Mehr Frauen in Arbeit: Sozialpartner mit gleichem Ziel, aber unterschiedlichen Motiven

14. Mai 2026

Mehr Frauen in Arbeit: Sozialpartner mit gleichem Ziel, aber unterschiedlichen Motiven. Auch wenn die Fronten zwischen ihnen in vielen Fragen verhärtet sind, verfolgen Gewerkschaften und Wirtschaftsverbände in einem zentralen Punkt das gleiche Ziel: Mehr Frauen sollen in Vollzeit arbeiten. Übergreifend herrscht Einigkeit, dass das Ehegattensplitting, die kostenfreie Mitversicherung in der Krankenkasse und Minijobs dem als Fehlanreiz im Weg stehen. Das geltende Recht stärke die traditionelle Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern, sagen sowohl BDA als auch DGB und befürworten daher Reformen. Ebenfalls helfen könnten andere Arbeitszeiten, sagen beide – ziehen daraus aber unterschiedliche Schlüsse.

Die Motive hinter dem gemeinsamen Ziel sind nicht immer die gleichen. Für die Arbeitnehmer stehen eine bessere Lastenteilung in Familien sowie die Vermeidung von Altersarmut im Fokus. Die Arbeitgeber greifen zwar auch Gleichstellungsaspekte wie den der Unabhängigkeit auf, betonen aber ebenso den Nutzen für die Wirtschaft. Würden die Geschlechterunterschiede am Arbeitsmarkt angegangen, könnten Potenziale „für Unternehmen und den Wirtschaftsstandort Deutschland besser ausgeschöpft werden“, heißt es in einem Papier der BDA. Sie fordert eine weitgehende Abschaffung der Mitversicherung. Durch die Ausnahmen, die die Regierung plant, würden die möglichen positiven Erwerbsanreize nicht spürbar, heißt es in ihrer Stellungnahme zur GKV-Reform. Der DGB ist gegen Einschränkungen, da sie Familien hart träfen – er sieht anderswo besseres Sparpotenzial. Okan Bellikli

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Letzte Aktualisierung: 14. Mai 2026