Berlin.Table – Ausgabe 838

Merz und Wüst reichen sich die Hand + Mehr F 35 für die Luftwaffe? + Diskriminierung durch Algorithmen

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Talk of the Town

Besuch im Sauerland: Warum Wüst und Merz sich gerade noch brauchen

An diesem Montag wollen Hendrik Wüst und Friedrich Merz einen Konflikt beenden, den es eigentlich gar nicht gibt. Zwar war der Besuch des Kanzlers bei der Klausurtagung der NRW-CDU im sauerländischen Meschede lange geplant. Trotzdem ist es das erste Aufeinandertreffen der beiden Männer seit der Debatte um einen möglichen Kanzlertausch. Merz will nicht nur ein für alle Mal die Gerüchte um seine Ablösung begraben. Er muss als Parteichef Geschlossenheit erreichen. Zuletzt bröckelte die Unterstützung in der eigenen Partei immer mehr.

Schon die Ankunft des Kanzlers verlief betont harmonisch. Ein lockerer Spruch beim Händeschütteln, viele Bilder, alles recht freundlich. Wüst hatte schon vor Beginn der Klausur betont, der Kanzler habe seine volle Unterstützung. Auch am Montag soll der NRW-Ministerpräsident gleich zu Beginn der Sitzung deutlich gemacht haben, was er von der Debatte halte. Solche Personalspekulationen seien „Quatsch“, er wolle ausdrücklich davor warnen, so Wüst Teilnehmern zufolge. Zwischen dem Ministerpräsidenten und dem CDU-Chef habe es einen „guten Austausch“ gegeben. Die Botschaft ist klar: Bitte gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen.

Für Merz ist das wichtig; er braucht eine Partei, die ihm den Rücken stärkt – gerade mit Blick auf die anstehenden Reformen. Er weiß, dass ihm sonst sowohl in den Gesprächen mit der SPD als auch bei Abstimmungen über mögliche Gesetze die notwendige Autorität zu fehlen droht. Eine Umfrage für den Stern und RTL zeigt zwar, dass eine Mehrheit (53 Prozent) der eigenen Anhänger nicht glaubt, dass die Union von einem Wechsel profitieren würde. Zugleich gaben aber immer noch 41 Prozent der Befragten an, sie glaubten an einen positiven Effekt, sollte es einen Kanzlerwechsel geben. Merz weiß, dass er keine breite Mehrheit hinter sich hat.

Die vergangenen Wochen machen einmal mehr deutlich: Für eine breite Unterstützung in der Partei braucht Merz seinen NRW-Vorsitzenden. NRW ist der größte und mächtigste Landesverband. Der CDU-Chef gehört ihm zwar an, die Zügel hält jedoch Wüst in der Hand. Darüber hinaus ist man in Düsseldorf bestens mit den anderen CDU-Landesverbänden verdrahtet. Wohl auch deshalb hatte Merz seinen Ministerpräsidenten schon bei der Kanzlerkandidatur um Unterstützung gebeten – und sie bekommen.

Zur Wahrheit gehört: Auch Wüst hat ein Interesse daran, die Wogen zu glätten. Die Debatte um einen Kanzlertausch hilft gerade weder dem einen noch dem anderen. In Nordrhein-Westfalen wird 2027 gewählt. Gerüchte über einen möglichen Wechsel des eigenen Spitzenkandidaten nach Berlin kann da keiner in der CDU gebrauchen. Deshalb wird im Umfeld von Wüst dieser Tage von einer „Scheindebatte“ gesprochen, die in Berlin entstanden und groß gemacht worden sei.

Der NRW-Ministerpräsident mag die Frage nach einem Kanzlertausch ausgeräumt haben – aus dem Spiel nimmt er sich nicht. Wüst dürfte weiter interessant bleiben und als Regierungschef des größten Bundeslandes Punkte sammeln wollen. Auslöser für die Spekulationen um einen möglichen Kanzlertausch war sein Besuch in Polen. Spannend wird sein, wie Wüst sein außenpolitisches Profil in den kommenden Monaten weiter ausbauen wird.

