dm-Chef Werner zur Wirtschaftslage und zur Debatte um sein Statement: „Damit hatte ich nicht gerechnet“

Der Drogeriekonzern dm zeigt trotz wirtschaftlicher Herausforderungen Wachstum. Chef Christoph Werner warnt vor strukturellen Problemen in Deutschland und äußert sich überrascht über die Heftigkeit der Debatte um sein politisches Statement.

03. Januar 2026

Der Drogeriekonzern dm kommt in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld vergleichsweise stabil durch die Zeit. Für dm-Chef Christoph Werner ist das vor allem eine Frage der Anpassungsfähigkeit. „Es ist unsere Aufgabe, immer Wege zu finden, dass wir unter den Rahmenbedingungen auch klarkommen“, sagt Werner im Gespräch mit Table.Briefings. Im Geschäftsjahr 2024/2025 (Stichtag 30. September 2025) erwirtschaftete dm allein in Deutschland einen Umsatz von 13,27 Milliarden Euro – ein Plus von 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Zugleich verweist Werner auf strukturelle Herausforderungen des Standorts Deutschland. Die hohe Exportquote führe dazu, dass viele Unternehmen im internationalen Wettbewerb mit Anbietern stünden, „die eben andere Rahmenbedingungen haben als Unternehmen, die hierzulande tätig sind“.

Daraus leitet Werner einen grundsätzlichen Appell ab, der über die Wirtschaft hinausgeht. „Wir dürfen nicht nur managen, wir müssen unternehmerisch rangehen“, sagt der dm-Chef. Das gelte „für alle Bereiche unseres Landes und unseres Staates“. Nötig seien mehr Tempo, verlässliche Verwaltungsprozesse und der Mut, Chancen aktiv zu ergreifen, um Wettbewerbsfähigkeit und Vertrauen wieder zu stärken.

Auch zur politischen Debatte um sein früheres Statement zum Umgang mit der Alternative für Deutschland äußert sich Werner. „Damit hatte ich nicht gerechnet“, sagt er mit Blick auf die Heftigkeit der öffentlichen Reaktionen. Sein Anliegen sei es gewesen, „für eine sachliche Debattenkultur einzutreten“ und zwischen Parteien und staatlichen Funktionsträgern zu unterscheiden. Teile seiner Aussagen seien jedoch „aus dem Kontext herausgerissen“ worden, insbesondere in sozialen Medien. Werner warnt davor, dass Unternehmer sich aus Angst vor öffentlicher Zuspitzung aus politischen Debatten zurückziehen: „Dann bleiben am Ende nur noch die Lautsprecher übrig“ – und der notwendige gesellschaftliche Austausch leide. Alexander Wiedmann

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Letzte Aktualisierung: 03. Januar 2026