Trump und Xi: Freundliche Worte und scharfe Botschaften

14. Mai 2026
Donald Trump und Xi Jinping (picture alliance/Anadolu/White House via X)

Trump und Xi: Freundliche Worte und scharfe Botschaften. Der erste Tag des Trump-Xi-Gipfels in Peking ist vorbei. Nach außen dominierten roter Teppich, Himmelstempel und Festdinner; in der Sache aber blieben die Spielräume eng. Xis schärfste Botschaft des Tages galt dem Umgang mit Taiwan. Werde das Thema falsch gehandhabt, könnten beide Länder in Konflikt geraten. Das Weiße Haus schwieg dazu in seiner ersten Darstellung vollständig.

Für China-Experte Jörg Wuttke, ehemaliger Präsident der EU-Handelskammer in Peking, sendet der Gipfel sehr unterschiedliche Signale. Mehr bilateraler Handel und chinesische Käufe amerikanischer Güter seien in Aussicht. Bei den geopolitischen Themen – Iran, Ukraine, Straße von Hormus – habe man sich jedoch nur „durchgehangelt", ohne substanzielle Annäherungen. Die Stimmung in den USA bleibe „definitiv extrem antichinesisch", so Wuttke. Den Gipfel und seine Botschaften sollte man deshalb nicht überbewerten.

Für europäische Unternehmen fällt Wuttkes Bilanz nüchtern aus. Firmen mit chinesischen Beteiligungen gerieten in den USA zunehmend unter Druck. Hinzu kämen Chinas neue Regulatorien, die ausländische Firmen faktisch zwingen, zwischen US-Sanktionsvorgaben und chinesischen Vorschriften zu wählen. Für viele eine unmögliche Lage. Wuttkes Fazit: Europa sitze zwischen zwei Mächten, weder werde sich China öffnen noch Amerika moderater. Statt auf Entspannung zu hoffen, brauche der Kontinent endlich eigene Reformen. Amelie Richter

Table.Today. "Was bringt der Trump-Xi-Gipfel? Mit Jörg Wuttke."

Briefings wie Berlin.Table per E-Mail erhalten

Keine Bankdaten. Keine automatische Verlängerung.

Sie haben bereits das Table.Briefing Abonnement?

Anmelden

Letzte Aktualisierung: 14. Mai 2026