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Invitation: 8. June 2026, Berlin: Future at the Table. Innovate & Invest with Reiche, Blessing, Mikus, Wintels et. al. - Free Registration. Table.Briefings

News

Luftverteidigung: Luftwaffeninspekteur bringt zusätzliche F-35-Jets ins Spiel. Der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Holger Neumann, zeigt sich offen für eine Beschaffung weiterer F-35-Kampfjets aus den USA. „Natürlich gibt es Überlegungen in der Luftwaffe, eine höhere Anzahl zu beschaffen, es gibt aber keine mir bekannten Pläne im Verteidigungsministerium“, sagte er Table.Briefings.

Eine Folgebeschaffung hängt mit einem Fortführen des Future Combat Air Systems (FCAS) zusammen. „Je nachdem, wie lange der Aufbau entsprechender europäischer Fähigkeiten dauert, könnten wir zusätzliche Überbrückungslösungen brauchen“, sagte Neumann. Entsprechend will Neumann ab 2035 auch keine modernisierten Eurofighter-Kampfjets bestellen, die zur vierten Kampfjetgeneration gezählt werden. „Die Tranche 5 der Eurofighter wird zwischen 2031 und 2034 ausgeliefert. Ich habe das Verteidigungsministerium gebeten, danach nur noch Flugzeuge der fünften Generation zu beschaffen."

Bei weitreichenden Präzisionswaffen sieht Neumann Alternativen zu US-Systemen wie Tomahawk. Denn anders als angekündigt wollen die USA offenbar keine weitreichenden Tomahawk-Marschflugkörper in Deutschland stationieren. Deep-Precision-Strike-Fähigkeiten (DPS) müssten nicht allein bodengestützt abgebildet werden, sagt Neumann. „Solche Fähigkeiten können auch von See oder aus der Luft bereitgestellt werden. Die F-35 ist als Waffensystem beispielsweise selbst eine DPS-Fähigkeit, weil sie weit in gegnerisches Gebiet eindringen und dort Marschflugkörper einsetzen kann.“

Welche Lehren der Luftwaffen-Inspekteur aus dem Krieg in der Ukraine zieht und was die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung über die Zukunft der Kriegsführung verraten könnte, lesen Sie im Security.Table. Gabriel Bub

Table.Today. "Brauchen wir noch Kampfflugzeuge? Mit Generalleutnant Holger Neumann."

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Bundeswehr: Wie Pistorius den Bau von militärischer Infrastruktur beschleunigen will. Die Bundeswehr soll künftig beim Bau von Kasernen, Munitionslagern, Übungsplätzen und anderen Infrastrukturmaßnahmen auf die Anwendung verschiedener Auflagen verzichten können – unter anderem im Bereich Umweltschutz. „Es werden Ausnahmeregelungen im Liegenschafts- und Umweltrecht sowie beim Schutz und der Widmung militärischer Flächen eingeführt beziehungsweise ergänzt und konkretisiert“, heißt es im Entwurf des Bundeswehr-Infrastrukturbeschleunigungsgesetzes, der Table.Briefings vorliegt.

Die Einsatzbereitschaft der Streitkräfte soll so gestärkt und die Fokussierung auf die Landes- und Bündnisverteidigung unterstützt werden. Insgesamt sollen mehr als zehn Gesetze oder Verordnungen verändert werden. Der Entwurf befindet sich derzeit in der Ressortabstimmung und soll am 1. Juli im Kabinett beschlossen werden. Welche Auflagen gelockert werden und warum die Bundeswehrverwaltung künftig auch Bauprojekte verantworten will, lesen Sie im Security.Table. Wilhelmine Stenglin

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"Helfen die geplanten Reformen, damit die Wirtschaft wächst, Prof. Dr. Grimm?" PKV Jahrestagung 2026 - Zur Anmeldung.

