Berlin.Table – Ausgabe 835

Debatte um Wüst als Merz-Ersatz + Paradoxe Förderpolitik + Wirtschaftsforum Neu Denken

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Talk of the Town

Debatte um Wüst als Merz-Ersatz: Wie der Kanzler auf die Avancen aus Düsseldorf reagiert und wie es zu den Berichten kam

Die Spekulationen um einen Wechsel von NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst ins Kanzleramt haben in den vergangenen Tagen die Berliner Republik aufgeschreckt. Allein: Dem Szenario fehlte es an Substanz, und nun reagiert auch der Kanzler mit Empörung und Warnungen an seine eigene Partei.

Im Umfeld von Friedrich Merz heißt es auf Anfrage von Table.Briefings, dies sei eine „naive Idee“, die von einer „gefährlichen Lust an der Zündelei“ zeuge. Es sei immer „einfacher, über Personal zu quatschen, als sich ernsthaft mit den Einkommensteuersätzen oder der Pflegereform zu beschäftigen“, heißt es weiter. Dies darf als Hinweis an jene Wüst-Unterstützer gelesen werden, die aus Sicht des Kanzleramts ein Interesse an den Berichten haben könnten. Der Hintergrund ist indes deutlich profaner, denn konkrete Umsturz-Szenarien gibt es weder in Düsseldorf noch in Berlin. Nur viel Verzweiflung und Frust.

Hendrik Wüst war vergangene Woche nach Polen gereist. Er führte dort hochkarätige politische Gespräche. Er besuchte die Gedenkstätte Auschwitz. Er traf aber auch den Kölner Fußballer Lukas Podolski. Für den Ministerpräsidenten des bevölkerungsreichsten Bundeslandes war das ein angemessenes Programm. Im Schlepptau waren viele Journalisten aus der Bundeshauptstadt, die auf einer solchen Reise immer auch einen besonderen Anlass für eine Berichterstattung über den Gastgeber suchen und offenbar gefunden haben. Doch einen Fahrplan gibt es nicht, zu viele Wenns und Abers würden ohnehin im Weg stehen.

Die parlamentarische Demokratie sieht hohe Hürden für den Kanzlerwechsel im laufenden Betrieb vor. Mit Hilfe eines konstruktiven Misstrauensvotums könnte die Mehrheit im Parlament, auch Schwarz-Rot, Merz abwählen, müsste aber einen neuen Kanzler direkt wählen, auf den sich auch die SPD einigen kann. Warum sollte die SPD ein Interesse an dem populären Landeschef Wüst im Kanzleramt haben, der in die politisch linke Mitte ausgreift? Und warum sollte Wüst vor seiner wichtigen Landtagswahl im Frühjahr 2027 in das Berliner Krisenbündnis gehen, das nach den Landtagswahlen im Herbst im Osten kaum besser dastehen dürfte? Merz müsste schon aus freien Stücken sein Amt aufgeben, in der NRW-CDU nennt das einer „Zermürbungstaktik“, aber dazu gibt es bisher bei Merz keine Anzeichen.

Im Gegenteil: Die Reaktion aus dem Kanzleramt klingt nicht nach einem Rückzug. Mit diesen Spekulationen werde die „Stabilität des Bundestags gefährdet“, heißt es zornig in der Regierungszentrale. Angesichts der Weltkrisen sei das doppelt fahrlässig. „Wer diese Spekulationen anstellt, betreibt das Geschäft der AfD und raubt der politischen Mitte die Autorität.“

Die Reaktion demonstriert einen Kampfgeist, den sich manch einer in der Union gegenüber dem Koalitionspartner SPD wünschen würde. Im Präsidium der CDU soll die Wüst-Berichterstattung am Montag Thema werden. Sie komme zu einem sehr schlechten Zeitpunkt, man arbeite ja gerade sehr konkret an einem Reformplan, heißt es im Merz-Team. Ob der CDU-Chef im wichtigsten Parteigremium mit dieser Strategie dann auf Widerstand trifft, hängt nicht nur von Wüst ab, sondern auch von den einflussreichen Landesvorsitzenden Manuel Hagel (Baden-Württemberg), Boris Rhein (Hessen) und Sebastian Lechner (Niedersachsen). Die haben sich bisher zurückgehalten mit Merz-Kritik, kommen aber in vertraulichen Runden regelmäßig mit Wüst zusammen und stimmen sich eng mit ihm ab. Auf einem Parteitag stehen hinter diesen drei Landesvorsitzenden knapp zwei Drittel der Delegierten. In der NRW-CDU wird darauf verwiesen, dass Wüst die Berichte nicht initiiert habe, dafür würden sich die Journalisten auch gar nicht einspannen lassen. Der Frust in der Partei und in der Bundestagsfraktion sei doch angesichts der desaströsen Umfragen offensichtlich, Selbstkritik wäre auch eine Option, mäkelt ein Bundestagsabgeordneter aus NRW.

