Steinmeier in Schweden: Keine akute Bedrohung trotz der US-Abzugspläne

06. Mai 2026

Steinmeier in Schweden: Keine akute Bedrohung trotz der US-Abzugspläne. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich in Stockholm für eine raschere Stärkung der europäischen Säule der Nato ausgesprochen. Mit Blick auf den angekündigten Abzug von Tausenden US-Soldaten aus Deutschland sagte er: „Je weniger Truppen die USA in Europa stationieren, desto mehr muss Europa selbst tun.“ Dazu trügen die Bemühungen Schwedens erheblich bei, sagte er bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Ministerpräsident Ulf Kristersson, insbesondere im Ostseeraum und an der Nato-Ostflanke. Kristersson forderte, „die Sicherheit und Widerstandsfähigkeit Europas durch unsere erfolgreiche Verteidigungsindustrie“ weiter zu stärken.

Schweden trat erst 2024 der Nato bei. Seitdem hat das jüngste Mitglied der Allianz seine Verteidigungsausgaben erheblich erhöht. Laut Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri gab Schweden im vergangenen Jahr 16,5 Milliarden US-Dollar für sein Militär aus – das entsprach 2,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Wie Kristersson begrüßte Steinmeier Mehrausgaben der europäischen Nato-Mitglieder für Verteidigung und sprach sich für eine „stärkere Balance der Lastentragung zwischen den USA und Europa“ aus. Zugleich forderte er von Washington Garantien zum Schutz der europäischen Nato-Mitglieder: „Wir müssen uns darauf verlassen können.“ Eine akute Bedrohung für die Sicherheit Deutschlands und Europas durch die US-Abzugspläne wies er zurück: „Noch sind strategische Stützpunkte nicht in Gefahr.“ Weshalb Steinmeier Schweden als Vorbild für ein von ihm gefordertes soziales Pflichtjahr sieht, lesen Sie im Security.Table. Markus Bickel

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Letzte Aktualisierung: 06. Mai 2026