Veronika Grimm ist am 11. Juni dabei - Sie auch? Die „Wirtschaftsweise“ erläutert auf der PKV-Jahrestagung die Empfehlungen des Frühjahrsgutachtens für die Sozialsysteme. Mit ihr und unseren weiteren Gästen diskutieren wir, wie Gesundheit und Pflege generationengerecht und nachhaltig reformiert werden können. Verfolgen Sie die Tagung im Livestream! (Zur Anmeldung)

Kreislaufwirtschaft: Bundesregierung verzichtet auf strengere Regeln für die öffentliche Vergabe. Das Aktionsprogramm für die Umsetzung der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie soll am Mittwoch nach monatelanger Verzögerung ins Kabinett kommen. Auf strengere Regeln für die öffentliche Beschaffung konnte sich die Bundesregierung nicht einigen. Das zeigt die Kabinettsvorlage, die Table.Briefings vorliegt. Die Regierung will nun vor allem Unternehmen in mehrheitlicher Bundesbeteiligung wie die Autobahn GmbH oder die Deutsche Bahn AG dazu anhalten, mehr zirkuläre Produkte zu kaufen. In zwei Jahren soll eine Bewertung darüber folgen, ob sich der Recyclinganteil ausreichend erhöht hat. Welche Konsequenzen dies haben könnte, bleibt offen. Details dazu und zu weiteren wichtigen Punkten, lesen Sie im ESG.Table. Nicolas Heronymus

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Future at the Table. Invitation: Rooftop Investment Cocktail. Free Registration. Table.Briefings

Bafög-Reform: Bundesregierung bremst – wachsender Streit in der Koalition. Nach den Zweifeln aus der Union an der Bafög-Novelle relativiert nun auch die Bundesregierung den Kurs und verweist auf den Finanzierungsvorbehalt im Koalitionsvertrag. Regierungssprecher Stefan Kornelius stellte klar, dass es derzeit keine verbindliche Zusage für die geplanten Erhöhungen gebe, Gespräche dazu liefen noch. Zugleich versucht das Forschungsministerium gegenzuhalten und betont, der Gesetzentwurf werde „mit Nachdruck“ weiter vorbereitet und könne im Juli ins Kabinett kommen. Auslöser der neuen Unsicherheit waren Äußerungen von Forschungsministerin Dorothee Bär und Fraktionschef Jens Spahn, die die Finanzierbarkeit infrage gestellt hatten.

Die SPD widerspricht und pocht auf die Koalitionsvereinbarung. Der Ton wird dabei schärfer. „Die Fachpolitikerinnen und Fachpolitiker von SPD und Union haben sich nach intensiven Verhandlungen bereits verständigt. Diesen Kompromiss jetzt wieder aufzuschnüren, obwohl es keine neue Sachlage gibt, ist so, als würde man kurz vor dem Ziel die Ziellinie verschieben“, sagt die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Wiebke Esdar. Auch der Verweis auf den Finanzierungsvorbehalt trage nicht. Die Reform sei in den Haushaltseckwerten von Lars Klingbeil berücksichtigt.

Der Juso-Vorsitzende Philipp Türmer nannte Bärs Aussagen „skandalös“. Bär wiederhole „saudumme Klischees“ von faulen Studierenden. Damit weitet sich der Streit über das Bafög zunehmend zu einem offenen Koalitionskonflikt aus. Dabei geht es um relativ überschaubare Summen: Für die Reform sind ab 2027 rund 127 Millionen Euro zusätzlich eingeplant, ab 2029 rund 200 Millionen Euro jährlich. Wie Hochschulrektorenkonferenz und Studierendenwerk reagieren, lesen Sie im Research.Table. Nicola Kuhrt

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Diskriminierung durch Algorithmen: Ataman fordert gesetzliche Regelung. Die Antidiskriminierungsbeauftragte appelliert an den Bundestag, den Bereich KI und Algorithmen in die geplante Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) aufzunehmen. Wenn Algorithmen über Jobbewerbungen, Wohnungsvergaben oder Versicherungen entscheiden, müssten Menschen auch dort geschützt werden, sagte Ferda Ataman Table.Briefings. Bisher sei das gesetzlich nicht geregelt. Für solche Fälle brauche es im Einklang mit den Vorgaben aus dem europäischen AI Act zudem einen Auskunftsanspruch. Dann könnten Betroffene und die Antidiskriminierungsstelle (ADS) Einblick in die Funktionsweise eines Algorithmus bekommen. Details und Lösungsvorschläge finden sich in einem im ADS-Auftrag entstandenen Gutachten von 2023.

