EZB: Bundesbank‑Vorstand Burkhard Balz für Verbleib von Christine Lagarde

Bundesbank-Vorstand Burkhard Balz unterstützt den Verbleib von EZB-Präsidentin Christine Lagarde bis 2027. Ihre Kontinuität wäre wichtig für die geplante Testphase des digitalen Euro.

28. Februar 2026
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Christine Lagarde hat noch nicht fertig: Sie will als EZB-Präsidentin noch den digitalen Euro auf den Weg bringen. (Imago Images)

Nach Berichten der Financial Times über einen möglichen vorzeitigen Rückzug von EZB‑Präsidentin Christine Lagarde äußerte sie sich am Donnerstag im Ausschuss für Wirtschaft und Währung des Europäischen Parlaments zurückhaltend. „Der digitale Euro ist eines der Elemente meiner Mission, die ich für entscheidend halte“, sagte sie dort. Insider gehen daher davon aus, dass sie ihre Amtszeit, die regulär bis Oktober 2027 läuft, vollendet.

Bundesbank‑Vorstand Burkhard Balz, der für den digitalen Euro verantwortlich ist, begrüßt das. Er sagte Table.Briefings: „Ich wünsche mir, dass Christine Lagarde ihre reguläre Amtszeit bis Oktober 2027 vollendet. Der digitale Euro geht dann in die Testphase, ein entscheidender Schritt für den Erfolg des Projekts, den sie selbst immer wieder betont hat.“

Derweil kristallisieren sich zwei Namen für die Nachfolge von Lagarde heraus: Klaas Knot, langjähriger Präsident der niederländischen Zentralbank, und Pablo Hernández de Cos, der spanische Chef der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich. Beide gelten in europäischen Institutionen als derzeit aussichtsreichste Optionen. Sollte Lagarde früher zurücktreten, werden Knot höhere Chancen zugesprochen, da er sofort verfügbar wäre.

Bundesbankpräsident Joachim Nagel hatte ebenfalls Interesse an der EZB‑Spitze signalisiert, geht nun aber wohl leer aus. Seine jüngsten positiven Äußerungen zu Eurobonds wurden als Indiz für sein Interesse am EZB‑Chefposten gewertet, im Kanzleramt jedoch weniger wohlwollend aufgenommen – was seine Ausgangslage zusätzlich erschwert. Zudem stellt Deutschland mit Ursula von der Leyen bereits eine zentrale EU‑Spitzenposition, was eine weitere deutsche Besetzung unwahrscheinlicher macht. Aus Regierungskreisen heißt es, dass Deutschland stattdessen den Posten des Chefvolkswirts der EZB anstrebt. Hoch im Kurs steht hierfür Markus Brunnermeier, Professor an der Princeton University.

Mit Blick auf das Anforderungsprofil der künftigen EZB‑Führung verweist ING‑Chefvolkswirt Carsten Brzeski auf die Erwartungen der Finanzmärkte: „Viele Finanzmarktakteure wünschen sich als zukünftigen EZB‑Präsidenten eine Persönlichkeit, die nicht nur führt, sondern auch die nötige fachliche Tiefe mitbringt.“ Alexander Wiedmann

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Letzte Aktualisierung: 01. März 2026