In der Partei schauen jetzt viele auf Jens Spahn, den frisch wiedergewählten Fraktionschef. Er spielt als Fraktionsvorsitzender eine zentrale Rolle bei allen Gedankenspielen, ist dem Kanzler qua Amt loyal verbunden, aber eben auch Mitglied der NRW-CDU und keiner, der seine eigenen Ambitionen je versteckt hat. Vor vielen Jahren haben Spahn und Wüst einen Pakt geschlossen: Der eine macht Bundespolitik, der andere das Land. Bisher hat das funktioniert. Dies dürfte spätestens nach einer gewonnenen Landtagswahl auf die Probe gestellt werden, dann wäre für Wüst der Weg an die Spitze der CDU frei.

Was passiert dann mit Spahn? Der CDU-Politiker verfolgt auch im Bund eine eigene Agenda, sammelt alte Partner um sich und schmiedet neue Allianzen. Zu seiner privaten Geburtstagsparty in seinem neuen Domizil am Berliner Schlachtensee hatte Spahn unlängst nicht nur SPD-Fraktionschef Matthias Miersch und den Grünen-nahen Pianisten Igor Levit eingeladen, sondern auch den in der CDU mit maximaler Distanz gesehenen Berliner Zeitungsverleger Holger Friedrich. Der Mann, der die Brandmauer zur AfD kritisiert und auch mal mit Aussagen die jüdische Gemeinde irritiert, ist als Verleger der neuen Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung eine wichtige Stimme des Ostens.

Eines ist sicher: Dass Wüst ins Kanzleramt will und sich das zutraut, pfeifen die Spatzen in der Landeshauptstadt von allen Dächern. Schon im Sommer 2023, in der ersten Krise des CDU-Chefs Merz, hatte Wüst mit einem FAZ-Gastbeitrag vor einem Kleinen Parteitag Merz zur Weißglut gebracht und seine Ambitionen deutlich gemacht. Die Frage ist nur, wann Wüst springt, und wie er Merz dazu bringen kann, zu gehen. Die Debatte hat gerade erst begonnen.

Table.Today. "Exklusiv: Wie Merz auf die Wüst-Spekulation reagiert"

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Konzertierte Aktion? Merz trifft sich mit Gewerkschaftern und Industrieverbänden. Bislang galt der Kanzler als maximal zögerlich bei der Frage, ob er sich nach historischem Vorbild eine neue Konzertierte Aktion mit Arbeitgebern und Gewerkschaften vorstellen könnte. Deshalb erntete er nicht nur aus der SPD Kritik, als es hieß, das vorgesehene Treffen der Regierungsspitze mit den Spitzen beider Seiten am 10. Juni werde fürs Erste eine einmalige Sache bleiben. Inzwischen wird bekannt, dass es an diesem Freitag im Kanzleramt ein Vorbereitungstreffen mit den Hauptgeschäftsführern der Verbände und den Chefs wichtiger Gewerkschaften geben wird, darunter Steffen Kampeter (BDA) und Tanja Gönner (BDI). Eingeladen sind dazu die Gewerkschaftschefs der IG Metall, Christiane Benner, und der IGBCE, Michael Vassiliadis, aber auch die DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi und Verdi-Chef Frank Werneke. Was als Vorbereitung gedacht ist, kann auch als Bemühen des Kanzleramts gelesen werden, nun doch zu allen Beteiligten mehr die Nähe zu suchen. Stefan Braun