Deutschland muss bis zum 19. Juni zwei Antidiskriminierungsrichtlinien der EU umsetzen. Aus Atamans Sicht reicht die Anfang Mai vom Kabinett verabschiedete AGG-Reform dafür nicht aus. Die Regierung riskiere daher ein erneutes Vertragsverletzungsverfahren, heißt es in ihrer Stellungnahme zum Gesetz. Am Dienstag stellt die Beauftragte in der Bundespressekonferenz ihren Jahresbericht vor. Okan Bellikli

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Handelskrieg: Auf Gipfel-Harmonie folgen neue Schranken. Die USA und China verschärfen erneut die gegenseitige Kontrolle strategischer Technologien und Investitionen. Während die USA neue Beschränkungen für den Export hochmoderner KI-Chips an Auslandstöchter chinesischer Unternehmen eingeführt haben, stellt die Volksrepublik grenzüberschreitende Geschäfte chinesischer Unternehmen künftig noch stärker unter staatliche Aufsicht.

Peking schafft eine rechtliche Grundlage, um bereits abgeschlossene Transaktionen rückgängig machen. Die Vorschriften richten sich vor allem gegen Praktiken, bei denen chinesische Technologieunternehmen ihre Aktivitäten teilweise nach Singapur oder an andere Standorte verlagern, um leichter ausländisches Kapital einwerben zu können. Das sogenannte „Singapore-Washing“ wird damit ab dem 1. Juli erheblich erschwert. Wie weit die Kontrollen künftig reichen, lesen Sie im China.Table. Marcel Grzanna

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Entwicklung der Rentenbeiträge: Die Deutsche Rentenversicherung rechnet 2028 mit einem Anstieg auf 19,9 Prozent. Aktuell liegt der Beitrag bei 18,6 Prozent. 2029 und 2030 wären es laut der „Frühjahrsfinanzschätzung“ der DRV 20 Prozent. Danach würde der Beitrag den Angaben zufolge auf 20,9 Prozent (2035) und 21,1 Prozent (2040) steigen. Das Rentenniveau sinkt der Schätzung zufolge zwischen 2030 und 2035 von 48 Prozent auf 46,8 Prozent und bis 2040 dann auf 46,4 Prozent. Zuerst berichtete Bild. Okan Bellikli

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Future at the Table. Einladung: Private Capital und Mittelstand. 8. Juni 2026. Kostenlos anmelden. Table.Briefings

Table.Documents

Bericht und Präsentation des BMF zum Monitoring des Sondervermögens

Antwort auf Kleine Anfrage zur Umsetzung von EU-Regeln im Steuerbereich

Unterrichtung zur Bekämpfung der illegalen Beschäftigung

Eckpunkte zum Aktionsprogramm NKWS des BMUKN

Papier zur deutsch-estnischen Innovationspartnerschaft

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Heads

Anke Kahl ist Professorin für Arbeitssicherheit an der Universität Wuppertal und Vorsitzende des Ausschusses für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit (ASGA). Das Gremium ist eines von mehreren beim BMAS angesiedelten Arbeitsschutzausschüssen, in die gerade neue Mitglieder berufen wurden. Die weiteren Vorsitze liegen bei Markus Wilhelm von BASF (Betriebssicherheit), Peter Kämpfer von der Universität Gießen (Biologische Arbeitsstoffe), Stefan Engel von BASF (Gefahrstoffe), Monika Broy von der Unfallkasse NRW (Arbeitsstätten) und Volker Harth vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (Arbeitsmedizin). (BMAS)

Francis Fukuyama, US-Politikwissenschaftler, der mit der umstrittenen und vielfach missverstandenen These vom „Ende der Geschichte“ weltberühmt wurde, empfiehlt Europa, viel selbständiger zu werden. Dem stehe aber das Einstimmigkeitsprinzip innerhalb der EU im Wege. „In der Außenpolitik kann ein kleines Land Entscheidungen anderer EU-Staaten mit einem Veto blockieren“, sagte der 73-Jährige der FAZ. „Europa muss entweder zu einem zweistufigen Europa oder einer Form der Mehrheitsentscheidung übergehen, damit der Kontinent mit einer Stimme sprechen kann.“ Außerdem sei Europa geoökonomisch nicht wettbewerbsfähig, weil der Binnenmarkt noch unvollendet ist. „In den 27 Ländern gibt es unterschiedliche Regulierungssysteme. Deshalb gibt es keine großen europäischen Technologieunternehmen oder Banken, die mit den amerikanischen konkurrieren können.“

