Die FDP am Wahlabend: Harsche Kritik und Abschiednehmen

Die FDP am Wahlabend: Harsche Kritik und Abschiednehmen. In der FDP gibt es an diesem Abend niemanden, den nicht die Angst umtreibt, dass dieser 22. März 2026 ein historisches Datum werden könnte: als der Tag des finalen Absturzes in die Bedeutungslosigkeit. Als ein früheres Führungsmitglied der FDP-Bundestagsfraktion am Abend gefragt wird, ob er die Lage der Partei einordnen wolle, antwortet der ehemalige Landeschef nur, er habe seit drei Wochen einen neuen Job und sei darüber glücklich. Zur FDP dagegen wolle er sich nicht äußern. Auch so sieht der Abschied einer Partei aus, die es im Augenblick in den üblichen Umfragen nur noch in die Kategorie Sonstige schafft.

Deutliche Worte findet Volker Wissing, lange in Mainz engagiert und später in Berlin im Zorn gegangen. Der frühere Bundesverkehrsminister sagte, das Wahlergebnis sei die Folge einer Reihe von fundamentalen Fehlentscheidungen der Partei. „Die FDP ist mit ihrer libertären Ausrichtung gescheitert. Indem sie den Staat zu ihrem Gegner erklärt hat, hat sie sich in eine Sackgasse manövriert.“ In den kommenden Tagen wird sich zeigen, ob es noch ein Aufbäumen geben wird. Besonders in Frage kommen dafür NRW-Landeschef Henning Höne und die EU-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Die unterlegene Spitzenkandidatin in Mainz, Daniela Schmitt, klang sehr enttäuscht. „Es ist ein bitterer Abend“, sagte sie nach der ersten Hochrechnung. Man habe sich ein anderes Ergebnis erhofft. „Ein Parlament ohne Liberale hat einen Makel, wir werden fehlen.“ Stefan Braun, Tessa Pötter

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Letzte Aktualisierung: 22. März 2026