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News

Förderpolitik: Warum größere Unternehmen von staatlichen Mitteln mehr profitieren. Staat und Unternehmen in Deutschland investieren mehr als fast jedes andere Land der Welt in Forschung und Entwicklung (FuE) – und doch mangelt es an Innovation. Der Thinktank Dezernat Zukunft hat dieses Paradox analysiert. Rund 64 Prozent der Fördermittel fließen demnach an Firmen mit mehr als 250 Beschäftigten sowie an Unternehmen, die seit über 20 Jahren am Markt sind. Junge Unternehmen erhalten dagegen nur etwa zehn Prozent. Grundlage der Untersuchung, die Table.Briefings exklusiv vorliegt, sind rund 40.000 laufende Förderprojekte, die mit Unternehmensdaten und Technologie-Reifegraden (TRL) verknüpft wurden. Die Autoren sehen darin eine strukturelle Pfadabhängigkeit: Wer bereits Fördererfahrung und administrative Kapazitäten hat, hat bessere Chancen auf weitere Mittel.

Zugleich konzentriert sich die Förderung stark auf mittlere Entwicklungsphasen. Gefördert werde damit vor allem die Weiterentwicklung bestehender Technologien, nicht aber disruptive Innovation. Das stabilisiere bestehende Marktstrukturen und verstärke die „Mitteltechnologie-Falle“, heißt es in der Studie. Für die Innovationsfähigkeit sei das problematisch, da neue Marktteilnehmer besonders häufig radikale Innovationen hervorbringen. Welche Reformoptionen die Autoren vorschlagen, lesen Sie im Research.Table. Nicola Kuhrt

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Wirtschaftsforum Neu Denken: Debatten über Europas Zukunft. „Kann Europa Zukunft?“ – so lautet die zentrale Frage beim 9. Wirtschaftsforum Neu Denken in Palma de Mallorca, bei dem Table.Briefings auch in diesem Jahr wieder Medienpartner ist. Stargast bei der von der TV-Journalistin Sabine Christiansen und dem mallorquinischen Unternehmer Willi Plattes gegründeten Konferenz ist Ex-Bundespräsident Joachim Gauck.Table.Briefings-Chefredakteur Michael Bröcker und die Podcasterin Dagmar Rosenfeld sprechen mit ihm über Deutschland und Europa in geopolitisch turbulenten Zeiten.

Weitere Teilnehmer der ausverkauften Konferenz sind unter anderem: MSC-Chairman Wolfgang Ischinger, der US-Experte und Trump-Unterstützer Ken Weinstein, die Ökonomen Jörg Rocholl, Gabriel Felbermayr und Ann-Kristin Achleitner, der deutsch-indische Investor Sumeet Gulati, die Sicherheits-Expertin Susanne Wiegand, der Airbus-Manager Michael Schöllhorn, Otto-Aufsichtsrat Alexander Birken und Headline-Investor Christian Miele. Weitere Referenten sind: Österreichs Ex-Kanzler Sebastian Kurz, Auto1-Aufsichtsratschef Hakan Koç und Torsten Toeller, Geschäftsführer von Fressnapf.

Anlässlich des Forums erscheint der Podcast Table.Today mit zwei Sonderausgaben. Darin hören Sie am Wochenende auch eine Live-Schalte zum FDP-Parteitag, wo Wolfgang Kubicki zum neuen Parteichef gewählt werden soll. Am Samstag fassen wir im CEO.Table die Erkenntnisse der Konferenz zusammen. Mehr Informationen finden Sie hier. Florian Fischer

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Wir sind die Weitblick-für-die-Pflege-Versicherung. PKV

Hätten Sie’s gedacht? 130.000 Pflegekräfte zusätzlich braucht Deutschland in 5 Jahren. Dabei fehlen schon heute Fachkräfte in der Pflege. Diese Lücke kann wohl nur mit besseren Gehältern geschlossen werden. Die Kosten für Pflege steigen also weiter. Darauf sollten wir uns vorbereiten – mit Pflegeprävention und mehr kapitalgedeckter Vorsorge in der PKV. (mehr auf pkv.de)

