland-Pfalz?
Sprecher 6: Also wir haben heute nicht Landtagswahl und ich glaube, wir würden, und das wird er mir nicht übel nehmen, wahrscheinlich auch zur nächsten Landtagswahl das machen, was wir bei den letzten Landtagswahlen gemacht haben, den rheinland-pfälzischen Spitzenkandidaten plakatieren. Und ich gehe davon aus, dass man ganz viele Plakate von mir sehen wird. Und das wird, glaube ich, auch der Punkt sein, mit dem wir dann auch die Landtagswahl gewinnen können.
Sprecher 2: Bei der Europawahl Olaf Scholz, obwohl er ja nicht zur Wahl stand, durchaus zu sehen war und das aber kein besonderes Zugpferd offenbar gewesen ist. Sprechen wir über den Osten, Herr Schweitzer, dort wird in zweieinhalb Wochen gewählt und die SPD knabbert in Thüringen und Sachsen tatsächlich an der 5%-Hürde. Soweit ist es nun schon gekommen. Ist da noch was zu retten für Ihre Parteifreunde im Osten?
Sprecher 6: Also zunächst mal muss man sagen, ich habe Respekt, einen Heidenrespekt vor jedem, der da Wahlkampf macht. Übrigens vor allem Demokraten, Demokraten. Das kann man nicht vergleichen mit manchmal der beschaulichen politischen Situation, die wir in vielen westdeutschen Kommunen kennen. Und für die SPD gilt das in besonderem Maße. Die haben natürlich auch ein Päckchen zu tragen, was mit der Ampel-Performance in Berlin zu tun hat. Das stimmt. Und sie haben natürlich auch manche Beschwernis darüber hinaus. Und darum habe ich da noch weniger Grund, als in andere Richtungen da schlaue Tipps zu geben. Ich drücke die Daumen für jeden und für jede, die da Wahlkampf macht. Ich glaube auch, dass alle Sozialdemokraten und Sozialdemokratinnen in den Ländern auch wieder in den Landtag einziehen werden. Also dass die SPD jeweils in die Landtage kommt und dass sie dann auch eine starke Rolle spielen kann. Das ist die Hoffnung und ich glaube, da gibt es auch viel Grund dafür, das am Ende auch so zu erreichen.
Sprecher 2: Apropos Hoffnung, Sie sind die Nachwuchshoffnung der SPD mit 50 Jahren. Das ist natürlich nicht alt, aber auch nicht sehr, sehr jung, würde ich jetzt sagen.
Sprecher 6: Dankeschön, ich freue mich sehr über diese Aussage. Die gibt mir Kraft für die weitere Woche.
Sprecher 2: Auch ich bin gerade ein Jahr älter geworden. Also es bleibt uns allen nichts erspart.
Sprecher 6: Sie erwarten jetzt ein Kompliment.
Sprecher 2: Nein, das müssen Sie nicht machen. Das würde auch, glaube ich, komisch rüberkommen. Aber sprechen wir über die Nachwuchsprobleme der SPD. Es gibt ja Unzufriedenheit insgesamt mit dem Personaltableau auch der SPD auf Bundesebene. In der Fraktion sagt man so, naja, wer ist da eigentlich jetzt wirklich der, auf den man in Zukunft setzen kann? Hat die SPD ein Nachwuchsproblem, ein Personalproblem oder läuft am Ende alles auf sie zu?
Sprecher 6: Es ist total lustig, weil ich noch vor wenigen Jahren, also ein, zwei Jahren die Frage beantwortet habe, wie schafft es denn die Bundestagsfraktion, die ganzen jungen Abgeordneten überhaupt zu hegen und zu pflegen und zu bändigen? War das nicht eine Überjüngung der SPD? Jetzt hat sich in der Bundestagsfraktion überhaupt nichts verändert und jetzt kriege ich die gegenteilige Frage gestellt.
Sprecher 2: Können Sie mal sehen. Sehen, kann man es von dieser und dieser Seite sehen. Aber Sie würden sagen, personalmäßig sind Sie gut aufgestellt.
Sprecher 6: Ich treffe überall starke Sozialdemokraten, Sozialdemokraten jeden Alters. Und tatsächlich gibt es auch viele in der SPD, die deutlich jünger sind als ich. Ein paar auch die älter sind als ich, das will ich schon auch sagen. Die Mischung macht es. Und ich habe jetzt in Rheinland-Pfalz ganz viele jetzt auch wieder bei der Kommunalwahl erlebt, die ganz neu auch in Ämter und Mandate gekommen sind. Und darum habe ich die Hoffnung durchaus, dass wir da auch in Zukunft tolle Leute haben.
