Daten von Padlet zu Taskcards schieben

Welchen pädagogischen Vorteil hat die Migration von Padlet zu Taskcards?

Der pädagogische Vorteil digitaler Pinnwände liegt auf der Hand: Anonyme Brainstormings, Projektplanung und -doku, Kollaboration und so weiter sind so niederschwellig möglich. Die Migration von einem zum anderen Anbieter ist weniger eine pädagogische Frage als vielmehr eine zeitökonomische. Wenn ich als Lehrer bereits Padlet genutzt habe, um meinen Schülerinnen Materialien zur Verfügung zu stellen und jetzt auf ein DSGVO-konformes Tool umsteigen will, dann kann ich mir natürlich sehr viel Zeit sparen. Ich transferiere damit bereits erstellte Materialien oder Sammlungen zum Beispiel von Padlet zu Taskcards. Das bedeutet, ich muss nicht die alten Pinnwände erst mühselig auf der anderen Plattform wieder herstellen, sondern kann Zeit und Kreativität in neue Pinnwände investieren. 

Welche technischen Voraussetzungen brauche ich für den Umzug von Padlet zu Taskcards?

Das Tool, das wir brauchen, ist die App CardIO. Es gibt sie für Macs und für Windows-Laptops. Ich muss die App starten und darauf achten, dass die Ausführung bestätigt wird, da sie noch nicht verifiziert ist. Dann sollten sich mühelos die meisten Padlets zu Taskcards übertragen lassen. (Hier ein Video.) Ich kenne Kollegen, die mit einem Klick bis zu 200 Padlets migriert haben – während sie beim Kaffeetrinken waren. 

Kann man digitale Pinnwände auch im Präsenzunterricht benutzen? 

Digitale Pinnwände wie Taskcards lassen sich generell auch im Präsenzunterricht zur kollaborativen Arbeit nutzen. Ich kann zum Beispiel allein schon ein Brainstorming auf eine Pinnwand machen. Ich präsentiere die meinetwegen vorne via Beamer auf dem Whiteboard. Die  Schülerinnen haben einen QR-Code zu dieser Pinnwand – und jeder kann er seine Gedanken reinschreiben. 

Pro-Tipp

Der Vorteil bei meiner herausfordernden Schülerschaft war zum Beispiel, dass sich anonyme Sammlungen erstellen lassen. Die Schüler tragen ihre Ideen leichter über Knopfdruck und Tastatur auf meiner digitalen Pinnwand vor und wir können das dann als Klassengemeinschaft thematisieren. Wenn ein Teilgeber sich dann zu erkennen geben möchte, weil er stolz auf seinen Beitrag ist, dann kann er das tun. Im Klassenraum eine Idee offen verbal zu äußern fällt in bestimmten Gruppen und bestimmten Schülern aber nicht leicht – weil sofort klar ist, woher es kommt. Für mich schafft der digitale Unterricht mit Pinnwänden also neue Möglichkeiten der Beteiligung, die ich nicht mehr missen möchte. Kooperatives Arbeiten, das zeitgleich dokumentiert und bewahrt wird, ist so erst möglich. 

Kritik

Es gilt darauf zu achten, dass die Ersteller:innen der Materialien auch sicher ihre Besitzer sind und stets aufs Copyright achtzugeben. Ich hoffe nicht, dass Padlet dem einfachen Transfer einen Riegel vorschieben wird. 

Daniel Steh ist Ansprechpartner „für digitales Lernen, Werken und Coolness Training“ an der Albert-Einstein-Förderschule für emotionale und soziale Entwicklung. Er bloggt unter Fortbildungen.dersteh

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