AfD in Sachsen-Anhalt: Wie ein Verwaltungsgericht die Partei einschätzt. Das Verfahren zur Einstufung der AfD Sachsen-Anhalt als gesichert rechtsextrem durch den Landesverfassungsschutz ist derzeit zwar ausgesetzt; doch dieselbe Kammer des Verwaltungsgerichts Magdeburg, die darüber urteilen soll, äußerte sich über den Landesverband an anderer Stelle deutlich. Die AfD Sachsen-Anhalt sei eine „Vereinigung, die gegen die verfassungsmäßige Ordnung der Bundesrepublik Deutschland gerichtete Bestrebungen verfolge“, heißt es in Gerichtsentscheidungen aus dem Jahr 2025 (Aktenzeichen: 1 A 149/23 MD; 1 A 191/23 MD; 1 A 201/23 MD). Damals entzog das Gericht zwei aktiven und einem ehemaligen AfD-Mitglied das Recht auf das Tragen von Waffen.

Die AfD nehme nach außen „eine kämpferisch-aggressive Haltung gegenüber den elementaren Grundsätzen der Verfassung“ ein. Sie untergrabe fortlaufend die grundgesetzlich garantierte Menschenwürde, heißt es in den Entscheidungen. Sie wende sich „kämpferisch-aggressiv gegen das Demokratieprinzip“. Maßgebliche Akteure würden mit systematischen Beschimpfungen, Verdächtigungen und Verunglimpfungen von Repräsentanten und Institutionen des Staates das Vertrauen der Bevölkerung in die parlamentarische Staatsverfassung als Ganzes in Frage stellen.

Die Begründungen des Gerichts entsprechen eben jenen Kriterien, die eine Einstufung als „gesichert rechtsextrem“ erfordert. In Sicherheitskreisen kursiert gerade angesichts dieser Klarheit im Urteil einige Verwunderung darüber, dass die entsprechende Kammer noch immer kein Urteil über die Klage des Landesverbands gefällt hat. Das Landesamt für Verfassungsschutz hat die AfD in Sachsen-Anhalt bereits 2023 als gesichert rechtsextrem eingestuft. Franziska Klemenz

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Wohngeld-Kürzung: Kommunen fürchten Kostenexplosion. Bauministerin Verena Hubertz soll im kommenden Jahr eine Milliarde Euro einsparen. Nur wo? Höchstwahrscheinlich wird sie beim Wohngeld den Rotstift ansetzen. Wie genau diese Kürzung ausgestaltet wird, ist noch nicht ausformuliert. Allerdings befürchten manche Kommunen schon jetzt, dass es zu ihren Lasten passieren wird. Momentan werden zwei Einspar-Optionen diskutiert, wie Table.Briefings erfuhr. Die erste Möglichkeit wäre, die Voraussetzungen für die Leistung zu verschärfen, sodass weniger Menschen sie beziehen können. Ein Teil von ihnen hätte dann voraussichtlich Anspruch auf Bürgergeld samt Kosten der Unterkunft (KdU). Die KdU werden zunächst von den Kommunen ausgezahlt, wohingegen die Kosten des Wohngeldes zwischen Bund und Ländern aufgeteilt werden. Allerdings erstattet der Bund bei der KdU den Kommunen ein Großteil der Kosten – je nach Bundesland zwischen knapp 70 und knapp 80 Prozent.

Trotzdem wäre es zunächst mal eine Mehrbelastung. Eine andere Variante, die Kommunen ebenfalls belasten würde, wäre das Aussetzen der sogenannten Dynamisierung des Wohngeldes. Das Ministerium ist gesetzlich verpflichtet, alle zwei Jahre das Wohngeld an die Entwicklung von Mieten und Einkommen anzupassen. Die nächste Anpassung ist bisher zum 1. Januar 2027 vorgesehen, die dazugehörige Verordnung ist für Herbst geplant. Durch die jüngste Erhöhung im Jahr 2025 ist die Zahl der Wohngeld-Haushalte von 1,6 Millionen auf schätzungsweise 1,9 Millionen gestiegen. Das hat die Kommunen tendenziell entlastet, weil dadurch weniger Haushalte auf Bürgergeld und KdU angewiesen sind. Auf Anfrage wollte sich das BMWSB nicht äußern. Laura Block, Okan Bellikli

