Umfrage zu Trump 2.0: Die Europäer sind pessimistisch

19. Januar 2026
Nur 16 Prozent der Europäer sehen die USA als Verbündeten an

Umfrage zu Trump 2.0: Die Europäer sind pessimistisch. Ein Jahr nach der Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus nimmt nur noch ein kleiner Teil der Europäer die Vereinigten Staaten als verlässlichen Partner wahr. Das geht aus einer Umfrage hervor, die der European Council on Foreigns Relations (ECFR) weltweit unter fast 25.000 Menschen gemacht hat. Nur noch 16 Prozent der Befragten in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Polen, Dänemark, Estland, Portugal, Ungarn und Bulgarien betrachten die USA als Verbündeten. Dagegen sehen 20 Prozent die USA als Rivalen oder Gegner an. Kaum jemand erwartet, dass die USA in den kommenden Jahren ihren globalen Einfluss verlieren werden. Allerdings glauben weniger Menschen als noch vor einem Jahr, dass die Wiederwahl Trumps gut für ihre eigenen Länder und den Weltfrieden war.

Viele Europäer sähen in der Zukunft eher ein Risiko als eine Chance. Die Daten bestätigten, dass die Europäer heute zu den größten Pessimisten der Welt gehörten, heißt es in der ECFR-Studie. 46 Prozent der Europäer glaubten nicht, dass die EU auf Augenhöhe mit den USA oder mit China verhandeln könne. Vor gut einem Jahr lag dieser Wert bei 42 Prozent. Die Autoren der Studie – der britische Historiker Timothy Garton Ash, der bulgarische Politologe Ivan Krastev und ECFR-Direktor Mark Leonard – sprechen von einer Welt, „in der das Handeln der USA – einst Europas treuester Verbündeter – dazu beiträgt, China wieder zu stärken und eine multipolare Weltordnung herbeizuführen“.

Trump habe offenbar entschieden, dass eine Großmacht eher gefürchtet als geliebt werden sollte. Darauf deute die US- Intervention in Venezuela hin. Und die Europäer müssten sich damit abfinden, „dass selbst ein einst enger Verbündeter der USA wie Dänemark mit der Annexion Grönlands bedroht wird, fast so, als wäre ein Nato-Mitglied ein Feind“. Die Autoren raten europäischen Politikern, realistisch und mutig zugleich zu sein: „In einer Ära von Veränderungen, wie sie seit einem Jahrhundert nicht mehr vorgekommen sind, müssen sie neue Wege finden, um nicht nur in einer multipolaren Welt zurechtzukommen, sondern um selbst zu einem Pol in dieser Welt zu werden – oder unter den anderen zu verschwinden.“ Damir Fras

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Letzte Aktualisierung: 19. Januar 2026