Sprecher 2: Sie haben sich jetzt in Ihrer Zeit als Arbeits- und Sozialminister sehr für die Pflege stark gemacht. Ein Thema, das Sie sehr umtreibt, in den Sie viel investiert haben. Was ist Ihr Vorschlag, um den bevorstehenden Pflegenotstand, der durch den demografischen Wandel noch verstärkt wird, aufzuhalten?
Sprecher 6: Also zunächst mal bin ich schon sehr, sehr froh darüber, dass Sie mir die Frage stellen, wenn ich das sagen darf, weil es ist mir tatsächlich ein absolutes Anliegen. Ich halte die Pflege für die größte sozialpolitische Herausforderung, vor der wir stehen. Und da ist noch zu vieles ungelöst. Die Frage, wie bekommen wir Menschen in die Pflege, das beantworte ich immer mit, wir brauchen viele aus unterschiedlichen Richtungen. Wir brauchen Fachkräfte, wir brauchen Menschen, die in die Pflege einsteigen und dort zu Fachkräften werden. Wir brauchen akademisierte Pflege, aber nicht nur. Und wir brauchen eine grundlegend andere Finanzierung der Pflege. Wir brauchen eine Ausweitung der sozialen Pflegeversicherung zu einer... Vollversicherung, das heißt Pflege darf nicht mehr ein Armutsrisiko sein, wenn die stationäre Pflege kommt und sie haben hohe Pflegeanteile, die sie selbst bezahlen müssen. dann wird es ganz oft dazu führen, dass Menschen nicht die Behandlung anstreben, die sie eigentlich bräuchten, aus finanziellen Gründen. Und da, wo die soziale Pflegeversicherung oder das, was man privat dazu beitragen kann, nicht mehr greifen, dann gibt es eine soziale Leistung, die heißt Hilfe zur Pflege, das ist eine, die dynamisch nach oben geht, das ist aber kein schönes Zeichen. Das zeigt ganz deutlich, wir haben enorme Pflegekosten, die durch die solidarische Pflegeversicherung zurzeit nicht abgedeckt sind, aber die ganz viele trotzdem beansprucht. Und darum, glaube ich, ist das ein großes sozialpolitisches Thema für die Zukunft, die Pflege auf finanziell neue Beine zu stellen.
Sprecher 2: Und was heißt das konkret? Heißt das, das soll aus dem Haushalt bezahlt werden, der ja knapp ist? Oder heißt das, dass unsere Beiträge steigen und damit natürlich auch die Sozialabgaben, die in Deutschland ja sowieso schon sehr hoch sind?
Sprecher 6: Ich glaube, dass man das große Risiko, Lebensrisiko Pflege so finanzieren muss, wie man das Thema Arbeitslosigkeit, das Thema Rente finanziert, indem mehr Menschen Beiträge zahlen. Und damit auch die Menschen, die am Ende Pflege brauchen, eine bessere Unterstützung auch ihrer eigenen. Anteile, die sie für Pflege finanzieren, bekommen. Das heißt, es bleibt nicht nur eine private Aufgabe oder vor allem eine private Aufgabe, hohe Pflegekosten zu übernehmen. Da hat die Sozialdemokratische Bundesregierung viele gute Vorschläge gemacht. Sie hat zum Beispiel auch die einen Bundeszuschuss an die soziale Pflegeversicherung geleistet. Das hat vorher noch keiner hinbekommen. Das hat die Regierung Olaf Scholz hinbekommen. Aber das muss in diese Richtung weitergehen.
Sprecher 2: Nochmal zum Versprechen. Verständnis, wir sind doch sowieso alle als Arbeitnehmer, zahlen wir Beiträge in die Pflegeversicherung. Was bedeutet, es müssen mehr Menschen Beiträge zahlen?
Sprecher 6: Wir brauchen tatsächlich viel mehr Menschen, die auch einen Beitrag bezahlen, der die Risiken der Pflege besser absichert. Also einen höheren Beitrag. Wir brauchen mehr Menschen, die einen Beitrag zahlen und wir brauchen perspektivisch auch einen Beitrag, der aufwächst. Das ist so. Und das muss auch begleitet werden durch höhere Bundeszuschüsse an die soziale Pflegeversicherung. Nur dann werden wir am Ende dieses persönliche Risiko, dass ich eigentlich viel von meinem privaten Vermögen in die Pflege geben muss, wenn es da ist, das werden wir mindern können. Und das ist für mich ein ganz wesentlicher Punkt.