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LNG-Vertrag mit Kanada: SEFE will auch nach 2050 noch fossiles Gas importieren. Das bundeseigene Gasunternehmen SEFE (die ehemalige Gazprom Germania) hat am Mittwoch eine Absichtserklärung zum Import von Flüssigerdgas aus Kanada abgeschlossen. Geplant sind Lieferungen von einer Million Tonnen LNG pro Jahr, die Anfang der 2030er-Jahre beginnen und bis zu 20 Jahre laufen sollen. Damit ist der mit Kanada geplante Vertrag deutlich langfristiger als die bisher geschlossenen Lieferverträge. Durch die mögliche Laufzeit bis in die 2050er-Jahre könnte er zu Konflikten mit den deutschen und europäischen Klimaneutralitätszielen führen, sofern SEFE wie bisher vor allem europäische Kunden beliefert. Trotzdem begrüßte Wirtschaftsministerin Katherina Reiche die Vereinbarung als „Ausdruck einer strategischen Partnerschaft“. Mehr Details lesen Sie im Climate.Table. Malte Kreutzfeldt

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Mobiler Satellitenfunk: EU-Kommission will Frequenzvergabe neu regeln. Im erdnahen Orbit konkurrieren immer mehr Satelliten um begrenzte Frequenzen und sichere Umlaufbahnen. Damit wächst auch der geopolitische Konflikt um die Kontrolle kritischer digitaler Infrastruktur. Vor diesem Hintergrund hat die EU-Kommission jetzt einen Vorschlag für eine neue EU-weite Vergabe des Zwei-Gigahertz-Frequenzbands für mobile Satellitendienste (MSS) vorgestellt. Die bisherigen Nutzungsrechte, die US-Unternehmen inne haben, laufen 2027 aus. Künftig will die Kommission die Frequenzen zentral auf EU-Ebene vergeben, um satellitengestützte Mobilfunkdienste, Direct-to-Device-Kommunikation (D2D) und eine sichere europäische Kommunikationsinfrastruktur auszubauen. Die heutige nationale Fragmentierung soll beendet werden. Wie die Kommission europäische Anbieter stärken will, lesen Sie im Europe.Table. Corinna Visser

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Forschungs-Fonds: Macron hofft auf europäische Technologiekoalition. Der französische Präsident hat die Regierungen in der EU sowie Forschungseinrichtungen dazu aufgerufen, sich hinter dem gemeinsamen Ziel zu vereinen, die europäische Souveränität über strategische Technologien wie Chips, Quantentechnologie und KI zu sichern. Sein Vorschlag ist, eine Forschungs- und Technologiekoalition zu bilden. „Wir müssen die öffentlichen Labore unseres Landes zusammenbringen und gemeinsam mit den engagiertesten Ländern ein echtes gemeinsames Programm rund um die Europäische Kommission verfolgen“, sagte Emmanuel Macron bei einer Rede im Supercomputing-Zentrum der Atomenergiebehörde CEA in Bruyères-le-Châtel. Welche Forschungseinrichtungen er dabei im Blick hat und warum er für die Finanzierung gemeinsame europäische Schulden für erforderlich hält, lesen Sie im Research.Table. Nicola Kuhrt

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Reservestärkungsgesetz: Was das BMVg mit Reservisten vorhat. Das Verteidigungsministerium will Reservisten künftig auch ohne Spannungs- oder Verteidigungsfall verpflichtend zum Dienst heranziehen können. Das geht aus dem Referentenentwurf für das Reservestärkungsgesetz hervor, der Table.Briefings vorliegt. Damit könnten alle, die den freiwilligen Wehrdienst absolviert haben, bis kurz nach ihrem 45. Geburtstag für die Reserve verpflichtet werden. Wer ein Jahr oder länger ununterbrochen Berufssoldat oder Soldat auf Zeit war, könnte sogar bis kurz nach seinem oder ihrem 65. Geburtstag für Reservedienstleistungen beordert werden.

