CEO.Table CEO.Talk

Warum internationales Kapital jetzt nach Europa fließt – und worauf es KKR nun ankommt

Internationale Investoren entdecken Europa als attraktiven Markt mit besseren Risiko-Rendite-Profilen. Für eine nachhaltige Mobilisierung des Kapitals sind jedoch verlässlichere politische Rahmenbedingungen und effizientere Verfahren entscheidend.

31. Januar 2026
Vincent Policard ist Partner und Co‑Leiter des europäischen Infrastrukturgeschäfts von KKR.

Internationale Investoren richten ihren Blick derzeit verstärkt auf Europa – und dabei besonders auf Deutschland, wo sich die Kapitalströme laut der globalen Investmentgesellschaft KKR deutlich beschleunigen. Vincent Policard, Partner und Co‑Leiter des europäischen Infrastrukturgeschäfts von KKR, erklärt im Gespräch mit Table.Briefings: „Die europäischen Märkte bieten derzeit bessere Risiko‑Rendite‑Profile und potenziell geringere politische Risiken als die USA.“

Bereits im vergangenen Jahr zog KKR seine Aktivität in Europa an: So hat die Investmentgesellschaft zwischen 2020 und 2024 im Schnitt rund zwölf Milliarden US‑Dollar pro Jahr in Europa investiert – 2025 waren es bereits etwa 25 Milliarden Euro.

Der wachsende Fokus internationaler Investoren trifft auf einen enormen Kapitalbedarf im Infrastruktursektor. Allein der Ausbau der europäischen Stromübertragungsnetze wird bis 2050 rund 800 Milliarden Euro kosten. Damit dieses Kapital mobilisiert werden kann, müsse der Zugang zu Projekten erleichtert werden, so Policard.

Er verweist darauf, dass Investoren vor allem Verlässlichkeit im politischen und regulatorischen Umfeld sowie effizientere Verfahren erwarten. „Es braucht stabilere, verlässlichere Rahmenbedingungen und vor allem schnellere, planbare Genehmigungsverfahren“, sagt Policard. Investoren achten auf solche ökonomischen Faktoren, „weil sie am Ende darüber entscheiden, ob Projekte finanzierbar und umsetzbar sind.“

Wie solche Investitionen aussehen können, zeigt ein Beispiel aus Großbritannien: Dort haben der Energieversorger RWE und KKR jüngst eine 50:50‑Partnerschaft für die Offshore‑Windprojekte „Norfolk Vanguard East“ und „Norfolk West“ geschlossen, die zusammen auf eine geplante Leistung von rund drei Gigawatt kommen. Für Policard zeigt dieses Modell, dass privates Kapital grundsätzlich bereitsteht, sobald die politischen und regulatorischen Voraussetzungen stimmen.

Briefings wie CEO.Table per E-Mail erhalten

Keine Bankdaten. Keine automatische Verlängerung.

Sie haben bereits das Table.Briefing Abonnement?

Anmelden

Letzte Aktualisierung: 31. Januar 2026