Gefährdete Demokratie: Was Beschäftigte von ihren Unternehmensführungen erwarten

31. Mai 2026
Eine Mehrheit sieht Extremismus als größte Gefahr für die Demokratie

Gefährdete Demokratie: Was Beschäftigte von ihren Unternehmensführungen erwarten. Die schwierige politische Situation überträgt sich auch auf die Stimmung in Deutschlands Betrieben. Nach einer Untersuchung des Wittenberg-Zentrums für Globale Ethik halten inzwischen nahezu alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Unternehmen in Deutschland die Demokratie für akut gefährdet. In einer Umfrage unter mehr als 2.000 repräsentativ ausgewählten Beschäftigten antworteten 98 Prozent auf diese Frage mit Ja. Als Gründe für ihre große Sorge nennen 55 Prozent jegliche Form von politischem Extremismus; 40 Prozent verweisen auf wirtschaftliche Ungleichheit und soziale Spaltung; 39 Prozent nennen autoritäre und populistische Bewegungen. Die Untersuchung „Demokratie unter Druck – Wirtschaft in der Verantwortung?“ liegt Table.Briefings exklusiv vor. Sie wird morgen auf dem Ostdeutschen Wirtschaftsforum in Bad Saarow vorgestellt.

Eine Mehrheit will, dass sich das eigene Unternehmen parteipolitisch zurückhält – allerdings nicht bei extremistischen Positionen. Mehr als 60 Prozent sind gegen Wahlempfehlungen; 54 Prozent lehnen Parteispenden ab. Zugleich aber sind knapp 60 Prozent dafür, Parteien offen entgegenzutreten, wenn diese „extremistische Positionen vertreten oder vom Verfassungsschutz beobachtet werden“. Bei der Frage nach einem allgemeinen gesellschaftspolitischen Engagement zeigt sich ein gemischtes Bild: 39 Prozent der Beschäftigten sprechen sich dafür aus; 30 Prozent sind dagegen – und 30 Prozent sind in dieser Frage unentschlossen. Unter Führungskräften sind 49 Prozent dafür, 28 Prozent lehnen es ab. Die Wissenschaftler stellten keine signifikanten Unterschiede zwischen Ost und West fest. Stefan Braun

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Letzte Aktualisierung: 31. Mai 2026