Berlin.Table Must Reads

Must Reads 22. Januar

22. Januar 2026

SZ: Kulturverwaltung hat Antisemitismus-Fördergelder fragwürdig vergeben. Ein Untersuchungsausschuss befasst sich in den nächsten Monaten damit, an wen der frühere Kultursenator Joe Chialo und seine Nachfolgerin Sarah Wedl-Wilson 3,4 Millionen Sonderbudget verteilt haben. Das Geld war für Projekte gegen Antisemitismus gedacht. Erhebliche Teile seien an Träger mit guten CDU-Kontakten gegangen, wobei der Nutzen für das eigentliche Ziel fragwürdig sei. Möglicherweise drohen juristische Konsequenzen. („Wünsch dir was“)

Welt: CDU will in Hessen kaum noch Beamte einstellen. Gemäß einer neuen Reformagenda sollen Verbeamtungen zur Ausnahme werden und nur noch in hoheitlichen Kernbereichen wie der Polizei, Justiz oder an Schulen erfolgen. Während die Union damit auf Effizienzsteigerung durch Digitalisierung und eine Senkung langfristiger Pensionslasten zielt, weist der Beamtenbund den Vorstoß zurück. („CDU plant ‚Verbeamtungsstopp‘“)

Handelsblatt: Migration stützt Beschäftigung, Wachstum und regionale Stabilität. Laut Studien zieht ein Anstieg von 100 Geflüchteten pro 10.000 Einwohner durchschnittlich sieben zusätzliche Gewerbeanmeldungen mit 27 neuen Jobs nach sich. Ausländische Frauen reduzieren den Fachkräftemangel massiv. Ohne jährliche Nettozuwanderung von rund 300.000 Menschen würde Deutschland spürbar schrumpfen. Wo Zuwanderung ausbleibt, fehlen Fachkräfte, Investitionen und Unternehmensnachfolger. („Deutschland profitiert von Zuwanderung“)

Zeit: Deutsche Arbeitszeiten als Vorbild. Weniger und dafür effizienter arbeiten – nach deutschem Vorbild: Dafür wirbt der japanische Autor Shigeki Nishimura. Sein Buch „Die unglaubliche Arbeitsweise der Deutschen“ hat sich im Land schon rund 80.000 Mal verkauft. Ein Grund aus Nishimuras Sicht: 2025 Deutschland überholte Japan in der Liste der reichsten Volkswirtschaften. („Überstunden sind auch keine Lösung“)

Nicht überlesen!

FAZ: Neun bis zehn Bundesländer reichen. Eine Föderalismus-Reform sei dringend geboten, schreibt der Historiker Hartmut Berghoff. Als Hinderungsgrund sieht er eine „diffuse Angst vor Veränderung“ und den Wunsch der Parteien, „den Zugriff auf gut dotierte Parlamentssitze und Beamtenstellen zu behalten“. Das sollte aber nicht vor dem Interesse der Bürger an einem effizienten Staat stehen, wie ihn besonders die geopolitischen und weltwirtschaftlichen Herausforderungen verlangten. („Die Macht der Zwerge“)

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Letzte Aktualisierung: 22. Januar 2026