Das Reservestärkungsgesetz soll am 1. Juli im Kabinett geeint werden und noch in diesem Jahr durch den Bundestag gehen. Bis 2033 soll die Reserve der Bundeswehr auf mindestens 200.000 Reservistinnen und Reservisten anwachsen. Zum Ende des vergangenen Jahres gab es rund 60.000 beorderte Reservisten. Wie das Verteidigungsministerium mit dem Gesetz auf Arbeitgeber zugehen will, lesen Sie im Security.Table. Gabriel Bub

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Table.Today Podcast

Aminata Touré will Ministerpräsidentin Schleswig-Holsteins werden. Am Dienstagabend gab die Sozialministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin bekannt, dass sie im Frühjahr 2027 als Spitzenkandidatin der Grünen ins Rennen gehen möchte. Obwohl Grüne und CDU auf Bundesebene momentan nicht zueinander finden, möchte Touré auch nach 2027 eine Landesregierung mit der CDU weiterführen. Auch wenn es auf beiden Seiten schmerzhafte Kompromisse gegeben habe, „regieren wir einfach gerne gemeinsam“, sagt sie im Podcast. Ob sich die 33-Jährige für ihren Wahlkampf ein Vorbild am Erfolg von Cem Özdemir nimmt und ob sie daran glaubt, dass Union und Grüne auf Bundesebene irgendwann einmal eine Regierung bilden, hören Sie ab 5 Uhr hier. Florian Fischer

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Table.Documents

Heads

Christian Lindner ist neues Mitglied im Advisory Council der Boerse Stuttgart Group. Weitere Mitglieder sind unter anderem der frühere italienische Ministerpräsident Enrico Letta, Ex-Bundesbank-Chef Axel Weber und Fleur Pellerin, ehemalige Ministerin für Digitale Wirtschaft, Außenhandel und Kultur in Frankreich. (Boerse Stuttgart)

Carsten Dehner verlässt nach mehr als zehn Jahren die Pressestelle des Innen- und Digitalministeriums in Baden-Württemberg und wird Referatsleiter 26, Glücksspielrecht und Melderecht. Michael Bröcker

Alexis Tsipras ist in die Politik zurückgekehrt. Mit dem neuen Bündnis Griechische Linke Koalition (Elas) will er die zersplitterte Linke des Landes zusammenführen. Im nächsten Jahr sind Wahlen. Als Premierminister legte er sich während der Staatsschuldenkrise 2015 immer wieder mit internationalen Geldgebern an. („Handelsblatt“)

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Best of Table

China.Table: Unklare Strategie gegenüber Peking. Katherina Reiche fand in Peking klare Worte zu unfairem Wettbewerb und Reziprozität. Doch hinter dem selbstbewussten Ton bleibt offen, wie Berlin seine Interessen gegenüber China tatsächlich durchsetzen will. Welche Argumentation Chinas Regierung Reiche entgegensetzte, lesen Sie hier.

China.Table: Wie China eine Vereinbarung mit den USA auslegt. Peking verkauft eine beim Trump-Gipfel vereinbarte „konstruktive strategische Stabilität“ als Durchbruch in den Beziehungen zu den USA. Dahinter verbirgt sich ein weitreichendes Konzept, das China große Interpretationsspielräume verschafft. Was das für Taiwan und Europa bedeutet, lesen Sie hier.

Climate.Table: Warum die UNGA-Resolution zum IGH-Klimagutachten wichtig ist. Die UN-Generalversammlung hat das Klima-Gutachten des Internationalen Gerichtshofs (IGH) mit großer Mehrheit begrüßt. Die Resolution sei besonders für vulnerable Staaten wichtig, schreibt Lee-Anne Sackett, Vanuatus Sondergesandte für Klimagerechtigkeit. Wie sie das begründet, lesen Sie hier.

Security.Table: Ukrainischer Delegationschef in Europa. Der Besuch von Rustem Umerow in Brüssel und Berlin Anfang der Woche dürfte im Zusammenhang mit Russlands jüngsten Angriffen auf Kyjiw stehen. Denn diese haben ein zentrales Problem der ukrainischen Luftverteidigung in den Vordergrund gestellt. Was die Ukraine sich von den europäischen Partnern nun erhofft, lesen Sie hier.

Research.Table: Was im Bereich klimaneutrale Energieerzeugung geplant ist. Zwei Technologien hebt das Konzept der Bundesregierung hervor: eine Forschungsinitiative Tiefengeothermie und einen Forschungshub Wasserstoff. Was Experten zu den Plänen sagen, lesen Sie hier.

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Time.Table

Gesundheit: Verdi ruft bundesweit an Krankenhäusern zu Betriebsversammlungen und Protesten gegen das GKV-Spargesetz auf.