Sprecher 2: Kommen wir zur letzten Frage, Herr Schweitzer. Sie sind, ich habe es gerade schon gesagt, über zwei Meter groß. Ist das ein Wert an sich in der Politik? Hilft das, wenn Sie irgendwo auftreten oder wenn Sie sich vielleicht auch gegen andere Sozialdemokraten durchsetzen müssen?
Sprecher 6: Also das ist sicherlich übertrieben. Es ist nur so, ich kann mich tatsächlich nicht verstecken.
Sprecher 2: Ist das gut oder schlecht?
Sprecher 6: Das lasse ich mal so offen. Ich kann mich nicht verstecken. Und wenn ich irgendwo hinkomme, dann werde ich halt wahrgenommen. Es ist okay.
Sprecher 2: Sie können es ja eh nicht ändern.
Sprecher 6: Ich kann es jetzt nicht mehr verändern, ja.
Sprecher 2: Okay, vielen Dank, dass Sie heute bei uns waren, Herr Schweitzer.
Sprecher 6: Dankeschön, vielen Dank.
Sprecher 2: Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte, dachten wir alle, dass der Mars nichts anderes ist als eine steinige, staubige Wüste. Also ohne Leben. Forscher haben zwar immer wieder vermutet, dass es Wasser auf dem Mars geben könnte, aber so richtig hat man nichts gefunden, außer ein bisschen Eis an den Polkappen und dachte, der Rest hat sich wohl irgendwie verflüchtigt. Aber jetzt haben Forscher eine andere Theorie. Und die beruht auf Daten, die die Mars-Sonde InSight erhoben und untersucht hat. Es sind Daten über Erdbeben bzw. Marsbeben, heißt es dann ja. Und mit der Geschwindigkeit, mit der sich Marsbebenwellen bewegen, ein wirklich spannendes Wort, aufgrund dessen gehen die Forscher jetzt davon aus, dass unterhalb der Oberfläche tatsächlich riesige Mengen an Wasser sein müssten, genug, um die gesamte Oberfläche des Mars zu fluten, und zwar zwei Kilometer dick. Unfassbare Mengen. Für die Wissenschaft ist das bestimmt hochinteressant, aber es ist noch zu früh, um eine Marsbesiedlung für die Menschheit auszurufen. Schon deswegen, weil das Wasser in einer Tiefe von 11 bis 20 Kilometer vermutet wird. Das ist jedenfalls für das, was wir heute können, noch viel zu tief, um es anzuzapfen. Aber wer weiß, was die Zukunft alles so bringt. Schon wirklich spektakulär, was da oben los ist. Und bald sollen ja Astronauten immerhin mal wieder auf den Mond fliegen seit vielen, vielen Jahren. Da fehlt jetzt doch nur noch... David Bowie. Und damit Sie das hören können, ist meine Verabschiedung heute sehr kurz. Machen Sie es gut. Bis morgen, Ihre Helene Wobrowski.
Sprecher 7: Ground control to Major Tom. Ground control to Major Tom. Take your protein pills and put your helmet on. Ten, ground control, it's a major time. Eight, seven, six, commencing countdown, engines on.
Sprecher 8: Checking vision and may God's love be with you.
Sprecher 9: This is ground control to Major Tom. You've really made the grade. And the papers want to know whose shirt you wear. Now it's time to leave the capsule if you dare. This is Major Tom to ground control I'm stepping through the dark And I'm floating in the most peculiar way And the stars look very different today Am I floating around my tin can? Planet Earth is blue and there's nothing I can do. I'm past 100,000 miles and feeling very still. And I think my spaceship knows which way to go. Tell my wife I love her very much. She knows. Ground control to Major Tom, your circuit said there's something wrong. Can you hear me, Major Tom? Can you hear me, Major Tom? Can you hear me, Major Tom? Can you hear me? Am I sitting in a tin can? Far above the moon Planet Earth is blue and there's nothing I can do.
Sprecher 3: Ich bin manchmal ein bisschen zu ehrlich, aber ganz im Ernst, ich mag es einfach klar, ohne Überraschungen. Genau deshalb bin ich bei Frank, dem einfach Mobilfunkanbieter. App runterladen, Tarif bestellen, fertig. 20 GB für 10 Euro. In bester D-Netz-Qualität. Monatlich kündbar, keine versteckten Kosten. Und das Beste ist Frank for Friends. Ich schicke einfach meinen Code an meine FreundInnen. Und jedes Mal, wenn jemand darüber startet, kriegen wir alle dauerhaft extra Datenvolumen. Kein Drama, keine Geheimnisse. Also, probier's mit Frank. Ist ehrlich einfacher.