Nationale Tourismusstrategie: Hotels und Gaststätten sollen flexiblere Arbeitszeiten nutzen dürfen

27. Januar 2026
Hotel Schloss Berg am Starnberger See (picture alliance / imageBROKER | Martin Siepmann)

Nationale Tourismusstrategie: Hotels und Gaststätten sollen flexiblere Arbeitszeiten nutzen dürfen. Die Bundesregierung setzt sich für eine Arbeitszeitflexibilisierung und einen verstärkten Bürokratieabbau in der Tourismusindustrie ein. Das geht aus der Nationalen Tourismusstrategie hervor, die das Kabinett an diesem Mittwoch beschließen will und die Table.Briefings vorab vorliegt. Demnach sei die Branche mit mehr als drei Millionen Arbeitsplätzen eine Querschnittsbranche und von der Bedeutung vergleichbar mit der Automobilindustrie.

Die Regierung plant ein umfassendes Maßnahmenbündel zur Entlastung. Dazu gehörten „Bürokratieabbau und steuerliche Entlastungen, die Stärkung der Anbindung des Reiselands Deutschland, eine effiziente Digitalisierung und Nutzung von KI in der Branche bis hin zu flexibleren Arbeitszeitmodellen“, wie es in dem Bericht heißt. 85 Prozent der Tourismusunternehmen hätten weniger als zehn Beschäftigte, und seien daher von überbordender Bürokratie besonders betroffen.

Dokumentationspflichten und Vorschriften müssten abgeschafft werden, ohne internationale Standards abzusenken. „Wenn beispielsweise der Inhaber eines gastronomischen Betriebs, der auch gleichzeitig sein eigener Koch ist, tagtäglich auch noch umfangreiche Formulare ausfüllen muss, bleibt ihm wenig Zeit, Energie und Motivation, sich um sein eigentliches Kerngeschäft zu kümmern“, sagt der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Christoph Ploß (CDU) Table.Briefings. EU-Regeln sollen künftig nur noch eins zu eins angewendet und nicht „übererfüllt“ und etwa das digitale Einchecken in Hotels erleichtert werden. Die Arbeitszeitvorgaben in der Branche sollen auf eine wöchentliche Arbeitszeit umgestellt werden, um eine bessere „Vereinbarkeit von Beruf und Familie“ zu gewährleisten.

Die Deutschen bleiben ein reisefreudiges Land. Im Jahr 2024 gaben die Bürger knapp 40 Milliarden Euro für Pauschalreisen aus, dazu gehören etwa drei Millionen Kreuzfahrtbuchungen. Deutschland ist zudem mit einem Anteil von elf Prozent aller Dienstreisen Weltmarktführer. Im Ranking der beliebtesten Reiseziele unter 50 Wirtschaftsnationen landet Deutschland auf Platz zwei. Michael Bröcker

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Letzte Aktualisierung: 27. Januar 2026