Verteidigung: Boris Pistorius berät in Kanada mit Regierungsvertretern über Sicherheit in der Arktis und die Vorbereitung des Nato-Gipfels.

Europa: Die EU-Außenminister treffen sich in Zypern zu informellen Gesprächen.

Ehrenamt: Frank-Walter Steinmeier spricht bei einer Generalprobe der Berliner Philharmoniker Begrüßungsworte an rund 1.000 ehrenamtliche Engagierte. 10 Uhr

Gedenken: Karin Prien und Dietmar Woidke besuchen die Gedenkstätte Sachsenhausen. 11 Uhr

Wirtschaft: Das ifo Institut veröffentlicht Ergebnisse der Konjunkturumfragen zum Geschäftsklima in Ostdeutschland für Mai 2026.

Soziales: Das Statistische Bundesamt legt Zahlen zu Sozialleistungen des Staates zwischen 1991 und 2025 vor.

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8. Juni 2026, Berlin: Future at the Table - Free Registration

Save the Date

Future at the Table – Innovate and Invest: Ein globales Who-is-who aus Wirtschaft und Politik trifft sich Anfang Juni in Berlin zu Superreturn, ILA, Juni Future Week und Bio:Cap. Am 8. Juni bringen Martin Blessing, Kanzler-Beauftragter für Investitionen, und Table.Briefings die spannendsten Köpfe im neuen Format Future at the Table – Innovate and Invest zusammen. Unter anderem kommen Ministerin Katherina Reiche, KfW-CEO Stefan Wintels, Kenfo-CEO Anja Mikus, Cerberus-Chef Seth Plattus, Delos-CEO Nikolaus Hagl, Telekom-CCO Elke Anderl, KKR-MD Laura Schröder, Zalando-Gründer Robert Gentz, Achim Berg von Viessmann, Tesla-Geschäftsführer André Thierig. Programm-Updates und den kostenlosen Anmeldelink finden Sie hier.

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Must-Reads

Taz: Daniel Peters’ zäher Wahlkampf. Den CDU-Chef von Mecklenburg-Vorpommern ärgert, dass mit Umfragen Politik gemacht würde; er sehe sich als „Opfer eines Zuspitzungswahlkampfes“ zwischen SPD und AfD. Zudem hatte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer kürzlich die Wiederwahl von Manuela Schwesig empfohlen. Auch empfindet Peters „nicht jeden Auftritt des Kanzlers als glücklich“. Und: Ihm fehlen die Koalitionsoptionen: Mit der SPD ist er im Streit, die Linke empfindet er als zu radikal, mit der AfD will er nicht. („‚Die Linkspartei ist ein Fall für den Verfassungsschutz‘“)

Spiegel: Korruptionsverdacht beim Panzerbauer KNDS. Das deutsch-französische Unternehmen steht im Verdacht – verschleiert durch eine komplizierte Konstruktion aus Scheinfirmen und Joint Ventures –, Zahlungen in Millionenhöhe an einen katarischen General für die Vermittlung von Waffenlieferungen mit dem dortigen Militär geleistet zu haben. Die Bundesregierung plant derzeit, mit rund acht Milliarden Euro einen Anteil von 40 Prozent an dem Konzern zu kaufen. („Die klebrigen Katargeschäfte des Panzerbauers KNDS")

FAZ: Produktivitätsschub durch Robotik und KI erwartet. Die Unternehmensberatung Boston Consulting geht davon aus, dass Fortschritte in der Robotik und sinkende Kosten für Künstliche Intelligenz die Lohn- und Energiekosten der deutschen Industrie bald stark reduzieren werden. Dadurch könne Deutschland den chinesischen Wettbewerbsvorteil in der Automobilindustrie deutlich verringern und bei der Lebensmittelproduktion für den heimischen Markt sogar an China vorbeiziehen. („Ist „Made in Germany“ noch zu Retten?“)

Nicht überlesen!

