Die Koalition und die Wahlen: Zwischen Konkurrenz und Kooperation

LB
03. Februar 2026

Die Koalition und die Wahlen: Zwischen Konkurrenz und Kooperation. In Landtagswahlen gegeneinander kämpfen, obwohl man im Bund dringend Zusammenarbeit braucht – dieser Zwiespalt ist alles andere als neu, aber vielleicht noch nie so wichtig gewesen wie dieses Mal. Das kann man aktuell aus vielen Ecken der Koalition vernehmen. Die Parteizentralen ringen mit aller Macht für den Erfolg der eigenen Wahlkämpfer; deshalb werden die Konflikte um die „Lifestyle-Teilzeit“ und die Zahnarztkosten auch so hart geführt. Während man sich im Konrad-Adenauer-Haus über beide Vorstöße ärgert, reibt man sich im Willy-Brandt-Haus die Hände.

Hinzu kommt aber ein zweiter Blickwinkel, vor allem in den Koalitionsspitzen. Sie müssen zum Schutze der Berliner Koalition zugleich darauf hoffen, dass weder nach den Wahlen in Baden-Württemberg (8. März) noch in Rheinland-Pfalz (22. März) ein Partner im Bündnis politisch so in die Bredouille gerät, dass er die danach anzugehenden Großreformen nicht mehr mit der nötigen Autorität durchsetzen kann. Und weil der SPD in Baden-Württemberg bei aktuellen Umfragewerten von rund 8 Prozent ein miserables Ergebnis droht, gibt es manchen Christdemokraten, der leise darauf setzt, dass die SPD in Rheinland-Pfalz möglichst nicht viele Federn lässt. Auch im Kanzleramt hofft der eine oder andere darauf, dass eine stabil bleibende SPD in den Monaten danach mehr Mut und mehr Kraft behält, die Umbauten beim Sozialstaat, bei der Gesundheit und bei der Rente mitzutragen. Mancher Betroffene beschreibt das als „fast schon schizophrene Situation“: für den eigenen Erfolg kämpfen und zugleich für den des anderen ein bisschen mithoffen. Laura Block, Stefan Braun

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Letzte Aktualisierung: 03. Februar 2026