Berliner Blackout I: Wegner verteidigt sein Krisenmanagement und will im Amt bleiben

08. Januar 2026
Kai Wegner (picture alliance/dpa | Jens Kalaene)

Berliner Blackout I: Wegner verteidigt sein Krisenmanagement und will im Amt bleiben. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, hat sein Tennis-Match und die teilweise falsche Kommunikation danach verteidigt. Er habe am Samstag eine Stunde Tennis in der Nähe seiner Wohnung gespielt „und danach direkt von zu Hause wieder weitergearbeitet“, sagte der CDU-Politiker bei einer Veranstaltung des Rotary Clubs in Berlin. In der Rückschau hätte er am Sonntag auf eine Frage eines Journalisten die sportliche Betätigung auch einräumen sollen, so Wegner. Rücktrittsforderungen von SPD, Linken und FDP in Berlin begegnete er offensiv. „Dass wir am Mittwoch um 11 Uhr wieder Strom hatten. Den Erfolg lasse ich mir nicht kaputt machen“, so Wegner. „Ich halte das durch.“

In einer Schalte der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus am Donnerstag bekam Wegner Unterstützung. Die Kritik „eines Teils der Medienblase“ sei oberflächlich und „lächerlich“, sagte der ehemalige CDU-Fraktionschef Burkard Dregger. Wegner wies darauf hin, dass sein Krisenmanagement funktioniert habe. Nach dem Notruf wegen des Brands an einer Kabelbrücke um 6.11 Uhr am Samstagmorgen sei der erste Krisenstab des Stromnetzbetreibers bereits um 6.33 Uhr eingerichtet worden.

In der Berliner CDU sehen nicht alle das Vorgehen des Bürgermeisters nur positiv. Justizsenatorin Felor Badenberg betonte bei Phoenix, manches sei nicht gut gelaufen, das müsse man jetzt aufarbeiten. Fachleute kritisieren, dass erst am Sonntagnachmittag eine Großschadenslage ausgerufen worden und die Versorgung mit Notstromaggregaten schleppend verlaufen sei. Wegner schiebt die Schuld auf SPD-Innensenatorin Iris Spranger, die nach seiner Auskunft auch am Sonntagvormittag noch gegen die Ausrufung der Großschadenslage gewesen sei.

Das umstrittene Tennis-Match ist dennoch Thema in der Partei. „Das ist das Ende von Kai Wegner, denke ich“, postete das Berliner CDU-Mitglied Christian Miele auf X. Der Investor war von 2019 bis 2023 Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Start-up und lebt in Berlin. Ein früherer CDU-Bundestagsabgeordneter sagte Table.Briefings: „Ich würde ihm den dezenten Rat geben, sich und seiner Familie das nicht zuzumuten. Er ist dem Amt offensichtlich nicht gewachsen.“ In der Bundes-CDU wird Wegners Kommunikation ebenfalls kritisch gesehen, eine Alternative zu dem Regierenden Bürgermeister sei aber acht Monate vor den Landtagswahlen nicht in Sicht. Ein möglicher Nachfolger, Finanzsenator Stefan Evers, stellte sich in der internen Sitzung hinter den Stadtchef. Michael Bröcker

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Letzte Aktualisierung: 08. Januar 2026