VDMA: Hohe Arbeitskosten sind das zentrale Standortproblem

18. April 2026

Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie leidet nach Einschätzung des Verbands Deutscher Maschinen‑ und Anlagenbau (VDMA) vor allem unter zu hohen Arbeitskosten. Bei seinen Mitgliedsunternehmen sei das größte Standortproblem klar die Kostenseite, sagt VDMA CEO Thilo Brodtmann im Gespräch mit Table.Briefings. Um hohe Energiepreise gehe es weniger. Stattdessen seien es besonders die Lohnnebenkosten, die Unternehmen belasten würden und ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit schwächten.

Kritisch äußert sich der Verband zu dem Vorstoß der Bundesregierung, Arbeitgebern im Jahr 2026 die Zahlung einer steuer‑ und abgabenfreien Entlastungsprämie in Höhe von 1.000 Euro zu ermöglichen. „Die Entlastungsprämie für Unternehmen ist eine völlig verrückte Idee“, sagt Brodtmann. „Die wenigsten Industrieunternehmen können sich das leisten, dafür ist die Kostensituation aktuell viel zu angespannt.“

Der VDMA fordert ein umfassendes Standort‑Upgrade. Nötig seien spürbare Entlastungen auf der Kostenseite sowie der Ausbau von Freihandelsabkommen mit verlässlichen Partnern, sagt Brodtmann. Das Thema Wettbewerbsfähigkeit habe die Europäische Union früher erkannt und inzwischen stärker auf dem Schirm als die Bundesregierung. „Wir brauchen jetzt politisch sinnvolle Reformen, auch wenn sie ihre Wirkung erst in zwei oder drei Jahren entfalten“, betont Bortdmann. Seine Mitgliedsunternehmen hätten Lust auf die Transformation und warteten darauf, dass die politischen Rahmenbedingungen rechtzeitig greifen. Alexander Wiedmann

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Letzte Aktualisierung: 18. April 2026