Kreislaufwirtschaft: Wie sich die Finanzierungslücke schließen lässt

25. April 2026

82 Milliarden Euro pro Jahr – so viel müsste die EU bis 2040 zusätzlich in die Kreislaufwirtschaft investieren, um ihre Zirkularitätsziele zu erreichen. Das zeigt eine am Dienstag veröffentlichte Analyse von EU-Kommission und Europäischer Investitionsbank (EIB). Auf der Jahreskonferenz der European Circular Economy Stakeholder Platform diskutierten Fachleute am Mittwoch in Brüssel, wie sich die Lücke schließen lässt.

Den Großteil der jährlich 120 Milliarden Euro trägt bereits der Privatsektor – mehr als 90 Prozent. Die EU steuert nur ein Prozent ihres Budgets bei. Die größten Lücken klaffen beim zirkulären Design und am Lebensende der Produkte: Dem Bausektor fehlen jährlich 18 Milliarden Euro, Batterien und Fahrzeugen zehn Milliarden.

Zirkuläre Geschäftsmodelle brauchen politische Vorgaben, um Kapital anzuziehen. „Produkte, die nicht kreislauffähig gestaltet sind, müssen ökonomisch unrentabel werden“, sagte Andrei Geica vom Impact-Investmentfonds Sporos. Andrew Morlet von Standard Chartered forderte einheitliche Definitionen und harmonisierte Berichtsstandards. Banken müssten zudem ihre Risikomodelle überarbeiten – Langzeitrisiken linearer Modelle wie die Ressourcenverfügbarkeit seien dort kaum abgebildet.

Die Kommission setzt auf die Nachfrageseite. Mindesteinsatzquoten für Recyclingmaterial und verpflichtende zirkuläre Beschaffung sollen Investitionen anschieben. Im kommenden Quartal will Brüssel den „Circular Economy Act“ vorstellen, der einen Binnenmarkt für Sekundärmaterial schaffen soll.

Warum weltweit jedes Jahr 25 Billionen Euro an Wert durch lineares Wirtschaften verloren gehen – und was nutzungsbasierte Geschäftsmodelle für die Umsätze von Unternehmen bedeuten, lesen Sie im ESG.Table. Nicolas Heronymus

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Letzte Aktualisierung: 25. April 2026