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Best of Table

Security.Table: Russland steigert die Zahl der Luftangriffe auf die Ukraine erneut. Je größer die Probleme am Boden, desto aggressiver scheint Moskau aus der Luft vorzugehen. Im Mai griff die russische Armee zivile Ziele in der Ukraine so oft an wie nie zuvor. Wie Kyjiw darauf reagiert, lesen Sie hier.

China.Table: Der usbekische Nationale Investmentfonds geht an die Börse. Erstmals bietet ein zentralasiatisches Land internationalen Anlegern Zugang zu einem breit gestreuten Paket strategisch wichtiger Beteiligungen. Weshalb der frühere kirgisische Premierminister Djoomart Otorbaev dies für einen Schlüsselmoment für ganz Zentralasien hält, lesen Sie hier.

Africa.Table: Nigeria bekommt Unterstützung für seine Luftfahrt. Die Afrikanische Entwicklungsbank schloss mit dem Land eine entsprechende Vereinbarung. Im Interview mit Table.Briefings erklärt Luftfahrtminister Festus Keyamo, was Nigeria dafür tut, damit sich Fliegen in Afrika nicht mehr wie Sammeltaxi-Fahren anfühlt. Welche Wünsche er an die Lufthansa hat, lesen Sie hier.

Security.Table: Worauf sich Krankenhäuser einstellen müssen. In einem Krisen- oder Kriegsfall haben Krankenhäuser überlebenswichtige Aufgaben. Doch infolge der Gesundheits- und Sparpolitik des Bundes könnten sie benötigte Hilfen nicht leisten, mahnt der Geschäftsführer der Berliner Krankenhausgesellschaft Marc Schreiner. Seinen Standpunkt lesen Sie hier.

Security.Table: Reem Alabali Radovan bricht Reise in den Libanon ab. Die Entwicklungsministerin befand sich am Montag bereits im Landeanflug, als ihre Maschine wieder abdrehen musste. Kurz zuvor hatte Benjamin Netanjahu seiner Armee befohlen, Beirut zu bombardieren. Wie der deutsche Einfluss in Nahost weiter schwindet, lesen Sie hier.

Agrifood.Table: Molkerei-Megafusion genehmigt. Deutschlands größte Molkerei, das Deutsche Milchkontor, fusioniert mit dem dreimal größeren Konkurrenten Arla Foods aus Dänemark. Das neue Unternehmen schließt so zur Spitzengruppe der Nahrungsmittelhersteller mit Molkereigeschäft auf. Welche strategische Neuaufstellung geplant ist, lesen Sie hier.

Agrifood.Table: Generationswechsel auf dem Acker. Landwirte in Deutschland und der EU sind vorwiegend älter und männlich. EU-Agrarkommissar Christophe Hansen will das ändern. Warum das BMLEH die Erwartungen an eine Reform dämpft, lesen Sie hier.

Climate.Table: Bund kompensiert deutlich weniger Dienstreisen. Die Bundesregierung gibt für CO₂-Ausgleichsmaßnahmen weniger als ein Zehntel der Summe des Vorjahrs aus. Grund ist die Umstellung auf strengere Standards. Derzeit sind kaum passende Zertifikate auf dem Markt. Warum Experten indessen vor immensen Kostensteigerungen warnen, lesen Sie hier.

Climate.Table: Mehr Klimavertriebene, aber weniger Geld und Schutz. Flucht aufgrund des Klimawandels werde eine „gewaltige Größenordnung“ erreichen, heißt es im Fluchtbericht 2026. Schon jetzt werden 45 Millionen durch Katastrophen vertrieben. Es fehlt an Anpassungshilfen und rechtlichem Schutz. Wie sehr die Migration steigen könnte, lesen Sie hier.

