IfW-Studie: Wie Deutschland wieder wachsen kann

31. Januar 2026

8,3 Prozent mehr Bruttoinlandsprodukt innerhalb von zehn Jahren: Dieses Wachstum wäre möglich, wenn Deutschland seine Bürokratie auf das Niveau Schwedens senken würde. Das zeigt die Studie „Wachstumseffekte und Wachstumshebel“ des IfW Kiel im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Für das Jahr 2040 entspräche dies einer zusätzlichen Wirtschaftsleistung von rund 400 Milliarden Euro oder etwa 3.980 Euro je Einwohner. „Die größten Effekte sind von einem umfassenden Bürokratieabbau zu erwarten“, sagt Studienautor Stefan Kooths im Podcast Table.Today. Regulierung binde Arbeitskräfte und Kapital in unproduktiven Tätigkeiten, verzögere Investitionen und bremse Innovation.

Außerdem zeigt die Studie, dass hohe Steuern und Sozialabgaben auf Arbeit die Beschäftigung bremsen. Ein Anstieg der Sozialabgaben um einen Prozentpunkt senkt das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen langfristig um rund 0,4 Prozent und das Bruttoinlandsprodukt um etwa 0,3 Prozent. Umgekehrt könnten Entlastungen bei Steuern und Sozialbeiträgen das Arbeitsangebot erhöhen, insbesondere bei Zweitverdienern und älteren Beschäftigten.

Auch der Wohnungsmarkt beeinflusst das Wachstum. Strenge Regulierung, lange Genehmigungsverfahren und hohe Baukosten schränken die Arbeitsmobilität ein. Studien, auf die sich das IfW stützt, zeigen, dass Mietregulierung die Umzugswahrscheinlichkeit von Haushalten um zehn bis 20 Prozent senkt. In Deutschland ziehen jährlich rund neun Prozent der Bevölkerung um, in den USA sind es etwa 13 Prozent. Eine geringere Mobilität verschlechtert das Matching auf dem Arbeitsmarkt und dämpft die gesamtwirtschaftliche Leistung. Laut Studie könnte eine Lockerung der Wohnungsmarktregulierung das Bruttoinlandsprodukt um bis zu ein Prozent erhöhen. Alexander Wiedmann

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Letzte Aktualisierung: 31. Januar 2026