Bahn-Sicherheit: Hoher Handlungsdruck, geringe Zahlungsbereitschaft

15. Februar 2026

Bahn-Sicherheit: Hoher Handlungsdruck, geringe Zahlungsbereitschaft. Ein Sicherheitsgipfel und neue Zahlen – es wird immer deutlicher, dass auf Bahnhöfen und in Zügen Handlungsbedarf besteht. Beim Gipfeltreffen am Freitag erklärte sich die Bahn bereit, alle Zugbegleiter mit Kameras auszustatten. Auch Tonaufnahmen sollen nun möglich sein. Die private Konkurrenz, die bundesweit rund 30 Prozent des Regionalverkehrs abwickelt und bisher eher zögerlich beim Thema Kameras war, wird wohl nachziehen. Neue Zahlen der Bundespolizei, über die Bild berichtet, sprechen für 2025 von 5.660 Attacken in Zügen und auf Bahnhöfen nur auf Polizeibeamte. Hinzu kommen 2.200 Sexualdelikte und 980 Messerattacken.

Politisch ist der Handlungsbedarf offenbar erkannt. Die MPK wird sich mit dem Thema befassen. Das kündigte Ministerpräsident Alexander Schweitzer am Abend an. Im Saarland, in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Hessen wollen die Regierungen die Bahn-Sicherheit in den nächsten Tagen mit Personalvertretungen und Verbünden beraten. In NRW soll im März eine Sicherheitskonferenz in Essen stattfinden. Der strittigste Punkt am Freitag war aber wieder einmal das Geld. Weder Bund noch Länder wollen zusätzliche Mittel bereitstellen. Der Vorschlag, die Zahl der Verkehrsverbünde zu reduzieren und so Hunderte von Millionen einzusparen, stieß wiederum auf heftigen Widerstand, insbesondere des bayerischen Verkehrsministers. Hintergrund: Allein dort verdienen sich zwei Dutzend Landräte mit Aufsichtsratsposten in den Verkehrsverbünden ein Zubrot. Horand Knaup

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Letzte Aktualisierung: 15. Februar 2026