Deutsch-Ukrainische Konsultationen: Warum die Ukraine für Deutschland so wichtig ist

Friedrich Merz und Wolodymyr Selenskyj besichtigen eine deutsch-ukrainische Drohne im Kanzleramt (picture alliance/dpa/Michael Kappeler)

Deutsch-ukrainische Konsultationen: Warum die Ukraine für Deutschland so wichtig ist. Was Sicherheitsexperten unter der Hand schon lange fordern, wird offizielle Politik: Deutschland setzt im Bereich Verteidigung auch auf die Hilfe der Ukraine. Kyjiw will so für die bisherige Unterstützung danken und seine Erfahrungen im Abwehrkampf gegen Russland mit Berlin teilen. „Was wir in dieser Kooperation tun, ist nicht nur von Nutzen für die Verteidigung der Ukraine. Es ist auch von besonderem Nutzen für uns, für unsere Sicherheit”, betonte Friedrich Merz im Anschluss an die deutsch-ukrainischen Regierungskonsultationen in Berlin. Die Beziehungen sollen zu einer strategischen Partnerschaft aufgewertet werden.

Das Ziel: Lernen von der Ukraine. Merz sagte, keine Armee sei so kampferprobt, keine Gesellschaft so resilient, keine Verteidigungsindustrie so innovativ. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verwies darauf, dass sich die Erfahrungen seiner Armee jetzt auch im Nahen Osten bewährten. Die Kriege im Iran und in der Ukraine verdeutlichten, wie schwach die Luftverteidigung westlicher Staaten gegen Drohnen und Raketen ist. Die Ukraine ist fast allen Nato-Staaten in beiden Bereichen überlegen. Sie hat nicht nur Erfahrungen bei der Anwendung westlicher Systeme wie etwa Iris-T und Patriot, sie überzeugt die Nato auch mit Gefechtsfeldanalysen, Taktik und neuen Technologien.

Verteidigungsminister vereinbaren enge Kooperation. Dabei geht es um die Stärkung der Luftverteidigung, die Entwicklung unbemannter Systeme und den Ausbau der Rüstungskooperation. Außerdem haben die Minister den Austausch von Gefechtsfelddaten vereinbart. Hinzu kommen Joint-Ventures der Rüstungsunternehmen. Das erste wurde vor zwei Monaten auf der MSC bekanntgegeben; weitere folgen in schnellem Tempo. Deutsche Unternehmen profitieren vom ukrainischen Know-how und ukrainische Unternehmen von sicheren Produktionsstätten in Deutschland.

Zugleich wird Deutschland die Ukraine weiter finanziell unterstützen. So übernimmt Berlin die Kosten für einen Vertrag der Ukraine mit der Firma Raytheon über die Lieferung von mehreren Hundert Patriot-Raketen. Und die deutsche Firma Diehl Defence wird weitere Startgeräte für Iris-T-Luftabwehrsysteme liefern, um kritische Infrastruktur und Städte in der Ukraine zu beschützen. Bezahlt von Deutschland. Gleiches gilt für die Technik zu Schlägen über größere Distanzen (Deep Strikes). Die Rede ist von Investitionen in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro. Wie die Zusammenarbeit aussehen wird, lesen Sie im Security.Table. Viktor Funk, Wilhelmine Stenglin

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Letzte Aktualisierung: 14. April 2026