Berlin.Table Must Reads

Must Reads 19. Januar

19. Januar 2026

SZ: Europäischer Rechnungshof kritisiert massive Verzögerungen bei Mega-Verkehrsprojekten. Von neun transeuropäischen Bauvorhaben, darunter Brenner-Basistunnel und Rail Baltica, werde voraussichtlich nur eines bis zum Zieljahr 2030 fertiggestellt. Die durchschnittliche Verspätung liege inzwischen bei 17 Jahren. Als Hauptgründe nennt der Bericht mangelhafte Planung, nationale Sonderwünsche und bürokratische Hürden, die die Glaubwürdigkeit der europäischen Infrastrukturpolitik gefährden. („Warum Europas Mega-Baustellen einfach nicht fertig werden“)

Correctiv: Vorwürfe nach plötzlichem Aus von Burgard bei Springer. Nach Berichten der New York Times und Correctiv soll der Springer-Verlag den Rückzug von Welt-Chefredakteur Jan Philipp Burgard wegen Vorwürfen „unangemessenen Verhaltens“ auf einer Weihnachtsfeier forciert haben. Während Burgards Anwälte die Vorwürfe per Warnschreiben bestreiten und auf einen medizinischen Notfall verweisen, wurde die Konzernleitung laut Insidern durch Medienanfragen zu einer internen Untersuchung gezwungen. („Eine Firmen-Weihnachtsfeier – und der Abgang eines Chefredakteurs“)

Handelsblatt: Deutschland verfehlt die Ziele beim grünen Wasserstoff. Eigentlich wollte Deutschland den Ausbau von grünem Wasserstoffs fördern – doch stattdessen gehe die Produktion sogar zurück. Geplante Projekte seien von August 2024 bis Dezember 2025 um eine Leistung von drei Gigawatt (GW) zurückgegangen – das belegen Zahlen, die das Energiewirtschaftliche Institut an der Uni Köln (EWI) erhoben hat. Schuld daran sei unter anderem eine EU-Vorgabe. („Ziel für grünen Wasserstoff in Gefahr.“)

MDR: Fragwürdige Beweisbeschaffung der AfD gegen MdB Schmidt. Im Parteiausschlussverfahren gegen Jan-Wenzel Schmidt, MdB und bis Februar 2025 Generalsekretär der AfD Sachsen-Anhalt, setzt der Landesvorstand offenbar auf Unterlagen, deren Beschaffung fragwürdig erscheint: Visitenkarten aus Schmidts Auto, die ein Kfz-Meister übergeben hat, kopierte Gehaltsdokumente, deren Übergabe gegen Datenschutzrichtlinien verstoßen haben könnte, und Mitschnitte aus Parteisitzungen. („Wie die AfD Sachsen-Anhalt heikle Informationen über eigene Mitglieder sammelt“)

Nicht überlesen!

NYT: Die Finanzindustrie hat sich vom Klimaschutz verabschiedet. Vor sechs Jahren begann an der Wall Street der Aufschwung von ESG. Investitionen folgten den Faktoren „environmental, social and governance“. Doch inzwischen spielen Begriffe wie Klima und Nachhaltigkeit in den Gewinnbekanntgaben von Unternehmen eine untergeordnete Rolle. Der Rückzug aus dem Klimaschutz falle mit einer Verdopplung der Investitionen von US-Banken in Kohle-, Öl- und Gasprojekte zusammen. („How Wall Street Turned Its Back on Climate Change“)

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Letzte Aktualisierung: 19. Januar 2026