Research.Table: Minimalkonsens beim Wissenschaftszeitvertragsgesetz. Das BMFTR hat wie erwartet einen abgespeckten Entwurf für eine Novelle des WissZeitVG veröffentlicht. Welche Konfliktlinien sich für den Gesetzgebungsprozess abzeichnen, lesen Sie hier.

Research.Table: Fünf-Milliarden-Fonds soll Zukunftstechnologien in Europa halten. Mit dem privat-öffentlichen „Scale-up Europe Fund“ will die EU-Kommission verhindern, dass hiesige Start-ups abwandern, wenn sie wachsen und mehr Kapital benötigen. Wie viel Geld bisher zusammengekommen ist, lesen Sie hier.

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Time.Table

Wirtschaft: Beim Ostdeutschen Wirtschaftsforum hält Friedrich Merz eine Keynote (9:55 Uhr) und nimmt an einem Panel zu Technologie, Energie und Industrie im Standortwettbewerb teil (10:15 Uhr). Zudem hält Karsten Wildberger eine Keynote zu Chancen von Digitalisierung und Staatsmodernisierung für Ostdeutschland (9:10 Uhr). Programm und Livestream

Außenpolitik: Friedrich Merz empfängt Ungarns Ministerpräsidenten Péter Magyar zu dessen Antrittsbesuch im Kanzleramt. 12 Uhr. Gemeinsame Pressekonferenz, 13 Uhr

Bundespressekonferenz: Ferda Ataman stellt mit Eva Andrades, Geschäftsführerin des advd, den Jahresbericht 2025 der Antidiskriminierungsstelle des Bundes vor. 10 Uhr

Gedenken: Frank-Walter Steinmeier besucht die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen. Neben einem Rundgang durch das frühere Stasi-Gefängnis tauscht er sich mit Zeitzeugen aus und legt einen Kranz nieder.

Jugendpolitik: Friedrich Merz trifft rund 40 junge Engagierte aus Mitgliedsorganisationen des Deutschen Bundesjugendrings zu einem Austausch über aktuelle jugendpolitische Themen.

Umwelt: Festakt zum 40. Jubiläum des BMUKN mit Carsten Schneider, Angela Merkel und den ehemaligen Ministern Steffi Lemke, Svenja Schulze, Barbara Hendricks, Peter Altmaier und Jürgen Trittin. Café Moskau, 17 Uhr. Programm

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Must-Reads

FT: EU bekommt Zugang zu Claudes KI-Modell Mythos. Dies bestätigte die Kommission am Montag, nachdem Vertreter der EU in der letzten Woche mit Anthropic verhandelt hatte. Bevor mächtige Modelle wie Mythos veröffentlicht werden, müsste es stärkere Sicherheitsregeln geben, erklärte das US-Unternehmen. Bislang haben nur Unternehmen der kritischen Infrastruktur sowie die die Regierungen der USA und UKs Zugang zu Mythos. („Anthropic offers EU access to Mythos“)

SZ: Plant Peter Thiel nach Argentinien auszuwandern? Tech-Investor Peter Thiel hält sich seit Monaten häufig in Argentinien auf und hat dort offenbar ein Haus für seine Familie erworben. Beobachter verweisen auf mehrere mögliche Gründe: die politische Nähe zur Regierung von Präsident Javier Milei, eine in Kalifornien diskutierte Vermögensabgabe für Milliardäre sowie Thiels langjähriges Interesse an alternativen Wohnsitzen im Ausland. Ob hinter dem Aufenthalt tatsächlich Auswanderungspläne stehen, wollte Argentiniens Regierung auf Anfrage der New York Times nicht bestätigen. („Ein Milliardär und sein Fluchtplan“)

Handelsblatt: Verdi-Chef setzt der Koalition Grenzen. Verdi-Chef Frank Werneke zieht vor den geplanten Reformen der Koalition klare rote Linien. Im Interview warnt er vor Eingriffen beim Streikrecht, einer Anhebung des Renteneintrittsalters, Einschnitten beim Kündigungsschutz und einer Aufweichung des Acht-Stunden-Tages. Sollte die Bundesregierung Reformen in diesen Bereichen planen, schließt Werneke Proteste nicht aus. Ein Maßnahmenpaket zulasten von Beschäftigten und Sozialversicherten werde weder gesellschaftliche Akzeptanz finden noch die politischen Probleme der Koalition lösen. („Ein ‚Reformpaket des Horrors‘ gewinnt keine Wahlen“)