Handelsblatt: Der wirtschaftliche Schaden eines US-Abzugs. Ökonomen aus Köln und Mannheim haben die Abzüge nach dem Kalten Krieg ausgewertet: Jeder abgezogene Soldat kostet etwa einen halben Arbeitsplatz, 61 Prozent der Jobverluste entstehen nicht auf den Basen selbst, sondern im lokalen Gewerbe. Zehn Jahre später sind Beschäftigung und Kommunaleinnahmen noch immer spürbar niedriger – und betroffene Arbeitnehmer verdienen dauerhaft weniger. Trotzdem sei die Stationierung ausländischer Streitkräfte ein „eher ineffektives Instrument zur Schaffung lokaler Arbeitsplätze“. („So trifft ein US-Truppenabzug die deutsche Wirtschaft")

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Schlagzeilen von morgen

Meistgelesenes von heute

Heute Abend in den Talkshows

phoenix runde, 22:15 Uhr: Hans-Jürgen Völz, Cordula Tutt, Christoph Butterwegge, Christine Dankbar

Markus Lanz, 23.15 Uhr: Jan van Aken, Sönke Neitzel, Andrey Gurkov und Table.Briefings-Chefredakteurin Helene Bubrowski

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Interviews von morgen

Deutschlandfunk

6:50 Uhr: Till Steffen, Delegationsleiter (Grüne): Bundestagsdelegation in Taiwan

7:15 Uhr: Oleksii Makeiev, ukrainischer Botschafter: Angriffe auf Kyjiw

8:10 Uhr: Johannes Fechner, Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD: Gesetz gegen Ausbeutung

ZDF

6:36 Uhr: Holger Lösch, BDI: Lage der ostdeutschen Wirtschaft

7:06 Uhr: Finn Flebbe, Vorsitzender der Jungen Liberalen: FDP-Bundesparteitag

8:10 Uhr: Mandy Mangler, Ärztin: Internationaler Aktionstag für Frauengesundheit

rbb24–Inforadio

7:05 Uhr: Axel Drecoll, Leiter der Gedenkstätte Sachsenhausen: Jugendliche in Gedenkstätten

7:25 Uhr: Volker Treier, Außenwirtschaftschef der DIHK: Folgen des Irankriegs für die Wirtschaft

9:05 Uhr: Michael Rimmel, Leiter des Israel-Büros der KAS: Israel nach drei Monaten Irankrieg

phoenix

12 Uhr: Sven Schulze, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt (CDU): Lage der ostdeutschen Wirtschaft

12:15 Uhr: Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern (SPD): Lage der ostdeutschen Wirtschaft

RTL/ntv

7:35 Uhr: Wolfgang Kubicki, designierter Parteivorsitzender (FDP): Zustand der Bundesregierung und Zukunft der FDP

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Geburtstage von morgen

Boris Palmer, Oberbürgermeister von Tübingen, 54

Frank Schätzing, Schriftsteller, 69

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Nachttisch

Unser Tipp führt Sie heute tief in die menschliche Psyche. In dem von der New York Times als eines der Bücher des Jahres ausgezeichneten Sachbuch „Strangers to Ourselves“ erzählt die US-amerikanische Journalistin Rachel Aviv die Geschichte von mentaler Krankheit und Psychologie – anhand von sechs echten Fällen. Einer dieser Fälle ist sie selbst: Aviv erhielt im Alter von sechs Jahren die Diagnose Magersucht, sie galt damals als jüngste Magersucht-Patientin des Landes. Ihre eigene Behandlungs- und Heilungsgeschichte verwebt sie mit denkbar konkreten Schilderungen, die dem von der Gesellschaft oft Ausgeklammerten Worte und somit Begreifbarkeit geben. Franziska Klemenz

Rachel Aviv: „Strangers to Ourselves“ | Harvill Secker/Penguin

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Das war’s für heute. Good night and good luck!

Heute haben Okan Bellikli, Laura Block, Stefan Braun, Michael Bröcker, Gabriel Bub, Helene Bubrowski, Florian Fischer, Damir Fras, Daniel Friesen, Franziska Klemenz, Malte Kreutzfeldt, Nicola Kuhrt, Vincent Mikoteit, Leonard Schulz, Corinna Visser und Britta Weppner mitgewirkt.

Der Berlin.Table ist das Late-Night-Briefing für die Table.Media-Community. Wenn Ihnen der Berlin.Table gefällt, empfehlen Sie uns bitte weiter. Wenn Ihnen diese Mail weitergeleitet wurde: Hier können Sie sich kostenlos anmelden.

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