AfD-Streit in Sachsen-Anhalt: Ex-Generalsekretär belastet Landesvorstand

17. Dezember 2025
Ulrich Siegmund und Jan-Wenzel Schmidt (picture alliance/dpa | Peter Gercke)

AfD-Streit in Sachsen-Anhalt: Ex-Generalsekretär belastet Landesvorstand. Jan-Wenzel Schmidt, bis Februar Generalsekretär der AfD Sachsen-Anhalt, erhebt schwere Vorwürfe gegen den Landesvorsitzenden Martin Reichardt und weitere Vorstandsmitglieder. In einer E-Mail, die Table.Briefings vorliegt, wirft er dem Vorstand „Privatreisen unter dem Deckmantel von parlamentarischer Tätigkeit“, „unzulässige unternehmerische Verquickungen“ und weiteres „parteischädigendes Verhalten“, darunter potenzielle Straftaten, vor. Den Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2026, Ulrich Siegmund, und weitere Vorstandsmitglieder beschuldigt er außerdem der Vetternwirtschaft.

Der Bundestagsabgeordnete prangert den Umgang mit Kritikern an. Sie würden „mundtot gemacht“; Mitglieder seien „massiv bedrängt“ worden, damit er nicht erneut in den Vorstand gewählt wird. „Es ist ein regelrecht krankhaftes Verhalten und ein völlig psychopathischer Fanatismus“, schreibt Schmidt. Er kündigt an, ab der zweiten Januarwoche wöchentlich „strukturierte Mails“ an Bundes- und Landesvorstand zu senden. Jede Mail werde „konkrete Beweise, Zahlen, Namen und Dokumente“ enthalten. Auch gegen Schmidt kursieren gegenwärtig Vorwürfe unter anderem wegen dubioser Geschäftspraktiken und der Anstellung von Familienmitgliedern, auf die er in dem Schreiben teilweise eingeht. Die AfD Sachsen-Anhalt erklärte auf Anfrage, sie werde sich „zu laufenden internen Vorgängen öffentlich nicht äußern“. Wen Schmidt konkret belastet, lesen Sie in der Analyse des Berlin.Table. Franziska Klemenz

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Letzte Aktualisierung: 17. Dezember 2025