10. Mai 2026 Must-Reads

10. Mai 2026

Economist: Über der Bundesregierung hängt ein Schleier der Erschöpfung. Ein Problem sei der wackelige Zugriff von Friedrich Merz auf die von ihm geleitete politische Maschinerie. „Das Kanzleramt ist unorganisiert und arbeitet schlecht mit den Abgeordneten von CDU/CSU zusammen“, schreibt der Economist. Lars Klingbeil habe zwar ein gutes Verhältnis zu Merz, tue sich aber mit der eigenen Basis schwer. Die Reden der Politiker mögen zwar den richtigen Ton treffen, werden aber nicht in konkrete Politik umgesetzt. („Friedrich Merz can’t go on like this“)

SZ: Der Kulturstaatsminister meidet die Kultur-Öffentlichkeit. Wolfram Weimer fehle inzwischen selbst „bei Terminen, die zu den Hochämtern des Kulturstaatsministerjahres gehören“, schreibt Sonja Zekri. Die Liste der abgesagten Veranstaltungen seit dem Eklat um den Buchhandelspreis sei beachtlich. Eine Veranstaltung jedenfalls wolle er in jedem Fall besuchen: „Die Reise zum ESC am Dienstag ist ganz fest eingeplant.“ („Wo ist eigentlich Wolfram Weimer?“)

FAZ: Bas zwischen Reformdruck und linkem Parteiflügel. Die SPD-Chefin gilt als linke Schutzmacht ihrer Partei – und zunehmend als Bremserin von Reformen. Bärbel Bas kämpft bei allem Druck um den Erhalt des Sozialstaats. Doch wie viel davon Deutschland sich künftig noch leisten kann, darüber scheint die SPD-Politikerin nicht nur gänzlich anders zu denken als der Koalitionspartner, sondern auch als mancher in ihrer eigenen Partei. („Bas statt Basta“)

NYT: Russland versorgt Iran über das Kaspische Meer mit Drohnenbauteilen. Russland hilft laut US-Beamten dem Iran, seine Offensivfähigkeiten wieder aufzubauen, nachdem er während der Kämpfe rund 60 Prozent seines Drohnenarsenals verloren habe. Das Kaspische Meer habe neue Bedeutung erlangt. Russland liefere zudem Güter, die normalerweise durch die Straße von Hormus transportiert würden. („Long Overlooked, Caspian Sea Provides Strategic Trade Route for Iran“)

FT: Bundesregierung bemüht sich um Tomahawks. Nachdem das Pentagon das Vorhaben aufgegeben hat, ein Bataillon mit Tomahawks in Deutschland zu stationieren, will Boris Pistorius das deutsche Kaufangebot für die Marschflugkörper erneuern, um die Sicherheitslücke Europas gegenüber Russland zu schließen; auf ein Angebot von vergangenem Juli haben die USA bislang nicht reagiert. („Germany in fresh push to buy Tomahawks after Trump row“)

Nicht überlesen!

Spiegel: Rente nach Beitragsjahren wäre sozial unausgewogen. Würde die von Jens Südekum vorgeschlagene Regel heute schon gelten, müsste deutlich mehr als die Hälfte der Rentner länger arbeiten als bis 67 – oder starke Kürzungen hinnehmen. Das zeigt eine DIW-Studie. Besonders betroffen wären kinderreiche Mütter und Personen, die länger arbeitslos waren. Es kommt aber auch darauf an, wie „Beitragsjahre“ definiert wird – bisher gibt es unterschiedliche Varianten je nach Art der Rente. („Rente nach 45 Beitragsjahren – wer länger arbeiten müsste und wer früh aufhören könnte“)

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Letzte Aktualisierung: 10. Mai 2026