Taz: Treffen der Neonazi-Szene in Brandenburg. Auf einem Bauernhof in Brandenburg haben sich zahlreiche Personen getroffen, die dem völkisch-rassistischen Teil der Neonazi-Szene zugehörig sind. Viele der angereisten Familien verbindet nach taz-Recherchen eine Nähe zur „Artgemeinschaft – Germanische Glaubens-Gemeinschaft wesensgemäßer Lebensgestaltung“. Die Organisation wurde 2023 verboten – unter anderem wegen ihrer rassistischen und antisemitischen Ideologie. Das Treffen wirft nun die Frage auf, ob ehemalige Mitglieder ihre Strukturen trotz des Verbots weiter pflegen. („Trifft sich hier eine Neo­na­zi­sek­te trotz ihres Verbots?“)

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Schlagzeilen von morgen

Meistgelesenes von heute

Heute Abend in den Talkshows

Hart aber Fair, 21:15 Uhr: Ricarda Lang, Sigmar Gabriel, Sven Schulze

unter den linden, 22:15 Uhr: Josef Braml, Guido Steinberg

Pinar Atalay, 23:30 Uhr: Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Anton Hofreiter

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Interviews von morgen

Deutschlandfunk

6:50 Uhr: Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbands: Armutsbericht

7:15 Uhr: Reem Alabali Radovan, Bundesentwicklungsministerin (SPD): Lage im Libanon

8:10 Uhr: Elisabeth Kaiser, Ostbeauftragte der Bundesregierung (SPD): Ostdeutsches Wirtschaftsforum

ARD

6:40 Uhr: Katharina von Schroeder, Save the Children: Ebola

7:15 Uhr: Ines Schwerdtner, Bundesvorsitzende der Linken: Sozialproteste

rbb24–Inforadio

7:05 Uhr: Tobias Schulze, Fraktionsvorsitzender der Linken im Berliner Abgeordnetenhaus: Causa Matthias Hundt

7:25 Uhr: Daniel Gerlach, Chefredakteur von „zenith. Zeitschrift für den Orient“: Lage im Libanon

phoenix

9:05 Uhr: Joachim Ragnitz, ifo Niederlassung Dresden: wirtschaftliche Lage Ostdeutschlands

RTL/ntv

7:40 Uhr: Tim Klüssendorf, SPD-Generalsekretär: Reformpläne

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Geburtstage von morgen

Björn Böhning, Staatssekretär im BMF (SPD), 48

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Nachttisch

Unser Tipp führt Sie heute ins Großbritannien von Maggie Thatcher. Genauer gesagt: Mitten hinein in Thatchers Kampf gegen die Drogen im Vereinigten Königreich. Weil die Premierministerin Ende der 1980er Jahre in den Umfragen schlecht dasteht, sucht sie sich ein neues Thema – und startet eine Kampagne gegen Drogen-Clans im ganzen Land. Den Kampf führen aber nicht gut ausgebildete und ausgestattete Spezialeinheiten; gesucht werden Freiwillige aus den Zollbehörden. Für zwei Frauen und zwei Männer beginnt ein waghalsiges Abenteuer – und ein neues Leben. Tragikomisch, überaus spannend, oft zynisch und auf eine zarte Art immer den Menschen im Blick behaltend. Eine mit einfachen Mitteln produzierte, grandiose Serie. Und nein: Nicht alles ist daran frei erfunden. Stefan Braun

Neil Forsyth: Legends | Netflix

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Das war’s für heute. Good night and good luck!

Heute haben Okan Bellikli, Laura Block, Stefan Braun, Michael Bröcker, Gabriel Bub, Helene Bubrowski, Damir Fras, Daniel Friesen, Marcel Grzanna, Nicolas Heronymus, Franziska Klemenz, Malte Kreutzfeldt, Nicola Kuhrt, Vincent Mikoteit, Leonard Schulz, Sven Siebert, Sara Sievert, Wilhelmine Stenglin und Britta Weppner mitgewirkt.

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