Wadephul über Westerwelle: Libyen-Entscheidung hilft mir bis heute

18. März 2026
Johann Wadephul und Joachim Gauck (picture alliance/dpa/Annette Riedl)

Wadephul über Westerwelle: Libyen-Entscheidung hilft mir bis heute. Bei der Gedenkveranstaltung anlässlich des 10. Todestags des früheren FDP-Chefs und Vizekanzlers Guido Westerwelle hat Außenminister Johann Wadephul ungewöhnlich deutlich dessen damalige Entscheidung gelobt, sich in der Libyen-Krise 2011 nicht zu engagieren. „Diese Zurückhaltung hilft mir bis heute“, betonte der CDU-Politiker. Westerwelle und die damalige Kanzlerin Angela Merkel, die auch unter den Gästen war, hatten nach Ausbruch des Bürgerkriegs in Libyen 2011 entschieden, sich im UN-Sicherheitsrat zu enthalten. Damals sei der Beschluss hoch umstritten gewesen, so Wadephul. Heute aber, da er sich wegen des Iran-Krieges unermüdlich um den Nahen Osten und mögliche Wege zum Frieden bemühe, helfe ihm Deutschlands guter Ruf in der arabischen Welt, der auch auf dem damaligen Beschluss gründe.

Die Veranstaltung fand unter dem Eindruck der großen Krise der FDP statt. Zahlreiche ehemalige Parteispitzen und Minister waren anwesend, unter ihnen Bettina Stark-Watzinger, Marco Buschmann und Philipp Rösler. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner lobte Westerwelles Leidenschaft für Demokratie, Freiheit und offene Debatten. Er habe all das „gelebt und verkörpert“. In der tiefen Überzeugung, dass zur Verteidigung der Demokratie auch die Verteidigung der Meinungsfreiheit gehöre. Westerwelle habe sich auch dort in Debatten gestürzt, wo die Leute zunächst kritisch auf ihn schauten. „Die beste Antwort auf die Krise der Demokratie ist, sie zu leben“, sagte Klöckner. Ein Satz, der auch dem rhetorisch gestrengen Altbundespräsidenten Joachim Gauck gefiel. Stefan Braun

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Letzte Aktualisierung: 18. März 2026