FDP-Krise: Dürr tritt zurück, Strack-Zimmermann bietet sich als Retterin an – im Doppel

23. März 2026
Marie-Agnes Strack-Zimmermann und Christian Dürr (picture alliance/dts-Agentur)

FDP-Krise: Dürr tritt zurück, Strack-Zimmermann bietet sich als Retterin an – im Doppel. Christian Dürr legt nach der desaströsen Niederlage der Partei bei der Wahl in Rheinland-Pfalz sein Amt nieder, zuvor hatte die FDP-Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann in der Sitzung des Präsidiums ihre Bereitschaft erklärt, als Teil einer Doppelspitze Verantwortung zu übernehmen. Beim kommenden Parteitag im Mai soll nun das gesamte Präsidium zurücktreten und neu gewählt werden. Dürr und seine Generalsekretärin Nicole Büttner wollen wieder kandidieren.

Strack-Zimmermann ist über eine mögliche Kandidatur mit dem einflussreichen NRW-FDP-Chef Henning Höne im Austausch. Wie Table.Briefings vergangene Woche berichtete, kann sich Strack-Zimmermann ihn als Co-Vorsitzenden vorstellen. Der Politiker muss im Frühjahr 2027 die FDP in Nordrhein-Westfalen im Parlament halten. Die Wahl an Rhein und Ruhr gilt als Schicksalswahl für das Überleben der FDP. In der Sitzung äußerten mehrere Präsidiumsmitglieder ihren Unmut über die mangelnde öffentliche Wahrnehmung von Parteichef Dürr.

Erst programmatisches Profil, dann die Personen. Das sagt Ex-Staatssekretär Steffen Saebisch. „Es braucht vor allem ein Update der guten Themen, die wir haben: Starke wirtschaftliche Entwicklung, gesunde Staatsfinanzen, offene Bürgergesellschaft und innere Liberalität und Konsequenz in der Frage, wie der Staat agiert.“ Personal sortiere sich immer erst nach den Themen, so Saebisch. Die Personen müssten glaubwürdig zum Programm stehen.

FDP-Vize Wolfgang Kubicki hatte eigene Ambitionen für den Parteivorsitz dementiert. Er will dem neuen Führungsteam aber zur Seite stehen. Zuletzt hatte Kubicki beim Dreikönigstreffen in Stuttgart einen viel beachteten Auftritt mit Strack-Zimmermann. Er gilt als möglicher Unterstützer der Düsseldorferin, die vor allem wegen ihrer vehementen Pro-Ukraine-Position und ihrer Kritik an Olaf Scholz während der Ampel-Regierungszeit bundesweite Bekanntheit erreichte. Das Podcast-Gespräch mit Saebisch hören Sie ab 5 Uhr hier. Michael Bröcker

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Letzte Aktualisierung: 23. März 2026