Liz Shoo – Afrika aus einem anderen Blickwinkel zeigen

07. November 2023
Liz Shoo, Moderatorin bei der Deutschen Welle.
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Es gibt Menschen, denen wird der Beruf in die Wiege gelegt. „Bei uns zuhause lief schon immer von früh bis spät das Radio“, erzählt die TV- und Radiomoderatorin Liz Shoo schmunzelnd im Videocall. Seit sie denken könne, interessiere sie sich schon für Politik, Geschichte und für das Schreiben, erinnert sich die 34 Jahre alte Journalistin. Ihre besondere Leidenschaft gilt den TV-Diskussionen über die deutsche Außenpolitik. Und auch wenn Shoo selbst vor dem Mikro steht, dann kann die preisgekrönte Medien-Alleskönnerin beides: Information und Unterhaltung.

Was macht Liz Shoo besonders? Die Journalistin ist eine neugierige und offene Wanderin zwischen den Welten. Ihre Kindheit verbrachte sie in einem kleinen Ort in Bayern, bevor ihr Vater seine Promotion beendete und die Familie zurück nach Tansania zog. In der neuen Heimat folgten der Internatsbesuch und das Abitur. Um Online-Journalismus zu studieren, kam Liz Shoo zurück nach Deutschland. Schon während ihres Studiums in Köln wurde ihr klar – die Deutsche Welle war für die Journalistin der Traumarbeitgeber schlechthin: „Ich spreche Deutsch, Englisch und Kiswahili – wo geht man als Journalistin hin mit so einer Sprachenvielfalt? Man geht zur Deutschen Welle.“

Gefragte Moderatorin

Zur Zeit moderiert Shoo die Nachrichtensendung WDR aktuell sowie die DW-Magazine Focus on Europe– ein Format, das persönliche Geschichten aus Europa erzählen will – und The 77%– ein Magazin,das sich mit Berichten, Reportagen und Interviews, an ein junges afrikanisches Publikum wendet. Wer darüber hinaus noch ihre Arbeit als Veranstaltungsmoderatorin verfolgt, dem wird schnell klar: Die TV- und Radio-Moderatorin hat das natürliche Gespür einer guten Gastgeberin.

„Ich möchte den Menschen etwas bieten, das einen Mehrwert hat“, sagt die Journalistin. Diese Einstellung wird honoriert, Shoo ist eine gefragte Gastgeberin. Anfang des Jahres war sie diejenige, die im BMZ das internationale Publikum begrüßte, durch das Programm führte und Interviews machte, während die Ministerin mit den Gästen auf dem Podium über die Zukunft der afrikanisch-europäischen Zusammenarbeit diskutierte. Im Jahr 2017, als die Welt nach Bonn blickte, zählte sie zum Team, das auf der Weltklimakonferenz moderierte. Hinzu kommen immer wieder Filmpremieren, Galas und Preisverleihungen.

Positive Geschichten über Afrika

Für Liz Shoo lebt der Journalismus von überzeugenden Berichten: „Gute Geschichten sind Geschichten, über die man nachdenkt und von denen man im Idealfall auch anderen Leuten erzählt.“ Solche Geschichten will sie auch in Zukunft erzählen – Geschichten über Menschen aus Afrika und über Menschen aus Europa. Dass sie dabei auf Schwarz-Weiß-Malerei verzichtet, versteht sich für Shoo von selbst: „Wir haben als Medien einen sehr großen Einfluss darauf, wie Menschen die Dinge sehen. Mit dieser Verantwortung müssen wir respektvoll umgehen.“ Gabriele Voßkühler

Intrinsische Motivation ist die Motivation, die eine Person in sich selbst trägt. Was Shoo von innen heraus antreibt, ist der Wunsch, über Afrika aus einem anderen Blickwinkel zu berichten: „Ich hatte schon immer das Bedürfnis, positive Geschichten über diesen Kontinent zu erzählen“, sagt die Journalistin und redet sich im nächsten Augenblick fast in Rage. Dass es sich bei der Berichterstattung über Afrika fast immer um das Thema Armut dreht, das müsse sich dringend ändern, kritisiert sie und fügt noch hinzu. „Dieser einseitige Blick auf Afrika wird den Menschen dort überhaupt nicht gerecht, das ist eine Pauschalisierung.“

Letzte Aktualisierung: 27. März 2026