Moonfare-CEO: Wie ist deutsches Privat-Equity aufgestellt, Herr Pauls?

13. Mai 2026

Weil Finanzierungen selektiver werden, rückt ein angrenzender Bereich stärker in den Fokus: Private Equity. Im Unterschied zum kreditbasierten Geschäft geht es hier um Beteiligungen und damit um eine andere Form der Kapitalbereitstellung – mit längeren Zeiträumen, höherem Risiko, aber auch größerem Einfluss auf die Unternehmensentwicklung.

Laut Steffen Pauls, CEO von Moonfare, beschleunigt sich die Bedeutung solcher Finanzierungsformen in Deutschland derzeit vor allem im familiengeführten Mittelstand. Wettbewerbsdruck, technologische Aufholprozesse sowie Energie‑ und Digitaltransformation führten dazu, dass sich viele Unternehmen zunehmend die Frage stellten, „ob sie diesen Weg noch alleine gehen können“. Private Markets gewinnen vor diesem Hintergrund an Gewicht – auch, weil klassische Kreditfinanzierungen schwieriger geworden sind. „Die Bedeutung von Private Markets wird weiter zunehmen. Die Zahl der IPOs sinkt, Unternehmen bleiben immer länger privat, und ein wachsender Teil der Wertschöpfung entsteht außerhalb der Börse“, sagt Pauls.

Gleichzeitig verweist er auf ein strukturelles Defizit. „Deutschland ist auf der Angebotsseite von Private Equity ein Entwicklungsland.“ Es fehle an großen heimischen Playern, wie sie in den USA, den nordischen Ländern oder auch in Frankreich und der Schweiz existieren. Strategisch relevante Bereiche wie KI‑Infrastruktur, Rechenzentren sowie Daten‑ und Verteidigungsinfrastruktur in Europa würden daher heute überwiegend von US‑Fonds finanziert. „Das sind künftig geopolitische Assets“, sagt Pauls. Dass diese nicht in europäischer Hand seien, bezeichnet er als „keine gute Entwicklung“. Alexander Wiedmann

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Letzte Aktualisierung: 13. Mai 2026