Scharfe Kritik per Brief: Manfred Weber distanziert sich von Markus Söder

25. Mai 2026

Scharfe Kritik per Brief: Manfred Weber distanziert sich von Markus Söder. Der stellvertretende CSU-Vorsitzende Manfred Weber hat in einem fünfseitigen „Pfingstbrief“ die CSU zu einem neuen Kurs der sicherheitspolitischen Verantwortung und der rhetorischen Zurückhaltung aufgefordert. Immer wieder distanziert sich Weber in dem Schreiben an die Mitglieder der CSU indirekt von CSU-Chef Markus Söder. So kritisiert Weber wiederholt eine Politik, die auf „Schlagzeilen“, „Klickzahlen“, „Botschaften des Tages“ setze und nicht auf nachhaltige Debatten. In der Partei wird dies als ein Seitenhieb auf Söders mediale Präsenz und dessen unkalkulierbare Kommunikation angesehen. Konkret bemängelt der Chef der Europäischen Volkspartei, dass die europäische Verteidigung auf dem CSU-Parteitag nur „unter Verschiedenes“ ohne echte Debatte behandelt worden sei.

Weber zeichnet ein Bild der CSU als Partei großer Ideen und verweist auf Theo Waigel, Edmund Stoiber und Franz Josef Strauß. Dem stellt er eine angeblich zu technokratische und verwaltende Politik Söders gegenüber, dessen Namen er allerdings nicht nennt. Webers Kernvorwurf: Die CSU verliere Vision, Erzählung und gesellschaftliche Bindekraft. „Die CSU muss Debatten führen, muss kreativ sein, darf nicht dem Mainstream folgen, muss vielmehr dem Richtigen folgen, den Mainstream prägen.“ In der Partei wird der Brief als Signal gewertet, dass Weber für 2028/29 eine Neuaufstellung an der Spitze der Partei in Gang bringen will. Michael Bröcker

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Letzte Aktualisierung: 25. Mai 2026